Outsourcing und Offshoring im Verlagswesen

Ist Outsourcing der Schlüssel zum Erfolg? Können Verlage auch ohne den Schritt der Auslagerung von bestimmten Teilen oder kompletten Arbeitsbereichen in der Zukunft noch überleben?

Nur wenn Verlage kostenintensive Arbeitsprozesse jenseits von Programmarbeit und Titelvermarktung an Dienstleister auslagern, sichern sie langfristig das eigene Bestehen im Markt. In vielen Bereichen der Wirtschaft gehört Outsourcing und Offshoring von bestimmten Bereichen der Produktion bis hin zur gesamten Produktion bereits zur Tagesordnung. Besonders der niedrige Preis spricht oft für das Outsourcen von Produktion und Dienstleistung. Doch was bedeutet das für die Qualität der Produkte? Rechtfertigt ein niedriger Preis möglicherweise eine schlechtere Qualität? Was spricht für das Outsourcing und was spricht dagegen?

In der Verlagsbranche werden Satz und Druck teilweise in andere Firmen ausgelagert, diese sind aufgrund der Globalisierung nicht nur im Inland, sondern häufig auch im Ausland ansässig. Die Verlage liefern oftmals nur noch die Vorgabe, geben Korrekturanweisung und nehmen die Produkte ab.

Das größte Problem von Offshoring im Verlagsgeschäft können die fehlenden Sprachkenntnisse der Dienstleister sein. Diese verursachen meist zu Beginn einen erheblichen Kostenfaktor.

Ein wesentlicher Vorteil ist wie bereits angesprochen der niedrige Preis. Besonders Personalkosten werden drastisch reduziert, zudem fallen Zahlung von Feiertags- oder Schichtzuschlägen weg. Diese Kosteneinsparungen führen zu einer neuen Wettbewerbsfähigkeit des Verlags. Ein weiterer enormer Vorteil ist die Zeitersparnis, welche ein Verlag durch die Auslagerung bestimmter Produktionsteile erzielt. Die Aufbereitung und Umwandlung von Daten ist aufwendig und nimmt viel Zeit in Anspruch. Lagert ein Verlag diese Tätigkeit an externe Dienstleister, die zudem den Datentransfer zur Druckerei übernehmen, erzielen Verlage eine Zeitersparnis von ca. 90 Prozent.

Im klassischen Verlag fallen Aufgaben wie Lektorat, Korrektorat, Satz, Layout, Druckereiauswahl, Logistik, Erwerben von Rechten und Lizenzen, Marketing, Vertrieb, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit usw. an. Wenn Verlage all dies gewissenhaft befolgen, werden sie schnell zu dem Schluss kommen, sich auf ihre eigenen Stärken zu besinnen: Gute Programme, erfolgreiche Autoren und eine effektive Vermarktung ihrer Titel. Alles andere stellt unnötigen Ballast dar, den Dienstleister effizient erledigen können: Don’t do it yourself!

 

 

Autorin: Vanessa Schlimpert