Töne auf Papier gebannt

Die Geschichte des Musiknotendrucks 

Für Musikinteressierte bietet das „Museum für Druckkunst Leipzig“ einen ganz besonderen Schatz: Im ersten Obergeschoss in der Schriftgießerei befindet sich eine Sammlung zu Techniken des Musiknotendrucks. Hier wird anschaulich gezeigt, wie sich der Musiknotendruck im Laufe der Geschichte entwickelte und von der Entstehung verschiedener Druck- und Satztechniken beeinflusst wurde. Ganz nebenbei erfährt man außerdem vieles über die sächsische Musikstadt und die großen, bedeutenden Musikverlage Leipzigs. 

In der Ausstellung wird schnell klar, dass der Musiknotensatz eine große Herausforderung an die Druckindustrie stellte – das Druckergebnis der ersten Satzsysteme für Noten konnte qualitativ nicht mit den traditionellen Handabschriften oder Holzschnittdrucken von Musikalien konkurrieren. Mit den an den Schriftsatz angelehnten Methoden war es nicht möglich, durchgängige Notenlinien inklusive der Noten und anderer Elemente wie z.B. Notenschlüssel zu erzeugen, da eine Bleiletter immer nur eine Note oder ein anderes Element mit Notenlinien enthielt. Dadurch war der Übergang von einer Bleiletter zur anderen durch eine Lücke in der Linie sichtbar, was die Lesbarkeit beeinträchtigte. 

Deshalb ging man dazu über, nur die festen Elemente einer Seite zu drucken und das Notenbild handschriftlich zu ergänzen oder mit mehreren Druckdurchgängen zu arbeiten. Später wurde der Musiknotendruck verfeinert, indem man die Typen, also die Druckelemente, welche im Bleisatz die einzelnen Schriftzeichen tragen, in kleinere Segmente zerlegte. Doch auch dies war noch nicht die optimale Lösung. Aufgrund ihrer besseren Wirtschaftlichkeit wurden diese Techniken zwar verwendet, doch sie waren im Vergleich mit Handabschriften immer noch weniger flexibel. Ein qualitativ hochwertiges Druckbild konnte dagegen mit Kupferstichen im Tiefdruck erzeugt werden. Problematisch war bei diesem Verfahren jedoch, dass die relativ weichen Druckformen schnell verschlissen. Erst die Einführung der Lithografie begann den Notendruck in guter Qualität wirtschaftlicher zu machen.Veranschaulicht wird diese Geschichte des Musiknotensatzes durch vielfältige Ausstellungsstücke zu allen Entwicklungsschritten des Notendrucks. Ergänzt wird dies mit einem kurzen Film über das selten gewordene Handwerk des Notenstechers. Außerdem können sich die Museumsbesucher ein im Bleisatz gesetztes Lied in einer kleinen Tiegeldruckpresse von 1878, als Erinnerung zum Mitnehmen, selber drucken. 

Weitere Informationen zum Musiknotensatz von der Handabschrift bis zum Computersatz und über die Bedeutung der Stadt Leipzig für die Musikgeschichte unter (http://www.druckkunst-museum.de/musiknotendruck.html).