Japan

Im Land der aufgehenden Sonne ist das Buch (japanisch „Hon“ (本)) wie auch in vielen westlichen Ländern das wichtigste Kulturgut zur Überlieferung von Sprache und Schrift. Wie der aktuelle japanische Buchmarkt aussieht und welche Besonderheiten er beherbergt, ist in diesem Artikel kurz zusammengefasst.

 

Größe/Volumen

  • Einwohnerzahl: 126.045.000
  • BIP pro Kopf: ¥ 4.321.000 (33.511€)
  • Anzahl der Verlage: ca. 3.800, davon ca. 2.900 in Tokyo
  • Anzahl von Veröffentlichungen: 70.000 Neuerscheinungen pro Jahr
  • Buchhandel: In Japan gibt es an die 15.000 Buchhandlungen. Einer der bekanntesten Buchläden ist der Kinokuniya, der sich in Shinjuku, Tokyo befindet. Dort kann man auf acht Stockwerken alles von Büchern, Magazinen, Comics bis hin zu Schreibwaren und CDs finden. Im Stadtbezirk Chiyoda in Tokyo gibt es das Gebiet Jimbo-cho, auch bekannt als „Book Town“ (本の街 Hon no Machi). Hier finden sich zahlreiche Verlage und an die 180 Buchläden, die größtenteils gebrauchte Bücher verkaufen.

Entwicklung/Trends

  • Entwicklungen des Buchmarktes: Nachdem 2011 ein Erdbeben und Tsunami und die daraus folgende Nuklearkatastrophe von Fukushima den Osten Japans heimsuchte, litt neben den meisten Wirtschaftsmärkten natürlich auch der Buchmarkt. 787 Buchhandlungen wurden durch das Unglück zerstört und die Produktion von etlichen Büchern musste verschoben oder eingestellt werden.
  • Trends und Aktuelles: Nicht allein durch die Katastrophe von 2011 sinkt der Gesamtumsatz der Verlagsbranche Jahr für Jahr. Im Jahr 1996 waren es noch ¥ 2,6 Billionen (20,2 Milliarden €), die die Branche an Einnahmen verbuchen konnte, 2009 sind diese aber bereits schon unter ¥ 2 Billionen (15,5 Milliarden €) gesunken.

Produkte

  • Digitaler Markt: Bei der generellen technologischen Fortschrittlichkeit Japans überrascht es kaum, das Japan oft als Marktführer im Bereich der digitalen Publikation genannt wird. Wie in vielen anderen Ländern führte der Rückgang der Verkaufszahlen von Printerzeugnissen zu einem größeren Fokus auf die Herstellung und den Vertrieb von elektronischen Medien. Ein im Westen eher unbekanntes Format sind hierbei die Handyromane, die sich in Japan an großer Beliebtheit erfreuen. Bereits 2006 vermerkte diese Kategorie Einnahmen von umgerechnet mehr als 30 Millionen Euro.
  • Besonderheiten: Das international bekannteste Produkt aus Japan ist wohl der Manga, der bereits einen großen Markt in Deutschland eingenommen hat und eigene Verlage bzw. Verlagsabteilungen hervorgebracht hat, wie z.B. edmont Manga oder Tokyo Pop. Ein besonderes Format aus Japan ist der Dojinshi (Abkürzung des Begriffes dōjin zasshi (同人雑誌), was so viel heißt wie „Zeitschrift von und für Gleichgesinnte“), der einen selbstverlegerisch veröffentlichten Manga bezeichnet. Für diese Produkte gibt es einen großen Markt, der Fan-Geschichten zu bereits bestehenden Geschichten und Franchises abdeckt, aber auch eigene originale Geschichten hervorbringt. Für viele professionelle Mangaka (Manga-Autoren) ist die Dojinshi-Szene der Startpunkt ihrer Karriere.
  • Buchpreisbindung: In Japan gibt es ähnlich wie Deutschland und Österreich eine wettbewerbsregulierende Buchpreisbindung. Diese Vorgabe betrifft die Produktsektoren Bücher, Periodika, Zeitschriften, Tonträger, Musikkassetten und -CDs. Zusätzlich arbeiten viele Verlage und Händler*innen auf Kommissionsbasis zusammen, was heißt, dass Händler*innen unverkaufte Produkte teilweise retournieren können, was vor allem kleineren Einzelhändlern*innen eine Existenzmöglichkeit bei einer breiten Produktvielfalt ermöglicht.
  • Durchschnittlicher Preis eines Titels: ¥ 1,118 (8,67€) Buchmesse  Eine der größten Buchmessen Asiens, die Tokyo International Book Fair, findet seit 1994 jährlich im Sommer im Tokyo Big Sight statt. Hier können vor allem internationale Aussteller*innen an vier Tagen ihre Produkte und Programme auf dem asiatischen Markt vorstellen.

Buchmesse

  • Eine der größten Buchmessen Asiens, die Tokyo International Book Fair, findet seit 1994 jährlich im Sommer im Tokyo Big Sight statt. Hier können vor allem internationale Aussteller*innen an vier Tagen ihre Produkte und Programme auf dem asiatischen Markt vorstellen.

 

Autorin: Jasmin Einert