Cochin

Die Cochin gehört zu den Barock-Antiqua-Schriften und zeichnet sich vor allem durch ihr elegantes Erscheinungsbild aus. Diese Schrift ist dank ihrer Breite und den ausgeprägten Oberlängen gut lesbar und wirkt ausgeglichen, ohne dass hierfür besonders große Zeilenabstände verwendet werden müssen. Sie wird jedoch nur selten als Textschrift genutzt.

Entwickelt wurden die Cochin 1912 vom Schriftschneider Charles Malin. Die Schriftgießerei Deberny & Peignot in Paris veröffentlichte sie zunächst als Sonderdruck. Inspiration für die Schrift lieferten zierliche, scharf geschnittene Schriften, die der Graveur Charles Nicolas Cochin im 18. Jahrhundert zu seinen Kupferstichen anfertigte. Auch ihr Name leitet sich von diesem Künstler ab. Mit dem Stil von Charles Nicolas Cochin hat die Cochin von Charles Malin jedoch nur wenig zu tun. Stattdessen vereint sie viele verschiedene Gestaltungselemente und kann als Teil der typografischen Neorenaissance-Bewegung angesehen werden.

1977 wurde die Cochin von Matthew Carter neu gezeichnet und dann als Linotype Cochin herausgegeben. Es gibt zahlreiche weitere Versionen und Überarbeitungen dieser Schrift, die der ursprünglichen Cochin unter anderem weitere Schriftschnitte und Zeichensätze hinzufügten. Ein Beispiel ist die URW Cochin des Graphikunternehmens URW++, die unter anderem auch Zeichensätze für Baltisch, Türkisch und Rumänisch zur Verfügung stellt.

Besonders beliebt war die Cochin zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Doch auch heute findet sie unter anderem bei Beschriftungen und in Werbeanzeigen Anwendung, wo ihre elegante Ausstrahlung gefragt ist. Außerdem wurde die Cochin auf den Covern der englischen »Harry Potter«-Reihe bei Bloomsbury Publishing verwendet.