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Fotobücher - Erinnerungen zum Anfassen

Heutzutage ist Fotografieren einfach. Das Smartphone ist immer dabei und ein Foto ist schnell gemacht. Doch viel zu oft landen die Bilder dann in irgendwelchen Ordnern, auf irgendwelchen Festplatten und werden im schlimmsten Fall sogar ganz vergessen. Wie wäre es stattdessen damit, sie auf kreative Weise in einem Buch zu verewigen? Mittlerweile findet man im Netz unzählige Anbieter, Formate, Papiersorten und Veredelungsoptionen. Dort kann man Fotoprodukte gestalten und sie sich dann fertig gedruckt und gebunden nach Hause liefern lassen. Doch worauf muss ich achten? Und wo fange ich an? Zu allererst kann gesagt werden, dass wirklich jeder ein gutes Fotobuch erstellen kann. Dies ist der benutzerfreundlichen Gestaltungssoftware vieler Anbieter zu verdanken. Man kann sein Projekt online bearbeiten oder kostenlos ein separates Programm herunterladen. Oft sind darin zahlreiche Vorlagen, Schriften, Cliparts, Effekte und Rahmen zu finden, die es ermöglichen auf einfachste Weise und in kurzer Zeit ein gelungenes Produkt zu erstellen. Auch gibt es Anbieter, bei denen man die Fotos direkt vom Handy oder Instagram uploaden, in ein Buch einfügen und drucken lassen kann. Natürlich gibt es auch für Erfahrene die Möglichkeit, sich gestalterisch auszuleben. Dienstleister wie Cewe oder Saaldigital gestatten nämlich den Upload von, in Indesign gestalteten, PDFs.

 

Die Wahl des Anbieters

Hat man sich nun entschlossen ein Buch zu gestalten, muss der passende Anbieter gewählt werden. Diese sind sich in ihrem Sortiment und Funktionen meist sehr ähnlich und benutzen teilweise dieselbe Software. Die Preise hingegen können sehr schwanken. Da wären die preisgünstigen Anbieter wie beispielsweise Rossmann oder Lidl, die gegen die teureren, wie Pixum oder Cewe kompetieren. Tests und Vergleiche haben allerdings gezeigt, dass Preis nicht immer gleich Qualität bedeutet. Für welchen Anbieter man sich also letztendlich entscheidet, liegt an jedem selbst und kommt darauf an mit welcher Software man gerne arbeiten möchte und welche herstellerischen Ansprüche man hat.

 

Format, Papier und Bindung

Hier hat man die Wahl zwischen Quadratisch, Hochformat und Querformat. Letzteres wird auch gern als Panorama-Buch bezeichnet, weil es sich vor allem für weitläufige Aufnahmen anbietet. Hochformat eignet sich gut für Familienalben, besonders für Portraits und wird oft als sehr anfänger-freundlich bezeichnet. Das quadratische Format hingegen ist moderner und bietet viele interessante Layout-Möglichkeiten. Jedes Format ist in unterschiedlichen Größen vorhanden. So kann man ein kleines, handliches Heft in 15x11cm gestalten oder seine Fotografien eindrucksvoll in Szene setzen, in einem Panoramabuch mit den Maßen 38x29cm. Auch vom Umfang her sind (fast) keine Grenzen gesetzt. So kann man bei entsprechenden Anbietern Bücher mit bis zu 252 Seiten erstellen. Bei dem Papier kann man hauptsächlich zwischen zwei Optionen wählen: Digitaldruck oder Belichtung auf Fotopapier. Digitaldruck ist in unterschiedlichen Qualitätsstufen, sowie glänzend und matt verfügbar und bietet den Vorteil, dass er kostengünstiger ist. Dennoch können damit hochwertige, ästhetische Produkte erstellt werden. Auch ist hier Text schärfer und besser lesbar. Zudem ist meist eine höhere Anzahl an Seiten möglich. Wer allerdings ein Faible für Bildqualität hat, sollte definitiv auf Fotopapier setzen, welches ebenfalls glänzend und matt angeboten wird. Hier werden die Seiten mit Silberhalogenid-Verfahren belichtet, wodurch brillante Farben entstehen. Eine weitere Besonderheit stellt deren Leporellobindung dar: die Seiten werden so verbunden, dass man das Buch an jeder Stelle plan aufschlagen kann. Dies bietet sich natürlich besonders an, wenn man seitenübergreifend gestalten möchte. Ansonsten werden fast alle Fotobücher im Digitaldruck klebegebunden, wodurch ein Bindefalz entsteht, durch den gegebenenfalls Bildinformationen verloren gehen könnten.

 

Cover und Veredelungen

Beim Einband besteht die Wahl zwischen klassischem Softcover oder Hardcover, wattiert oder unwattiert. Viele Anbieter stellen auch eine Auswahl an Materialien, einschließlich Leder, Leinen, Fotocover, Metalleffekt oder auch Holzoptik. Diese kann man zusätzlich mit Prägungen, glänzenden Kaschierungen oder Effektlack veredeln, welche das fertige Produkt optisch und haptisch aufwerten können. Vereinzelt bieten die Hersteller neben klassischen Fotobüchern weitere Produktvarianten an. So kann man zum Beispiel auch ein Fotoheft und Aufträge mit Schraub- oder Spiralbindung erstellen. Der Kreativität sind also wahrlich keine Grenzen gesetzt. Um die vielleicht nun schon aufgekommenen Ideen etwas zu strukturieren, wird nächste Woche ein weiterer Artikel erscheinen, der zusätzliche Tipps und gestalterische Anregungen enthalten wird.

 

Autorin und Fotobuch: Lisa Zogbaum

Bilder: Sophia Dubiel