Manhwa meets Mobile

Wo die Geschichten ihren Anfang nehmen 

Immer mehr Menschen sind rund um die Uhr online. Immer mehr von ihnen konsumieren tagtäglich Texte, ob zur Unterhaltung oder zum Wissenserwerb. Immer mehr Bücher finden dementsprechend den Weg  ins Netz, auf das Tablet, den E-Book Reader, das Smartphone und am Ende in die Köpfe dieser Menschen. Nichtsdestoweniger gibt es einige Printprodukte, die bei diesem digitalen Wandel ungeahnte Herausforderungen zu bewältigen haben. 

Die Rede ist von Comics. Wie sollen die Seiten aufgebaut werden, sodass die Schriften in den Sprechblasen noch lesbar sind? Wann verlieren die Bilder an Wirkung? Inwieweit kann man dem Leser das hinein- und herauszoomen zumuten? Wie muss ein benutzerfreundliches Interface für diese Funktion gestaltet sein? Welche Formen von technischen Aufwertungen stehen zur Verfügung?  Was gibt es zu beachten bei den unterschiedlichen Ausgabegeräten?

NAVER, mit  1,5 Millionen Nutzern pro Tag die erfolgreichste Webcomic-Plattform aus Korea, hat auf vieler dieser Fragen eine Antwort gefunden. Am Donnerstag, dem 10. Oktober 2013 auf der Frankfurter Buchmesse hat sich das Unternehmen vorgestellt. Die Firma konzentriert sich insbesondere auf das Online-Publizieren von koreanischen Comics, auch Manwha genannt.

In Korea bezeichnet man Manwha als eine Kunstform. Und der Aufwand mit dem die Arbeiten der Autoren und Zeichner für den digitalen Auftritt auf kleinem Bildschirm optimiert werden, unterstreicht diese Aussage. Kim Jungu, der Senior Manager von NAVER zeigte an Hand eines Beispiels, dass die Comicseiten vertikal angeordnet sind. Das bedeutet, dass man beim Lesen nicht blättert sondern scrollt. Das mag zunächst ungewohnt sein, aber auch andere  Unternehmen verwenden diese Form der Darstellung für ihre Webseiten auf Mobilgeräten. Einige besonders häufig unterwegs genutzte Webseiten sind z.B. die der Deutschen Bahn, Facebook mobile und viele weitere. Der Grund dafür ist klar, der Lesefluss wird weniger gestört beim flüssigen Durch-Scrollen und auf diese Weise werden die Dimensionen des kleineren Bildschirmes optimal ausgenutzt. Die auf NAVER besonders beliebten Publikationen werden von der Comic Agentur Jaedam Media Co. animiert und vertont, wodurch die Comics einen Mehrwert erhalten und häufig weitere Leser dadurch dazugewinnen können.  

Die steigende Beliebtheit des Portals außerhalb der Landesgrenzen hat zudem zum Launchen einer englischen Variante geführt. Wie sich der europäische Comic-Markt in der digitalen Hinsicht entwickeln  wird, ist noch unklar. Aber es kann auch hier in den nächsten Jahren mit tiefgreifenden Veränderungen und neuen Chancen gerechnet werden.