Brausepulver im Nachtgeschirr – 100 Jahre Humor in deutschen Zeitschriften

Ein Besuch der Ausstellungseröffnung am 21. Mai 2017

Passend zum Internationalen Museumstag am 21. Mai eröffnete das Deutsche Buch- und Schriftmuseum in Kooperation mit dem Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften der Universität Leipzig die Ausstellung „Brausepulver im Nachtgeschirr“ im Tresor, dem Sonderausstellungs-Bereich. Die Ausstellung über Humor in deutschen Zeitschriften im 20. Jahrhundert wird bis zum 30. September gezeigt und ist nicht nur wegen des kleinen, aber erstaunlich pompösen Ausstellungsraumes einen Besuch wert.

Zur Eröffnung fanden sich die zahlreichen BesucherInnen im Foyer des Deutschen Buch- und Schriftmuseums ein, wobei die hinteren Reihen auf zusätzlich zur Verfügung gestellten Aufklapphockern Platz nehmen musste, da der Andrang groß war. Michael Fernau, Direktor der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig, fand begrüßende Worte und gab anschließend das Mikrofon weiter an Dr. Stephanie Jacobs, Leiterin des Deutschen Buch- und Schriftmuseums, die besonders auf die Kooperation zwischen dem Museum und der Universität Leipzig einging.

Abschließend führte Jun.-Prof. Dr. Patrick Merziger vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften der Universität Leipzig tiefer in die Thematik der Ausstellung ein und gab einen ersten Einblick in die Arbeit seiner Studierenden, die die Ausstellung mit ihm gestalteten.

In kleineren Gruppen begaben sich die BesucherInnen dann in den goldenen Tresorraum, um in 100 Jahre Humor einzutauchen. Dabei wurde das 20. Jahrhundert in historische Epochen eingeteilt: beginnend beim Kaiserreich, über den ersten und zweiten Weltkrieg, DDR-Geschichte und die 68er bis heute. In den Abteilungen wird anhand von Fallbeispielen durch die jeweiligen prominenten Satire-Zeitschriften der Humor der jeweiligen Epoche präsentiert und erklärt. Denn, was in dieser Ausstellung klar wird, es existiert ein starkes Wechselspiel zwischen dem Humor und seiner Zeit. Was vor 100 Jahre witzig war, kann uns heute kaum verständlich sein. Auch die jeweils populäre Form des Humors ist Zeitgeist.

Die Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums und der Studierenden des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaften der Universität Leipzig bietet einen aufschlussreichen Einblick in deutsche Geschichte unter einem ganz ungewöhnlichen Blickwinkel. Die Ausstellung zeigt dabei immer wieder auf, wie schwer es für die Deutschen ist, über sich selbst zu lachen, aber auch, wie wichtig.

„Brausepulver im Nachtgeschirr – 100 Jahre Humor in deutschen Zeitschriften“ 21. Mai – 30. September 2017 im Tresor des Deutschen Buch- und Schriftmuseums Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig, www.dnb.de