Fotobücher - Erinnerungen zum Anfassen, Teil 2

Digital erstellter Fotobücher, die moderne Variante von herkömmlichen in Handarbeit zusammengestellter Fotoalben, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Grund dafür ist unter anderem die hohe Benutzerfreundlichkeit der angebotenen Software. Mittlerweile reicht schon ein Klick, um einen Ordner mit Fotos hochzuladen und diese automatisch in ein Buch konvertieren zu lassen, welches nach wenigen Tagen schon fertig gedruckt und gebunden zur Haustür geliefert wird. Im vorherigen Artikel setzten wir uns bereits mit den verschiedenen Anbietern und deren Sortiment und Leistungen auseinander. Diesmal wird es um Tipps und Gestaltungsideen gehen, mit denen man ein ansprechendes und interessantes Fotobuch gestalten kann. Denn was das automatische Einspeisen und Erstellen nicht kann, ist eine Geschichte von den liebsten Personen und Erlebnissen zu erzählen und die Emotionen dieser Momente wieder auf erleben zu lassen.

Viele Menschen lieben es zu fotografieren. Doch oft benötigt es zahlreiche Versuche bis einem das perfekte Bild gelingt. So können sich bei einem einzelnen Urlaub schnell über 2000 Fotos ansammeln. Der erste Schritt wäre also auszusortieren. Oft fällt es schwer, doch je strikter man dabei ist, desto freier ist man später bei der eigentlichen Gestaltung des Buches. An dieser Stelle wird sich ebenfalls zeigen, ob eine zusätzliche Bearbeitung der Bilder notwendig ist. Dabei ist es ratsam, sie nur aufzuwerten und nicht zu verfälschen.

Ein weiterer Schritt vor dem eigentlichen Erstellen wäre, sich erst einmal inspirieren zu lassen, indem man sich Zeitschriften und andere grafische Produkte ansieht. Eine großartige Quelle sind Fotobuch-Bibliotheken, wie sie zum Beispiel der Anbieter Cewe mit der Rubrik „Cewe Kundenbeispiele“ hat. All dies hilft neue Ideen zu sammeln, bereits vorhandene zu ordnen und einen Stil für das eigene Buch festzulegen. Denn das ist es was ein Buch zu etwas Besonderem macht, ein Thema, ein spannendes Konzept und ein roter Faden. Dazu sollte man sich überlegen, was man mit dem Produkt erzählen möchte. Handelt es sich zum Beispiel um eine Art Reisetagebuch, möchte man gern die Architektur des Reiseziels hervorheben, die Menschen oder auch bestimmte Farben? Deshalb ist es eine Überlegung wert, wie man das Buch denn anlegen möchte. Die gängigsten Anordnungen sind chronologisch, thematisch oder geografisch.

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Steht nun ein grobes Konzept, geht es an die Wahl des Formats und die Erstellung eines Rasters bzw. bietet die Foto-Software auch Templates, bereits angelegte Seitenaufteilungen. Die Gestaltung hängt letztendlich natürlich von den eigenen Vorstellungen und Ansprüchen ab. Ratsam ist es jedoch, grundlegende Gestaltungs-Tipps einzuhalten. Um ein einheitlichen Gesamteindruck zu schaffen, sollte man Bildanordnungen und Elemente über den Verlauf des Buches wiederkehren lassen. Die Verwendung weniger Bilder und ausreichend Weißraum wirken harmonisch und einladend auf den Betrachter. Dies ist vor allem zu beachten, wenn das Album auch von Freunden und Verwandten gesehen werden soll, die sich vorher meist noch nicht mit den Bildern auseinandergesetzt haben. Überladene Seiten wirken hier schnell überfordernd und ermüdend. Ebenfalls harmonisch wirken symmetrische Anordnungen und die Einhaltung des Goldenen Schnitts. Gegensätze dagegen erzeugen Spannung und Dynamik.

Auch Text kann als Gestaltungselement genutzt werden und zur Geschichte beitragen. Hier ist es wichtig diesen nicht zu klein zu wählen und mehrmals auf Rechtschreibung zu überprüfen. Zusätzliche Elemente, wie eine Karte mit Reiseroute, Fotos von Eintrittskarten, der Stand der zurückgelegten Kilometer oder auch ein kleines Wetter-Icon können die Seiten interessanter machen. Zudem kann man Sonder-Seiten einfügen, die die eigentliche Reihenfolge unterbrechen. Dies kann eine Übersicht sein, in der man das erlebte zusammenfasst oder eine Themenseite mit beispielsweise ausschließlich schwarz/weiß Bildern, Fotos der Unterkunft oder vom Essen oder lustige Outtakes.

Dann wäre da noch die Cover-Gestaltung. Dieses sollte das Buch inhaltlich und gestalterisch wiederspiegeln. Wie im vorherigen Artikel erwähnt, gibt es hier zahlreiche Möglichkeiten an Einband-Arten und -materialien. Sollte man sich für ein Foto-Cover entscheiden, kann man das Lieblingsbild über die volle Größe des Covers aufziehen. Doch warum nicht kreativ werden und mit Collagen oder reinen Schrift-Elementen arbeiten. Auch Karten mit der Reise-Route oder ein Gruppenfoto eignen sich gut für die Rückseite des Buches.

Wer nun Anregungen gefunden hat, aber noch kein Thema, kann sich vielleicht für eine der folgenden Fotobuch-Varianten begeistern: Reise und Urlaub, Meine Stadt, Jahresrückblick, Gemeinsame Jahre, Familien-Album, Rezeptbuch, Vier Jahreszeiten, ein eigenes Fotografie- oder Kunstportfolio, Haustiere oder auch Best of Instagram.

 

Autorin: Lisa Zogbaum
Fotobuch: Lisa Zogbaum