Bla Bla Bla

Eine Ausstellung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum zu Plakaten der Mediengeschichte

Der Sinn von Plakaten ist jedem einleuchtend. Es sollen aktuelle Informationen mitgeteilt, Ereignisse angekündigt und neue Produkte beworben werden. Hierfür werden zumeist große Formate genutzt, die sich in ihrer Gestaltung oft stark unterscheiden: Die einen bestechen mit vollendeter  Typographie und künstlerischen Illustrationen, andere durch plakative Botschaften und wieder andere durch minimalistische Gestaltung in Bild und Wort. In der Ausstellung »Anschlag. Plakate zur Mediengeschichte«, welche man noch bis Ende August in der Deutschen National Bibliothek besuchen kann, sind 100 Plakate aus über 100 Jahren Mediengeschichte ausgestellt. 

Das Plakat der Ausstellung selbst nahm sich ein Poster von Raphael Schoen mit dem Titel „Bla Bla Bla Kat, Plakate fürs Plakat: Seitenhieb“ (2011) zum Vorbild. Sein Werk sei laut Schoen  »[e]in persönlicher Kommentar zu aktuellen Plakaten auf der Straße. Sie kommunizieren mit mir, doch zu 99% interessieren mich ihre Aussagen nicht.«  (siehe: Plakate fürs Plakat: Seitenhieb. Raphael Schoen BLA BLA BLA KAT, Kriens 2011)

Nach eben jenem Plakat zu Beginn findet man sogleich vier Plakate unter dem Namen »Social Media Propaganda« (2012) von Aaron Wood. Die Poster stammen aus einer Reihe des Künstlers, auf welchen Werbung für soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook zu sehen ist. (siehe: Social Media Poster. Aaron Wood (*1971 Massachusetts). - Twitter. Be brief! 2012)

Während bei den ersten Postern von etwa 1930 bis heute als Druckverfahren der Offset-Druck vorherrscht, so sind die meisten Poster zwischen 1880 und 1930 als Lithografien produziert worden. Auch das Propaganda-Plakat zu Hitlers Buch »Mein Kampf« mit dem Titel »Hitlers Kampfschrift für Millionen, Das Buch der Deutschen« (1938) wurde bereits im Offset-Verfahren gedruckt, wohingegen für die Dresdner Papier-Jahresschau 1927 die Plakate als Lithografien hergestellt wurden. Etwa zwischen 1880 und 1900 kam es zu einem »Poster-Boom« in den USA. Hier wurden in Zusammenarbeit mit großen Zeitschriften wie »Harper`s«, »The Century«, »Lippincott`s Monthly Magazine« und »Illustrated Pall Mall« zumeist im Monatstakt große Plakate im Jugendstil veröffentlicht. (siehe: Harper’s New Monthly Magazine, New York. Edward Penfield (1866 Brooklyn, NY – 1925 Beacon, NY). - Harper’s New York 1895)

Zum Schluss der Ausstellung findet man noch drei Kategorien, welche im Gegensatz zur bisher streng chronologischen Aufeinanderfolge, Poster aus allen Epochen vereinen. Bei der Kategorie »Lesen« hängt ein Plakat von Albert Kapr zur »Schrift- und Buchkunst« (1968), welches im Siebdruck-Verfahren gedruckt ist, wie auch ein Plakat mit dem Titel »Ein schönes Buch macht Freude« (1948) von Ernst Keller als Linoldruck. Eine weitere Kategorie, »Rot«, versammelt Werke mit hervorstechendem Rotanteil in den Plakaten, wie bei Sonja Wunderlichs »Die schönsten Bücher der DDR 1970«, oder auch »Das österreichische Buch« (um 1954) von Kurt Schwarz, beides Offset-Drucke. Unter der abschließenden Kategorie »Tiere« versammeln sich Plakate zu verschiedensten Themen, auf welchen Tiere abgebildet sind. Zwei Werke dieser sind »The Tree of Energy« (2012) von Wang Xi und Celestino Piattis »Das Buch gehört in Deine Welt« (1963).

Die Ausstellung ist für interessierte Besucher noch bis zum 31. August 2013 zu besichtigen.

Öffnungszeiten des Deutschen Buch- und Schriftmuseums

Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Donnerstag 10 bis 20 Uhr

An Feiertagen (außer montags) von 10 bis 18 Uhr

Dauer der Ausstellung »Anschlag. Plakate zur Mediengeschichte«:  12. März bis 31. August 2013

Informationen: dbsm-info(at)dnb.de

Telefon: 0341 2271-324

Der Eintritt in das Museum ist frei.

Deutsche Nationalbibliothek

Deutsches Buch- und Schriftmuseum

Deutscher Platz 1

04103 Leipzig

www.dnb.de