Project rethinking the book

Die Konzeption von iPad-Applikationen

Klassische Buchinhalte in neue Ausgabekanäle zu zwängen, auch darauf müssen sich zukünftige Verlagshersteller im digitalen Zeitalter vorbereiten. Genau dies geschah im Rahmen der Lehrveranstaltung »Layout und Entwurf II« bei Herrn Prof. Christian Ide im 7. Semester des Diplomstudiengangs »Verlagsherstellung« (VH 07). Am Beginn des Semesters im Oktober 2010 stand die Aufgabenstellung, gemeinsam gestalterische Konzepte für eine eBook-Anwendung für das Ausgabemedium iPad zu entwickeln.

Die Konzeptentwicklung

Zunächst tastete sich der Kurs durch das Studium diverser Blogs, Foren und der Analyse anderer Applikationen an das Medium »Tablet-PC« heran. Ein Vortrag von Herrn Dr. Trommen (appsfactory Leipzig) gab den Studierenden einen Einblick in die Agenturarbeit und das Entstehen realer App-Produkte. Der Recherche und Analyse von Printausgaben und im gleichen Segment ansässigen Apps folgte die Konzeptentwicklung: welche Inhalte werden benötigt, welche Strukturelemente soll sie enthalten, welche Navigation ist sinnvoll? Diese strukturelle Konzeptentwicklung stellte die Basis für die Entwicklung des »Look-and-Feel« der eigenen Applikation dar. Wie könnte eine gestalterische Umsetzung all der Ideen aussehen, welches Farbklima soll das User Interface auszeichnen, welche Illustrationen sind passend und wie kann der Text typographisch hochwertig dargestellt werden – nur einige Fragen, die im Raum standen.

Die Umsetzung

Am Ende stand dann die Umsetzung all dieser Ideen in Form von Mock-up-Screens im Programm der Wahl (Photoshop, Indesign, Illustrator, ...). Die technische sowie wirtschaftliche Machbarkeit der Entwürfe stand bei unserem Projekt nicht im Vordergrund bzw. sollte ausdrücklich nicht beachtet werden. Es handelte sich um eine Einzelarbeit, sodass am Ende 21 ganz unterschiedlichste Entwürfe entstanden. Dabei reicht die Themenvielfalt von unterschiedlichsten Koch-Apps – Piratenkochbuch, cupcakes-Rezepte oder die App zur Planung des perfekten Weihnachtsmenüs – über Kinderbuch-Applikationen, Reise- und Wanderführer für die norwegischen Lofoten bis zur »Mami-App«.

 

Gestaltung und Entwürfe

Eat typical (Tanja Kühnert) verbindet beispielsweise Reiseführer und Kochbuch, indem es neben Infos zu Land und Leuten sowie landestypische Gericht in den Kategorien Herzhaft und Süß anbietet. Petra Jummel entwickelte ein interaktives Konzept für den beliebten Klassiker Was ist was – Indianer vom Tessloff-Verlag. Die App »How-to-do« von Theresa Neubauer bietet ein Konzept zum Herunterladen von Bauanleitungen und Tutorials, wie z.B. eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Buchbinden mit Farbwähler, Materialberechner, vielen Bildern und Videos. Mit dem Herbarium Digitalis (Anna Schmalfuß) lassen sich heimische Wildblumen bestimmen, während das Layout mit Illustrationen aus dem frühen 20. Jahrhundert aufwartet. Der Anatomie-Atlas (Anne Hirschelmann) für Ärzte oder Medizinstudenten bietet übersichtlich Infos zu Muskeln und Nerven, lässt zudem Organe in 3D erfahren.

Die Vielfalt des App-Design

Eine große Auswahl an unterschiedlichen Stoffen und somit Herangehensweisen sorgte nicht nur dafür, dass jedes Projekt spannend und neu ist, sondern alle Studierenden konnten von der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Themenstellungen und Problemen der Kommilitonen profitieren.

»Layout und Entwurf II«

Studierende der Matrikel VH07

Betreuung

Prof. Christian Ide