Produktion https://verlagsherstellung.de/de/branche/produktion/?type=787 de-de Mon, 30 Nov 2020 08:27:04 +0100

Produktion

news-2935 Wed, 05 Feb 2020 17:01:36 +0100 BMBot – Der interaktive Chatbot für alle, die irgendwas mit Medien studieren wollen https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2935/ „Die Menschen verbringen mehr Zeit in der Messenger App, als im Netzwerk selbst. Das ist ein großer Wendepunkt. Messaging Apps sind die Zukunfts-Plattform und Bots sind die Art und Weise, wie Kunden damit interagieren.“ – Peter Rojas¹

Es gibt kaum einen Bereich, den die fortschreitende Digitalisierung noch nicht erreicht und verändert hat. Auch in der Kommunikation bieten sich immer neue Möglichkeiten durch das Experimentieren mit innovativen Tools. Eines dieser besagten Tools sind Chatbots. Chatbots erleichtern die Kommunikation zwischen Absender und Rezipient. Um Anfragen zu stellen, muss nicht mehr zum Telefonhörer gegriffen werden und das ewige Warten in der Warteschlange des Kundenservices bleibt aus. Mit Hilfe vordefinierter Inhalte antworten Chatbots wie in einem echten Gespräch und vermitteln dem User dabei das Gefühl, sich auf einer persönlichen Kommunikationsebene mit einem Kontakt in einem sozialen Netzwerk zu bewegen. Da nahezu jeder zum Versenden von Nachrichten Messenger-Dienste benutzt – und das täglich – bieten die digitalen Gesprächspartner eine Möglichkeit, sich sehr nah an der Zielgruppe zu positionieren.

Das zwölfköpfige Crossmedia-Team der Fakultät Informatik und Medien an der HTWK Leipzig hat nun einen interaktiven Chatbot entwickelt, um es Studieninteressierten zu erleichtern, sich über das Studium Buch- & Medienproduktion zu informieren. Durch den Chatbot sollen mehr Abiturienten und Berufsschüler mit Bezug zur Medienbranche für das Studium und den Beruf des Verlagsherstellers begeistert werden.

In nur drei Semestern wurde ein vollkommen neues Projekt ins Leben gerufen, das es so an der HTWK Leipzig noch nicht gegeben hat. Mit Hilfe des sogenannten „BMBot“ soll den Interessenten der Studienalltag transparent und erlebbar nähergebracht und der Einstieg in das Studium erleichtert werden. Dazu wird der BMBot, wie ein normaler Kontakt, im Telefon eingespeichert. Als Experte für den Studiengang Buch- und Medienproduktion sendet er dann Nachrichten, Bilder, Videos und vieles mehr. Seine „digitale Heimat“ ist dabei der Messengerdienst Telegram. So erklärt er – auf einer persönlichen Ebene - spielerisch branchenrelevante Themen, hilft Studieninteressierten bei Sachverhalten wie der Bewerbung an der Hochschule und gibt den ein oder anderen Geheimtipp.

Wurde dein Interesse für spannende Nachrichten, witzige Memes und informative Animationsvideos geweckt? Willst du mehr über den Studiengang Buch- und Medienproduktion erfahren oder einfach mal einen Chatbot in Aktion sehen? Dann schau doch mal auf der Webseite vorbei: www.bmbot.de! Dort findest du ein kurzes Erklärvideo und weitere Informationen, sowie ein Archiv mit vielen spannenden Inhalten. Natürlich kannst du auch sofort loschatten, nutze dazu einfach diesen Link: https://t.me/BuchMedien_bot oder den QR-Code weiter unten.

Viel Spaß, BMBot freut sich auf dich! ¹

Quelle: https://dennistroeger.com/chatbot-programmieren/

 

 

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news-2667 Thu, 24 Oct 2019 07:44:54 +0200 „Ein schöner Weg und eine gute Idee den Studiengang den Leuten näher zu bringen.“ https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2667/ Hallo, mein Name ist Selina, ich bin 22 Jahre alt und studiere an der HTWK Leipzig „Buch-und Medienproduktion“. Ich bin der Kopf hinter der Interviewreihe und möchte mit diesem Artikel aufgekommene Leserfragen beantworten. Ich hoffe sehr, dass ich vielen Interessenten mit der Interviewreihe helfe, den Studiengang besser kennen zu lernen und freue mich auf Ihr Interesse am nächsten Interview.

Welchen Sinn haben die Interviews?

Die Interviews haben den Sinn, dass Studieninteressierte und auch Freunde und Familie einen kurzen Einblick bekommen, wie es den Professoren und Studierenden ergeht. Denn häufig ist es so, dass man Bekannten vom Studiengang erzählt, sie sich jedoch ein falsches Bild machen, und somit ist es doch eigentlich ganz schön von Studierenden und Professoren direkt etwas über den Studiengang zu hören.

Wie bist du auf die Idee gekommen?

Auf die Idee gekommen bin ich durch unser PR Projekt im Projektmanagement. Dies ist ein Semesterübergreifendes Modul. Ich bin für das Teilprojekt Content verantwortlich.
Da Interviews sich hervorragend eignen, um Content zu produzieren, dachte ich mir, es wäre ein schöner Weg und eine gute Idee den Studiengang den Leuten näher zu bringen.

In welchem Semester bist du jetzt?

Ich studiere jetzt im fünften Semester und das heißt für mich, dass ich momentan dabei bin Bewerbungen für das Praxissemester zu schreiben, welches für das sechste Semester vorhergesehen ist.

Hast du schon Bewerbungen geschrieben?

Ja, Bewerbungen habe ich schon geschrieben. Für mich ist es ehrlich gesagt etwas schwierig, da ich ein sehr heimatbezogener Mensch bin und ich mich auch außerhalb von Leipzig beworben habe. Allerdings freue ich mich auch mal darauf in einer anderen Stadt für den Zeitraum zu leben, denn es erweitert den Horizont ungemein.

Wie sieht dein Zukunftsplan aus?

Nach dem Praxissemester komme ich auf alle Fälle an die HTWK zurück, um meine Bachelorarbeit zu schreiben. Und wenn dann alles klappt, möchte ich hier gern noch meinen Master anhängen

Autor: Selina Uttecht

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news-2588 Fri, 27 Sep 2019 11:03:59 +0200 XING: Medien | Jobs, Karriere & Networking https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2588/ „Medien | Jobs, Karriere & Networking“ ist eine Gruppe auf der Plattform Xing. Sie wurde von Professor Friedrich Figge und unserem Public Relations Team, sowie Studierenden des Studiengangs Buchhandel und Verlagswirtschaft initiiert. Seit April 2019 bis heute besteht sie aus 190 Mitgliedern, darunter 57 Männer und 133 Frauen.

Mitglieder

Es treffen sich interessierte MedienabsolventInnen, StudentInnen, BerufseinsteigerInnen und medienrelevante Unternehmen wie Verlage mit eigener Herstellungs- oder Produktionsabteilung, Marketingabteilung und dem Lektorat. Auch Vorstufenbetriebe, technische Dienstleister und Medienagenturen aller Art sind teilweise schon Mitglieder oder sind herzlich Willkommen am Networking teilzunehmen.

Was finde ich hier?

Die Beiträge handeln von Stellenausschreibungen, interessanten Neuigkeiten und Themen rund um die Branche, Veranstaltungen und Karrieretipps. Nicht nur wir Moderatoren der Gruppe, sondern alle Mitglieder haben die Freiheit etwas in der Gruppe zu posten. Sollte es jedoch dazu kommen, dass wiederholende Beiträge zu nicht relevanten Themen auftreten und diese rechtswidrig oder nicht seriös erscheinen, behalten wir uns vor Mitglieder aus der Gruppe zu entfernen oder auszuschließen. Außerdem nehmen wir gerne Hinweise auf schlechte Erfahrungen mit hier agierenden Unternehmen oder unseriöse Anbieter von Mitgliedern entgegen und kümmern uns darum.

Für ein möglichst breites Angebot an Beiträgen und ein großes Netz zwischen Unternehmern und Studierenden oder AbsolventInnen der Medienbranche bedarf es an vielen Mitgliedern. Haben wir ihr Interesse geweckt? Dann schauen Sie doch gerne mal vorbei und stellen eine Mitgliedbeitrittsanfrage unter https://www.xing.com/communities/groups/medien-jobs-karriere-und-networking-e413-1110276/posts. Bis bald!

Autorin: Sophia Dubiel

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news-2452 Sun, 21 Jul 2019 16:04:01 +0200 Verlagsarbeit - „ein ständiger Spaß“ https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2452/ „Letztendlich ist die Verlagsarbeit, ja, ich sage mal „ein ständiger Spaß“. Man muss es auch nur so auffassen!“ – verrät uns Prof. Dr. rer. nat. Alexander Grossmann. Wie ein Physiker zum Studiendekan des Studiengangs Buch und Medienproduktion wird, verrät er uns in einem exklusiven Interview. Sie dürfen gespannt sein!

Selina: Sehr geehrter Herr Grossmann, bitte stellen Sie sich doch zunächst einmal vor.

Professor Grossmann: Ja, ich bin Alexander Grossmann und bin Professor für Verlagsmanagement und Studiendekan des Studiengangs Buch- und Medienproduktion an der HTWK Leipzig.

Selina: Sie waren 10 Jahre im Namen der Physik tätig, wie kommt man da in die Verlagsbranche?

Professor Grossmann: Das ist eine gute Frage, die würde jetzt wahrscheinlich zu beantworten eine Viertelstunde dauern. Ich versuche das jetzt ganz kurz zu schildern. Letztendlich ist das daraus entstanden, dass ich vor meiner Zeit in Leipzig, vor fast 20 Jahren, schon einmal Professor war. Aber eben in der Physik, in Tübingen, ganz wo anders, und dort für meine Studierenden ein Buch neu auflegen wollte. Ein Skript über die Physik, und ja, da das keiner wusste wie das geht, habe ich mir das selbst beigebracht. Physiker sind ja neugierig, vorallem Experimentalphysiker wollen immer alles ausprobieren und gucken ob es geht und wenn nicht, dann probieren sie es ein bisschen anders – das habe ich gemacht. Dabei ist nicht nur ein Buch rausgekommen, sondern nach einem Jahr waren das dann 12 Bücher und Lernprogramme auf CD-ROM, damals ganz neu um 1999. Die haben sich auch sehr gut verkauft und das ist mir dann etwas über den Kopf gewachsen, wenn sie Abends und Nachts die Pakete packen müssen, um die Buchhändler mit ihren Bestellungen zu versorgen. Sodass dann eher durch Zufall, aber zur richtigen Zeit ein Angebot kam, zu einem Fachverlag zu gehen, die das den ganzen Tag machen, was ich eben nur „hobbymäßig“ gemacht habe. Und dann habe ich diese Gelegenheit einfach mal wahrgenommen und das ausprobiert. Und da bin ich dann 12 Jahre geblieben – im Fachverlag.

Selina: Sie arbeiteten als Vice President beim Springer Verlag in Wien und auch in Berlin bei De Gruyter, wo Sie jetzt auch leben, wie kamen Sie ausgerechnet nach Leipzig?

Professor Grossmann: Ja, letztendlich gibt es den Studiengang Buch- und Medienproduktion ja nur in Leipzig – es gibt ähnliche Studiengänge, so glaube ich, nur noch in Stuttgart, aber dieser Studiengang so wie wir ihn hier machen, der ist bundesweit einzigartig. Und in sofern ist es ja dann folgerichtig, wenn man den Ruf bekommt, auf diese Professur Verlagsmanagement – und ich war ja in drei verschiedenen Fachverlagen tätig – dann ja, freut es mich natürlich auch nach Leipzig zu gehen. Die Stadt kannte ich vorher nur durch einen einzigen Aufenthalt mal von einem Kongress, 1993, da habe ich noch studiert, aber in sofern wusste ich schon ein bisschen was mich erwartet, im positiven Sinne! *er lacht* Es hat sich seither sehr, sehr viel getan hier in Leipzig und es macht mir eben sehr viel Spaß auch hier zu sein, auch wenn ich hier nicht wohne, aber das muss ja heutzutage auch nicht sein, wenn wir alle dynamisch sind, pendeln und aktiv sind.

Selina: Können Sie etwas aus Ihrer Zeit im Verlag erzählen? Etwa Ein besonders prägendes Erlebnis, oder gern auch eine lustige Geschichte?

Professor Grossmann: Eine lustige Geschichte, da fallen mir ganz viele ein, weil letztendlich ist ja die Verlagsarbeit, ja, ich sage mal ein „ständiger Spaß“. man muss es auch nur so auffassen und darf nicht alles so wieder-ernst nehmen. Eine Sache, die mir aber noch sehr präsent ist, war ein besonderes Buch was wir einmal produziert haben. Zusammen mit einem sehr bekannten Fotografen aus Berlin, der einen Nobelpreisträger im Rahmen eines Projektes fotografiert hatte, vor Ort über 100 Portrates gemacht hat und die sollten jetzt als ein Schmuckband, ein richtiges „coffee-table-Buch“, im Großformat erscheinen. Das Format war so außergewöhnlich, dass wir in Deutschland gar keine Buchbinderei gefunden haben, die das zu wirtschaftlichen Preisen gemacht hat. Sodass wir dann uns entschieden haben, mit dem Herstellungsleiter des damaligen Verlages, das in China produzieren zu lassen. Und in China ist das alles viel billiger. Es ist zwar weit weg, aber es kam jetzt nicht so auf den Tag an. Und dann kommt jetzt das sozusagen „lustige“ Ereignis: plötzlich rief dann die Druckerei aus China an, und sagt: sie können das Buch nicht drucken, sie haben die Presse gestoppt. Und wir waren ganz aufgeregt und haben versucht herauszufinden, warum und weshalb und dann haben die gesagt: „Naja, da ist auf einer Seite der Friedensnobelpreisträger der Dalai Lama drauf.“ Das geht ja gar nicht, ist in Tibet, und das ist ein no-go. Das Thema existiert in China so nicht und deshalb dürfen sie das nicht drucken. Das wird so nicht gemacht. Und dann: Riesenaufregung, der Fotograf war völlig am Ende, wollte schon runter fliegen. Ich sagte ihm „das hilft jetzt glaube ich auch nichts!“ *er lacht* Letzten Endes haben wir uns bei Nacht und Nebel nochmal per Telefon mit den Chinesen zusammengerauft. Chinesen sind ja auch sehr geschäftstüchtig und wir haben denen gesagt: „da geht euch jetzt ein toller Auftrag flöten, und das ist doch schade, denn wir wollen doch gemeinsam mit Ihnen ein tolles Projekt machen!“ Ausgemacht war dann folgendes: wir drucken nur den Bogen wo der Dalai Lama drauf ist, nicht in China, sondern in Hong Kong – gesonderte Wirtschaftszone, da gelten andere politische Regeln, da wird nicht so streng darauf geguckt. Und nachher tragen wir die Bögen wieder zusammen, und machen das Nachts in der Buchbinderstrecke, da, wo nur ausgewählte Kollegen dabei sind und dann ist das Thema gelaufen. Eine ganz pragmatische Lösung. Im Nachhinein lacht man darüber, aber das war... *stockt er* ...Das hat uns viele graue Haare gekostet, im ersten Moment. Aber nachher ist das ja fast schon lächerlich. *lacht* Aber das zeigt so ein bisschen was im Verlag alles passieren kann, völlig unerwartetes Risiko!

Selina: Was empfehlen Sie den Studenten und Absolventen des Studiengangs „Buch- und Medienproduktion?

Professor Grossmann: Ja, letztendlich rate ich allen Studierenden immer, auch schon damals in der Physik, gebt euch nicht mit dem zufrieden wie ihr es erklärt bekommt, oder wie es gerade ist. Sondern hinterfragt das. Nicht im Sinne von „stellt es in Frage“, sondern hinterfragt es, weil dann kommen manchmal ganz andere Aspekte plötzlich im eigenen Kopf zum Vorschein, die der Gesprächspartner oder der Verlag oder wo man auch immer arbeitet später, gar nicht so vor Augen hat. Und das, denke ich, macht auch immer den Reiz aus. Gerade jetzt auch in dem Berufsbild für das sie sich ja qualifizieren. Dieses Unerwartete oder möglicherweise auch das Entdecken von neuen Dingen, die man dann gemeinsam mit anderen Kollegen später umsetzen kann. Wenn man das nicht macht, ist das auch ein guter Job, aber das wird dann sehr schnell vielleicht langweilig, wie die meisten Jobs. Das wäre mir zu langweilig. Also ich würde immer mit einem offenen Auge dadurch gehen und immer versuchen im Rahmen der Möglichkeiten, die ich in der jeweiligen Position habe, auch Entdecker zu spielen.

Selina: Vielen lieben Dank für ihre Zeit und ihr Engagement wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute!

Professor Grossmann: Ja vielen Dank für das Interview und viel Erfolg!

Autorin: Selina Uttecht

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news-2428 Tue, 09 Jul 2019 16:46:39 +0200 Nicht nur groß, auch vielfältig! https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2428/ „Nicht nur groß, auch vielfältig!“ - So beschreibt Theresa die Verlagsbranche, die sie ins schöne Wien verschlagen hat. Sie ist eine junge sympathische Frau, die ihren Bachelor of Engineering des Studiengangs Buch- und Medienproduktion an der HTWK Leipzig bereits absolviert hat. Auf Besuch in der Heimat hatte ich das Glück, sie interviewen zu dürfen. Denn wieso Wien und wie das mit dem Studiengang zusammen hängt hat mich brennend interessiert.

Selina: „Hallo Theresa, schön dass du Zeit für mich gefunden hast! Kannst du dich für unsere Leser kurz vorstellen?“

Theresa: „Ja gern - Ich bin Theresa, ich bin 23 Jahre alt und studiere an der HTWK Leipzig“

Selina: „In welcher Verbindung stehst du zum Studiengang?“

Theresa: „Ich habe in meinem Bachelor Buch- und Medienproduktion studiert und habe dann den Master Medienmanagement angehangen.“

Selina: „Wie lang geht dein Studium insgesamt?“

Theresa: „Der Bachelor- Studiengang hat sieben Semester und für den Master sind nochmal drei Semester angesetzt, sodass man in der Regelstudienzeit nach 5 Jahren fertig ist.“

Selina: „Du bist seit langer Zeit mal wieder in Leipzig, zu Besuch in der Heimat. Seit wann bist du schon weg?“

Theresa: „Ich wohne jetzt seit März in Wien“ *sie lächelt zufrieden*

Selina: „Was genau machst du in Wien?“

Theresa: „Ich mache da gerade ein Praktikum, vor meiner Masterarbeit quasi noch ein bisschen Praxiserfahrung sammeln. Dort bin ich jetzt im Verlag vom ÖGB, den Österreichischen Gewerkschaftsbund angestellt, und im Bereich Webkonzeption und - Produktion tätig. Ich unterstütze das Team bei der Betreuung und Pflege von einigen Webseiten, auch beim Qualitätsmanagement der Seiten und bei der Konzeption von neuen.“

Selina: „Kommst du nochmal nach Leipzig zurück oder bleibst du in Wien?“

Theresa: „Also für mein Masterprojekt und meine Masterarbeit werde ich auf jeden Fall nochmal nach Leipzig zurückkommen, könnte mir aber prinzipiell vorstellen in Wien zu bleiben, wenn ich fertig bin. Ich liebe die Stadt und auch die Menschen, die da leben. Wien ist einfach großartig“ *schwärmt sie*

Selina: „Man kann es dir wirklich im Gesicht ablesen, wie angetan du von dieser Stadt bist! Aber wie bist du auf Wien gekommen? Warst du zuvor schon mal da?“

Theresa: „Ja tatsächlich war ich schon einmal für eine längere Zeit da! Ich habe bereits mein Praxissemester in Wien absolviert. Den Bachelor ist für das sechste Semester ein Praxissemester vorgesehen, in dem wir als Studenten kurz vor der Bachelorarbeit noch einmal Verlagsluft schnuppern dürfen. Die Verlagsbranche ist nicht nur groß, sondern auch vielfältig. Leipzig ist eine Buch- aber leider keine Verlagsstadt, und auf der Suche nach einem Verlag der zu mir passt, hat es mich nach Wien verschlagen.“

Selina: „Wie lange brauchst du jetzt noch, wann wirst du fertig mit deinem Studium?“

Theresa: „Das kommst ganz darauf an“ *sagt sie lachend* „Nein, nein, ich bin in den letzten Zügen! Wenn ich wieder zurück in Leipzig bin, muss ich noch mein Masterprojekt machen, schreibe meine Masterarbeit, und dann bin ich auch schon fertig.“

Selina: „Liebe Theresa, Danke für deine Zeit! Wir Studenten und Studentinnen aus dem PR- Team des Projektmanagements wünschen dir alles erdenklich Liebe und Gute für deine Zukunft und freuen uns darauf sich bald wieder an der HTWK begrüßen zu dürfen!“

Theresa: „Danke!“

 

Autorin: Selina Uttecht

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news-2357 Wed, 19 Jun 2019 09:31:51 +0200 Projektvorstellung - Crossmedia https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2357/ Dies ist der vierte und abschließende Artikel in unserer Reihe „Projektvorstellung“, welche die Projekte der Studierenden im vierten Semester des Studiengangs Buch- und Medienproduktion näher beleuchtet. In diesem Beitrag soll es um ein innovatives und interessantes Vorhaben des Crossmedia-Teams gehen:

Chatbots erleichtern die Kommunikation zwischen Anbieter und User. Es muss nirgendwo mehr angerufen werden – kein ewiges Warten mehr in irgendeiner Warteschlange in irgendeinem Kundenservice. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz antworten Chatbots präzise und vermitteln dem User dabei noch das Gefühl sich auf einer persönlichen Kommunikationsebene mit einem Kontakt in einem sozialen Netzwerk zu bewegen.

Das zwölfköpfige Crossmedia-Team der Fakultät Informatik und Medien der HTWK Leipzig hat sich dazu entschieden, einen interaktiven Chatbot zu entwickeln, um es Studieninteressierten zu erleichtern, Fragen zu stellen und sich über das Studium Buch- & Medienproduktion zu informieren. Damit soll der Studiengang wieder mehr bei Auszubildenden mit einer Berufsausbildung in der Verlags- oder Medienbranche beworben werden.

Im Hinblick auf die Konzeptionierung und Entwicklung dieses Chatbots ist es den Beteiligten gelungen, ein vollkommen neues Projekt ins Leben zu rufen, dass es so in der Form an der HTWK Leipzig noch nicht gegeben hat. Potentielle Studieninteressierte sollen damit die Chance bekommen, persönlich mit ihrem Smartphone Kontakt mit dem Chat Bot aufnehmen und sich so über das Studium informieren zu können. Mit Hilfe des Projekts soll der Studienalltag transparent und erlebbar aufgearbeitet nähergebracht sowie Hilfeleistungen zur Bewerbung gestellt werden. Dies soll alles in einem Dialog mit dem User stattfinden können, in dem der Chat Bot nicht nur informieren, sondern auch antworten kann. Das vorrangige Ziel des Projekts ist es somit Auszubildende zu erreichen. Da sich jährlich weniger Studieninteressierte mit einer Berufsausbildung in der Verlags- oder Medienbranche für diesen Studiengang bewerben, erhoffen sich die Mitglieder der Crossmedia-Projektgruppe mit diesem Projekt diese wieder mehr zu erreichen. Aber auch für Studieninteressierte ohne eine Berufsausbildung und auch Leuten aus der Branche wird dieser Chatbot konzipiert.

Informationen, die der Chatbot hat, verarbeiten und ausspeisen kann, müssen auch irgendwo gespeichert werden können. Dafür soll eine Website, eine sogenannte Landing Page, als Plattform entstehen. Außerdem sollen dort auch potentielle User angeleitet werden um ihnen somit die Installation und Nutzung des Chatbots zu erleichtern. Zusätzlich werden Flyer als Werbeträger in Print entstehen.

Die Arbeit des Teams wurde folglich auf vier Teilprojekte aufgeteilt: das Generieren von Inhalten, die Entwicklung von Landing Page, des Chat Bots sowie des Flyers.

Obwohl bei allen Aufgaben auf, im Studium gewonnene Kenntnisse zurückgegriffen werden kann, schwingt bei allem auch der Hauch des Neuen, des Unbekannten mit. Denn Niemand der studentischen Projektgruppe hat vorher schon einen Chat Bot konzipiert und entwickelt. Das Auseinandersetzen mit einem völlig neuen Medium – eine spannende Herausforderung, die allen Beteiligten große Freude, Erfahrung und eine Abwechslung zum bekannten Studienalltag bereitet, aber ebenso eine große Herausforderung darstellt, die ein jeder gern annimmt.

 

Autor: Karl Spenn, Lisa Zogbaum

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news-2340 Thu, 13 Jun 2019 10:00:00 +0200 Projektvorstellung – Messe-Team https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2340/ Dies ist der dritte Beitrag in der Reihe „Projektvorstellung“, welche einen Einblick in das Schaffen der Studierenden des Studiengangs Buch- und Medienproduktion geben soll. In diesem Artikel wird eine Studentin aus dem Messe-Team ihr Projekt vorstellen.

Hallo, ich bin Christiane Keller und studiere Buch- und Medienproduktion. Mittlerweile bin ich im 4. Semester und habe bereits ein Semester lang am Messeprojekt gearbeitet. Im ersten Teil des Messeprojekts gab es viele Änderungen und wir hatten das Glück einen völlig neuen Messestand für die Leipziger Buchmesse entwerfen zu dürfen. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit dem Messeteam des Studiengangs Buchhandel und Verlagswirtschaft. Neben dem Entwurf und der Umsetzung des Standkonzepts haben wir zusätzlich an einer Aktion für Auszubildende gearbeitet. Diese sollte viele Auszubildende an unseren Stand locken. Natürlich gab es auch am Stand ein kleines Gewinnspiel für Interessierte. Zusätzlich haben wir auch Werbemittel (Flyer, Lesezeichen, Visitenkarten, Terminpläne etc.) für den Stand und unseren Studiengang entworfen und umgesetzt. Im Team gibt es eine Projektleitung und eine stellvertretende Projektleitung, welche die meisten Absprachen mit dem Team von Buchhandel und Verlagswirtschaft machen.
Außerdem haben wir uns noch in ein Team Standgestaltung und in ein Team Azubiaktion und Werbemittel aufgeteilt, damit die Arbeit ungefähr gleich verteilt wurde.
Ich hatte dann vorrangig mit an der Azubiaktion und den Werbemitteln gearbeitet und kleinere Aufgaben wie die Ressourcenplanung und die Inventur unserer vorhandenen Mittel übernommen. Ein paar mal habe ich auch Beschaffungen für den Stand getätigt und auch einmal an einem Standentwurf gearbeitet.
Als es dann an die Umsetzung des Messestandes ging, halfen natürlich alle mit und wir haben viel über so einen Standbau gelernt und konnten uns nebenbei auch handwerklich austoben. Wir haben mit verschiedenen Materialien gearbeitet und selbst auch Metallteile zugeschnitten, geschliffen und gebohrt. Gerade für die handwerklichen Dinge haben wir auch viel Unterstützung von erfahrenen Dozenten und Mitarbeitern bekommen, was enorm geholfen und den eigenen Horizont erweitert hat.
Des Weiteren haben wir für unser Gewinnspiel einige Sponsoren angeschrieben und sehr positives Feedback und tolle Preise erhalten. Weiterhin haben wir auch Veranstaltungen organisiert und teilweise auch moderiert. Der Stand am Ende war ein großer Erfolg und wir hatten viele Besucher. Auf der Messe selbst haben wir den Stand und das Alumnitreffen betreut. Unser Gewinnspiel war bei vielen Leuten sehr beliebt und es hat Spaß gemacht sich mit den Standbesuchern zu unterhalten und das Gewinnspiel zu machen.
Dieses Semester haben wir vier vom Messeteam etwas weniger zu tun, da wir für die Frankfurter Buchmesse nur zuarbeiten. Zusätzlich haben wir die Rollen ein wenig getauscht und ich übernehme im Moment auch Mal die Rolle der stellvertretenden Projektleitung, was natürlich auch sehr spannend ist. Da wir im Moment noch recht wenig zu tun haben, arbeiten wir an Konzepten für unser innovatives Teilprojekt im nächsten Semester, welches auch stark mit der Buchmesse in Verbindung steht.
Zur Frankfurter Buchmesse übernehmen wir wieder die Standbetreuung und die Betreuung des Alumnitreffens und stellen wieder Werbemittel her. Außerdem sitzt dann auch jeder von uns mal auf der Bühne um unseren Studiengang vorzustellen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt wie das so wird.
An dem Projekt kann jeder teilnehmen, der Interesse an der Organisation eines Messeauftritts hat. Man sollte schon kommunizieren können, da man mit den Menschen am Stand reden muss. Beim Standbau ist ein bisschen handwerkliches Geschick empfehlenswert, aber wenn man kleinere Aufgaben übernehmen kann, die wenig Geschick erfordern, klappt es auch ohne ganz gut.
Persönlich kennenlernen könnt ihr das Messe-Team und unseren Stand rund um den Studiengang jeweils auf der Leipziger Buchmesse im Frühjahr und auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober. Weitere Infos und Details gibt es rechtzeitig auf unserer Instagram-Seite verlagsherstellung.de.

Autor: Christiane Keller, Lisa Zogbaum

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news-2335 Thu, 06 Jun 2019 13:54:24 +0200 Projektvorstellung – Streifband https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2335/ Im Rahmen der Reihe „Projektvorstellung“, welche einen Einblick in die Arbeit von Studierenden im dritten und vierten Semester des Studiengangs Buch- und Medienproduktion geben soll, wird heute eine Studentin aus dem Streifband-Team ihr Projekt vorstellen.

Hallo, mein Name ist Celina Wendt. Ich bin 21 Jahre alt und bin aktuell im 4. Semester des Studiengangs Buch- und Medienproduktion.

Zur Zeit bin ich Teil des Streifband Projekts. Das Streifband ist die Zeitschrift meines Studiengangs und erscheint zweimal im Jahr, immer passend zur Leipziger und Frankfurter Buchmesse. Inhaltlich versucht das Streifband sich mit Themen der Medienbranche auseinanderzusetzen.

Somit ist das Ziel des Projektteams zur jeweiligen Buchmesse eine neue Streifband Ausgabe zu produzieren. Das bedeutet wir setzten uns zusammen und überlegen uns ein neues Thema, für welches wir dann Autoren und Sponsoren anschreiben. Wir gestalten das Layout der neuen Ausgabe und suchen uns eine passende Druckerei für die Produktion. Zudem versuchen wir einen ansprechenden Social Media Auftritt zu pflegen und dadurch Aufmerksamkeit für das Streifband zu generieren.

Aktuell sind wir neun Leute in unserem Streifband Team. Innerhalb des Teams sind uns verschiedene Arbeitspakete zugeteilt. Wir haben Arbeitspakete für die Organisation, die Redaktion, den Satz und die Grafik, die Anzeigen, den Druck und die Weiterverarbeitung, den Versand, sowie für den Blog, Social Media und zum ersten Mal für unser Crowdfunding Experiment.

Persönlich bin ich für die Grafik und den Satz verantwortlich. Bei der Grafik geht es darum sich mit der Covergestaltung und den Bildern und Grafiken innerhalb der Zeitschrift auseinanderzusetzen. Das bedeutet somit, dass ich Grafiken und Illustrationen erstelle, Fotografien anfertige, wenn benötigt, und mich auch mit Bildrechten auseinandersetzten muss. Den Satz teile ich mir zusammen mit einem meiner Teammitglieder. Zusammen sind wir dafür verantwortlich einen Seitenbelegplan aufzustellen, die Farben für die aktuelle Streifband Ausgabe festzulegen und das Layout auszuarbeiten. Nach dem wir alle Texte von den Autoren und die Anzeigen von den Anzeigenpartnern bekommen haben, pflegen wir alle Inhalte in unser InDesign Dokument ein und geben das Dokument dann an die Druck- und Weiterverarbeitung ab.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben wir für die 34. Ausgabe des Streifbands das Thema „Barrierefreie Mediengestaltung“ festgelegt. Zur Zeit sind wir fleißig damit beschäftigt Autoren und Sponsoren anzuschreiben. Ich selber bin gerade dabei das Cover für die aktuelle Ausgabe zu gestalten.

Am meisten gefällt mir die Zusammenarbeit in meinem Projektteam. Ich bin sehr dankbar dafür so ein super Team zu haben, wo wir alle offen miteinander umgehen und zusammen viele gute Ideen finden und weiterentwickeln. Es macht viel Spaß zusammen das neue Streifband zu erarbeiten und es dann am Ende in den Händen zu halten und zu wissen, dass das etwas ist was man selber geleistet hat. Etwas woran man sehen kann, was man bis jetzt alles schon gelernt hat und wo man sich noch weiterentwickeln kann.

Das Streifband Projekt würde ich jedem empfehlen, der daran interessiert ist zu sehen und zu erfahren wie eine Zeitschrift produziert wird. Es werden über das Projekt viele Punkte aus den vorangegangenen Semestern angeschnitten und es bietet einem die Möglichkeit nah an der Entwicklung des Projektes teilzuhaben. Ich hoffe ich konnte bei euch etwas Interesse für das Streifband erwecken und wenn ihr wollt, könnt ihr uns gerne auf Social Media besuchen. Wir versuchen, besonders über Instagram, euch einen Einblick in unseren Arbeitsprozess zu geben. Also schaut doch gerne mal vorbei.

Instagram: www.instagram.com/streifband/
Facebook: www.facebook.com/Streifband-181546958710719
Twitter: twitter.com/streifband Blog: streifbandblogging.wordpress.com
Startnext: https://www.startnext.com/streifband-34-studentisches-ma

Autor: Celina Wendt, Lisa Zogbaum 

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news-2324 Wed, 29 May 2019 23:03:14 +0200 Projektvorstellung – PR-Team https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2324/ Im dritten Fachsemester des Bachelor-Studiengangs Buch- und Medienproduktion an der HTWK Leipzig erlernen die Studierenden die Grundlagen des Projektmanagements. Um diese nicht nur in der Theorie kennen zu lernen, sondern auch in der Praxis, besteht die Möglichkeit über drei Semester in einem von vier angebotenen Projekten mitzuwirken. Diese möchten wir in den folgenden Beiträgen näher vorstellen, um einen Einblick in das Schaffen der Studierenden zu gewähren.

Bei den Projekten handelt es sich um das Planen und Erstellen des Studiengang-Magazins „Streifband“, des Messestandes, dem Pflegen von Public Relations oder der Rubrik Crossmedia.

In diesem Artikel möchten wir zunächst das Teilprojekt Public Relations vorstellen.

Mein Name ist Lisa, ich bin 23 Jahre alt und seit Herbst letzten Jahres im PR-Team tätig. Ziel des Projektes ist es die Hochschule und den Studiengang nach innen und außen zu repräsentieren, das Interesse daran zu steigern und Beziehungen zu pflegen. Wie bereits erwähnt, dienen die Projekte außerdem dem Anwenden und Verbessern von Projektmanagement. Es gibt also klassisch einen Auftraggeber, eine Projektleitung, sowie Projektmitglieder. Zur Zeit sind wir leider nur zu viert im Team, was eine strikte Organisation und Aufgabenteilung erfordert. Wir entschieden uns diese in vier Kategorien zu unterteilen: die Betreuung der Webseite verlagsherstellung.de, das Erstellen von Content und das von Werbemitteln und Networking über Social Media Kanäle.

Zur Pflege der Webseite gehört das Aktualisieren von Daten und Einpflegen von Artikeln über Typo3, sowie das Erstellen und Versenden von Newslettern. Damit regelmäßig Artikel veröffentlicht werden können, wird ein Redaktionsplan erstellt. Jeder der Studierenden wirkt mit, indem man selbst Artikel schreibt oder Kommilitonen und Autoren kontaktiert, welche Artikel beitragen. Auch Qualitätssicherung sowie Analyse und Auswertung von Daten gehören zur Arbeit in diesem Bereich dazu. Dabei lernt man den Umgang mit Typo3 und kann an interessanten Workshops teilnehmen.

Das Ziel der Content-Abteilung ist es, Inhalte wie Fotos und Videos für das Projekt zu produzieren. So werden zum Beispiel auf Veranstaltungen oder auch im Foto-Labor Bilder gemacht, welche dann in den eigenen Fotopool eingepflegt werden. Diese können dann zur Erstellung von Werbemitteln oder Social Media Posts verwendet werden. Zudem ist es auch möglich eigene Content-Konzepte ins Leben zu rufen. Dies kann eine Fotostrecke oder ein Werbevideo sein oder wie in diesem Semester das Erstellen einer Interview-Reihe mit internen und externen Experten.

Um auf den Studiengang und studiengangsbezogene Projekte aufmerksam zu machen, werden regelmäßig Werbemittel erstellt. Hierzu gehört die Konzeptionierung, Ausarbeitung sowie die Freigabe bis hin zu Druck und Veröffentlichung. So habe ich im vergangenen Semester unter anderem diese Webseite mit Plakaten beworben und auch in einer Werbeanzeige, welche im Streifband Magazin veröffentlicht wurde. Man lernt auftragsgebunden zu arbeiten und kann das eigene Wissen im Umgang mit Software wie InDesign und Photoshop vertiefen. Auch ging es in letzter Zeit vorrangig darum, sich in das neue Corporate Design der Hochschule einzuarbeiten und dieses umzusetzen.

Zu den Social Media Seiten des Studienganges gehören Facebook, Twitter, Instagram und nun auch Xing. All diese werden vom PR-Team gepflegt. Aufgaben sind hier das Recherchieren, Erstellen und Posten von Beiträgen, sowie Interaktion und Networking. Zudem wird jedes Semester eine Werbekampagne geschalten, welche zum Beispiel den Studiengang oder dessen Stand auf der Buchmesse bewirbt. Hier kann man sich also am Managen einer Online-Präsenz versuchen, sowie kreativ werden beim Erstellen von Beiträgen. Gelegentlich bekommt man auch mal einen Presse-Ausweis mit dem man auf Veranstaltungen dabei sein und exklusiv darüber berichten kann.

Neben dem kreativen und aktiven Arbeiten gehört zum Projektmanagement vor allem Planung und Dokumentation. Wir sind an optimalen Abläufen interessiert und versuchen diese durch regelmäßige Projekttreffen und Auswerten von Daten zu erreichen. Zu Beginn des Semesters werden Ziele sowie Arbeitspakete und Meilensteine festgelegt, an die sich jedes Mitglied halten sollte. Zum Abschluss eines jeden Semesters erfolgt eine Präsentation und gemeinsame Auswertung.

So kann man Spaß mit Lernen verbinden und selbst aktiv an der Repräsentation des Studiengangs mitwirken. Das PR-Team würde ich somit jede und jedem empfehlen, die/der Lust hat erlerntes Wissen mit neuen Bereichen zu verknüpfen. Es sollte Interesse an Marketing, sowie Social Media und der Pflege einer Webseite bestehen.

Schau gern vorbei!

  • Facebook – Buch- und Medienproduktion HTWK Leipzig
  • Instagram – verlagsherstellung.de
  • Twitter – Buch- & Medienprod.
  • Xing - Medien | Jobs, Karriere & Networking

Autor: Lisa Zogbaum

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news-2153 Fri, 05 Apr 2019 18:38:30 +0200 beebook – der eBook-Guide https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2153/ In unserem Studium wird immer wieder die steigende Wichtigkeit der eBooks betont. Sie sind Bestandteil von Referaten, Bachelorarbeiten und ganzen Vorlesungen. Aber wie funktionieren sie eigentlich?

Genau diese Frage haben wir – das Crossmedia Team von BMB15 und BMB16 – uns auch gestellt. Mal wieder auf Informationssuche in den Weiten des World Wide Web kamen wir 2016 zu folgender Erkenntnis: Die Suche dauert uns zu lang. Wir brauchen eine Website, auf welcher wir gebündelt und umfassend das Thema eBook beleuchten – anschaulich und verständlich aufbereitet. Das neue Projekt des Studiengangs Buch- und Medienproduktion »be ebook« war geboren.

Nach Monaten des Sammelns von Informationen, des Schreibens von Texten, Workshops zu Design und Farben entstand Stück für Stück die Website beebook.info. Am 14. März 2019 war es dann endlich soweit: unsere Website wurde gelauncht und zeigt sich ihren Besuchern im neuen Corporate Design der HTWK Leipzig!

 

Was erwartet die Besucher unserer Website?

Auf beebook.info erfahren Auszubildende oder Studierende der Verlags- und Medienbranche alles, was sie über das Thema eBook wissen müssen. In fünf Kapiteln bekommen sie neben den Grundlagen zum Thema, einen Überblick über die verschiedenen Formate und Ausgabegeräte, erfahren wissenswertes über Konzeption und Erstellung und können sich mithilfe unserer Anleitung auch einmal selbst an der Herstellung eines einfachen eBooks ausprobieren.

 

 

Maja Steudel

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news-2089 Mon, 18 Mar 2019 21:56:45 +0100 IT’S A BOOK 2019: Independent Publishing Fair https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2089/ »It’s a book, it’s a game being played, it’s a role that you take«

Wer sich etwas mit ihr auseinandergesetzt hat, weiß: die Verlagsbranche ist unglaublich vielfältig. Ebenso schwer fällt es deshalb oft den Überblick zu behalten. Von Kinderbüchern, Schulbüchern, Sachbüchern bis hin zum Kunstbuch oder Belletristik und vielen anderen Kategorien sind beinahe unzählbar viele Werke und verschieden spezialisierte Verlage präsent. In diesem Wettbewerb besteht natürlich oft die Gefahr »unterzugehen«. Gerade in dieser Woche, der Woche der Leipziger Buchmesse 2019, scheint die Flut an Informationen über Autoren, Werke und Verlagshäuser schier unendlich. In ganz Leipzig finden tausende Veranstaltungen rund ums Buch statt, die Entscheidung für die Tages- und Abendgestaltung will also gut überlegt sein. Beim sorgfältigen Studium der Veranstaltungen der kommenden Tage sind wir allerdings auf eine besonders interessante gestoßen. Ihr wollen wir in diesem Artikel unsere Aufmerksamkeit widmen, obwohl und auch gerade, weil sie vollkommen unabhängig von der Leipziger Buchmesse, aber zeitgleich mit ihr stattfindet. Der Artikel entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Albrecht Gäbel.

»It’s a book« ist eine Messe, welche unabhängigen Verlagen, aber auch selbstständigen Buchgestaltern und -produzenten einmal im Jahr eine Plattform bietet um ihre Neuerscheinungen vorzustellen, sich untereinander auszutauschen und interessierte Besucher über verschiedene Projekte zu informieren.

Das Projekt wurde 2010 vom Spector Books-Verlag (damals Johannes Kirsten, Jan Wenzel und Markus Dreßen) im damaligen Central Theater Leipzig gegründet und feiert somit dieses Jahr sein 10-jähriges Jubiläum. Intension war und ist von Anfang an, die Vernetzung innerhalb der unabhängigen Verlagsszene, abseits der großen Player, welche sich auf der Leipziger Buchmesse tummeln, zu fördern und dem »guten Buch« damit ein Forum zu schaffen. Außerdem ist es erklärtes Ziel, die Messe für Andere zu öffnen und die Zusammenarbeit über Hochschulgrenzen hinweg zu fördern. Mit dem Deutschen Literaturinstitut Leipzig ist dies beispielsweise schon geschehen. Aber auch eine an der HfbK Hamburg entwickelte Publikation zum Thema der Zukunft der Arbeit von GestalterInnen soll im kommenden Jahr hier zuerst veröffentlicht werden.

Im Jahr 2014 gab Spector Books die Organisationsverantwortung an Studierende der Hochschule für Grafik- und Buchkunst Leipzig ab. Seitdem wird die Messe im Rahmen eines Seminars unter Leitung von Prof. Markus Dreßen und Albrecht Gäbel sowie seit 2017 auch Dr. Sabine Schmidt entwickelt. Während das Team der teilnehmenden Studierenden größtenteils jährlich wechselt, besteht die Seminarleitung über die Jahre hinweg. Finanziell wird das Projekt sowohl durch die HGB Leipzig, als auch die DZA Druckerei unterstützt.

 

Zum Programm

Dieses Jahr wird das jährlich stattfindende Symposium im Festsaal der HGB durch einen Audiowalk ersetzt, welcher die beiden Kerngebiete, die Buchmesse und die Präsentation studentischer Publikationsarbeiten, ergänzt. Die Audio-Arbeiten behandeln synoptisch Themenkomplexe zur Sprache und Kommunikation, Sender-Empfänger-Problematik, den Gegensatz zwischen gedrucktem und gesprochenem Wort und vielem mehr. Teile des Audiowalks werden zugleich von 16-17 Uhr in einer linearen Radiosendung auf dem freien Leipziger Sender »Radio Blau« gesendet.
Der beste Eindruck davon ist allerdings natürlich vor Ort zu bekommen.

Die diesjährige »It’s a book« findet am 23. März 2019 in der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in der Wächterstraße 11 von 12-21 Uhr statt.
Weitere Informationen unter: www.itsabook.de

 

Autor: Lucas Keppler

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news-1891 Sat, 19 Jan 2019 00:00:00 +0100 Internationale Buchmärkte: Australien https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1891/ Dieser Beitrag ist Teil der Artikelreihe „Internationale Buchmärkte“ und beschäftigt sich diesmal mit Australien. Zahlen und Fakten aus dem Land „down under“ werden hier zusammengefasst und Trends und Besonderheiten kurz erklärt.

 

Größe/Volumen

  • Einwohnerzahl: 24.6 Millionen (Stand 2017)
  • BIP pro Kopf: 55.707 AUS$
  • Anzahl der Verlage: knapp 4.250 davon Verlage mit mehr als 5 Titel pro Jahr: 412
  • Branchenumsatz: knapp 1 Milliarde AUS$
  • Anzahl von Veröffentlichungen im Jahr: 22.150
  • Verkaufszahlen Print und Digital: 53 Mio. verkaufte Bücher, 22,5 Mio. E-Books
  • Buchhandel: über 1.000 Buchhandlungen mit ca. 4.800 Angestellten 65% aller australischen Buchhandlungen sind in den Staaten Victoria und New South Wales angesiedelt, da dort ungefähr die Hälfte der gesamten Bevölkerung lebt

 

Hersteller/Produkte

  • Printbücher vs. E-Books: 48% des Marktes machen Taschenbücher und Softcover-Bücher aus, 8% Hardcover-Bücher und 20-23% E-Books
  • Top Verlage: Walker Books, EK Books, Allen & Unwin, Ford Street Publishing, MidnightSun Publishing, Wombat Books, Pan Macmillan Australia, Windy Hollow Books, Big Sky Publishing, Fremantle Press, Penguin Random House Australia
  • Verkaufsanteile: 41% Lehrbücher/Ratgeber, 27% Non-Fiction, 14% Adult Fiction, 8% Kinderbücher

 

Entwicklung/Trends

  • Trends: während es in den letzten Jahren einen leichten Anstieg gab, ist das Branchenwachstum in den vergangenen zwei Jahren um 1,3% zurückgegangen
  • Entwicklungen des Buchmarktes: wie überall, ist auch der australische Buchmarkt vom Online-Handel bedroht. Seit kurzem baut Amazon sein Geschäft in Australien aus, 2017 wurde das erste Lagerhaus in der Nähe von Melbourne, Victoria eingerichtet. Das Online-Angebot von Amazon stellt also nun eine starke Konkurrenz für die Verlage, aber auch die Autoren dar. Auch ausländische Online-Anbieter sorgen dafür, dass der Absatz lokaler Buchhandlungen sinkt.
  • Mehrere Verlage, Autoren und Buchhandlungen haben sich bereits gegen diese genannten Konkurrenz-Plattformen ausgesprochen und angekündigt dagegen vorzugehen, wie wird sich noch zeigen.

 

Nutzer/Kunden

  • Der Kontinent ist bekannt für seine Größe und Weitläufigkeit. Während sich in den großen Städten und der dichtbesiedelten Ostküste Verlage und Buchhandlungen häufen, hat es die Bevölkerung in den abgeschiedeneren Gebieten schwer ihre Bücher in einem lokalen Geschäft zu erwerben. Viele steigen deshalb auf E-Books um, welche mittlerweile einen Marktanteil von 23% haben. Und wie bereits angesprochen, nimmt die Beliebtheit von Online-Versandhäusern stetig zu. Allerdings kommen auf die Kunden oft Wartezeiten von bis zu 4 Wochen und auch erhöhte Versandkosten zu, vor allem beim Kauf von Produkten internationaler Händler.
  • Viele Australier sind aber trotzdem bestimmt, lokale Buchhandlungen weiter zu unterstützen, sofern sie eine in ihrer Nähe haben. Auffällig ist, dass es in Australien besonders viele kleine, unabhängige Buchläden gibt. Darauf ist die Bevölkerung stolz und möchte diese weiterhin fördern.
  • Es gibt zahlreiche Bibliotheken, auch in kleinen, abgeschiedenen Orten. Diese haben teilweise ein sehr umfangreiches Angebot und sind immer gut sortiert und kostenlos.
  • Auch gibt es viele Messen und Events für Hersteller, sowie Buchliebhaber. Buchmessen finden gern auch in Zusammenarbeit mit Universitäten statt. Natürlich gibt es in Sydney und der Hauptstadt Canberra eine Buchmesse, sowie in Perth das International Arts Festival, in Melbourne das Writers Festival. In der Kunst- und Kulturstadt Melbourne finden außerdem weitere Messen, wie die Art Book Fair und die Rare Book Fair statt. Übrigens sind auch immer australische Verlage bei der Frankfurter Buchmesse in Deutschland vertreten.
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news-1890 Tue, 15 Jan 2019 00:00:00 +0100 Hanfpapier - Das Papier der Zukunft? https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1890/ Im vorherigen Artikel wurde über Papier aus Gras berichtet und auch in dieser thematisiert Papier aus „Gras“, nur in einem anderen Sinn.

Hanf besitzt weit mehr Potential als das eines Rauschmittels. Es zählt als Pflanzengattung zur Familie der Hanfgewächse und gilt als die älteste Nutzpflanze weltweit. Die ältesten Funde sind 10.000 Jahre alt. Bekannt ist Hanf als die Droge Cannabis, bietet darüber hinaus auch andere Verwendungszwecke. So kann es beispielsweise in der Medizin als Medikament gegen Schmerzen angewendet.

Aber nicht nur die berauschende Wirkung dieses Gewächses ist von Bedeutung. Die Pflanzenfasern können als Rohstoff für Papier, Textilien und sogar als Baustoffe dienen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Verwendungszwecke. Bestimmte Sorten wachsen in kurzer Zeit bis zu einer Höhe von sieben Metern. Das ist für die industrielle Kultivierung und Rohstoffausbeute durchaus lukrativ. Dadurch ist es möglich, dass ca. 0,4 Hektar Hanf 1,66 Hektar Holzbestand ersetzen könnten. Dieser Aspekt ist auch für die Papierindustrie von Interesse. Nicht nur das enorm schnelle Wachstum der Pflanze ist beachtlich, sondern auch ihr Ertrag. Hinzu kommt, dass die Hanfpflanze dreimal pro Jahr, auch in sonnenärmeren Regionen, geerntet werden kann.

Des Weiteren sind die Hanffasern länger als die Fasern anderer Pflanzen, weshalb man daraus ein strapazierfähigeres und reißfesteres Papier herstellen kann. Außerdem kann es häufiger recycelt werden, da die Fasern langer und beständiger sind, als von anderen Pflanzen, die zur Papierherstellung genutzt werden. Beim Recycling werden die Pflanzenfasern kürzer, weshalb es länger dauert bis die Fasern für die Papierherstellung unbrauchbar sind. Zusätzlich enthält Hanf weniger Lignin als Holz. Lignin sorgt dafür, dass Papier vergilbt und zerfällt, deshalb wird dieser Stoff aus herkömmlichem Papier mit chemischen Verfahren herausgelöst, was wiederum die Umwelt stärker belastet. Dieser Prozess sorgt für den Zerfall von Büchern, welchen man beispielsweise in Bibliotheken beobachten kann.

Hanf ist ein umweltfreundlicher Rohstoff, der sowohl in seinen Varianten, als auch seinen Einsatzmöglichkeiten vielfältig ist. Man sollte ihn nicht immer nur auf seine berauschenden Eigenschaften reduzieren - welche im Übrigen nur die weiblichen Pflanzen aufweisen - sondern die Pflanze in ihrer Gesamtheit betrachten. Daher sollte für die Papierindustrie Hanfpapier der Rohstoff der Zukunft sein, sofern dies nicht in sandpapierartigen Taschentüchern resultiert, das wäre für die Nase wohl weniger angenehm.

 

Literatur:

G. Holzmann, M. Wangelin, R. Bruns (2012): Natürliche und pflanzliche Baustoffe: Rohstoff - Bauphysik – Konstruktion. 2., akt. und erw. Aufl. Springer Vieweg.

T. Miedaner (2018): Genusspflanzen. Springer Verlag.

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news-1889 Sat, 29 Dec 2018 00:00:00 +0100 GRASPAPIER – umweltfreundlich, ressourcenschonend und biologisch abbaubar https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1889/ Trotz der Digitalisierung nimmt weltweit der Bedarf an Papier zu. Dadurch werden Papierproduzenten zum Nachdenken angeregt, wie auch Uwe D’Agnone aus dem Rheinland. Er gilt als der Produktentwickler und Erfinder einer umweltfreundlicheren und ressourcenschonenderen Alternative zu herkömmlichen Papieren: das Graspapier. Es besteht aus einer Kombination von Grasfasern (40-50%) mit Altpapier oder Zellstoff (Frischfasern aus Holz).

Gras ist ein überall wachsendes Naturprodukt und somit im großen Ausmaß verfügbar, sodass es keine Notwendigkeit darstellt, eigene Nutzflächen für Grasanbau zu schaffen. Demnach ist es preiswert in der Region erhältlich und lange Transportwege entfallen, was sich in der CO2-Bilanz deutlich wiederspiegelt. Auch eine Lebensraumzerstörung ist auszuschließen, da es aus unbewirtschafteten Flächen, die zum Ausgleich von neu gebauten Straßen oder Gebäuden dienen – sogenannte Ausgleichsflächen, bezogen wird. Je länger dort das Gras auf der Wiese wächst, desto mehr Fasern bildet es aus und kann besser verarbeitet werden.

In der Herstellung bedarf es unter einen Liter virtuelles Wasser pro Tonne Graszellstoff. Im Vergleich hierzu benötigt eine Tonne Holzzellstoff mehrere Tausend Liter Wasser. Dies entspricht pro Tonne Papier rund 6.000 Liter weniger Wasser, wodurch auch eine Energieersparnis von 80% pro Tonne Frischfasermaterial entsteht. Zudem bleibt die Verwendung von Chemikalien aus, da kein Lignin, wie es im Holzzellstoff enthalten ist, chemisch entfernt werden muss.

Das Heu wird sorgfältig getrocknet und gelagert, wonach es idealerweise eine Restfeuchte von 12-13% besitzt. Für eine höhere Effizienz beim Transport werden die aufbereiteten Grasfasern rein mechanisch zu Pellets zusammengepresst.

Gerade in Kombination mit Frischfaser eignet sich der Rohstoff optimal für Lebensmittelverpackungen wie Eierkartons, Obstschalen und »Kaffee to go« Bechern, da er von Schadstoffen, Mineralöl und Allergenen befreit, sowie auf dermatologische Verträglichkeit getestet ist. Durch ein ISEGA Zertifikat wird die Lebensmittelunbedenklichkeit bestätigt. Auch Einkaufstaschen, Papiere unterschiedlicher flächenbezogener Masse, sowie andere Arten von Verpackungen lassen sich aus Graspapier produzieren. Ebenso vielseitig einsetzbar ist Graspapier in Sachen Druckerzeugnisse, denn es ist sowohl im Offsetdruck, als auch im Digitaldruck bedruckbar und eignet sich demgemäß für den Bücherdruck.

Nicht nur der Herstellungsprozess, sondern auch die Recyclingfähigkeit des Materials verstärken den ökologischen Vorteil: Graspapier ist kompostierbar, TÜV-geprüft, sowie PEFC und FSC-Mix zertifiziert. Dementsprechend werden wichtige Rohstoffe dem Wertstoffkreislauf zurückgegeben.

 

Autor: Sophia Dubiel

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news-1888 Sat, 15 Dec 2018 00:00:00 +0100 Fotobücher - Erinnerungen zum Anfassen (Teil 2) https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1888/ Digital erstellter Fotobücher, die moderne Variante von herkömmlichen in Handarbeit zusammengestellter Fotoalben, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Grund dafür ist unter anderem die hohe Benutzerfreundlichkeit der angebotenen Software. Mittlerweile reicht schon ein Klick, um einen Ordner mit Fotos hochzuladen und diese automatisch in ein Buch konvertieren zu lassen, welches nach wenigen Tagen schon fertig gedruckt und gebunden zur Haustür geliefert wird. Im vorherigen Artikel setzten wir uns bereits mit den verschiedenen Anbietern und deren Sortiment und Leistungen auseinander. Diesmal wird es um Tipps und Gestaltungsideen gehen, mit denen man ein ansprechendes und interessantes Fotobuch gestalten kann. Denn was das automatische Einspeisen und Erstellen nicht kann, ist eine Geschichte von den liebsten Personen und Erlebnissen zu erzählen und die Emotionen dieser Momente wieder auf erleben zu lassen.

Viele Menschen lieben es zu fotografieren. Doch oft benötigt es zahlreiche Versuche bis einem das perfekte Bild gelingt. So können sich bei einem einzelnen Urlaub schnell über 2000 Fotos ansammeln. Der erste Schritt wäre also auszusortieren. Oft fällt es schwer, doch je strikter man dabei ist, desto freier ist man später bei der eigentlichen Gestaltung des Buches. An dieser Stelle wird sich ebenfalls zeigen, ob eine zusätzliche Bearbeitung der Bilder notwendig ist. Dabei ist es ratsam, sie nur aufzuwerten und nicht zu verfälschen.

Ein weiterer Schritt vor dem eigentlichen Erstellen wäre, sich erst einmal inspirieren zu lassen, indem man sich Zeitschriften und andere grafische Produkte ansieht. Eine großartige Quelle sind Fotobuch-Bibliotheken, wie sie zum Beispiel der Anbieter Cewe mit der Rubrik „Cewe Kundenbeispiele“ hat. All dies hilft neue Ideen zu sammeln, bereits vorhandene zu ordnen und einen Stil für das eigene Buch festzulegen. Denn das ist es was ein Buch zu etwas Besonderem macht, ein Thema, ein spannendes Konzept und ein roter Faden. Dazu sollte man sich überlegen, was man mit dem Produkt erzählen möchte. Handelt es sich zum Beispiel um eine Art Reisetagebuch, möchte man gern die Architektur des Reiseziels hervorheben, die Menschen oder auch bestimmte Farben? Deshalb ist es eine Überlegung wert, wie man das Buch denn anlegen möchte. Die gängigsten Anordnungen sind chronologisch, thematisch oder geografisch.

Steht nun ein grobes Konzept, geht es an die Wahl des Formats und die Erstellung eines Rasters bzw. bietet die Foto-Software auch Templates, bereits angelegte Seitenaufteilungen. Die Gestaltung hängt letztendlich natürlich von den eigenen Vorstellungen und Ansprüchen ab. Ratsam ist es jedoch, grundlegende Gestaltungs-Tipps einzuhalten. Um ein einheitlichen Gesamteindruck zu schaffen, sollte man Bildanordnungen und Elemente über den Verlauf des Buches wiederkehren lassen. Die Verwendung weniger Bilder und ausreichend Weißraum wirken harmonisch und einladend auf den Betrachter. Dies ist vor allem zu beachten, wenn das Album auch von Freunden und Verwandten gesehen werden soll, die sich vorher meist noch nicht mit den Bildern auseinandergesetzt haben. Überladene Seiten wirken hier schnell überfordernd und ermüdend. Ebenfalls harmonisch wirken symmetrische Anordnungen und die Einhaltung des Goldenen Schnitts. Gegensätze dagegen erzeugen Spannung und Dynamik.

Auch Text kann als Gestaltungselement genutzt werden und zur Geschichte beitragen. Hier ist es wichtig diesen nicht zu klein zu wählen und mehrmals auf Rechtschreibung zu überprüfen. Zusätzliche Elemente, wie eine Karte mit Reiseroute, Fotos von Eintrittskarten, der Stand der zurückgelegten Kilometer oder auch ein kleines Wetter-Icon können die Seiten interessanter machen. Zudem kann man Sonder-Seiten einfügen, die die eigentliche Reihenfolge unterbrechen. Dies kann eine Übersicht sein, in der man das erlebte zusammenfasst oder eine Themenseite mit beispielsweise ausschließlich schwarz/weiß Bildern, Fotos der Unterkunft oder vom Essen oder lustige Outtakes.

Dann wäre da noch die Cover-Gestaltung. Dieses sollte das Buch inhaltlich und gestalterisch wiederspiegeln. Wie im vorherigen Artikel erwähnt, gibt es hier zahlreiche Möglichkeiten an Einband-Arten und -materialien. Sollte man sich für ein Foto-Cover entscheiden, kann man das Lieblingsbild über die volle Größe des Covers aufziehen. Doch warum nicht kreativ werden und mit Collagen oder reinen Schrift-Elementen arbeiten. Auch Karten mit der Reise-Route oder ein Gruppenfoto eignen sich gut für die Rückseite des Buches.

Wer nun Anregungen gefunden hat, aber noch kein Thema, kann sich vielleicht für eine der folgenden Fotobuch-Varianten begeistern: Reise und Urlaub, Meine Stadt, Jahresrückblick, Gemeinsame Jahre, Familien-Album, Rezeptbuch, Vier Jahreszeiten, ein eigenes Fotografie- oder Kunstportfolio, Haustiere oder auch Best of Instagram.

 

Autorin: Lisa Zogbaum

Fotobuch: Lisa Zogbaum

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news-1887 Sat, 08 Dec 2018 00:00:00 +0100 Fotobücher - Erinnerungen zum Anfassen (Teil 1) https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1887/ Heutzutage ist Fotografieren einfach. Das Smartphone ist immer dabei und ein Foto ist schnell gemacht. Doch viel zu oft landen die Bilder dann in irgendwelchen Ordnern, auf irgendwelchen Festplatten und werden im schlimmsten Fall sogar ganz vergessen. Wie wäre es stattdessen damit, sie auf kreative Weise in einem Buch zu verewigen? Mittlerweile findet man im Netz unzählige Anbieter, Formate, Papiersorten und Veredelungsoptionen. Dort kann man Fotoprodukte gestalten und sie sich dann fertig gedruckt und gebunden nach Hause liefern lassen. Doch worauf muss ich achten? Und wo fange ich an? Zu allererst kann gesagt werden, dass wirklich jeder ein gutes Fotobuch erstellen kann. Dies ist der benutzerfreundlichen Gestaltungssoftware vieler Anbieter zu verdanken. Man kann sein Projekt online bearbeiten oder kostenlos ein separates Programm herunterladen. Oft sind darin zahlreiche Vorlagen, Schriften, Cliparts, Effekte und Rahmen zu finden, die es ermöglichen auf einfachste Weise und in kurzer Zeit ein gelungenes Produkt zu erstellen. Auch gibt es Anbieter, bei denen man die Fotos direkt vom Handy oder Instagram uploaden, in ein Buch einfügen und drucken lassen kann. Natürlich gibt es auch für Erfahrene die Möglichkeit, sich gestalterisch auszuleben. Dienstleister wie Cewe oder Saaldigital gestatten nämlich den Upload von, in Indesign gestalteten, PDFs.

 

Die Wahl des Anbieters

Hat man sich nun entschlossen ein Buch zu gestalten, muss der passende Anbieter gewählt werden. Diese sind sich in ihrem Sortiment und Funktionen meist sehr ähnlich und benutzen teilweise dieselbe Software. Die Preise hingegen können sehr schwanken. Da wären die preisgünstigen Anbieter wie beispielsweise Rossmann oder Lidl, die gegen die teureren, wie Pixum oder Cewe kompetieren. Tests und Vergleiche haben allerdings gezeigt, dass Preis nicht immer gleich Qualität bedeutet. Für welchen Anbieter man sich also letztendlich entscheidet, liegt an jedem selbst und kommt darauf an mit welcher Software man gerne arbeiten möchte und welche herstellerischen Ansprüche man hat.

 

Format, Papier und Bindung

Hier hat man die Wahl zwischen Quadratisch, Hochformat und Querformat. Letzteres wird auch gern als Panorama-Buch bezeichnet, weil es sich vor allem für weitläufige Aufnahmen anbietet. Hochformat eignet sich gut für Familienalben, besonders für Portraits und wird oft als sehr anfänger-freundlich bezeichnet. Das quadratische Format hingegen ist moderner und bietet viele interessante Layout-Möglichkeiten. Jedes Format ist in unterschiedlichen Größen vorhanden. So kann man ein kleines, handliches Heft in 15x11cm gestalten oder seine Fotografien eindrucksvoll in Szene setzen, in einem Panoramabuch mit den Maßen 38x29cm. Auch vom Umfang her sind (fast) keine Grenzen gesetzt. So kann man bei entsprechenden Anbietern Bücher mit bis zu 252 Seiten erstellen. Bei dem Papier kann man hauptsächlich zwischen zwei Optionen wählen: Digitaldruck oder Belichtung auf Fotopapier. Digitaldruck ist in unterschiedlichen Qualitätsstufen, sowie glänzend und matt verfügbar und bietet den Vorteil, dass er kostengünstiger ist. Dennoch können damit hochwertige, ästhetische Produkte erstellt werden. Auch ist hier Text schärfer und besser lesbar. Zudem ist meist eine höhere Anzahl an Seiten möglich. Wer allerdings ein Faible für Bildqualität hat, sollte definitiv auf Fotopapier setzen, welches ebenfalls glänzend und matt angeboten wird. Hier werden die Seiten mit Silberhalogenid-Verfahren belichtet, wodurch brillante Farben entstehen. Eine weitere Besonderheit stellt deren Leporellobindung dar: die Seiten werden so verbunden, dass man das Buch an jeder Stelle plan aufschlagen kann. Dies bietet sich natürlich besonders an, wenn man seitenübergreifend gestalten möchte. Ansonsten werden fast alle Fotobücher im Digitaldruck klebegebunden, wodurch ein Bindefalz entsteht, durch den gegebenenfalls Bildinformationen verloren gehen könnten.

 

Cover und Veredelungen

Beim Einband besteht die Wahl zwischen klassischem Softcover oder Hardcover, wattiert oder unwattiert. Viele Anbieter stellen auch eine Auswahl an Materialien, einschließlich Leder, Leinen, Fotocover, Metalleffekt oder auch Holzoptik. Diese kann man zusätzlich mit Prägungen, glänzenden Kaschierungen oder Effektlack veredeln, welche das fertige Produkt optisch und haptisch aufwerten können. Vereinzelt bieten die Hersteller neben klassischen Fotobüchern weitere Produktvarianten an. So kann man zum Beispiel auch ein Fotoheft und Aufträge mit Schraub- oder Spiralbindung erstellen. Der Kreativität sind also wahrlich keine Grenzen gesetzt. Um die vielleicht nun schon aufgekommenen Ideen etwas zu strukturieren, wird nächste Woche ein weiterer Artikel erscheinen, der zusätzliche Tipps und gestalterische Anregungen enthalten wird.

 

Autorin und Fotobuch: Lisa Zogbaum

Bilder: Sophia Dubiel

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news-1886 Sat, 01 Dec 2018 00:00:00 +0100 Verlorenes Wissen https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1886/ Es ist äußerst bedauerlich, wenn eine Festplatte kaputt geht und alle darauf gespeicherten Informationen verloren gehen. In diesem Fall hofft man, dass das letzte Backup nicht so weit zurückliegt, oder dass zuvor alle Daten mit der Cloud synchronisiert worden sind. Dieser Fortschritt war vergangenen Kulturen teilweise nicht vorbehalten, sodass ihr gesamtes Wissen, manchmal buchstäblich, in Flammen aufgegangen ist.

Es folgen ein paar historische Beispiele, warum Papier und Feuer keine gute Kombination sind: Einst ließ der Pharao Ramses III. (1221 – 1156 v. Chr.) eine riesige Bibliothek zusammentragen, von der nichts übrigblieb. Als Caesar 47 n. Chr. Im Hafen von Alexandria seine Truppen wüten ließ, ging auch die Bibliothek von Alexandria in Flammen auf. Dabei wurden 700.000 Bände zerstört.

Cleopatra bekam von der kleinasiatischen Bibliothek Pergamon 200.000 Bände geschenkt. Diese bildeten den Grundstock der neuen Bibliothek von Alexandria. Der römische Kaiser Diokletian (244 – 313 n. Chr.) ließ alles vernichten.

Selbst der dritte Versuch die Bibliothek von Alexandria durch das Einsammeln alter Schriften zu Glanz und Reichtum zu führen, scheiterte. Theodosius I. (347 – 395 n. Chr.), dem man wohl irrtümlich den Beinamen „der Große“ anhängte, ließ die Bibliothek erneut niederbrennen

Der Khalif von Damaskus Umar Ibn al-Chattab (579 – 644 n. Chr.) befahl mit den Büchern des Museion von Alexandria alle Bäder der Stadt zu beheizen. Dies gleich sechs Monate lang, bis keine Schriften mehr vorhanden waren.

Auf seinen Kriegszügen ließ Julius Caesar zahlreiche Bibliotheken zerstören. Dasselbe tat Alexander der Große mit den Urschriften der Awesta, den originalen religiösen Texte der Parsen.

In China war es der Kaiser Qin Shihuangdi (259 – 210 v. Chr.), der sämtliche Bibliotheken seiner Feinde niederbrennen ließ.

Genauso passierte es in Süd- und Zentralamerika. Am 12. Juni 1562 ließ der Bischof Diego de Landa (1524 – 1579 n. Chr.) alle Handschriften der Maya öffentlich verbrennen. Das war die Strafe dafür, dass sie sich nicht zum christlichen Glauben bekennen wollten.

Die gewaltige Bibliothek in der Nalanda-Universität (heute Bundesstaat Bihar, Indien) wurde vom türkischen Eroberer Bakhtiyar Khalji (gestorben 1206) komplett zerstört. Die Sammlung umfasste 9 Millionen Bücher und galt somit auch als das größte Lehrzentrum der Antike.

Auch Vertreter des Christentums zeigten sich in dieser Hinsicht nicht gerade von ihrer besten Seite. Auf Veranlassung von Papst Gregor IX. (1227 – 1241) wurden bei der sogenannten „Talmud Verbrennung“ in Paris 24 Wagenladungen jüdischer Bücher verbrannt. Die Schriften waren aus dem ganzen französischen Königreich zusammengetragen worden. Die Scheiterhaufen brannten zwei Tage lang. Befehle zu Bücherverbrennungen erließen auch die Päpste Innozenz IV. (1243 – 1254), Clemens IV. (1256 – 1268), Johannes XXII. (1316 – 1334) und Paul IV. (1555 – 1559).

Dann erschien ab 1559 der Index Librorum Prohibitorum, das Verzeichnis verbotener Bücher. Jeder Katholik, der ein Werk aus dieser Verbotsliste las, war ohne weiteres exkommuniziert – von der Kirche und ihren Sakramenten ausgeschlossen. Mit dieser Methode war es einfach Andersgläubige zu bekämpfen. Dieser Index wurde erst 1966 unter Papst Paul VI. abgeschafft. Stattdessen sollte sich mit Medien konstruktiv auseinandergesetzt werden. Auch wenn diese Schriften nur schwer zugänglich sind, blieben diese wenigstens erhalten.

Die wohl radikalste Bücherverbrennung erfolgte durch die Nationalsozialisten. Am 10. Mai 1933 konfiszierten und verbrannten diese öffentlich zehntausende Bücher von jüdischen, marxistischen und pazifistischen Schriftstellern. Diese systematische Durchführung einer Bücherverbrennung ist bis heute auf erschreckende Weise einmalig.

Der Grund für die Zerstörung von tausenden Büchern war, dass weder die weltlichen, noch die religiösen Führer akzeptieren konnten, dass es bereits vor ihnen größere und fortschrittlichere Kulturen mit verschiedenen Ansichten und Erkenntnissen existierten. Außerdem herrschte oft keine Toleranz gegenüber anderen Ansichten, Werten, Glaubensvorstellungen und Kulturen. Es ging nicht nur darum ein Volk von der Erdoberfläche zu tilgen, sondern auch sein gesamtes Wissen auszulöschen. Somit können wir nur hoffen, dass die Cloudserver weitestgehend feuerfest sind und die externe Festplatte mit dem letzten Backup nicht verlorenen gegangen ist.

 

Autor: Tibor Mergenthaler

Bild: Dan Mumford - The Lighthouse of Alexandria

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news-1884 Sat, 03 Nov 2018 00:00:00 +0100 Internationale Buchmärkte: Japan https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1884/ Im Land der aufgehenden Sonne ist das Buch (japanisch „Hon“ ()) wie auch in vielen westlichen Ländern das wichtigste Kulturgut zur Überlieferung von Sprache und Schrift. Wie der aktuelle japanische Buchmarkt aussieht und welche Besonderheiten er beherbergt, ist in diesem Artikel kurz zusammengefasst.

 

Größe/Volumen

  • Einwohnerzahl: 126.045.000
  • BIP pro Kopf: ¥ 4.321.000 (33.511€)
  • Anzahl der Verlage: ca. 3.800, davon ca. 2.900 in Tokyo
  • Anzahl von Veröffentlichungen: 70.000 Neuerscheinungen pro Jahr
  • Buchhandel: In Japan gibt es an die 15.000 Buchhandlungen. Einer der bekanntesten Buchläden ist der Kinokuniya, der sich in Shinjuku, Tokyo befindet. Dort kann man auf acht Stockwerken alles von Büchern, Magazinen, Comics bis hin zu Schreibwaren und CDs finden. Im Stadtbezirk Chiyoda in Tokyo gibt es das Gebiet Jimbo-cho, auch bekannt als „Book Town“ (本の街 Hon no Machi). Hier finden sich zahlreiche Verlage und an die 180 Buchläden, die größtenteils gebrauchte Bücher verkaufen.

 

Entwicklung/Trends

  • Entwicklungen des Buchmarktes: Nachdem 2011 ein Erdbeben und Tsunami und die daraus folgende Nuklearkatastrophe von Fukushima den Osten Japans heimsuchte, litt neben den meisten Wirtschaftsmärkten natürlich auch der Buchmarkt. 787 Buchhandlungen wurden durch das Unglück zerstört und die Produktion von etlichen Büchern musste verschoben oder eingestellt werden.
  • Trends und Aktuelles: Nicht allein durch die Katastrophe von 2011 sinkt der Gesamtumsatz der Verlagsbranche Jahr für Jahr. Im Jahr 1996 waren es noch ¥ 2,6 Billionen (20,2 Milliarden €), die die Branche an Einnahmen verbuchen konnte, 2009 sind diese aber schon unter ¥ 2 Billionen (15,5 Milliarden €) gesunken.

 

Produkte

  • Digitaler Markt: Bei der generellen technologischen Fortschrittlichkeit Japans überrascht es kaum, dass Japan oft als Marktführer im Bereich der digitalen Publikation genannt wird. Wie in vielen anderen Ländern führte der Rückgang der Verkaufszahlen von Printerzeugnissen zu einem größeren Fokus auf die Herstellung und den Vertrieb von elektronischen Medien. Ein im Westen eher unbekanntes Format sind hierbei die Handyromane, die sich in Japan an großer Beliebtheit erfreuen. Bereits 2006 vermerkte diese Kategorie Einnahmen von umgerechnet mehr als 30 Millionen Euro.
  • Besonderheiten: Das international bekannteste Produkt aus Japan ist wohl der Manga, der bereits einen großen Markt in Deutschland eingenommen hat und eigene Verlage bzw. Verlagsabteilungen hervorgebracht hat, wie z.B. edmont Manga oder Tokyo Pop. Ein besonderes Format aus Japan ist der Dojinshi (Abkürzung des Begriffes dōjin zasshi (同人雑誌), was so viel heißt wie „Zeitschrift von und für Gleichgesinnte“), der einen selbstverlegerisch veröffentlichten Manga bezeichnet. Für diese Produkte gibt es einen großen Markt, der Fan-Geschichten zu bereits bestehenden Geschichten und Franchises abdeckt, aber auch eigene originale Geschichten hervorbringt. Für viele professionelle Mangaka (Manga-Autoren) ist die Dojinshi-Szene der Startpunkt ihrer Karriere.
  • Buchpreisbindung: In Japan gibt es ähnlich wie Deutschland und Österreich eine wettbewerbsregulierende Buchpreisbindung. Diese Vorgabe betrifft die Produktsektoren Bücher, Periodika, Zeitschriften, Tonträger, Musikkassetten und -CDs. Zusätzlich arbeiten viele Verlage und Händler*innen auf Kommissionsbasis zusammen, was heißt, dass Händler*innen unverkaufte Produkte teilweise retournieren können, was vor allem kleineren Einzelhändlern*innen eine Existenzmöglichkeit bei einer breiten Produktvielfalt ermöglicht.
  • Durchschnittlicher Preis eines Titels: ¥ 1,118 (8,67€) Buchmesse  Eine der größten Buchmessen Asiens, die Tokyo International Book Fair, findet seit 1994 jährlich im Sommer im Tokyo Big Sight statt. Hier können vor allem internationale Aussteller*innen an vier Tagen ihre Produkte und Programme auf dem asiatischen Markt vorstellen.

 

Buchmesse

Eine der größten Buchmessen Asiens, die Tokyo International Book Fair, findet seit 1994 jährlich im Sommer im Tokyo Big Sight statt. Hier können vor allem internationale Aussteller*innen an vier Tagen ihre Produkte und Programme auf dem asiatischen Markt vorstellen.

 

Autorin: Jasmin Einert

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news-1881 Sat, 29 Sep 2018 00:00:00 +0200 Papier – ein Medium mit Zukunft! https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1881/ Es heißt, Papier sei geduldig. Doch eigentlich kann es sich das in Zeiten des digitalen Wandels kaum erlauben. Viele Unternehmen der Papierindustrie haben mit schwindenden Erlösen zu kämpfen und versuchen deshalb neue Wege und innovative Ideen zu finden um weiterhin zu überleben. Die Nachhaltigkeit wird dabei zur Pflicht. Es muss umgedacht und das Papier neu erfunden werden!

Besonders Hersteller*innen von grafischen Papieren haben Schwierigkeiten, da sich die Probleme der Verlage auf die Papierhersteller*innen durchschlägt. Aber auch im beruflichen und privaten Alltag wird weniger Papier benötigt. Kaum noch werden Fotos ausgedruckt und in ein Fotoalbum geklebt oder gar ein Fax versendet. Somit ist der Bedarf an Inkjet-Papieren oder Thermo-Faxpapieren rückläufig. Auch wächst zunehmend das Vertrauen in elektronische Speicher, weshalb der Trend zum papierlosen Büro nicht mehr nur ein Märchen ist.  Das Umdenken in der Branche begann zunächst damit, die Produktivität zu steigern, Prozesse zu optimieren und den Ressourcenverbrauch zu reduzieren. Heute wird jedoch verstärkt nach neuen Märkten und Produkten gesucht. Die derzeitige Lage darf nicht als Krise angesehen, sondern sollte als Chance genutzt werden! 

Wie können Unternehmen also neue Anwendungen für einen alten Werkstoff finden? 

Stora Enso beispielsweise, ein skandinavisches Unternehmen und einer der größten Papier- und Verpackungsmittelhersteller, versucht seine Produktpalette stets zu erweitern. So werden z.B. Mulchpapiere zur Unkrautbekämpfung oder Möbel auf Papierbasis hergestellt. In Zukunft sollen sogar ganze Wohncontainer auf Papierbasis erbaut werden, welche dann in Katastrophengebieten oder Flüchtlingslager verwendet werden können. Computergehäuse aus Pappe statt aus Plastik oder Papier, das seine Farbe mit den Temperaturen wechselt, gibt es heute schon. Papier wird heutzutage auch schon im Automobilbau verwendet, beispielsweise für die Konstruktion von Dächern. Die Forschung steht nicht still. Es wird an Verpackungen für Medikamente gedacht, die sich nach Ablauf des Verfallsdatums verfärben, Pflanzenbeete auf Papierbasis mit eingelegten Samen und Nährstoffen oder aber Gewächshäuser, die statt Plastikplanen beschichtetes Papier verwenden. Auch im Bereich der Lebensmittelindustrie soll Papier mehr zum Einsatz kommen. Kunststoff ist derzeit zwar konkurrenzlos billig aber gerade Biolebensmitteln in Plastik verpackt, schädigen oftmals dem Image. Die Papierindustrie sieht ihre Chancen. Daher wird an aromadichten, wasser- und fettabweisenden Papieren als Verpackung gearbeitet. 

Gegenüber Kunststoff weist Papier klare Vorteile auf. Es wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und lässt sich vergleichsweise problemlos wiederverwerten oder entsorgen. Papier ist leicht, erstaunlich stabil und vielseitig einsetzbar. Zudem wurde der hohe Energie- und Wasserverbrauch in seiner Herstellung in den vergangenen zwei Jahrzehnten kontinuierlich reduziert.

Mit Papier machen wir also noch lange nicht Schluss!   

 

Autorin: Hannah Zobel

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news-1885 Fri, 24 Aug 2018 00:00:00 +0200 DO’S and DON’TS im Satz https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1885/ Egal ob SelfPublisher*in, Mediengestalter*in oder Schriftsetzer*in – jede*r von ihnen arbeitet mal mehr oder weniger mit Satz- und Layoutprogrammen. Diese sind für den*die ein oder andere*n anfangs völliges Neuland und sich in die komplexen Anwendungen einzuarbeiten dauert oftmals eine gewisse Zeit. Um Fehler zu vermeiden und ein harmonisches, gut lesbares Endergebnis zu erzielen ist es deshalb wichtig sich bereits während des Setzens und Layoutens an bestimmte Regeln zu halten. Einige dieser Do’s and Don’ts, werden im Folgenden näher erläutert.

 

1. Der Satzspiegel

DO: Jede Seite braucht einen Weißraumanteil. Deshalb ist beim Anlegen des Satzspiegels darauf zu achten, die Ränder so zu wählen, dass die Seite aufgelockert und luftig wirkt. Beispielsweise können die Randstege auf Basis von Verhältniszahlen ermittelt werden. Typische Verhältnisse sind z.B. 2:3:4:5 oder 2:3:4:6 (Bundsteg:Kopfsteg:Außensteg:Fußsteg).

DON’T: Zu schmale Ränder (Seite wirkt überladen). Ränder zu großzügig gewählt (dies ist nicht sonderlich wirtschaftlich und die Seite wirkt zudem leer).

Fazit: Immer auf ein harmonisches, ausgeglichenes Verhältnis der Ränder achten!

 

2.Die Schriftauswahl

DO: Schriften miteinander kombinieren. Neben dem gestalterischen Aspekt kann die Verwendung verschiedener Schriftarten auch zur Gliederung des Textes beitragen.

DON’T: Zu viele verschiedene Schriftarten. Schriftarten, die sich zu sehr ähneln, wie bspw. Schriften aus der gleichen Klassifikation. Schriften, die zu häufig benutzt werden (wirken langweilig).

Fazit: Sich trauen einzigartige Schriften zu verwenden und zu kombinieren, aber dennoch aufpassen, dass der Mix nicht zu bunt wird!

 

3.Die Mikrotypografie

DO: Darauf achten die richtigen An- und Abführungszeichen zu verwenden, sowie die richtigen Abkürzungen. Auch die Laufweite einer Schrift sollte je nach Schriftgrad angepasst werden um eine optimale Lesbarkeit des Textes zu garantieren (Versalien müssen immer gesperrt werden).

DON’T: Unechte Kapitälchen! Falsche Satzzeichen. Falsche Abkürzungen. Versalien, die nicht gesperrt wurden.

Fazit: Beim Bearbeiten des Textes sollte darauf geachtet werden, dass die richtigen Satzzeichen bzw. Abkürzungen verwendet werden. Ein richtiges Kerning ist genauso wichtig wie die Anpassung der Laufweite.

 

4.Der Umbruch

 

DO: Einzüge verwenden – diese lockern das Schriftbild auf und helfen bei der Orientierung im Text. Manuelle Zeilenumbrüche, geschützte Trennstriche einsetzen.

DON’T: Hurenkinder und Schusterjungen! Löchriger Blocksatz. Zu viele Zeichen pro Zeile. Silbentrennungen im Flattersatz.

Fazit: Auf ein harmonisches, gut lesbares Schriftbild achten, Trennungen ggf. manuell herbeiführen.

 

5.Die Farbauswahl

DO: Kontraste gezielt einsetzen. Farben können ebenfalls als Textauszeichnung verwendet werden, sie erleichtern das Auffinden bestimmter Textstellen oder dienen als Gliederungsebenen.

DON’T: Die Kombination zu vieler verschiedener Farben, Kontraste und Muster.

Fazit: Hier ähnlich wie bei der Schriftauswahl – weniger ist manchmal mehr! Wichtig ist hierbei, sich im Voraus mit der Wirkung bestimmter Farben auseinanderzusetzen.

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news-1882 Sat, 18 Aug 2018 00:00:00 +0200 Internationale Buchmärkte: Finnland https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1882/ Finnland wird oft als "Land der tausend Seen" bezeichnet und ist eines der nördlichsten Länder der Erde. Von der Gesamtfläche sind 69% Wald, 10% Wasser und 8% landwirtschaftliche Nutzfläche. Das relativ raue Klima und die bergige Landschaft im Norden des Landes sind der Grund dafür, warum hauptsächlich der südliche Teil bevölkert ist.

Größe/Volumen

  • Einwohnerzahl: 5,5 Mio. (2017)
  • BIP pro Kopf: 40.261,54€ (2017)
  • Anzahl der Verlage: rund 3500
  • Buchhandel: Seit der Abschaffung der Buchpreisbindung reduzierte sich die Anzahl der Buchhandlungen stark. Ende der 1960er Jahre waren es noch rund 750, so sind es seit 2014 nur noch rund 450. Eine große Rolle spielen Buchhandelsketten, die teilweise den großen Verlagsgruppen gehören. Der Online-Buchhändler "Adlibris" ist Teil der Bonnier-Gruppe. Die Buchhandelskette "Suomalainen Kirjakauppa" wanderte im Sommer 2011 aus dem Besitz der Verlagsgruppe Sanoma Oy zur Verlagsgruppe Otava. Buchhandlungen kaufen den Verlagen ihre Titel ab und dürfen sie nicht zurückgeben.

 

Entwicklung/Trends

  • Entwicklung des Buchmarktes: 2016 betrug der Umsatz der Verlage 239,5 Mio.€. Trotz sinkender Tendenz gilt der finnische Buchmarkt als vergleichsweise stabil. Lehrbücher und Sachbücher machen jeweils ein gutes Drittel des Gesamtumsatzes aus, es folgen belletristische Titel (ca. 16%) sowie Kinderund Jugendbücher (ca. 12%).
  • Trends und Aktuelles: Am meisten gefragt sind nach wie vor belletristische Werke von finnischen Autoren. Kriminalromane aus Finnland erfreuen sich auch in Deutschland großer Beliebtheit.
  • Branchenumsatz: 239,5 Mio. Euro (2016)

 

Produkte

  • Printbücher: Die Abkürzung für Mehrwertsteuer in Finnland ist ALV (arvonlisävero). Der Mehrwertsteuersatz für gedruckte Bücher beträgt 10%. Der allgemeine Steuersatz beträgt 24%.
  • Buchpreisbindung und Co.: Die Buchpreisbindung wurde 1971 abgeschafft. Da keine Preisbindung existiert, können die Buchpreise stark variieren. Ein Hardcover-Band kann an der einen Verkaufsstelle 20 € und an einer anderen 40 € kosten. Taschenbücher hingegen kosten zwischen 6 € und 10 €.
  • Neuerscheinungen pro Jahr: Mit knapp 4.000 Neuerscheinungen im Jahr nimmt Finnland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bei der Anzahl der publizierten Bücher pro Einwohner eine Spitzenposition ein. Die meisten Neuerscheinungen stammen von finnischen Autoren, Übersetzungen aus anderen Sprachen nehmen einen gerinigeren Prozentsatz ein.

 

Nutzer/Kunden

  • Die Buchmesse: "Helsingin Kirjamessut", die Helsinki Book Fair ist das wichtigste Event für Literaturfans und Menschen der Buchindustrie. 80.000 Besucher und 313 Aussteller werden im Jahr 2018 erwartet.
  • Das Kundenverhalten: Literatur liegt den Finnen sehr am Herzen. Jährlich werden über 20 Millionen Bücher verkauft. Durchschnittlich sind das vier Bücher pro Kopf, Kinder mit einberechnet. Rund jeder sechste Finne im Alter zwischen 15 und 79 kauft mindestens zehn Bücher pro Jahr.
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news-1878 Sat, 11 Aug 2018 00:00:00 +0200 Steigende Papierpreise – Gründe und Auswirkungen https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1878/ Seit Anfang des Jahres waren Unternehmen des Papiergroßhandels gezwungen, Preise für Grafische und Office Papiere erneut anzuheben. Der Bundesverband des Deutschen Papiergroßhandels (BVdDP) gibt verschiedene Ursachen für die aktuelle Preisentwicklung an.

Vom Printbedarf entkoppelter Konsum in den Rohmaterialsegmenten Zellstoff und Chemikalien tragen kurz- und langfristig zur Aufwärtsbewegung der Preise bei. Außerdem schränken Importgebühren auf Recyclingqualitäten besonders auf den asiatischen Märkten die Verfügbarkeit ein, reduzieren das Angebot und verursachen eine internationale Steigerung der Papierpreise. Die internationale Kostensteigerung wird von national wachsenden Aufwendungen für Transport entlang der gesamten Transportkette begleitet, forciert u.a. durch den Anstieg von mautpflichtigen Straßen seit Juli 2018.

 

Auswirkungen

Die Marktbeobachtungen des BVdDP zeigen, dass die herstellende Industrie die steigende Preisentwicklung bereits in ihren Erzeugerpreisen abgebildet hat. Parallel dazu nimmt der BVdDP aber auch einen Rückgang des Servicelevels der Industrie wahr, insbesondere im Bereich der fristgemäßen Bereitstellung von Produkten. Hinzu kommen der verstärkte Nachfragerückgang in der Branche und die Versorgung von Frachtkapazitäten in der Vorlieferantenkette, welche zusätzlichen Druck auf die Papierpreise ausüben. Die Bewahrung eines hohen Servicelevels erfordert auf Seiten des Papiergroßhandels aktuell deutlich höheren Einsatz und damit verbundene Kosten.

 

Erhöhungen deutlich kommunizieren

Der Bundesverband des Deutschen Papiergroßhandels dient als Bindeglied zwischen Industrie, Druckereien, dem Handel und Verbrauchern*innen und unterstützt somit die Zusammenarbeit und den branchenübergreifenden Austausch der Marktteilnehmer*innen. Zudem möchte er seine Mitglieder ermuntern, das hohe Servicelevel des Papiergroßhandels so gut wie möglich aufrecht zu erhalten. Insbesondere Druckereien rät der BVdDP dazu, ihren Kunden*innen gegenüber, die Gründe der Preiserhöhungen klar, deutlich und proaktiv zu kommunizieren.

 

Autorin: Hannah Zobel

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news-1883 Sat, 07 Jul 2018 00:00:00 +0200 Printed Smart Devices https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1883/ Am 14.07.2018 fand ein weiteres iP3-Kolloquium an der HTWK statt. Diesmal zum Thema: „Printed Smart Devices – wie man mit konventionellen Druckmethoden interaktive und digitale Produkte erschafft“.

Professor Dr. Lutz Engisch eröffnete die Veranstaltung und kürte zu Beginn die Gewinner*innen der Video-Wettbewerbe „Print your day“ und „Pack your day“, zu denen das iP3 Leipzig Anfang des Jahres aufgerufen hatte.

Danach stellte sich die Referentin Dr. Karin Weigelt, Managing Director von Prismade Labs GmbH in Chemnitz den ca. 50 Zuhörenden vor. Der Vortrag startete mit einem geschichtlichen Exkurs, wie Produkte des Alltags mit elektronischen Kennzeichnungen versehen wurden. Die Produkte sollen dank der Markierung besser in das digitale Leben eingebunden werden. Standorterkennung der Waren, automatische Überwachung des Haltbarkeitsdatums und Diebstahlschutz sind nur einige Anwendungen, die damit verbunden sind.

Die RFID Technik wurde im Jahr 2004 erstmals von der Metro für ihre Artikel verwendet. Bisher konnte sich die Technik aber wegen der zu hohen Kosten für die Chips und das Problem des Nicht-Recyclings, noch nicht flächendeckend durchsetzen.

Das Team der Prismade Labs GmbH hatte die Idee, die Produkte durch elektrisch leitfähige Farbe, die das Spannungsfeld auf dem Handydisplay beeinflusst, zu markieren. Zum Auslesen der gedruckten Strukturen wird das Objekt, zum Beispiel Schachtel, Etikett oder Dokument, auf das Display des Smartphones aufgelegt und mit dem Finger nachgezogen. Das kann auch über die gedrehte Kante passieren. Durch die elektrische Ladung aus Farbe und Finger können Produkte so zum Beispiel authentifiziert werden.

Das Anwendungsspektrum ist sehr groß. Nicht nur die Prüfung der Echtheit der Ware (Markenschutz), sondern auch von behördlichen Papieren wie Fahrzeugbriefe und Urkunden sind möglich. Aber auch zu Marketingzwecken wie Werbung, Gewinnspielen oder interaktive Games ist die Technologie einsetzbar. Es wurden einige Beispiele präsentiert wo die Technologie schon zum Einsatz kommt.

Am Ende des Vortrags wurde noch einiges zur Zusammensetzung und Entwicklung der Firma Prismade Labs GmbH erzählt. Das Chemnitzer Unternehmen startete 2006 mit seiner Entwicklungstätigkeit. Das Hauptaugenmerk liegt darin, für die Umsetzung mit Agenturen, Druckereien und Softwarespezialisten zusammenzuarbeiten. Ab dem Jahr 2016 besteht eine Partnerschaft mit edding International und erlaubte die Erweiterung des Unternehmens, das heute aus zehn Mitarbeitern besteht. edding übernimmt unter anderem sämtliche Vertriebsaufgaben für die Sicherheitslabel, während sich Prismade auf die Technologieentwicklung konzentrieren kann.

 

Autor: Tobias Risse

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news-1879 Sat, 23 Jun 2018 00:00:00 +0200 Totgesagte leben länger! https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1879/ Am 24.05.2018 fand ein weiteres iP³-Kolloquium statt. Unter der Überschrift „Totgesagte leben länger – Mit dem Drucken ist noch lange nicht Schluss!“ hielt Andreas Pieritz einen Vortrag.

Der Vortragende war selbst Student an der HTWK Leipzig (Ing. der Drucktechnik) und arbeitet nun für Europas größten Druckdienstleister: Prinovis. Das Unternehmen gehört zur Bertelsmann Printing Group und besitzt über 300 Kunden, wozu unter anderem bekannte Namen wie Bauhaus und Otto zählen. Zum Portfolio des Unternehmens gehören

  • maßgeschneiderte Lösungen für individuelle Anforderungen rund um die Themen Druck und Kommunikation 
    • Druck und Weiterverarbeitung von Magazinen, Katalogen, Prospekten
    • Digitale Services
    • Werbeagentur und Fotostudios.

Die Umsatzzahlen des Bereichs in dem A. Pieritz tätig ist, sind allerdings weniger erfreulich. Zeitschriften und Kataloge, die im Offset- und Tiefdruck produziert werden, sind seit Jahren rückläufig.

Bei Betrachtung von Diagrammen kommt dann folgende Frage auf: „Warum sind Sie überhaupt noch hier bei den Zahlen?“. „Es kommt nicht darauf an, wie der Markt beschaffen ist, sondern wie das Unternehmen beschaffen ist!“ lautet die Antwort darauf.

Auch wenn sich die Mediennutzung verändert hat, besitzen Kataloge und Zeitschriften ihre Daseinsberechtigung. Ein Printprodukt vermittelt Emotionen und lädt zum Durchblättern und Stöbern ein. Die Aufgabe der Druckindustrie ist es nun, die Produkte geschickt umzusetzen, in ihrer Wertigkeit zu steigern und eine Verbindung zwischen Print und Digital zu schaffen.

Innovative Lösungen und neue Technologien müssen also her!

 

Personalisierung und Kundenansprache im Katalogbereich

Darunter ist nicht nur der Aufdruck einer Anrede/Adresse gemeint. Anhand des Kaufverhaltens und Kundeninformationen können Produkte individuell auf die Käufer*innen abgestimmt werden. Als Beispiel wurde hierfür Engelbert Strauss genannt. Kunden*innen die als Gärtner*in tätig ist oder oft Gärtnerkleidung bestellt hat, erhält somit einen Katalog mit passender Kleidung für Gärtner*innen auf dem Cover.

 

Der gedruckte Katalog kann auch mit Internet und Apps kombiniert werden.

In diesem Medienmix vereinen sich die Vorteile von Print und Digital. Artikel können aus dem Katalog abfotografiert werden und die potentiellen Käufer*innen werden direkt zum Online-Katalog geführt. Die aufwendige Linksuche fällt somit komplett weg und erleichtert das Einkauferlebnis.

VIME ist der Spezialist für die virtuelle 3D Darstellung von Produkten und Menschen. Anwendungsbeispiele hierfür sind „Virtual Me“ und „Virtual Media“:

Virtual Me (Menschenscanning)

  • Modekunden*innen können sich scannen lassen und ihren VIME (3D Repräsentation) virtuell ankleiden. Das daraus resultierende passgenaue Kaufen erhöht die Kundenzufriedenheit und reduziert die Retourenquoten.

 

Virtual Media (Produktscanning)

  • Produkte wie Möbel werden gescannt und realitätsgetreu dreidimensional dargestellt. Ein passendes Sofa kann beispielsweise in allen Variationen und von allen Seiten betrachtet, in einen virtuellen Raum gestellt oder via Augmented Reality ins eigene Wohnzimmer platziert werden. Daraus folgen reduzierte Kosten und Aufwände für Fotografie, reduzierte Vorlaufzeiten dank nahezu Live-Rendering und realistische Texturdarstellung dank eigenentwickeltem Texturscanner.

Die Druckindustrie befindet sich im Wandel und muss sich neuen Herausforderungen stellen, ist aber noch lange nicht totzukriegen. „Mit dem Drucken ist noch lange nicht Schluss!“

 

Autorin: Julia Koschitzki

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news-1856 Thu, 19 Apr 2018 18:28:00 +0200 Internationale Buchmärkte: Niederlande https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1856/ Der kleine Nachbar – auf dem Weg aus der Krise durch großen Zusammenhalt.

Die Niederlande erholen sich aus der Krise und stellen eine neue junge Literaturgarde, die sich sehen lassen kann. Mit vereinten Kräften kommen Verlage und Buchhändler Schritt für Schritt wieder zu Kräften.

 

Größe/Volumen

  • Einwohnerzahl: 16,9 Mio. (Juni 2015)
  • BIP pro Kopf: 662,8 Mrd. Euro (2015)
  • Anzahl der Verlage: 1.480Branchenumsatz: 467 Mio. Euro (2014)
  • Buchhandel: Drei große Buchhandelsketten sind Bruna mit 375 Verkaufsstellen, AKO – hauptsächlich vertreten an Flughäfen und Bahnhöfen, sowie Boekenpartners – eine Einkaufszentrale, welche mit 110 unabhängigen Buchhandlungen zusammenarbeiten. Weiterhin agiert Libris am Markt, welches ein Zusammenschluss von etwa 100 eigenständigen Buchhandlungen ist. Darüber hinaus existiert noch eine Vielzahl sehr kleiner, autarker Buchhandlungen. Der Online-Buchhandel wird zunehmend zu einer Konkurrenz. Trotzdem findet der Verkauf zu 88 Prozent über den klassischen Buchhandel statt.

 

Entwicklung/Trends

  • Entwicklungen des Buchmarktes: Die Krise zur Jahrtausendwende, die sich aus der Wirtschaftskrise entwickelte und sich auf die Buchbranche ausweitete, verringert den Umsatz innerhalb von acht Jahren um 30 Prozent. Nun haben sich die Zahlen wieder stabilisiert. Vor der Krise setzten die Buchhandlungen auf große Flächen, die sie nicht mehr bezahlen konnten. Pleiten waren vorprogrammiert. Durch die Unterstützung der niederländischen Bevölkerung, welche ihre Buchläden nicht verlieren wollte, wurden Buchhandlungen auch über Crowdfunding gefördert. So konnten unter anderen von 22 Filialen der pleitegegangenen Polaris-Kette 16 Standorte zu unabhängigen Buchhandlungen umgewandelt und somit gerettet werden. Das E-Book-Geschäft entwickelte sich von 2010 mit einem Prozent auf 5,4 Prozent im Jahr 2014.Trends und Aktuelles: Führende Vertreter der Branche sehen eine Vielzahl zukunftsweisender neuer Konzepte und Neueröffnungen auf dem Buchmarkt, welche diesen wieder dynamisch machen.
  • Umsatz des Buchmarktes: Die Umsätze haben sich seit 2014/2015 auf rund 500 Mio. Euro stabilisiert. Kapazitäten und Potenziale: Als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2016 hat sich die lebendige literarische Szene der Niederlande mit einer Menge junger Autoren präsentiert. Auch dadurch zeigte sich ein Aufschwung in der Branche.

 

Produkte

  • Printbücher vs. E-Books: Für gedruckte Bücher gibt es in den Niederlanden eine gesonderte Mehrwertsteuer von 6 Prozent, welche für E-Books nicht gewährt wird. Diese werden mit den gängigen 21 Prozent belegt. An den enormen 15 Prozent Unterschied erkennt man den hohen Stellenwert des haptischen Produktes.
  • Besonderheiten: Dadurch, dass in den Niederlanden der Zusammenhalt innerhalb der Branche groß ist, konnte der ausländische Onlineriese Amazon sich am Buchmarkt nicht etablieren. Unter amazon.nl finden sich hauptsächlich E-Books.
  • Spezielle Vereine/Verlagsbunde/…: Es gibt die Stiftung „Collectieve Propaganda van het Nederlands Boek“ – abgekürzt CPNB – die sich für die Förderung niederländischer Bücher einsetzt. welche durch ihre Aktionen für die Leseförderung einen einschneidenden Anteil an der Präsenz des Buches hat.
  • Buchpreisbindung und Co.: Seit 2005 legen die Verlage und Grossisten die Ladenpreise fest, was sich inzwischen auch in einem Gesetzestext wiederfindet. Bis dato gab es lediglich eine Absprache zwischen Verlag und Buchhändler. In den Niederlanden liegt der Preis für ein Buch im Durchschnitt bei etwa 13,00 Euro.

 

Nutzer/Kunden

  • Die Buchmesse: Es finden im Jahr zwei große Buchmessen in Amsterdam statt. Die „Manuscripta“, welche im September von Antiquaren und Buchhändlern veranstaltet wird, bietet dem Buch über 20 Tage eine Bühne. Zusätzlich wird die Amsterdam „Antiquarian Book, Map & Print Fair“ im Oktober veranstaltet, die von dem CPNB organisiert wird. Das Kundenverhalten: In den Niederlanden liegt das Sachbuchsegment mit 43 Prozent an der Spitze der verkauften Bücher – knapp gefolgt von Belletristik (38 Prozent) und dem Kinderbuchsegment (16 Prozent), wobei hier die Schulbücher nicht betrachtet wurden. Im Import sind vor allem die englischen Originalversionen führend und machen damit auch niederländischen Übersetzungen Konkurrenz. Für deutsche Bücher gibt es beim kleinen Nachbarn nicht annähernd die Nachfrage, wie es umgekehrt der Fall ist. Spezielle Traditionen: Seit den 1930er Jahren gibt es in den Niederlanden jedes Jahr im März die Buchwoche („Boekweek“), welche eine der effektiven Kampagnen der CPNB zur Steigerung des Ansehens von Büchern und Buchhändlern ist. Jedes Jahr wird dafür ein nationaler Autor ausgewählt, rund 100 Seiten Text zu schreiben, um den entstandenen Titel beim Kauf eines über 12,50 € teuren Buches kostenfrei dazuzugeben. Auch gibt es Kooperationen mit der Bahn, die eine kostenlose Fahrt durch dieses Gratisexemplar ermöglicht. Hieran kann man einmal mehr die Wertschätzung für das gedruckte Buch in den Niederlanden erkennen.
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news-1871 Sat, 14 Apr 2018 00:00:00 +0200 Das Veredelungslexikon – Projekt der Studierenden https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1871/ Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten Produkte, wie zum Beispiel Bücher, Werbemittel oder Verpackungen, so zu verändern, dass sie hochwertiger und repräsentativer erscheinen. Dabei wird von der Veredelung im Druckbereich gesprochen. Im Jahr 2011 entstand die Idee all diese Möglichkeiten in einem gesamten Werk zu sammeln und festzuhalten - das Veredlungslexikon wurde geboren. Durch die Zusammenarbeit von damaligen Studenten wurde die zu dem Zeitpunkt schon vorhandene Online-Version als haptisches Produkt weiterentwickelt. Das Lexikon wir auch als „Musterbox“ bezeichnet und besteht dabei aus vier unterschiedlichen Fächern, die jeweils für die Technologien Beschichten, Umformen, Trennen und Fügen stehen. Jeder einzelne Fächer enthält somit die vielen verschiedenen Techniken mit Informationen über Wirkung, Einsatzmöglichkeiten, Grenzen und Kostenabschätzung. Außerdem sind zu jeder Veredelungsmöglichkeit passende Test- und Showelemente erstellt wurden, die die Veredelung optisch und haptisch demonstrieren. Die komplette Musterbox beinhaltet insgesamt 32 Techniken, die durch das optimale Design immer wieder erweitert werden können.

Im Jahr 2014 wurde das Veredlungslexikon Teil des PR-Projekts im Modul Projektmanagement des Studiengangs Buch- und Medienproduktion. Das Team, dass das „VLex“ betreut, organisiert, verwaltet und führt dabei das Marketing, die Bestellungen, die handgefertigte Produktion und den Versand durch.

Ein Bespiel für das Veredeln durch Trennen ist das Lasergravieren. Durch das partielle Abtragen der Materialoberfläche mittels Laserstrahl, werden visuelle und haptische Effekte erzeugt. Dabei können filigrane Strukturen, Schriften, Logos und Ornamente dargestellt werden. Außerdem kann negativ graviert und unterschiedliche Höhen erzielt werden. Das Lasergravieren wird für besondere oder einmalige Anlässe eingesetzt, wie beispielsweise für Einladungs- und Glückwunschkarten, Mailings, Programmhefte, Visitenkarten, aber auch für hochwertige Bücher, Schuber, Mappen und Geschenkverpackungen.

Eine Veredlungsmöglichkeit durch Umformen ist das Verfahren Microembossing. Die Technik ordnet sich zwischen dem Planprägen und dem Strukturprägen ein und wird häufig als Heißfolienprägen realisiert. Bei der Anwendung als Blindprägung können beispielsweise auch Lackflächen mit einer Mikrostruktur versehen werden. Feinste Strichzeichnungen, Linienmuster oder Raster, die im Mikrometerbereich liegen, können gut auf flächigen Motiven umgesetzt werden. Durch die unterschiedlichen Oberflächenstrukturen ändert sich der Reflexionswinkel des einfallenden Lichts und dadurch werden durch die auftretende Licht-Schatten-Wirkung interessante Effekte erzielt, die den Eindruck bewegter Bilder hinterlassen können. Dabei kann auch eine holografieähnliche Wirkung entstehen. Durch das aufmerksamkeitsstarke Gestaltungmittel des Microembossing wird vor allem Hochwertigkeit und Exquisität vermittelt. Die Technik wird beispielsweise bei Umschlägen von Special-Interest-Zeitschriften sowie Werbematerial und Verpackungen für Premiumprodukte, wie Parfüm und Uhren, eingesetzt.

Weitere Informationen finden Sie auf der projekteigenen Website www.veredelungslexikon.de. Hier kann auch die Musterbox mit allen Veredelungstechniken für 59,00 € erworben werden. Schüler, Studierende und Auszubildende bekommen die Box ermäßigt für 25,00 €. Das Team des Veredelungslexikons ist ebenfalls auf Facebook vertreten und informiert Sie dort regelmäßig über Neuigkeiten, Projektabläufe, Herstellung und so manch schöne Veredelung.

 

Autorin: Lisa Herrmann

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news-1860 Sat, 07 Apr 2018 00:00:00 +0200 Internationale Buchmärkte: Rumänien https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1860/ Das Gastland der Leipziger Buchmesse 2018

„Rumänien gehört zu den Ländern, wo man sich jeden Tag fragt, ob es sich weiterhin lohnt, hier zu bleiben oder ob man gehen muss. Alle meine Freunde und Bekannten stellen sich diese Frage ständig. Aber Rumänien ist nicht nur ein Land, in dem es oft unangenehm ist zu leben, es ist auch ein interessantes Land, ein Land, in dem man sich nie langweilt, wo man von Erniedrigung und Beleidigung in Erniedrigung und Beleidigung gerät. Wo man jeden Tag Dingen begegnet, die für einen satirischen Autor ein gefundenes Fressen wären.“ - Mircea Cǎrtǎrescu (bekanntester lebender Schriftsteller Rumäniens)

 

Größe/Volumen:

  • Einwohnerzahl: 19,8 Mio.
  • BIP pro Kopf: 8.430 €
  • Anzahl der Verlage: 6.300 Verlage
  • Buchhandel: In Rumänien gibt es nur sehr wenige kleine unabhängige Buchhandlungen. Die Kette „Cărturești Carusel“ lockt Kunden mit Buchkaufhäusern in tollem Ambiente an, die teilweise sogar über mehrere Stockwerke verteilt sind. Großhändler gibt es nicht. Der Humanitas Verlag, neben Polirom der größte des Landes, besitzt eine Buchhandelskette. Buchhandlungen auf dem Land sind selten.

 

Entwicklung/Trends:

  • Entwicklungen des Buchmarktes: Nach der Wirtschaftskrise von 2008 sind die Auflagen drastisch gesunken, der Buchmarkt erholt sich davon nur langsam. Mehr als 1000 Exemplare werden selten von einem literarischen Titel verkauft, lediglich bei Übersetzungen vor allem aus dem Englischen ist es anders.
  • Trends und Aktuelles: In Rumänien werden rund 20 Millionen Bücher pro Jahr verkauft, theoretisch eines pro Einwohner*in. Doch die Zahl der aktiven Leser*innen ist weitaus geringer. Bei einem Durchschnittslohn vom 500 € bleibt wenig Geld für Lektüre übrig. Die Literarturszene in Rumänien ist jedoch vielfältig. Mit rund 40 Neuerscheinungen, die ins Deutsche übersetzt wurden, waren Rumäniens Schriftsteller*innen auf der Leipziger Buchmesse vertreten.
  • Branchenumsatz: Schätzungsweise 60 Mio. Euro pro Jahr – das ist weniger als der Jahresumsatz eines Verlages wie Rowohlt.

 

Produkte:

  • Printbücher vs. E-Books: Da Rumänien im EU-Vergleich das Land mit dem geringsten Bücherkonsum ist, liegt es nahe, dass sich das Rezipieren von E-Books auch in Grenzen hält. Gedruckte Bücher werden in Rumänien generell lieber gelesen.
  • Besonderheiten: Ausländische Autoren*innen werden im rumänischen Buchhandel deutlich mehr verlegt als die Einheimischen. Das liegt zum einen an der guten PR und daran, dass rumänische Verlage, was ihre Auflagenzahlen angeht, sehr vorsichtig geworden sind. Während es 1989 mit 300.000 Exemplaren pro Titel paradiesische Zeiten waren, sind die Auflagenzahlen heute drastisch gesunken und die Verlage auf einem neuen Tiefstand angelangt.
  • Spezielle Vereine/Verlagsbunde/...: Der Schriftstellerverband Rumäniens bietet seinen Mitgliedern Veröffentlichungsmöglichkeiten, beste Kontakte zu Verlagen, zahlreiche Stipendien, eine 50 Prozent höhere Rente und vieles mehr. Im Zuge dessen erhält er zwei Prozent vom Preis jedes verkauften Buches. Auch der Staat unterstützt die Institution mit einem jährlichen Fördergeld von 700.000 Euro, um neue literarische Zeitschriften zu publizieren. Doch viele der jungen Autorinnen und Autoren gehören dem Schriftstellerverband nicht an, da sie ihn für undurchsichtig halten. Er sei ein Ausbund des Klientelismus und nicht vertrauenswürdig. Daher haben sie sich selbst organisiert und vor drei Jahren eine eigene Vereinigung gegründet, die sich ihrer Meinung nach besser für die Interessen der Autoren und Autorinnen einsetzt und für gerechte Entlohnung sorgt.
  • Buchpreisbindung und Co.: Die Bücher in Rumänien sind nicht preisgebunden, daher können die Händler selbst über die Preispolitik entscheiden. Die Mehrwertsteuersätze für Print und E-Books liegen bei 9%.
  • Durchschnittliche Auflage eines Buches: 1.000 bis 1.500 Exemplare pro Titel

 

Nutzer/Kunden:

  • Die Buchmesse: In Bukarest finden zwei Buchmessen statt. Zum einen „Bookfest“ und zum anderen „Gaudeamus“. Dieses Jahr findet „Bookfest“ vom 30.5.18 bis 3.6.18 statt und wird von der „international publishers association“ organisiert. „Gaudeamus“ ist eine internationale Buch- und Ausbildungsmesse. Sie fand im November 2017 statt und wurde vom Hörfunk Radio România organisiert. 125.000 Messebesucher und rund 300 Austeller*innen konnte die Veranstaltung im letzten Jahr verzeichnen.
  • Das Kundenverhalten: Rumäniens Bevölkerung ist nur schwer zum Lesen zu begeistern. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen wurde das landesweite Netz von Buchfilialen nach 1989 komplett zerstört. Sicherlich gibt es noch große Buchhandlungen in den Städten, wovon 70% der Buchverkäufe auf Bukarest fallen. In den ländlichen Regionen gibt es allerdings kaum Buchhandlungen mehr, was somit auch zur Folge hat, dass es dort nur noch eine kleine Leserschaft gibt. Ein weiterer Grund ist die Besteuerung durch die Regierung. Jemand aus der Mittelschicht hat nicht viel Geld über für Unterhaltung und wenn doch, dann wird das Geld lieber für anderes als Bücher ausgegeben.
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news-1855 Sat, 17 Mar 2018 00:00:00 +0100 Outsourcing und Offshoring im Verlagswesen https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1855/ Ist Outsourcing der Schlüssel zum Erfolg? Können Verlage auch ohne den Schritt der Auslagerung von bestimmten Teilen oder kompletten Arbeitsbereichen in der Zukunft noch überleben?

Nur wenn Verlage kostenintensive Arbeitsprozesse jenseits von Programmarbeit und Titelvermarktung an Dienstleister auslagern, sichern sie langfristig das eigene Bestehen im Markt. In vielen Bereichen der Wirtschaft gehört Outsourcing und Offshoring von bestimmten Bereichen der Produktion bis hin zur gesamten Produktion bereits zur Tagesordnung. Besonders der niedrige Preis spricht oft für das Outsourcen von Produktion und Dienstleistung. Doch was bedeutet das für die Qualität der Produkte? Rechtfertigt ein niedriger Preis möglicherweise eine schlechtere Qualität? Was spricht für das Outsourcing und was spricht dagegen?

In der Verlagsbranche werden Satz und Druck teilweise in andere Firmen ausgelagert, diese sind aufgrund der Globalisierung nicht nur im Inland, sondern häufig auch im Ausland ansässig. Die Verlage liefern oftmals nur noch die Vorgabe, geben Korrekturanweisung und nehmen die Produkte ab

Das größte Problem von Offshoring im Verlagsgeschäft können die fehlenden Sprachkenntnisse der Dienstleister sein. Diese verursachen meist zu Beginn einen erheblichen Kostenfaktor.

Ein wesentlicher Vorteil ist wie bereits angesprochen der niedrige Preis. Besonders Personalkosten werden drastisch reduziert, zudem fallen Zahlung von Feiertags- oder Schichtzuschlägen weg. Diese Kosteneinsparungen führen zu einer neuen Wettbewerbsfähigkeit des Verlags. Ein weiterer enormer Vorteil ist die Zeitersparnis, welche ein Verlag durch die Auslagerung bestimmter Produktionsteile erzielt. Die Aufbereitung und Umwandlung von Daten ist aufwendig und nimmt viel Zeit in Anspruch. Lagert ein Verlag diese Tätigkeit an externe Dienstleister, die zudem den Datentransfer zur Druckerei übernehmen, erzielen Verlage eine Zeitersparnis von ca. 90 Prozent.

Im klassischen Verlag fallen Aufgaben wie Lektorat, Korrektorat, Satz, Layout, Druckereiauswahl, Logistik, Erwerben von Rechten und Lizenzen, Marketing, Vertrieb, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit usw. an. Wenn Verlage all dies gewissenhaft befolgen, werden sie schnell zu dem Schluss kommen, sich auf ihre eigenen Stärken zu besinnen: Gute Programme, erfolgreiche Autoren und eine effektive Vermarktung ihrer Titel. Alles andere stellt unnötigen Ballast dar, den Dienstleister effizient erledigen können: Don’t do it yourself!

 

Autorin: Vanessa Schlimpert

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news-1880 Sat, 17 Mar 2018 00:00:00 +0100 Amazon Publishing im stationären Buchhandel – Wie der Verlag des Online-Riesen in die Buchhandlungen einzog https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1880/ Im Jahr 2009 in den USA gestartet ist „Amazon Publishing“ der Verlag von Amazon.com und veröffentlicht Belletristik sowie Sachbücher. Heute ist er ein Verlag mit Lektoren in den Vereinigten Staaten und Europa. Der Verlag verfügt über 15 Imprints, wobei die deutschsprachigen Titel in den Verlagsmarken Edition M., Tinte & Feder, Montlake Romance und 47North erscheinen.

Zusätzlich vertreibt der Online-Riese Amazon.com mit „Amazon Books“ Bücher in den USA seit Ende 2015 auch stationär und kann seitdem 13 Buchhandlungen, unter anderem in New York, Los Angeles und Chicago verzeichnen.

Ende November 2017 zog Amazon Publishing in den stationären Buchhandel ein und schloss damit eine weitere, entscheidende Vertriebslücke. Seit dem 28.11., ermöglicht Amazon seinen Kunden bestimmte Amazon Publishing-Titel, welche bisher ausschließlich online erhältlich waren, bei ihrem Buchhändler des Vertrauens zu bestellen. Dieser Service wird seither von Buchhändlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Südtirol, Luxemburg, USA und Japan angeboten. Diese können die gewünschten deutschsprachigen Titel dann ganz einfach für ihre Kunden über das Barsortiment Koch, Neff & Volckmar GmbH (KNV) ordern.

Dominic Myers, Europachef von Amazon Publishing, äußert sich dazu wie folgt: „Wir bei Amazon Publishing wollen Kunden genau die Bücher anbieten, die sie gerne lesen möchten – im richtigen Format zum richtigen Zeitpunkt. Deshalb freuen wir uns, dass Leser Amazon Publishing Bücher nun jederzeit wie gewohnt über unsere Amazon Webseiten erhalten, diese ab sofort aber auch in ihrer Lieblingsbuchhandlung vor Ort bestellen können". Weiterhin sagt er, dass mit rund 800 Titeln ein umfassendes Verlagsprogramm für jeden geboten wird. Bücher, deutscher und internationaler Autoren, die den Leser einladen mitzufühlen, zu lachen oder das Herz jedes Krimi- und Thriller-Fans höherschlagen lassen.

Die meisten Imprints repräsentieren nämlich eine Auswahl an Liebesromanen (Montlake Romance), Krimis & Thriller (Edition M), Fantasy & Science Fiction (47North) aber auch zeitgenössiche und historische Romane (Tinte & Feder) sind bei Amazon Publishing zu finden.

Der Einzug von Amazon Publishing in die Buchhandlungen sorgt für Diskussionsstoff, stellt allerdings derzeit noch kein Problem für die Buchhändler dar. Dafür sind die Amazon Publishing-Titel schlicht noch zu unbedeutend. Dennoch wäre es denkbar, dass bedeutende Autoren ihre Titel eventuell irgendwann bei Amazon Publishing veröffentlichen. Die Entwicklung des Verlags bleibt dahingehend abzuwarten.

Einige Buchhandlungen sind sichtlich positiv gestimmt, was den Einzug von Amazon Publishing in ihre Filialen betrifft. Sie fragen regelrecht nach den Amazon Publishing-Titeln und möchten die Nachfrage ihrer Kunden bedienen, so Friederike Hiller, Deutschlandchefin des Amazon Verlags gegenüber dem Börsenblatt.

Auch die Internetgemeinde findet: ein bemerkenswerter Schritt. Wir sind und bleiben gespannt!

 

Autorin: Mia Tscheu

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news-1877 Sat, 03 Mar 2018 00:00:00 +0100 Paradigmenwechsel – Augmented Reality https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1877/ Die damalige Erkenntnis, dass die Erde keine Scheibe ist, sondern eine Kugel, die Entwicklung erster Rechner in den 40er Jahren, die Erfindung des Rades oder die Ablösung der klassischen Mechanik durch die Relativitätstheorie und Quantenmechanik sind nur Beispiele für viele, in der Vergangenheit stattgefundene, Paradigmenwechsel, welche die Denkweisen und Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Theorien grundsätzlich verändert haben. All diese Fortschritte setzten sich nicht kurzzeitig durch, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg. Gegner neuer Erkenntnisse starben allmählich aus und die neue Generation machte sich von vornherein mit der Wahrheit vertraut. So beschäftigt sich die Forschung zwar schon seit 1980 mit der Technologie der „Erweiterten Realität“ und doch wird die Zukunft noch ungeahnte Möglichkeiten bieten.

 

Was ist Augmented Reality (AR)?

Die eigene Umwelt mit zusätzlichen Informationen, wie 3-D Objekten, Videos, Bildern, Texten, Orten oder Personen zu erweitern, das ist Augmented Reality. Sie schlägt eine Brücke zwischen digitaler und realer Welt und lässt so eine ganz neue Form der Mensch-Computer-Interaktion zu. Virtuelle Objekte werden lagegerecht und in Echtzeit per Smartphone, Tablet, Datenbrille oder Computer mittels der passenden Augmented Reality Software (vor allem Apps) in die reale Umwelt eingebunden. Nicht zu verwechseln ist AR mit Virtual Reality (VR). Während bei AR die reale und virtuelle Welt verschmelzen, entstehen bei VR hingegen separat virtuelle Welten, die von der echten Realität abgekoppelt sind. Das Anwendungsgebiet beider Technologien ist dementsprechend verschieden.

 

Wo wird Augmented Reality eingesetzt?

Dem Einsatz von AR sind keine Grenzen gesetzt. Eine Möglichkeit, die Frank Bayerl (Geschäftsführer von Fröbus aus Köln) am 14.12.2017 auf dem IP3-Kolloquium an der HTWK Leipzig vortrug, ist „die virtuelle Vitrine“. Besonders alte und wertvolle Bücher werden digitalisiert und somit ein Faksimile (originalgetreue Nachbildung oder Reproduktion eines Druckerzeugnisses) mit unglaublicher Detailtreue und Farbauthentizität erstellt. Damit dieses dem Betrachter so gut wie möglich zugänglich gemacht werden kann, wird das Original in eine Vitrine gelegt und das Faksimile auf die vordere Scheibe der Vitrine projiziert. So ist es möglich, das Buch „anfassbar“ zu machen, man kann darin blättern, Teile vergrößern oder verkleinern und interessante Zusatzinformationen erhalten. Es entsteht eine einmalige Verbindung des Originals mit der neu erschaffenen virtuellen Realität.

Besonders von Bedeutung ist Augmented Reality auch für die Industrie 4.0. Die Wartung und Reparatur von Maschinen kann erheblich erleichtert werden. Die immer komplexer werdenden Maschinen benötigen hochqualifizierte Mitarbeiter und schnelle Daten. Dank AR kann die Ursache direkt an der Maschine herausgefunden werden. Durch die Erfassung eines an der Maschine angebrachten Markers, der beispielsweise mit einem Tablet eingescannt wird, wird das dafür vorgesehene Programm gestartet worüber entschieden werden kann welche Handlungen ausgeführt werden sollen. Über das Tablet können benötigte Schritte zur Reparatur eingeleitet, eine visuelle Anleitung zum Wartungsprozess angesehen oder Ersatzteile umgehend bestellt werden. Somit sparen sich Unternehmen viel Geld und Zeit.

Die genannten Beispiele sind nur ein kleiner Einblick in die Welt der erweiterten Realität. Was die Zukunft für uns bereit hält, wissen wir nicht. Allerdings werden früher oder später alle Nutzer mit dieser Technologie in Berührung kommen, da Augmented Reality ein neues Zeitalter des Konsums und des Kommunikationsverhaltens einleiten wird. Vielleicht werden sogar die Bildschirme von PCs und Smartphones einmal abgelöst und komplett durch Brillengestelle oder Kontaktlinsen, die mit der nötigen Technologie ausgestattet sind, ersetzt.

 

Autorin: Hannah Zobel

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news-1876 Fri, 16 Feb 2018 20:24:00 +0100 Vegane Bücher aus Graspapier https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1876/ Das Medienunternehmen „Matabooks“ stellt erstmalig umweltfreundliche und nachhaltige Bücher aus Graspapier her.

Die Herstellung von veganen Büchern aus Graspapier ist das, im Jahr 2017 ins Leben gerufene, Herzensprojekt vom Matabooks-Gründer Kay Hedrich. Er absolvierte eine Ausbildung zum Mediengestalter, arbeitete in einer Druckerei, studierte an der HTWK Buch- und Medienproduktion im Bachelor und Medienmanagement im Master. Mit der Zeit begann er, alle Prozesse in der Branche zu verstehen und kritisch zu hinterfragen. „Wir Menschen verbrauchen so viele Rohstoffe, dass derzeit anderthalb Erden nötig wären, um unsere Bedarfe zu decken“, betont der Inhaber und Gründer. Matabooks bringt den Menschen ein nachhaltiges Konsumverhalten näher und setzt dafür im Bereich der Buchproduktion an, um etwas zu verändern. Keine tierischen Bestandteile, kein Leder und keine aufwendigen Veredelungen – Matabooks sind nachhaltig, vegan und können zu 100% Mutter Natur zurückgegeben werden.

 

Wie ist das Innovative an der Idee?

Im Mai 2015 konnte bestätigt werden, dass Gras für die Produktion von Wellpappe, Karton und grafischen Papieren eingesetzt werden kann. Aus diesem Werkstoff wurden jedoch bisher ausschließlich Verpackungen hergestellt. Für die Buchproduktion spielte Gras noch keine Rolle. Daher entstand bei Matabooks die Idee, Bücher zu entwickeln, die nicht nur eine verbesserte Ökobilanz aufweisen, sondern auch frei von tierischen Bestandteilen sind und den technischen Anforderungen einer Buchproduktion gerecht werden. Matabooks stellt als einziges Unternehmen vegane Bücher aus Graspapier her. Diese Weltneuheit wurde auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse vorgestellt. Darüber hinaus gibt es zwar Umweltpapiere, jedoch keine ganzheitliche Betrachtung der Buchproduktion unter Umweltaspekten. Matabooks durchbricht die bisherigen Standards im Bereich der Buch- und Medienproduktion und setzt dadurch komplett neue Maßstäbe.

 

Wie setzt ihr eure Idee um?

Matabooks ist das erste Unternehmen, das vollkommen vegane Bücher aus Graspapier herstellt. Das Wort „vegan“ mag in diesem Zusammenhang verwirrend erscheinen, da es sonst hauptsächlich für eine auf Pflanzen basierte Ernährungsweise ohne tierische Produkte steht. Doch genauso wie viele Lebensmittel, Bekleidungstextilien und Kosmetikartikel, enthalten auch herkömmliche Bücher oft versteckte tierische Bestandteile. Matabooks betrachtet die gesamten Prozesse der Buchproduktion unter Umweltaspekten. Dies geschieht dadurch, dass sämtliche Produktionsschritte und Veredelungsverfahren hinsichtlich ihrer Ökobilanz ausgewählt werden (Indikatoren sind dabei bspw. Wasserverbrauch, Energieverbrauch, Immissionen in Luft und Wasser, sowie die Recyclingfähigkeit der Materialien). Des Weiteren verwenden wir Biofarben und Klebstoffe, welche auf Wasser (Dispersion) basieren, sowie das innovative Material Graspapier.

 

Ist ein Buch nicht immer vegan?

Um zu verstehen, wie Bücher ‚veganisiert‘ werden können, ergibt sich zuerst folgende Frage: „Wie kommen eigentlich tierische Bestandteile in Bücher?“. Die Antwort gliedert sich in drei Teile:

Bei dem Binden von Büchern wird u. a. sog. Knochenleim (Glutinleim) verwendet. Dieser Klebstoff besteht aus tierischen Bestandteilen, welche durch Auskochen von Knochen, Häuten und Leder entstehen. Die Ausgangsmaterialien werden getrocknet, zerkleinert, entfettet und mit einer Kalklösung behandelt. Anschließend wird das gewonnene Kollagen in Glutin überführt.

Druckfarben im Offsetdruck bestehen aus Pigmenten, Harzen, Mineralölen und Additiven. Zur Herstellung von Pigmenten werden u. a. organische Farbstoffe verwendet. Diese bestehen teilweise aus dem Farbstoff Karmin (E120), welcher aus Läusen (in Europa Cochenilleschildläusen) hergestellt wird. Für die Herstellung des Farbstoffes werden die Läuse auf ausgewählten Pflanzen gezüchtet, „geerntet“, getrocknet und in Wasser (unter Zusatz von Schwefelsäure) ausgekocht.

Als Ausgangsmaterial für Bucheinbandmaterialien aus Leder dienen überwiegend Tierhäute. Bei der Lederherstellung durchlaufen sie verschiedene mechanische und chemische Prozesse. Die Ober- und Unterhaut wird von der Lederhaut entfernt, wodurch ‚Blöße‘ entsteht. Diese wird gesäubert, enthaart, mit Schwefelnatrium gebeizt und anschließend maschinell gespalten. Ziegenleder ist das am häufigsten verwendete Bucheinbandmaterial und wird aus Häuten von verschieden afrikanischen, indischen oder europäischen Ziegenrassen gewonnen. Weitere Lederarten bestehen aus Häuten von Rindern, Schafen, Schweinen und Savannenziegen.

 

Ist ein Buch auch nicht immer umweltfreundlich?

Nicht zwingend. Die Herstellung von Holzzellstoff ist leider nicht sehr nachhaltig und birgt viele ökologische und ökonomische Nachteile, zum Beispiel dadurch, dass:

  • jedes Jahr ca. 15 Millionen Hektar Wald geschlagen werden. Das entspricht der dreifachen Fläche der Schweiz.
  • jeder fünfte Baum, der gefällt wird, in die Papierherstellung gelangt. • Deutschland in einem Jahr so viel Papier verbraucht wie Südamerika und Afrika zusammen.
  • der Pro-Kopf-Verbrauch von Papier in Deutschland bei ca. 250 kg liegt; der weltweite Durchschnitt bei ca. 50 kg.
  • lediglich 17 Prozent der für den deutschen Papierverbrauch eingesetzten Holzmenge aus heimischen Wäldern stammen. Der Großteil wird aus dem Ausland importiert. Die wichtigsten Produktionsländer sind dabei Schweden (20,7 %), Finnland (18,4 %) und Brasilien (7,7 %).
  • durch die Handelsstrukturen nicht immer gewährleistet werden kann, dass das Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt.
  • Holz aus Aufforstungsprojekten nur bedingt als umweltfreundlich zu betrachten ist. Denn der praktizierte Anbau als Monokulturen bietet keinen Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen und zerschneidet/zerstört häufig deren natürliche Habitate.
  • das Holz im Schnitt 4.000 km unterwegs ist, bis es in der Papierfabrik ankommt. Dies verursacht einen hohen CO2-Ausstoß.
  • zur Herstellung einer Tonne Holzzellstoff mehr Energie verbraucht wird als zur Herstellung von einer Tonne Stahl.
  • bei der Holzzellstoffherstellung Chemie benötigt wird, um das Lignin aus dem Holz zu entfernen.
  • für die Herstellung von einer Tonne Holzzellstoff über 5.000 Liter Wasser verbraucht werden.

 

Warum verwendet Matabooks Graspapier?

  • Im Gegensatz zu Holzzellstoffpapier besitzt Graspapier aufgrund folgender Faktoren eine gute Ökobilanz:
  • Der Rohstoff Gras ist, im Gegensatz zum Zellstoff, ein reines Naturprodukt und in Deutschland in ausreichend großer Menge vorhanden.
  • Selbst bei intensiver Nutzung dieser Flächen kann die Artenvielfalt gewährleistet werden.
  • Gras wird bei der Ernte nicht zerstört und wächst immer wieder nach.
  • Gras besitzt von Natur aus wenig Lignin. Daher wird keine Chemie bei der Herstellung eingesetzt.
  • Die Einsparung an CO2 beträgt 75%.
  • Die Herstellung von Graszellstoff erfordert gegenüber Zellstoff einen geringeren Energieeinsatz, wodurch bei der Produktion 80% der Energie eingespart werden können.
  • Das Gras für die Produkte von Matabooks wird in der näheren Umgebung der Papierfabrik geerntet – der Transportweg liegt im Schnitt nur bei 100 km.

 

Welche Projekte sind außer Graspapierbüchern noch geplant?

Derzeit arbeiten wir an der Entwicklung von Lesezeichen und Büchern aus Samenpapier. Diese Publikationen aus Naturmaterialien können nach dem Lesen kompostiert und die Materialien so der Natur wiedergegeben werden. Da das Papier mit Samen von bunten Wildblumen oder Baumpflanzen bestückt ist, wachsen später neue Pflanzen, wo das Buch kompostiert wurde. Diese Teilnahme am Lebenskreislauf der Natur ist für Matabooks eine Priorität und ein Herzensprojekt.

 

Was steckt hinter dem Namen „Matabooks“?

Der Name Matabooks leitet sich von dem Wort „Mutter“ in der indischen Ursprache Sanskrit ab. Für den Gründer für Matabooks ist er der Ausdruck von Respekt gegenüber „Mutter Natur“.

Wie trägt Matabooks zur sozialen Nachhaltigkeit bei?

Es ist uns wichtig, auch soziale Komponenten mit in das Konzept von Matabooks einfließen zu lassen und gerade jungen Menschen Möglichkeiten zu geben, ihre Ideen mit unserer Hilfe in die Tat umzusetzen. So stammt die Geschichte für unseren ersten Roman von der Jungautorin Sophie Frohnauer und trägt den Titel „Das Flüstern der Rebellion“. Auch alle gestalterischen Aspekte werden ausschließlich von kreativen, jungen Menschen umgesetzt. So geben wir jungen Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke auf unseren Buchcovern zu präsentieren und junge Autoren können ihre Texte bei uns verlegen lassen. Möchtest ein Teil vom Matabooks werden und deine Geschichte oder Illustration veröffentlichen, dann schreib uns einfach! Zudem spenden wir einen Teil des Erlöses jedes verkauften Buches an gemeinnützige Organisationen wie dem Verein „Anderes Sehen e.V.“, welcher Bücher für blinde Kinder herstellt.

 

Gibt es Forschungsarbeiten bei Matabooks?

Derzeit laufen einige Forschungsarbeiten rund um das Thema nachhaltiges Publizieren. Im Bereich der Werksstofftechnik arbeitet Matabooks an Verfahren, die die Buchproduktion künftig in eine umweltfreundliche Richtung führen sollen. So werden Klebstoffe und Druckfarben entwickelt, die perspektivisch aus rein pflanzlichen, nachwachsenden Rohstoffen bestehen.

 

Fazit

Das Medienunternehmen Matabooks läutet mit seinem veganen Buch eine kleine Rebellion gegenüber der bestehenden Buchherstellung ein. Bücher aus Graspapier zeigen eine neue Einstellung und innovative Lebensweise in unserer heutigen Konsumgesellschaft. Sie geben jedem die Möglichkeit, einen kleinen Beitrag zum Umwelt-, Klima- und Tierschutz zu leisten.

 

Mehr Infos unter www.matabooks.de

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news-2160 Sat, 27 Jan 2018 21:13:00 +0100 Internationale Buchmärkte: Litauen https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2160/ Das Gastland der Leipziger Buchmesse 2017

Ein kleines baltisches Land, das erst 1991 seine Unabhängigkeit erlangte – Litauen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben die Verlage und Buchhandlungen in Litauen einen enormen Aufschwung erlebt. Das Land atmete auf. Befreit von Verboten und Einschränkungen, war es endlich möglich über politische und gesellschaftliche Probleme offen zu sprechen. Die Literatur blühte auf.

 

Größe/Volumen:

  • Einwohnerzahl: 2,8 Mio. (2017)
  • BIP pro Kopf: 13.500 Euro (2016)
  • Anzahl der Verlage: ca. 300 (2016)
  • Anzahl der Veröffentlichungen: 3.400 (2017)
  • Buchhandel: In Litauen gibt es derzeit 144 Buchhandlungen. Die beiden Filialisten sind „Vaga“ (35 Niederlassungen) und „Pegasas“ (33 Niederlassungen). Zusammen stellen sie also knapp die Hälfte aller Buchhandlungen im Land.

 

Entwicklung/Trends:

  • Entwicklung des Buchmarktes: Durch die Wirtschaftskrise 2008 hat auch die Verlagsbranche mit Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Die derzeitige Situation für Verlage ist jedoch stabil, aber auf einem geringeren Niveau als in den 90er Jahren. Nach dem extremen Aufschwung in der Branche, nach der erlangten Unabhängigkeit, hat mittlerweile eine gewisse Normalität Einzug gehalten.
  • Trends und Aktuelles: In der jungen Generation Litauens besteht ein großes Interesse an der Welt außerhalb der Heimat. Übersetzte Bücher aus anderen Ländern sind sehr gefragt.
  • Branchenumsatz: 217 Mio. Euro (2017)

 

Produkte:

  • Printbücher vs. E-Books: Der E-Book Markt in Litauen wächst stetig. Im Jahr 2015 wurden 1.700 Titel veröffentlicht. Der Mehrwertsteuersatz für gedruckte Bücher beträgt 9%, wohingegen für E-Books 21% berechnet werden.
  • Buchpreisbindung und Co.: In Litauen gibt es keine Buchpreisbindung, die Preise können frei festgelegt werden.
  • Durchschnittliche Auflage eines Buches: Rund 1.300 Exemplare pro Jahr. Ab 3.000 Exemplaren spreche man von einem Bestseller, wohingegen die Zahl in Deutschland um ein Vielfaches höher ist.

 

Nutzer/Kunden:

  • Die Buchmesse: Die Buchmesse „Vilnius“ findet, wie der Name schon sagt, in der Hauptstadt Litauens statt. Sie ist, mit 60.000 Besuchern und 350 Ausstellern (aus neun verschiedenen Ländern), die größte Buchmesse der baltischen Staaten. Für gewöhnlich findet die Buchmesse einmal jährlich im Februar statt.
  • Das Kundenverhalten: Ein Buch kostet in Litauen im Durchschnitt elf Euro – viel Geld bei einem Monatsverdienst von rund 800 €. Daher bevorzugen die Litauer*innen sehr oft sich die Bücher in Bibliotheken auszuleihen.
  • Bibliotheken: Bibliotheken sind in Litauen überwiegend gut renoviert, allerdings kann die Nachfrage an Büchern nicht vollständig gestillt werden, da die staatlichen Gelder nicht ausreichen um die benötigte Menge an Büchern zur Verfügung zu stellen.
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news-1875 Sat, 20 Jan 2018 00:00:00 +0100 Green Printing https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1875/ "Die Druckindustrie ist Teil eines Ökosystems, in dem Klimawandel, Umweltverschmutzung, extremes Wetter und Ressourcenverfügbarkeit Probleme sind, die jeden Teil der Welt betreffen." - Benoit Moreau, Ecograf

GreenPrinting ist eine Bewegung, die in den letzten Jahren aufgrund des steigenden ökologischen Bewusstseins erheblich an Dynamik gewonnen hat. Vor relativ kurzer Zeit wurde diese Praxis hauptsächlich von Aktivistengruppen und kleineren Unternehmen durchgeführt. Heutzutage hat das Green Printing auch die Aufmerksamkeit von großen Unternehmen auf sich gezogen und gehört zu einem häufig diskutierten Thema auf der drupa (weltgrößte Messe der Printmedien). Zu den großen Unternehmen, die bereits umweltfreundlich agieren gehören u.a. die bekannten Branchenführer auf dem Gebiet der Technologie: Microsoft, Hewlett-Packard und Dell Computers. Während für Aktivistengruppen der ökologische Aspekt im Vordergrund steht, profitieren Unternehmen ebenso durch die Senkung der Betriebskosten. Attraktiv ist Green Printing v.a. für Unternehmen, die mit begrenztem Kapital auskommen wollen.

Aufgrund fehlender Standards und Richtlinien existiert bislang keine genaue Definition des Green Printings. Dennoch gibt es eine Reihe von allgemein anerkannten Eigenschaften, die diesem zugeschrieben werden. Beim Green Printing wird der gesamte Prozess betrachtet: Von der Kommunikation, Druckvorstufe über den Druck bis zur Verpackung und dem Versand.

Bevorzugt werden papierlose Kommunikationsverfahren und eine digitalisierte oder computergestützte Druckvorstufe mittels energieeffizienter Computer und Geräte. Im Interesse des Green Printings werden hauptsächlich FSC®-zertifizierte1 oder Recyclingpapiere verwendet. Durch das Recycling kann der hohen Abholzungsrate von Bäumen entgegengewirkt werden. Überschüssige Abfallmaterialien wie Papier, Druckfarbe und Lösungsmittel sollen ebenfalls recyclingfähig sein.

Die Druckfarbe sollte frei von Alkohol, Toxinen und anderen flüchtigen organischen Verbindungen sein. Diese kann bereits auf pflanzlicher Basis hergestellt werden, wozu hauptsächlich Soja verwendet wird. Sojatinte ist nicht nur umweltfreundlich, sondern erzeugt auch helle, qualitativ hochwertige Bilder. Tinten mit Schwermetallen wie Blei, Cadmium und Quecksilber, die häufig zur Herstellung von hellen Farben verwendet wurden, können somit vermieden werden.

Die gesamte Produktion kann zudem klimaneutral erfolgen, d.h. dass der CO2 - Ausstoß im gesamten Ablauf der Druckproduktion durch die Umsetzung effizienterer Maßnahmen verringert wird. Die Kompensation des CO2-Fußabdrucks kann mit Mitteln, wie Sonnen- und Windenergie unterstützt werden. Nachhaltige Verpackungslösungen aus nachwachsenden und recycelten Rohstoffen werden für die Lagerung und den Versand verwendet.

In Zukunft ist zu erwarten, dass sich weitere ökologische Maßnahmen und Möglichkeiten zum Wohl der Umwelt in der Druckindustrie ergeben werden.

 

 Autorin: Julia Koschitzki

 

Wer mehr über die FSC®-Zertifizierung, die Organisation und ihre Standards erfahren möchte, gelangt hier http://www.fsc-deutschland.de/de-de auf die Website.

Ein Unternehmen, dass sich bereits auf das nachhaltige Drucken fokussiert hat ist "die Umwelt Druckerei". Auf ihrer Website sind interessante Informationen zu diesem Thema zu finden. https://www.dieumweltdruckerei.de/ueber_uns

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news-1873 Sat, 23 Dec 2017 00:00:00 +0100 Stiftung Buchkunst – Die Schönsten Deutschen Bücher 2017 https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1873/ Jedes Jahr erscheint eine Vielzahl schöner und einzigartiger Bücher. Die Stiftung Buchkunst hat sich seit 1984 zur Aufgabe gemacht, diese kunstvollen Werke wertzuschätzen und vergibt in Zuge dessen den Preis für das schönste deutsche Buch.

Zwei Expertenjurys wählten hierbei aus 727 Einsendungen die 25 schönsten aus, die automatisch für den „Preis der Stiftung Buchkunst“ nominiert wurden. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis zählt zu den renommierten Preisen für Buchgestalter, Typografen und Grafikdesignern in Deutschland.

Die besten Exemplare glänzen nicht nur durch ihre beeindruckende Gestaltung, sondern auch durch ihre herstellerischen Besonderheiten, Konzeption und Verarbeitung. Insbesondere legt die Stiftung Buchkunst ein Augenmerk auf die harmonische Verbindung von Inhalt und Form.

Laut Katharina Hesse, der Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, sind im Jahr 2017 einige Trends erkennbar gewesen. Der Farbschnitt reißt nicht ab - heißt es. Er tritt immer leuchtender und bunter auf. Ebenso erfreut sich der Softtoucheinband großer Beliebtheit. Als Trendfarben in der Gestaltung gelten Rot und Schwarz. Neue Trends waren, laut Jury, außerdem der Korküberzugseinband, die vierteilige Buchdecke und der dreiseitige Beschnitt.

Der Gewinner des Jahres 2017 war der Katalog zur Ausstellung von A.R. Penck mit dem Titel „Rites de passage“, publiziert vom Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln. Der Katalog ist eine Steifbroschur mit rosafarbenem Fälzel und aufgesetzten braunen Kartondeckeln im Format 24,5 x 30 cm. Innerhalb der 500-seitigen Broschur findet ein reger Wechsel der Materialien statt. Vorwiegend wurden matte, saugende Papiere verwendet, auf denen sich satte Drucke befinden. Auf den Ausklappseiten sind Panoramabilder zu betrachten. Aufmerksam gewählt wurde die nicht alltägliche Serifenschrift „Jaf Lapture“ im Buchinneren.

Dokumentiert wird dieser besondere Anlass auch in diesem Jahr durch einen Katalog. Für das Jahr 2017 gestaltete diesen Martin Mosch (Buchgestalter, Typografielehrer und Autor aus Berlin). Der Katalog ist bereits im Buchhandel unter der ISBN 978-3-9814291-6-9 für 19 Euro erhältlich.

Im Januar 2018 können wieder eine Vielzahl von Büchern eingereicht werden, die dann eine Chance auf den Preis der Stiftung Buchkunst und somit auf den Titel „Schönstes deutsches Buch“ erhalten.

 

Autorin: Julia Koschitzki

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news-1858 Sat, 09 Dec 2017 00:00:00 +0100 Ein Lektor berichtet über Graphic Novels https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1858/ Jeder Verlag auf dieser Welt ist für sein ganz eigenes Programm verantwortlich und bekannt. Einige veröffentlichen Jahr für Jahr Belletristik für die Massen und andere Sachbücher, die sich mit höchster Fachkenntnis auseinandersetzen. Man ist eingespielt und hat zum Teil auch ein festes Stammpublikum, auf das man sich verlassen kann. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass nur wenige Verlag unbekanntes Terrain betreten. Aber es gibt Ausnahmen. Wir haben ein Interview mit einem Lektor geführt, der eine Entdeckerfahrt in neue Gefilde mit seinem Verlag erfolgreich durchgespielt hat.

Herr Gidom, im Jahr 2015 begann der Hinstorff Verlag aus Rostock mit der Produktion von Graphic Novels. Bevor wir auf dieses Thema eingehen, könnten Sie sich den Lesern kurz vorstellen?

Ich bin Historiker und Politikwissenschaftler und habe vor dem Studium den Beruf des Verlagskaufmanns erlernt. Bevor ich 2015 zum Hinstorff Verlag nach Rostock wechselte, habe ich die Edition Berliner Unterwelten aufgebaut.

Wenn man für einen Verlag eine neue Rubrik aufbaut, gibt es unendlich viele Dinge zu beachten. In diesem Fall sind zum Beispiel die AutorInnen zumeist auch die KünstlerInnen. Wie sind Sie bei dieser Arbeit vorgegangen?

Wir wollten der Programmausrichtung des Hinstorff Verlages weiter folgen, d.h. im weitesten Sinne „maritime“ Geschichten veröffentlichen. Ich begann, mich nach Künstlern und Künstlerinnen umzusehen, vor Ort Kollegen und Kolleginnen zu fragen bzw. habe in einschlägigen Comic-Foren unser Vorhaben beschrieben. So kam ich in Kontakt mit Kristina Gehrmann, die dann mit ihrer „Im Eisland“-Trilogie den neuen Programmbereich Graphic Novels eröffnete. Die dreibändige Geschichte ließ uns dann auch Zeit, weitere Projekte zu beginnen („Auf Kaperfahrt mit Störtebeker“, Till Lenecke). Das Lizenzgeschäft mit ausländischen Verlagen kam erst danach hinzu („The Underwater Welder“, Jeff Lemire).

Welche Herausforderungen sind durch die Ausarbeitung des neuen Genres auf Sie zugekommen? Mussten Sie sich etwas neu beibringen oder aneignen?

Die Lektoratsarbeit ist vom Aufwand her nicht wesentlich anders als bei anderen Büchern. Hinzulernen mussten die KollegInnen vom Vertrieb und dem Marketing, da sich das Comicgeschäft vom übrigen Buchhandel unterscheidet. Die Akteure arbeiten sehr viel gemeinsam, um den immer noch kleinen Comicmarkt in Deutschland weiter zu entwickeln. Das war eine schöne Erfahrung für uns.

Im Verlag lektorieren Sie viele Sachbücher. Inwiefern unterscheidet sich Ihre Arbeit an den Graphic-Novels zu den herkömmlichen Titeln?

Da der Content zu 80 % im Bild vorliegt, muss man sich – im Gegensatz zur Textarbeit – hier immer wieder konzentrieren. Textarbeit kann man aus meiner Sicht schneller erlernen, bekommt schneller Routinen. Auch sind die Vorzeichnungen der Künstler sehr reduziert, sodass erst in der Fertigstellungsphase Details erkennbar werden.

Mit Ihrer ersten Graphic-Novel Im Eisland – Band 1 – Die Franklin-Expedition hat Ihr Verlag einen guten Start im Genre geschafft und sogar den Jungendliteraturpreis gewonnen. Wie waren die Erwartungen seitens der Verlagsleitung für dieses neue Genre? Können Sie uns schon etwas über zukünftige Projekte erzählen?

Natürlich haben wir gehofft, dass dieser neue Programmbereich erfolgreich gestartet wird. Dass dann gleich eine so tolle Künstlerin ihren Durchbruch mit uns hat und sich die Trilogie zum Bestseller entwickeln würde, war nicht nur finanziell ein Erfolg, wir wurden auch gleich in der „Comic-Verlagswelt“ wahrgenommen. Die folgenden Projekte liefen dann ebenfalls gut an. Dass „Der Unterwasser-Schweißer“ am Tag seiner Veröffentlichung gleich auch ein Ryan-Gosling-Statement (er will das Buch 2018 verfilmen) erhielt, war ein weiterer Glücksfall.

Im Herbst 2017 erscheint ein weiteres Lizenzwerk des US-amerikanischen Künstlers Jeremy A. Bastian. Wir veröffentlichen die ersten drei Bändes seines Werks „The Cursed Pirate Girl“ unter dem Titel „Der Fluch der Piratenbraut“.

Für das Frühjahr 2018 ist wahrscheinlich eine schwedisch-kenianische Illustratorin im Programm, im Herbst sollen wahrscheinlich eine Reisebeschreibung aus dem Mecklenburg des 17. Jh. (Arbeitstitel: „Der mecklenburgische Marco Polo“) sowie eine Comicadaption von „Solange ich atme“ von Carmen Rohrbach erscheinen, eine Ostsee-Fluchtgeschichte aus der DDR.

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news-1872 Fri, 13 Oct 2017 00:00:00 +0200 Paywall - Wie versuchen Zeitungsverlage im digitalen Wandel wirtschaftlich zu überleben? https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1872/  

„Im Internet findet man bestimmt was für umsonst“

In Zeiten der frühen Internet-Euphorie wurden journalistische Leistungen kostenfrei online gestellt. Es wurde eher als Zugabeangebot für die große Print-Leserschaft gesehen. Lange hielt sich die Meinung in den Verlagen, dass sich eine gestandene Tageszeitung niemals durch Onlinemedien gefährdet, oder sogar verdrängt werden könne. Dass es nicht so sein wird mussten viele Tageszeitungsverlage leidvoll erfahren. Nun versucht man die gemachten Fehler hinterher zu korrigieren und mit Paid-Content-Modellen einen „Komplementärgut“ zum Print-Angebot zu schaffen. Man spricht von der sogenannten „Paywall“. Dabei werden digitale Inhalte gegen Gebühren angeboten. Die Bereitschaft für Inhalte im Internet Geld zu zahlen wächst - und zwar nicht nur für Games oder Musik: Laut einer Bitkom-Umfrage zahlen etwa 25 Prozent der befragten Internetnutzer für journalistische Inhalte im Internet eine monatliche Pauschale. 20 Prozent der Befragten gaben an, für einzelne Artikel oder Ausgaben im Internet Geld gezahlt zu haben.

Die Verlage haben reagiert und 205 Zeitungen haben laut Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger mittlerweile eine Bezahlschranke im Netz eingeführt.

Dabei haben sich inzwischen einige Bezahlmodelle etabliert:

  • Harte Bezahlschranke (9%): Hier können zahlende Abonnenten das Online-Angebot der Zeitung nutzen, für alle anderen ist es nicht zugänglich. (Beispiel: Harzer Kurier - www.harzkurier.de)
  • Freemium (66%): Bei diesem Modell sind nur die Inhalte bezahlpflichtig, die aus Sicht des Publishers exklusiv sind. (Beispiele: Bild - www.bild.de ; Die Zeit - www.zeit.de)
  • Metered Model (23%): Hier hat der Nutzer kostenlosen Zugriff auf eine bestimmte Anzahl eigentlich kostenpflichtiger Inhalte. Ist dieses Kontingent erschöpft, wird er meistens zur kostenfreien Registrierung aufgerufen, die wieder ein zusätzliches Freikontingent beinhaltet. Erst wenn der Nutzer auch die Anzahl dieser erlaubten Abrufe überschreitet, wird er aufgefordert für ein Abonnement zu zahlen. (Beispiel: Allgemeine Zeitung - www.allgemeine-zeitung.de/index.htm) 
  • Spenden-Modell (2%): Hier kann der Nutzer selbst entscheiden, ob und in welcher Höhe er für die Inhalte bezahlen möchte. (Beispiel: Taz - www.taz.de)

Auf der Seite des Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger gibt es eine Übersicht, welche Zeitung welches Bezahlmodell anbietet. (http://www.bdzv.de/maerkte-und-daten/digitales/paidcontent/)

Ist die Paywall nun eine Chance für den modernen Zeitungsverlag? Den Zahlen nach durchaus. So wollen über 65 Prozent der Befragten des DCI Institutes auch in Zukunft Bezahl-Angebote nutzen. Und: Es werden nicht mehr nur kleine Cent-Beträge investiert. Rund 27,1 Prozent geben monatlich mehr als zehn Euro aus. 11,1 Prozent lassen sich Paid-Content-Angebote sogar mehr als 15 Euro kosten. Die Zahlen machen Hoffnung, dass zukünftig für qualitativ hochwertigen Journalismus auch entsprechend gezahlt wird.

 

Autor: Tobias Risse

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news-1862 Sat, 23 Sep 2017 00:00:00 +0200 Internationale Buchmärkte: Frankreich https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1862/ Die Reihe „Buchmärkte der Welt“ beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe mit dem diesjährigen Ehrengast der Frankfurter Buchmesse: Frankreich. Wie ist der Markt unseres Nachbarlandes Frankreich aufgebaut und welche Trends herrschen vor? Einige Antworten auf diese Fragen finden Sie hier aufgelistet.

 

Größe/Volumen

  • Einwohnerzahl: 66,9 Mio.
  • BIP pro Kopf: 30.905,7 €
  • Anzahl der Verlage: ca. 10.000
  • Branchenumsatz: ca. 2,7 Milliarden € (2015)
  • Anzahl von Veröffentlichungen: 67.150 (2015)
  • Buchhandel: ca. 15.000 Buchverkaufsstellen, davon 1.000 Buchhandlungen. Frankreich ist eines der Länder mit dem dichtesten Netz an Buchhandlungen weltweit. Dank staatlicher Förderung leiden Buchhandlungen nicht so sehr unter dem Druck der großen Ketten, z.B. wegen der Befreiung von der Gewerbesteuer und Subventionsmöglichkeiten

 

Entwicklung/Trends

  • Entwicklungen des Buchmarktes: Steigerung der Lizenzverkäufe ins Ausland, Wachstum um 120 % in den letzten zehn Jahren
  • Trends und Aktuelles: Umsatz trotz sinkender Preise um 1,8 % gestiegen, Einwöchige Flaute nach dem Pariser Attentat am 13. November 2015

 

Produkte

  • Printbücher vs. E-Books: 93,5 % Print; 6,5 % Digital
  • Besonderheiten: Comics mit 28 % Marktanteil am beliebtesten, die meisten Titel aus diesem Genre wurden ins Spanische übertragen
  • Spezielle Vereine/Verlagsverbunde/...: Zum einen gibt es das Syndicat National de l´Edition Francaise (SNE), einen Verlegerverband, der seit 1874 existiert und ca. 660 Mitglieder (2015) zählt. Außerdem ist das Bureau International de l´Edition Francaise (BIEF) zu nennen, welches sich die Förderung französischer Literatur im Ausland zum Ziel gemacht hat. Abschließend gibt es noch das Syndicat de la Librarie Francaise (SLF), ein Verband französischer Buchhändler mit 600 Mitgliedern. Das SLF vertritt die Interessen der Buchhandelsbranche.
  • Buchpreisbindung und Co.: feste Buchpreisbindung seit 1981, Verlag oder Grossist legt den Ladenpreis fest, maximaler Rabatt für Endkunden liegt bei 5 %, die Preisbindung gilt nicht für E-Books

 

Nutzer/Kunden

  • Die Buchmesse: „Livre Paris“ (bis 2016 „Salon du Livre de Paris“) ist die wichtigste Buchmesse mit 267 Ausstellern (2015) und ca. 180.000 Besuchern
  • Das Kundenverhalten: 54 % der Franzosen kauften im Jahr 2012 monatlich ein Buch. Im Durchschnitt gab jeder Franzose im Jahr 2012 81 € für Bücher aus

 

Da darf man schon gespannt sein auf das diesjährige Programm auf der Frankfurter Buchmesse, die mit über 7.000 Ausstellern 2016 etwas größer ist als die „Livre Paris“, und auf ihren Ehrengast. Dabei wird vor allem die Vielfältigkeit des französischsprachigen Verlagswesens im Vordergrund stehen. Im Herzen dieses Programms befindet sich zum Beispiel der Ehrengast-Pavillon, der als ein Ort der Kultur konzipiert ist, welcher Platz für Ausstellungen, literarische Begegnungen, mediale Räume, Bibliotheken und eine französische Brasserie bietet.

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news-1861 Sat, 12 Aug 2017 00:00:00 +0200 Internationale Buchmärkte: USA https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1861/ Von den Niederlanden führt uns unsere Reise durch die Buchmärkte ferner Länder nun in das „land of the free“, die Vereinigten Staaten von Amerika und ihren florierenden Buchmarkt.

 

Größe/Volumen

Einwohnerzahl: ca. 322 Millionen (2015)
BIP pro Kopf: ca. 57.000 (2016)
Anzahl der Verlage: ca. 90.000
Branchenumsatz: $27,8 Milliarden (2015)
Anzahl von Veröffentlichungen: ca. 305.000 (2013)
Verkaufszahlen Print und Digital: 23% Digital (Verkaufte E-books 2014: 510 Mio.), 42% Taschenbuch, 25% Hardcover (verkaufte Hardcover 2014: 568 Mio.)
Buchhandel: Es gibt eine Hand voll großer Filialisten, die den Buchhandel dominieren. Ein Name, der hervorsticht ist Barnes & Noble.

 

Entwicklung/Trends

Entwicklungen des Buchmarktes: Seit ein paar Jahren gibt es eine starke Konzentration des Buchmarktes durch Zusammenschlüsse von Verlagen. Eine große Schere entsteht zwischen den Marktanteilen der großen, mittleren und kleinen Verlage: 80% des Marktanteils liegt bei den größten fünf Verlagen. Die stärksten Unternehmen des Marktes sind Barnes & Noble (stationärer Buchhandel) und Amazon (online), zusammen haben diese zwei Firmen 65% Marktanteil. Die Zahl der unabhängigen Buchhandlungen steigt jedoch stetig an.
Trends und Aktuelles: Das gesamte Wachstum der Branche stagniert und geht sogar leicht zurück. Zwischen 2009 und 2014 sank der Umsatz von 30 Milliarden auf 29 Milliarden US-Dollar. Der Zweig des Self-Publishing gewinnt immer mehr an Bedeutung, wohl nicht ohne Mitwirken vom Online-Riesen Amazon.
Umsatz des Buchmarktes: Die USA beanspruchen 26% des globalen Buchmarktes für sich. Der Gesamtumsatz von Belletristik allein lag 2012 bei 6,64 Milliarden US-Dollar.

 

Produkte

Printbücher vs. E-Books: Allgemein gibt es einen Rückgang bei den E-Book-Verkäufen. Die Verkaufszahlen sanken von 234 Millionen E-Books im Jahr 2014 auf nur noch 204 Millionen 2015. Gleichzeitig stieg der Absatz im Printbereich 2015 um 2,3% im Vergleich zum Vorjahr 2014.
Verlagsbünde/-verbände/Vereine...: Die Verbände in den USA sind wohl die wichtigsten Einflussnehmer auf die Branche. Auf dem US-amerikanischen Buchmarkt gibt es ausschließlich Berufsverbände, das heißt verschiedene Berufsgruppen, wie Verleger oder Buchhändler schließen sich zusammen, um gemeinsame Interessen durchzusetzen. Einen allgemeinen Branchenverband, nach deutschem Beispiel, gibt es in den USA nicht. Der bekannteste Buchclub ist Oprah’s Book Club, welcher von der bekannten Fernsehmoderatorin Oprah Winfrey mit gegründet wurde. Der Club hat ca. 2 Millionen Mitglieder, die den Markt durch ihre Käufe der ausgewählten Bücher maßgeblich beeinflussen.
Buchpreisbindung und Co.: Da Bücher in den USA nicht preisgebunden sind, entscheidet der Buchhändler über die Preispolitik seiner Bücher. Der durchschnittliche Preis ist dabei stark vom Format abhängig. In den Jahren 2013/2014 kostete ein Hardcover im Durchschnitt $26,63, ein Softcover normaler Größe $15,49. Das dazu passende E-Book lag bei $12,99 und das Softcover im Taschenformat (Mass Market Paperback) $4,50 bis $7,50.

 

Nutzer/Kunden

Die Buchmesse: Es existiert lediglich eine internationale buchbezogene Messe, die BookExpo America (BEA), die 2016 in Chicago stattfand. Auf der Messe zu finden waren 2.000 Aussteller aus 23 Ländern.
Das Kundenverhalten:  Im Moment steigt die Beliebtheit der Käufe von E-Books und Büchern über den Online-Handel stark an. Es stellt sich also die Frage, inwiefern Buchhandlungen in Zukunft in den USA vertreten sein werden.

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news-1870 Wed, 19 Jul 2017 00:00:00 +0200 Der Weg zum ersten eigenen Buch – Literaturwettbewerbe als Schreibmotivation https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1870/ Ein Sprichwort sagt, dass man ein Buch niemals nach seinem Einband bewerten sollte. Egal wie schön es aussieht, ein Buch ist nichts ohne den passenden Inhalt. Bücher wollen nicht dekorativ in einer Vitrine stehen, sondern aufgeschlagen und gelesen werden. Sicher kennen die meisten Lesenden die Enttäuschung, wenn man ein optisch ansprechendes Buch öffnet und nichts als Langweilige oder schlecht geschriebene Sätze vorfindet. Andersherum ist es viel schöner, wenn man zwischen den Buchdeckeln einen wahren Schatz findet. Und am Ende eines guten Buches wünscht man sich nicht selten selbst so etwas Fantastisches zu Papier zu bringen und den eigenen Namen irgendwann auf einem Buchrücken zu lesen. Doch wie fängt man am besten an und woher weiß man wie gut das eigene Geschriebene ist?

Eine Möglichkeit an die ganze Sache heran zu gehen ist bei Literaturwettbewerben mit zu machen. Dadurch ist man gezwungen Termine einzuhalten, kann die eigenen Fähigkeiten besser einordnen, gewinnt vielleicht ab und zu ein Preisgeld oder lernt zukünftige Verleger kennen. Es ist auf jeden Fall eine gute Methode sich zu motivieren. Nun stellt sich nur noch die Frage wie man passende Wettbewerbe findet. Hierbei gibt es einige Webseiten, die den Schreibenden dabei helfen können.

 

Autorenwelt.de

Genauso wie es der Name der Seite schon sagt geht es hier ganz um die angehenden Schreibenden. Sie wurde gegründet um vor allem Amateuren und neuen Schreibenden bei dem langen Entstehungsprozess eines Buches zu unterstützen. Auf dieser Seite findet man unter anderem Tipps und Tricks für das Schreiben, Korrekturlesende, News, Veranstaltungen und wichtige Kontakte in der Verlagswelt. Zudem gibt es auch einen Shop in dem Schreibende ihre Geschichten anbieten können. Unter dem Unterpunkt „Förderungen“ kann man sich über laufende und zukünftige Literaturwettbewerbe informieren. Auf einer Übersicht findet man neben dem Namen den Einsendeschluss, die Art des Preises, das vorgegebene Genre, die Zielgruppe des Wettbewerbes und den jeweiligen Veranstalter. Der Vorteil dieser Seite ist, dass hier sehr viele und auch vielfältige Wettbewerbe per Übersicht angezeigt werden. Hier findet man eine genauere Beschreibung des Wettbewerbes, spezifische Anforderungen oder Teilnahmebeschränkungen, wichtige Hinweise sowie Kontakte und vieles mehr. Alle Informationen über die Wettbewerbe kann man sich anzeigen lassen ohne ein Benutzerkonto für Autorenwelten zu besitzen.

 

Schreiblust-Verlag.de

Es lohnt sich durchaus auf mehreren Seiten nach passenden Wettbewerben zu suchen, da die angezeigten Ergebnisse sehr unterschiedlich sein können. Dieser Verlag gibt unter anderem jeden Monat ein neues Thema vor zu dem Geschichten eingeschickt werden. Davon werden die besten ausgewählt und als Buch veröffentlicht. Wer hieran teilnehmen möchte wird aber gebeten sich auf der Webseite zu registrieren und sollte auch bereit sein als Juror für den Wettbewerb zu arbeiten. Alle eingesendeten Geschichten werden auf der Webseite veröffentlicht und darüber diskutiert. Daher bekommt man selbst wenn man nicht gewinnt gutes Feedback, welches man bei den nächsten Schreibversuchen anwenden kann um sich stetig zu verbessern. Neben dem verlagseigenen Wettbewerb findet man unter „Wettbewerbstipps“ weitere laufende Ausschreibungen anderer Veranstalter. Neben Einsendeschluss, Thema, Umfang und weiteren Informationen wird hier eine Verlinkung direkt zum jeweiligen Veranstalter angezeigt.

 

epubli.de

Die dritte hier beschriebene Seite ist etwas spezieller und richtet sich direkt an Selfpublisher*innen. Neben der Möglichkeit sein eigenes Buch zu erstellen und zu drucken finden Schreibende hier eine ausgewählte Anzahl an Wettbewerben. Zu diesen findet man ebenfalls das Thema, das Genre, eventuelle Voraussetzungen, den Preis, die Bewerbungsfirst, sowie eine Verlinkung zur direkten Wettbewerbsausschreibung. Zudem findet man auf epubli allerhand Hilfestellungen für den Schreibprozess.

Zum Abschluss gibt es hier noch zwei kleine Dinge, die bei Literaturwettbewerben beachtet werden müssen. Zum einen haben manche Wettbewerbe eine Teilnahmegebühr und zum anderen muss man immer darauf achten ob die eingereichten Texte bis dahin bereits veröffentlicht sein sollen oder noch nicht. Und jetzt viel Glück beim Schreiben.

 

Autorin: Amelie Feicke

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news-1857 Tue, 18 Jul 2017 18:33:00 +0200 Interview mit Sabrina Pöhlmann vom Presseteam der Jungen Verlagsmenschen https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1857/ Studium geschafft- doch wie kann ich nun am besten in das Berufsleben starten? Eine Anlaufstelle für den Branchennachwuchs sind die Jungen Verlagsmenschen. Die Idee zu den diesem Verein wurde im Winter 2007 ins Leben gerufen. Die Jungen Verlagsmenschen sind mit einer stetig steigenden Anzahl von Mitgliedern ein nachwuchsförderndes Netzwerk zum Austausch innerhalb der Buch- und Medienbranche. Wir haben uns mit Sabrina Pöhlmann vom Presseteam unterhalten, um genauere Informationen für Euch parat zu haben.

 

Was machen die Jungen Verlagsmenschen?

Die Jungen Verlagsmenschen sind ein Verein mit inzwischen über 750 Mitgliedern und damit der größte Nachwuchsverein der Buch- und Medienbranche. Wir bieten Young Professionals, Berufsanfängern und Studenten eine unabhängige Plattform, um sich auszutauschen, weiterzubilden und zu organisieren.

 

Wo und wie arbeiten sie?

Die Jungen Verlagsmenschen sind regional in insgesamt 12 Städtegruppen (Hier geht’s zu den Städtegruppen: jungeverlagsmenschen.de/staedtegruppen/ ) und überregional in den Vorstand sowie Verantwortliche für die Pressearbeit, die Mitgliederverwaltung und den Internetauftritt organisiert. Darüber hinaus gibt es befristete Arbeitsgemeinschaften zu verschiedenen Themen.

 

Wann treffen sie sich?

Die Städtegruppen bieten in regelmäßigen Abständen eigene Stammtische, Besuche bei Branchenunternehmen, Workshops und Vorträge an. Darüber hinaus gibt es auch überregionale Veranstaltungen. Einmal im Jahr findet unsere Mitgliederversammlung im Rahmen eines zweitägigen Jahrestreffens statt, in diesem Jahr am 29. Juli in Köln. Natürlich sind wir auch auf allen wichtigen Branchenevents – z.B. Recruiting Day, Buchmessen, Buchtage – mit Infoständen und eigenen Veranstaltungen vertreten. Unser Veranstaltungskalender informiert Dich immer ganz genau: jungeverlagsmenschen.de/events/

 

Worum geht es den Jungen Verlagsmenschen genau?

Wir hinterfragen, diskutieren, gestalten und verändern mit Dir die Branche. Faire Arbeitsbedingungen, angemessene Gehälter und aktive Nachwuchsförderung sind dabei wichtige Themen. Gemeinsam geben wir dem Nachwuchs eine Stimme.

 

Wie ist der Verein entstanden?

Die Idee zu den Jungen Verlagsmenschen entstand im Winter 2007. Ziel war es, ein Netzwerk auf- und auszubauen und eine erste Anlaufstelle für den Branchennachwuchs zu schaffen. Das Gründungsmitglied Gesa Jung brachte es im Rahmen der Auftaktveranstaltung auf der Frankfurter Buchmesse 2008 auf den Punkt: „Es gibt viele junge Leute, die bisher noch keinen richtigen Rahmen haben, regelmäßig miteinander zu kommunizieren.“ Die Schaffung eines Kommunikationsrahmens ist bis heute eines der wichtigsten Ziele des Vereins. Knapp ein Jahr später wurde der Junge Verlagsmenschen e.V. offiziell als Verein gegründet. Am 18. Juli 2009 fand das erste Jahrestreffen mit 65 Mitgliedern und weiteren 120 Interessierten statt – eine klare Signalwirkung für die Notwendigkeit eines jungen Netzwerks. Bis heute hat es nicht an Tempo verloren – mit nun über 750 Mitgliedern und mehr als 5.000 Netzwerkkontakten hat es seine Wirkungskraft stetig ausgebaut und vertieft.

 

Was sind die aktuellen Projekte bei Junge Verlagsmenschen?

Zahlreiche Projekte wurden bis heute realisiert. Besonders hervorzuheben sind die Aktionen rund um die Buchmessen sowie der Autorenwettbewerb „You want to read“ (ab 2015 „Write and Read“). Mit viel Engagement, interessierten und kreativen Mitgliedern und der Unterstützung wichtiger Förderer, u.a. des Börsenvereins des deutschen Buchhandels und zahlreicher Verlage, haben sich die Jungen Verlagsmenschen als ein wichtiger und notwendiger Wegweiser für den Branchennachwuchs etabliert. Ende 2014 haben wir von den Jungen Verlagsmenschen zum ersten Mal eine Nachwuchs-Umfrage durchgeführt – seitdem haben sich die Grundbedingungen für den Jobeinstieg verändert. Zum 01.01.2015 wurde der bundesweite Mindestlohn eingeführt, was Auswirkungen auf Volontariate und Praktika hatte. Deshalb riefen wir den Branchennachwuchs nun erneut auf, seine Erfahrungen mit Volontariaten, Praktika und Einstiegsstellen zu teilen. Bis zum 15. Januar 2017 konnten Interessierte an der Online-Umfrage teilnehmen. Die Ergebnisse werden am Karrieretag auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt. Unter dem Hashtag #andiearbeit könnt Ihr mehr erfahren oder auch hier: jungeverlagsmenschen.de/nachwuchsrechte/

 

Vielen Dank.

 

Du willst die Branche verändern, mitgestalten, diskutieren und hinterfragen? Mit Deiner Mitgliedschaft unterstützt Du das Netzwerk und die Veranstaltungen der Jungen Verlagsmenschen. Du entscheidest selbst, wie aktiv Du Dich in den Verein einbringst. Gerne darfst Du einfach an Stammtischen und Aktionen teilnehmen. Aber es wird sich auch immer über aktive Mitstreiter gefreut. Vernetze dich!

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news-1869 Sat, 15 Jul 2017 00:00:00 +0200 Digitale Kinderbücher - Lesen statt Daddeln https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1869/ Schon seit einigen Jahren machen sich Unsicherheit und Angst in der Printbranche breit. Digitale Medien und das Internet verdrängen herkömmliche Produkte, wie beispielsweise Zeitungen, vom Markt. Dies gilt vordergründig für die heranwachsenden Altersgruppen, die sogenannten „Digital Natives“. Nichtsdestoweniger hat das Medium Buch für diese keineswegs an Bedeutung verloren und muss sich daher auch für zukünftige Generationen stets an Fortschritt und Entwicklung adaptieren.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2012, initiiert von der Stiftung Lesen, der Zeitung „Die Zeit“ und der Deutschen Bahn, böten digitale Medien ein hohes Potential, Kindern das Vorlesen abwechslungsreicher und attraktiver zu gestalten. Hierbei gaben 90 Prozent der befragten 500 Eltern mit mindestens einem Kind im Alter von zwei bis acht Jahren an, Bilder- und Kinderbuch-Apps für Tablets, Smartphones oder E-Book-Reader als sinnvolle Ergänzung zu herkömmlichen Büchern zu nutzen. Dies gelte laut Bahnchef Rüdiger Grube „vor allem für die Bahnfahrt oder das Wartezimmer“.

Zahlreiche Verlage haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, Bücher für Kinder digital aufzubereiten und attraktiv zu gestalten. Dies werden beispielsweise Klassiker wie „Die Bremer Stadtmusikanten“ oder „Pettersson und Findus“ zusätzlich zur Printversion als eine neue digitale Ausgabe angeboten. Dabei werden die Bilder aus den gedruckten Büchern für E-Reader animiert und zusätzlich mit Klängen umrahmt. Ebenfalls enthalten diese E-Books zusätzlich eine Hörbuchfunktion, durch die die Werke vom Ausgabegerät vorgelesen werden können. Ein großer Vorteil von elektronischen Büchern dieser Art ist, dass sie vorgelesen lassen werden können, wobei durch Geräusche und gezielte Animationen Zusammenhänge für ein Kind besser verständlich gemacht werden.

Einen weiteren Schritt gehen App-Hersteller, die auf die Produktion und Gestaltung neuartiger Bücher in Form von Apps spezialisiert sind. So entstehen illustriert sprechende Kinderbücher mit interaktiven Elementen. Neben dem Interagieren durch Bewegung von Gegenständen, wird es den Kindern ebenfalls teilweise ermöglicht, in andere Sprachen hinein zuhören und eventuell Gefallen an solchen zu finden. Sobald das Buch zu Ende gelesen ist, kann sich jederzeit und bequem online um Nachschub bemüht werden.

Ein großer Vorteil dieser multidimensionalen Medien ist vor allem der des Animierens zum Lesen. Kinder sind dem oft eher abgeneigt. Dieses Merkmal kann vor allem dann hilfreich sein, wenn es darum geht, erst einmal das Lesen zu lernen. Schon in frühen Jahren werden die Grundsteine für spätere Verhaltensweisen und Motivationen gelegt und sollten daher stets durch positive Impulse geprägt sein.

Diese „digitale Literaturvermittlung“ steht bei weiteren Akteuren im Vordergrund. Diese Portale stellen Inhalte zur Leseförderung und Wissensvermittlung für Schulen und andere Bildungseinrichtungen zur Verfügung. Dabei konzentrieren sie sich auf die pädagogische Aufbereitung von populären erzählenden Bilder- und Kinderbüchern. Dies wird vordergründig mit den sogenannten „Boardstories“ erzielt. Hierbei werden bebilderte Kinderbücher für den Einsatz im Klassenzimmer digital aufbereitet und mittels interaktiver Whiteboards oder Beamern eingesetzt. Auf diese Weise können Lehrinhalte multimedial und zum Teil auch multilingual aufbereitet und mit Lernspielen, Verständnisfragen und interaktivem Unterrichtsmaterial angereichert werden.

Der Anblick von Kindern, die schon in jungen Jahren mit Herzenslust auf Tablets, Smartphones & Co spielen, kann Sorgen um die Zukunft des Buches bereiten. Doch hier, wie auch in anderen Branchen, gilt es, mit Innovationsgeist und Anpassungsvermögen zukunftsgerichtet zu agieren. Fakt ist, dass viele Kinder und Jugendliche sich stark zu digitalen, farbigen und interaktiven Medien hingezogen fühlen. Daher ist es wichtig den jungen Generationen das Lesen als eine attraktive Alternative zu Computerspielen zu bieten. Vor diesem Hintergrund haben sich auch einschlägige Verlage aus Deutschland Computerspielentwickler ins Boot geholt, mit dem Ziel, Bücher attraktiver zu gestalten. Dabei entstand zum Beispiel die Software „Tiger Create“, mit der es möglich ist, günstig und schnell bebilderte Bücher zu animieren und für diverse Plattformen zu erstellen. Obendrein gibt es die App „Tiger Books“, welche es Kindern erlaubt, gute und sichere Inhalte zu finden um sich selbst eine Art digitales Bücherregal zu erstellen. Auf „Tiger Books“ finden sich über 2.000 interaktive Bücher, E-Books und Hörbücher von nahezu allen Kinderbuchverlagen aus Deutschland für Kinder zwischen zwei bis zehn Jahren. Unter den Titeln befinden sich Geschichten mit bekannten Charakteren wie „Bibi & Tina“, „die Olchis“ und „Pettersson & Findus“. Jedes dieser Bücher enthält, wie auch bei den oben genannten, eine integrierte Vorlesefunktion und Audiorekorder. Mit inbegriffen sind auch Sounds & Animationen, Mini-Spiele, Sprachauswahl sowie Word-Highlighting. So wird das Buch durch Memo-Spiele, Puzzles oder Malbuchfunktionen zum ganz besonderen Lese-Erlebnis. Ein weiteres Feature ist die Möglichkeit für Eltern, Kinderprofile anlegen zu können, bei denen sie bestimmte Medien für ihre Kinder freigeben können. Dabei wird im Kinder-Modus auf Kaufanreize, Werbung und In-App Käufe verzichtet.

Was für so manchen Drucker eher nach Hiobsbotschaften aussieht, könnte für die kommenden Hersteller Lust auf die Zukunft machen. Neben dem klassisch gebundenen Buch wird es immer mehr auch digitale Ausgabeformen geben, wobei es zu hinterfragen bleibt, ob diese für eine Konkurrenz gegenüber der Printform stehen oder doch nur eine Ergänzung darstellen. Und so gilt damals wie auch heute: „Eine Klage über die Schärfe des Wettbewerbes ist in Wirklichkeit nur eine Klage über den Mangel an Einfällen“. (Walther Rathenau)

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news-1874 Sat, 01 Jul 2017 00:00:00 +0200 Internationale Buchmärkte: Argentinien https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1874/ Für die argentinischen Verlage steht fest: Das Volk will lesen und mehr Geld für Bücher ausgeben. Doch was passiert, wenn die Politik des eigenen Landes den Verlagen einen Strich durch die Rechnung macht?

2016 war das schwerste Jahr seit langem für die argentinische Buchwirtschaft. Als Reaktion auf die hohe Inflation und neue Gesetze im Handelsbereich, schrumpften die Erlöse der Branche um 40%.

Viele Verleger betrachten diese Entwicklung mit großer Sorge, andere sehen in ihr eine Chance für einen Neuanfang.

 

Größe/Volumen

  • Einwohnerzahl: ca. 43,89 Mio.
  • BIP pro Kopf: 630,448 Mrd. US$ (Okt 2016)
  • F ca. 2200 (2008)
  • Branchenumsatz: 540 Mio. US$ (2016)
  • Anzahl von Veröffentlichungen: 28.000 (2015)
  • Produktion Print und Digital: 85% Print gegenüber 15 % Digital.
  • Verkaufszahlen Print und Digital: keine Angaben
  • Buchhandel: Buenos Aires hat weltweit die meisten Buchhandlungen pro Einwohner. Allein in der Hauptstadt gibt es über 730 Läden, die auf Bücher spezialisiert sind. Yenny–El Ateneo ist mit 45 Geschäften die größte Buchhandelskette Argentiniens. Es folgen Cúspide, Distal und Santa Fe, die auf insgesamt 120 Buchhandlungen in Argentinien kommen.
  • Größe eines durchschnittlichen Verlags: Weniger als 10 Mitarbeiter. 83% der argentinischen Verlage bringen weniger als 10 Bücher im Jahr heraus.

 

Entwicklung/Trends

  • Entwicklungen des Buchmarktes: Die Nachwehen der argentinischen Staatskrise von 1998 bis 2002 und der weltweiten Finanzkrise von 2008 sind auch heute noch spürbar. Das Land ist durch politische Umwälzungen im stetigen Wandel begriffen, was auch den Buchmarkt in regelmäßigen Abständen ins Wanken bringt. Die hohe Inflation (23,9% im Jahr 2014) und die stetig steigenden Lebenshaltungskosten machen es den Bürgern schwer, Geld für heimische Literatur auszugeben. Die Verlage kämpfen gegen Import-/Export-Gesetzte an, auf die sich die neue Regierung im Jahr 2016 geeinigt hat.
  • Trends und Aktuelles: Der Buchmarkt befindet sich durch die neuen Import-/Export-Anordnungen in Bedrängnis. Die Anordnungen besagen, dass für jeden importierten US-Dollar argentinische Unternehmen den gleichen Gegenwert an Pesos exportieren müssen. Unter anderem dadurch sind die Erlöse der Branche im Vergleich zum Vorjahr 2016 um 40 % gesunken:2016: 540 Mio. US$. 2016 wurden 20% weniger Bücher verkauft und die Auflagen sind insgesamt um ca. 20 Mio. Exemplare gesunken. Durch die Aufhebung von Importzöllen im Jahr 2015 kaufen die ArgentinierInnen mehr Literatur aus dem Ausland, da sie nicht inflationsbelastet ist. Werke aus dem Bereich Kinder- und Jugendbücher wurden in den letzten Jahren immer häufiger gelesen. Der Marktanteil in diesem Segment wuchs zwischen 2015 und 2016 um 3%. Andere Genres wie der klassische Roman werden weniger gelesen.
  • Kapazitäten und Potentiale: Der Wille der Argentinier zu lesen ist trotz der widrigen Umstände ungebrochen, berichten die Journalisten und Gäste von der diesjährigen Feria del Libro, der größten Argentinischen Buchmesse. Der Buchmarkt des Landes besitzt ein großes Potential, wie die Kennzahlen der letzten Jahre zeigen. Die vielen Beschränkungen durch die Politik erschweren die Arbeit jedoch erheblich. Sollte es das Land in eine finanziell bessere Lage schaffen, würde der Buchmarkt davon stark profitieren. Zurzeit sind die Lebenshaltungskosten für die meisten Bewohner des Landes allerdings so hoch, dass Ausgaben für Kulturgüter auf ein Minimum beschränkt werden.

 

Produkte

  • Printbücher vs. E-Books: Das Leseverhalten der ArgentinierInnen ist sehr traditionell geprägt, was sich auch in der Verlagsherstellung des Landes wiederspiegelt. So werden nur rund 15% der Bücher auch oder ausschließlich für den e-Book-Markt produziert und aufbereitet.
  • Besonderheiten: Die größte Buchmesse des Landes (siehe unten) erweist sich jedes Jahr erneut als Motor der Buchbranche. So werden im April und Mai so viele Bücher verkauft wie zu keiner anderen Jahreszeit.
  • Spezielle Vereine: Argentinische Kammer des Buches – Zuletzt lautstark aufgefallen durch Flugblätter auf der größten argentinischen Buchmesse. Auf ihnen war zu lesen »SOS argentinisches Buch«. Damit riefen die heimischen Verlage mehr staatliche Unterstützung auf, weil ihnen die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen machen.
  • Buchpreisbindung und Co.: Seit 2001 gibt es eine geregelte Preisstruktur auf dem Buchmarkt. Im Vergleich zu Deutschland kosten Bücher deutlich weniger (ca. 1/3) – allerdings beträgt das durchschnittliche Nettoeinkommen der ArgentinierInnen 1/4 des deutschen Nettoeinkommens. Importierte Bücher, deren Preis stabil bleibt, sind also vergleichsweise teuer.

 

Nutzer/Kunden

  • Die Buchmesse: Feria del Libro ist eine internationale, jährlich im April stattfindende Verkaufsmesse mit Millionenpublikum. Sie findet in der Hauptstadt Argentiniens, Buenos Aires, statt. Der Direktor der Feria del Libro sprach mahnende Worte in seiner Eröffnungsrede von 2016: »Argentinien hat sich schon immer stark über seine Rolle als Produzent von Büchern für die ganze spanischsprachige Welt identifiziert. Diese Rolle dürfen wir nicht verlieren.« Auf der Feria del Libro findet sich auch jedes Jahr ein Stand mit deutscher Literatur. Betreuer Dieter Schmidt von der Frankfurter Buchmesse: »Ich kenne sonst keine Buchmesse, die so viele Verlage hat, die sowohl inhaltlich als auch herstellerisch so hochwertig arbeiten.«
  • Das Kundenverhalten: Politische Bücher erfreuen sich seit dem Ende der Militärdiktatur 1983 großer und immer noch steigender Beliebtheit. In den politisch stürmischen Zeiten kommen immer wieder gefragte Biographien über aktuelle PolitikerInnen heraus, die sich wochenlang in den Bestsellerlisten halten.

 

Es bleibt also nur zu hoffen, dass es bald wieder bessere Zeiten für den argentinischen Buchmarkt geben wird, denn eines ist klar: Wenn die Umsätze der Verlagsbranche auch in den kommenden Jahren weiter sinken werden, bleibt den ArgentinierInnen bald nur noch die Möglichkeit, Literatur zu importieren.

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verlagsherstellung > produktion
news-1868 Fri, 16 Jun 2017 20:13:00 +0200 Bilderbücher mit dem gewissen Touch https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1868/ Mit immer größeren Schritten dringt die Digitalisierung in viele Bereiche unseres Lebens ein und macht dabei auch nicht vor unseren Jüngsten halt. Oftmals ist zu beobachten wie bereits zweijährige Kinder an den Smartphones und Tablet der Eltern spielen und diese nach kurzer Zeit gefühlt besser bedienen können, als so mancher Erwachsener. Denn so ein Tablet-Computer ist schon ideal für Kinder. Die Bedienung des Geräts mit den Fingern, durch die sich Dinge auf dem Bildschirm bewegen und verändern können begreifen auch die Jüngsten sehr schnell. Dieser Trend ist auch nicht an den Verlagen spurlos vorbeigegangen, die neue Geschäftsmodelle und Programme auf den Buchmarkt gebracht haben, um die Möglichkeiten des Erzählens an die neuen Technologien anzupassen. Vor allem im Bereich des Bilderbuchs gibt es nun zahlreiche Möglichkeiten, um Geschichten mit den Mitteln eines digitalen Abspielgeräts zu erzählen. Diese E-Books, Enhanced E-Books und Mobile-Apps ähneln ihrem analogen Pendant, können dem Nutzer aber ein neues Erlebnis durch auditive und bewegte Elemente bieten.

Schauen wir dabei als erstes auf die grundlegenden Funktionen, die fast alle dieser Bücher bereits mit sich bringen. Zum einen ist da das Umblättern durch einen Wisch über dem Bildschirm, mit dem das Seitenblättern beim Analogen Buch imitiert werden soll. Es gibt allerdings auch „laufende Kameraführungen“, mit denen wie in einem Video durch das Buch geführt wird. Das ist natürlich Geschmackssache. Der Buchcharakter wird durch das Seitenumblättern wesentlich besser erhalten und rückt damit nicht allzu sehr in Richtung einer unabhängigen „Spiele-App“.

Dabei bieten natürlich auch Mini-Spiele einen großen Mehrwert für digitale Bilderbücher. Diese können geschickt in die Geschichte des Buchs verwoben werden und bieten den Rezipienten abwechslungsreiche Leseerlebnisse. Ein Beispiel hierfür ist die App „Oh, wie schön ist Panama“ bei der sieben Mini-Spiele in die Story eingebaut sind, die man spielen oder auch einfach überspringen kann, sollte man so in der Geschichte weitergehen wollen. Hat man die jeweilige Aufgabe des Spiels bewältigt, gibt es kleine Belohnungen zum Sammeln. Die Spiele können dann nach erstmaligem Spielen in einer Übersicht aufgerufen und erneut gespielt werden. Das bietet einen nachhaltigen Effekt für die App und lässt sie nach einmaligem Durchlesen nicht direkt wieder verstauben.

Weiterhin bieten auch viele animierte Elemente in den Bildern der Geschichte Spaß für die Kinder, indem durch Antippen Bewegungen oder Geräusche ausgelöst werden. Somit gibt es wesentlich mehr auf jeder einzelnen Seite zu entdecken. Ein Beispiel dafür ist die App „Die Brille“ bei der auf einzelnen Bildern durch Tippen eine magische Brille aufgesetzt werden kann, die die Objekte im Bild verändert und antippbar macht.

Neben diesen „Spielereien“ ist die Vorlesefunktion der digitalen Bilderbücher eine essentielle Funktion, die es Kindern ermöglicht sich eigenständig mit der Geschichte auseinander zu setzen und dabei noch Lesen oder sogar eine andere Sprache zu lernen.

Die Beispiele zeigen, welch zahlreiche Möglichkeiten zur Gestaltung digitaler Bilderbücher zur Verfügung stehen. Verschiedene interaktive Elemente, wie Minispiele können in die Geschichten integriert werden und lassen die Nutzer viele Dinge eigenständig entdecken. Hintergrundgeräusche verbessern die Atmosphäre, Text und Bild interagieren miteinander.

Digitale Bilderbücher können das Erleben schon bekannter Geschichten erweitern und so die Geschichten neu erzählen. Gleichzeitig können auch ganz neue Zielgruppen erreicht werden, wie Leute, die normalerweise keine Bücher kaufen aber ein Smartphone oder Tablet besitzen. Weitere Vorteile für den Käufer sind der geringere Kaufpreis aufgrund des Appmarktes und auch eine eigenständige Beschäftigung der Kinder mit dem Medium durch seine Vorlesefunktion. Auf der anderen Seite bieten digitale Bilderbücher nicht nur den Verlagen die Möglichkeit der Erstellung und des Vertriebs solcher Produkte, sondern auch Startups und branchenfremde Unternehmen können hier mit einsteigen. Das fordert natürlich wiederum die Verlage auf neue Wege zu finden, um ihren Platz im digitalen Buchmarkt zu sichern.

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news-1863 Sat, 13 May 2017 00:00:00 +0200 Internationale Buchmärkte: Kuba https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1863/ „Kuba gleicht einem lachenden Krokodil im Antillenmeer“, schrieb der Dichter Nicolás Guillén. Die größte der karibischen Insel am Golf von Mexiko hat eine Alphabetisierungsrate von 99.8 %. Das ist wohl auch die Erklärung für den enormen Lesehunger der Kubaner, welcher so groß ist, wie nirgendwo in Lateinamerika und der Karibik. Leider können die Inselbewohner diesen nur durch erhebliche Umwege und nicht immer auf legale Weise stillen, da sowohl die politischen Umstände als auch der allgemeine Mangel ihnen Steine in den Weg legen. Auch die Recherche vieler Daten zum kubanischen Buchmarkt ist nicht leicht.

 

Größe/Volumen

  • Einwohnerzahl: ca. 11,24 Mio.
  • BIP pro Kopf: 7.020 US$ (2013)
  • Anzahl der Verlage: 170
  • Buchhandel: Es gibt ca. 360 Buchläden und weitere private Buchhändler, die ältere Bücher verkaufen. Außerdem gibt es viele Buchmärkte auf den Straßen die neue und alte, spanischsprachige und nicht spanischsprachige Bücher anbieten.

 

Entwicklung/Trends

  • Entwicklungen des Buchmarktes: 2008 wurde Raúl Castro Staatspräsident und es gab unter Barack Obama 2014 erste Annäherungen zwischen Kuba und den USA. Nachdem die karibische Insel von der Liste der Terrorstaaten entfernt wurde, nahmen beide Staaten im Juli 2015 offiziell diplomatische Beziehungen auf. So wurde das Embargo schrittweise gelockert und von vielen Seiten wurden Stimmen laut, es vollständig aufzuheben. Um die Beziehungen zu stärken, reiste nicht nur Obama im März 2016 – als erster US-Präsident nach 88 Jahren – nach Kuba, sondern auch eine Delegation von rund 40 Repräsentativen amerikanischer Verleger, die sich im Februar mit ihren Kollegen auf der Messe in Havanna trafen. Beide Seiten diskutierten über mögliche Zusammenarbeit.
  • Trends und Aktuelles: Die Buchtitelauswahl zeigt, dass sich etwas bewegt. Zum Beispiel wurde Orwells Klassiker „1984“ auf der Buchmesse in Havanna 2016 wieder der Öffentlichkeit angeboten, nachdem das Buch in den Sechzigern vom kubanischem Buchmarkt verschwunden war. Hieran sieht man, dass die Freiräume größer werden.
  • Umsatz des Buchmarktes: Das Kinderbuch ist in Kuba das beliebteste Genre in Bezug auf die Leserzahlen. Die Spitzenauflagen von Büchern generell werden auf 50.000 Exemplare geschätzt, wobei eine durchschnittliche Auflage 1.000 – 3.000 Exemplare beträgt.
  • Kapazitäten und Potentiale: US-Amerikanische Verleger sandten im März 2016 eine Petition an das Weiße Haus, um besser auf dem kubanischen Markt Fuß fassen zu können. Der Grund dafür: sie wollen die Möglichkeit ergreifen, ihre Bücher auf einen Markt zu bringen, der eine Alphabetisierungsrate von annähernd 100% hat und Kunden, die unbedingt lesen wollen.

 

Produkte

  • Printbücher vs. E-Books: Aufgrund der Isolation wäre die Möglichkeit eines Ebook-Marktes enorm wichtig, um auch kubanische Autoren auf internationale Märkte zu bringen. Das Embargo verbietet die Einreise nach Amerika mit in Kuba gefertigten Büchern. Werden Amerikaner mit einem kubanischen Buch in den USA angetroffen, werden sie bestraft und das Buch konfisziert. Aber man kann an den 70% der Bevölkerung, welche digital liest, erkennen, dass auch hier das Interesse sehr groß ist.
  • Besonderheiten: Kubanische Schriftsteller haben es nicht leicht. In den Neunzigern erlaubte man ihnen, sich selbstständig Verlage im Ausland zu suchen. Diese bezahlen den Autoren etwa 250 Dollar für die Rechte an einem Buch. Das ist ein Hungerlohn, aber andernfalls würde es wohl schon längst keine Autoren mehr auf Kuba geben. Die Schulbücher werden von Regierungsstellen verfasst und bearbeitet.
  • Spezielle Vereine/Verlagsverbünde/...: Drei Monate nach der Revolution 1959 wurden drei wichtige Institute gegründet: the National Printers of Cuba, die Cuban School of Graphic Arts und die School of Typography, deren Auftrag es ist, allgemein zugängliche und erschwingliche Bücher zu produzieren. Die Cuban Chamber of Books und das Cuban Book Institute organisieren die Havana International Book Fair, welche einer der fünftwichtigsten spanischsprachigen Messen ist.
  • Buchpreisbindung und Co.: Grundsätzlich ist vorauszustellen, dass es in Kuba zwei Währungen gibt: CUP (Kubanische Pesos, die Kubaner als Lohn erhalten) und CUC (Cuban Peso Convertible, also ein in z.B. Dollar und Euro umtauschbarer Peso). Wissenschaftler oder Uniprofessoren in Havanna verdienen monatlich 400-500 CUP, was etwa 20 CUC und damit ca. 20 Euro entspricht. Rentner müssen mit ca. 100 Pesos / 5 Euro auskommen und Lehrer oder Facharbeiter haben einen Lohn von etwa 200-300 Pesos /10-15 Euro. Ein Buch eines ausländischen Verlages mit einem Preis von umgerechnet rund 20-25 Euro, also einem Monatsgehalt, ist daher für die meisten Leser unerschwinglich. Aber auch der Preis kubanischer Büchern ist im Vergleich zum Monatseinkommen eines Otto-Normal-Kubaners hoch und gleichzeitig zu niedrig für die kubanischen Hersteller. Der Preis von etwa 15-20 Pesos (ca. 0,70 €) genügt nicht, um die Kosten der Produktion zu decken, weshalb die Verlage auf die staatliche Subvention angewiesen sind, die jedoch auch immer weiter zurückgeht. Für die hohen Preise ist der Mangel an allem verantwortlich, was man für die Buchherstellung benötigt (Papier, Farben, etc.). Die Nachfrage nach gedruckten Büchern kann nicht befriedigt und nur niedrige Auflagen produziert werden.

 

Nutzer/Kunden

  • Die Buchmesse: Die seit 1982 stattfindende Buchmesse in Havanna spiegelt auch die Begeisterung für das Buch wider. Sie wird seit 2000 nicht mehr im Zweijahresrhythmus, sondern jährlich im Februar/März auf der Festung San Carlos de La Cabaña in Havanna veranstaltet. Dieses, unter der Losung „Leer es crecer“ – „Lesen heißt wachsen“, begangene volksfestartige Ereignis ist nicht nur Treffpunkt für 200 nationale und internationale Autoren und Publizisten aus rund 37 Ländern, sondern gehört auch zu den literarisch-kulturellen Höhepunkten des Landes, bei dem jeder willkommen ist. Pro Tag begrüßen die Aussteller rund 50.000 Besucher auf der Buchmesse Havanna. 2002 wurde die Buchmesse in Havanna – welche bis dahin nur zwei Wochen an einem Ort stattfand – auf 30 Städte in ganz Kuba für die Zeit von Anfang Februar bis Mitte März erweitert.
  • Die Bibliotheken: An den Zahlen sieht man, dass die Bibliotheken eine enorme Rolle spielen. Es gibt 300 Bibliotheken auf der Insel und weitere 10 000 Schulbibliotheken, was sowohl die enorme Nachfrage als auch den Mangel wiederspiegelt. 
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news-1859 Sat, 25 Jun 2016 00:00:00 +0200 Multichannel Marketing https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1859/ Das Multichannel Marketing ist Teil des Customer-Relationsship-Managements (dt. Kundenbeziehungsmanagement) und stellt eine Erweiterung der Erreichbarkeit der Kunden über nur einen klassischen Werbekanal (z. B. Print-Anzeigen) dar.

Statt eine Kampagne nur über einen Kanal zu schalten, werden gezielt mehrere Publikationswege eingesetzt. Online-Kampagnen sind dabei ebenso eingeschlossen wie Offline-Maßnahmen (siehe Abb. 1). Dabei werden die jeweiligen Kanäle unabhängig voneinander aufgebaut, obwohl sie auch teilweise einen ähnlichen Inhalt haben können. Durch diese Strategie wollen Unternehmen zum einen potentielle Kunden über mehrere verschiedene Werbekanäle erreichen, zum anderen sollen ihre Services für diese auch leichter zugänglich werden. Zudem sollen auch vor allem jüngere Zielgruppen erreicht werden, die die klassischen Kommunikationskanäle nicht nutzen und die darum bisher nicht das werbende Unternehmen wahrnahmen.

Neben dieser Strategie, die die Kunden zu den Unternehmen führen soll, legen auch immer mehr Unternehmen Wert darauf, dass sie leichter kontaktiert oder Services flexibler angeboten werden können. Hierbei handelt es sich dann um Dienste wie die Bereitstellung von Produkten, Informationen oder Kundenberatungen.

Das Multichannel Marketing ist durch den Kundenanspruch entstanden, alltägliche Aufgaben durch die Unabhängigkeit von vorbestimmten Kontaktwegen flexibler gestalten zu können. Unternehmen, von denen sie Dienstleistungen beziehen, werden in zunehmendem Maße nach nach Kriterien wie Einfachheit des Zuganges und des Nutzerinterfaces und der Möglichkeit der Interaktionen ausgewählt. So ist es Kunden zum Beispiel auch wichtig, außerhalb der Öffnungszeiten eines Einzelhandels, nach Produkten zu suchen und diese bei Bedarf auch zu bestellen. Diese Möglichkeit bietet der Online-Shop, welcher im Bereich des Einzelhandels bereits länger bekannt ist und nun auch zunehmend in Dienstleistungsunternehmen zur Mehrkanalstrategie zählt. So gestalten zum Beispiel Banken durch Dienste wie Online- oder Mobile-Banking das Abrufen des Kontostandes oder Überweisungen für Ihre Kunden deutlich einfacher und flexibler. Zusätzlich werden Beratungen per E-Mail oder Telefon angeboten, um dem Kunden den Gang zur Filiale zu ersparen (Abb. 2).

Ziel des Multichannel Marketings ist es demnach, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und damit eine Bindung des Kunden an das Unternehmen aufzubauen.

Dadurch ergeben sich auch Vorteile für die Unternehmen. Einerseits können sich Unternehmen mittels Mehrkanalstrategie gegenüber anderen positiv abheben und auszeichnen, andererseits erreichen sie auf diesem Wege auch potenzielle Neukunden, die auf einem anderen Werbekanal wie zum Beispiel einer Printanzeige sonst nicht auf das Unternehmen aufmerksam geworden wären.

Dabei entsteht bei der vorausschauenden Planung und Erstellung der Inhalte jedoch kaum Mehraufwand für das Unternehmen als bei der Veröffentlichung über nur einen Kanal. Als hilfreich erweist sich dabei die Nutzung eines Content-Management-Systems. Mit dessen Hilfe lässt sich Inhalt auf einfache Weise für Webseiten oder teilweise auch andere Medienformen aufbereiten, bearbeiten und organisieren. Eine gut organisierte Sammlung an Inhalten kann anschließend die Erstellung des Contents für die einzelnen Kanäle erleichtern. Dennoch ist zu beachten, dass durch das Pflegen mehrerer Kanäle auch zusätzliche Kosten anfallen, zum Beispiel für Werbung und Vertrieb.

Als eine Gefahr des Multichannel Marketings wurde zunächst die Kannibalisierung der Vertriebskanäle gesehen. Dabei würde sich der Unternehmensumsatz so stark auf einen Kanal verschieben, dass ein anderer dadurch stark defizitär oder substituiert würde. Laut einer Studie des ECC Handels sei diese Gefahr jedoch zum jetzigen Zeitpunkt sehr gering, da bisher nur jeder zehnte stationäre Einkauf vom Online-Handel ersetzt wird. In den meisten Fällen beziehe der Kunde eine Mischform aus den zur Verfügung gestellten Möglichkeiten und nutzt Offline- ebenso wie Online-Kanäle.

Dies zeigen auch Unternehmen, deren Mehrkanalstrategie großen Erfolg zeigt. Tchibo besitzt beispielsweise nicht nur eine eigene Ladenkette, sondern auch eine Website, über welche die Kunden Produkte bestellen können. Zusätzlich dazu lassen sich diese Produkte auch in Partnerfilialen finden. Kunden ist es auch möglich, sich über das Telefon beraten zu lassen oder Produkte zu bestellen.

Auch große Sportfirmen wie Nike und Adidas setzen auf das Multichannel Marketing. Einzelne Stücke lassen sich beim Einzelhändler oder in der firmeneigenen Filiale erwerben, ebenso wie im Internet auf der Website.

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news-1867 Sat, 18 Jun 2016 00:00:00 +0200 Nonbooks - Merchandise im Buchhandel https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1867/ Unter dem Begriff Merchandising versteht man allgemein alle Maßnahmen zur Verkaufsförderung eines Produktes – in unserem Falle des Buches im Buchhandel. Die Verkaufsförderung wird durch Auslagen oder andere verkaufsfördernde Maßnahmen bewerkstelligt. Es gibt zwei verschiedene Arten von Merchandising. In seiner ersten Bedeutung meint Merchandising, dass der Absatz des Buches dadurch erhöht werden soll, dass Werbung über verschiedene Kanäle auf das Buch aufmerksam macht. Auch Rezensionen oder Autorenlesungen können hierzu gehören und weisen die Leute auf dieses eine spezielle Produkt hin.

In seiner zweiten Bedeutung meint Merchandising andere Produkte mit Bezug zum Inhalt des Buches, welche zusätzlich im Buchhandel vertrieben werden. Häufig sind diese Merchandising-Produkte Zugaben, welche kaum etwas mit dem Kerngeschäft des Herstellers zu tun haben. Hierzu können zum Beispiel Spielzeugfiguren, bedruckte Kleidung, Poster, Buttons oder andere alltägliche Gebrauchsgegenstände wie Schlüsselbänder, Bettwäsche, Handtücher oder Kugelschreiber gehören.

Auch das Projektteam rund um das Fachwörterbuch „Druck und Medien“ an der HTWK macht von dieser Art des Merchandisings Gebrauch. So werden beispielsweise grüne Textmarker und Displaycleaner in der Farbe und im Design des Fachwörterbuches angeboten. Laut Albert Hirsch, dem früheren Vorstand der Buch.de AG, seien Merchandising-Artikel Produkte, wie Geschenke und Spielzeuge, welche erworben werden können und die medialen Helden des eigentlichen Produktes physisch verkörpern und so die Geschichte des Buches nach außen hin bewerben.

Die Welt um das Buch wird also immer mehr ausgeweitet und so werden Fans bei der Stange gehalten. Durch Merchandising wird zum einen direkt im Laden für das entsprechende Buch geworben, auf der anderen Seite bieten Merchandising-Artikel auch neben dem Buch selbst eine zusätzliche Einnahmequelle für den Buchhandel. Jeder, der nicht genug von seiner Lieblingsromanfigur bekommen kann, bekommt durch Merchandising die Möglichkeit sich mit entsprechend bedruckten T-Shirts, Luftballons, Regenschirmen oder Kaffeetassen zu seinem Idol zu bekennen.

Wenn die Fans dann mit ihren erstandenen Merchandising-Artikeln auf die Straße gehen, machen sie hierdurch noch einmal eine zusätzliche Werbung für den Autor bzw. das Buch.

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news-1866 Fri, 03 Jun 2016 20:11:00 +0200 Hauptsache auffällig! https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1866/ Die über viele Jahre für die Anwendung auf Druckprodukten entwickelten Veredelungstechniken, auf welche immer mehr Verlage oder Werbefirmen zurückgreifen, bieten nicht nur einen umfangreichen Schutz vor Umwelteinflüssen, sondern bringen auch eine optische und haptische Veränderung der Produktbestandteile mit sich.

Bevor sich ein Unternehmen für ein veredeltes Produkt entscheidet, werden alle Einsatzgebiete des Produktes genau analysiert. Denn Veredelungen können sowohl einen erheblichen Einfluss auf die Lebensdauer eines Druckproduktes nehmen, als auch den potentiellen Käufer in seinem Kaufwillen bestärken. Zudem besteht die Möglichkeit mehrere Veredelungstechniken auf einem Produkt zu vereinen, um besondere Produktdetails oder Neuerungen hervorzuheben.

Mit Hilfe von verschiedensten Lackier-und Folientransfertechniken, Prägungen, Stanzungen und Folienkaschierungen werden die Produktveredelungen realisiert. Mittlerweile gehören veredelte Produkte zu unserem täglichen Leben dazu, ohne dass es uns wirklich bewusst ist.

Schon am frühen Morgen, wenn man sich die Cornflakes direkt aus der Verpackung heraus in seine Schale füllt, stellt man fest, dass der Karton eine besondere Haptik aufweist. Die einzelnen Buchstaben des Produktnamens scheinen entgegenzuspringen und wenn man mit dem Finger darüber streicht, nimmt man einzelne, erhabene Buchstaben wahr. Schaut man in das Innere der Verpackung, stellt man fest, dass sich der Karton an diesen Stellen auch nach außen wölbt. Das alles sind klare Indizien für eine positive Produktprägung. (Bei einer negativen Prägung wäre die Wölbung nach innen gerichtet). Die Prägung ist die älteste Veredelungstechnik, welche bis in die Zeit der Spätantike zurückverfolgt werden kann. Der Kodex II von Nag Hammadi zählt dabei zu den frühesten bekannten Exemplaren, welche eine Blindprägung, auch als Blinddruck bekannt, aufweisen. Mittels Prägestempel (Patrize), der das zu prägende Motiv abgezeichnet und dem zugehörigen negativen Gegenstück (Matrize) wird das Motiv unter der Verwendung eines hohen Druckes in die Produktoberfläche geprägt. Neben der Blindprägung existieren auch die Planprägung, Reliefprägung, Strukturprägung oder das Microembossing, auch als Heißfolienprägung bekannt. Die verschiedenen Prägetechniken werden heute vor allem auf Buchcovern, Faltschachteln oder Grußkarten angewandt. Das Zusammenspiel von Licht und Schatten auf der Produktoberfläche und die dreidimensionale Oberflächenverformung, aus der eine einzigartige Haptik hervorgeht, tragen zu einer hohen Anwendungsvielfalt auf heutige Printerzeugnisse bei.

Erst beim Abspülen der mittlerweile leeren Müslischale bemerkt man, dass man das Spülmittel tatsächlich käuflich erworben hat, welches am Tag des Einkaufs mit ausgefallenen Flyern angepriesen wurde. Das Produkt war mit einer besonders glänzenden und äußerst glatten Oberfläche mittig auf dem Flyer platziert. Zudem konnte man durch schnelles, mehrmaliges Reiben der Oberfläche einen herrlichen Apfelduft erzeugen. Gleich daneben war in glänzender Schrift zu lesen: „Limited Edition- jetzt mit der Kraft des grünen Apfels.“

Die verschiedenen eingesetzten Lackiertechniken haben den Käufer schließlich dazu gebracht dieses Produkt zu kaufen und zu testen. Beim Werben neuer Produkte ist die Lackierung eine der am häufigsten verwendeten Veredelungstechniken. Mittlerweile existiert eine große Vielfalt an Lacken, wie zum Beispiel Mattlacke, Duftlacke, Relieflacke, Struktur-und Öldrucklacke, welche man entweder vollflächig oder partiell (auch bekannt als Spotlackierung) auf das Produkt aufbringen kann. Auf diese Weise lässt sich außerdem die Attraktivität von Buchcovern, Magazinen oder anderen Produktankündigungen steigern.

Bei der Umsetzung von Produktankündigungen kommt darüber hinaus sehr häufig das Stanzen zum Einsatz. Beim Stanzen, welches in der industriellen Produktion mit einer vorgefertigten Stanzform realisiert wird, trennt man vordefinierte Konturen vollständig oder teilweise aus dem Zwischenprodukt heraus. Als Zwischenprodukt bezeichnet man die Teile eines Endproduktes, welche in weiteren Fertigungsprozessen zusammengefügt werden, bzw. durch weitere Fertigungsprozesse zum Endprodukt vervollständigt werden. Oftmals werden gestanzte Produkte, die mit Fensterstanzung ausgestattet werden, mit Produktproben oder Materialwechsel innerhalb eines Produktes verbunden. Damit können die positiven Eigenschaften oder Vorteile des neuen Produkts oder Materials allmählich aufgedeckt und die Neugier auf die Innovation gesteigert werden. Der Vorteil der Fensterstanzung besteht darin, dass beispielsweise die darunterliegende Seite eines Produktes zum Vorschein kommt und man durch Fühlen, Riechen und Sehen erste Eindrücke von diesem Produkt erhalten kann, ohne weitere Details vorher zu kennen. Der Stanzprozess findet in der industriellen Produktion nach dem Druckprozess statt. Im Hinblick auf die Buchproduktion gliedert sich der Stanzprozess zwischen den Druckprozess und der Buchmontage, bei der der Buchblock und die Buchdecke miteinander verbunden werden.

Auf die Folienkaschierung wird zurückgegriffen, wenn vor allem die Lebensdauer eines Produktes gesteigert werden soll. Hierbei wird eine meist nur wenige Mikrometer dünne Folie unter der Verwendung eines speziellen Klebstoffes aufgebracht. Matt-, Glanz, Struktur-oder Forchheimfolien sind hierbei nur einige Beispiele. Man findet kaschierte Oberflächen beispielsweise auf den Serviceheften von Kraftfahrzeugen, denn so können die wichtigen Informationen für Autokäufer vor den öligen oder schmutzigen Händen der Werkstattmitarbeiter geschützt werden. Die Kaschierfolie schützt das Produkt zudem vor Flecken, Witterungsbedingungen (massive Sonneneinstrahlung oder Feuchtigkeit) oder Abnutzung.

Der Folientransfer bietet infolge der ausgefeilten Folienherstellungstechniken ein weitreichendes Spektrum an Veredelungseffekten und haptischen Erlebnissen für den Kunden, wie zum Beispiel Perlglanzeffekte, Flächen und Formen, die auf den Folienoberflächen bereits im Vorfeld integriert worden sind. Neben Metallglanzeffekten, die mit Druckfarben kaum umsetzbar sind, kann man sein Produkt mit Hilfe von Hologrammfolien vor Nachahmungsversuchen schützen. Dies erweist sich vor allem bei marktführenden und namenhaften Produkten, aber auch bei Wertpapieren und Geldscheinen als sehr hilfreich, da man bestimmte Farbgebungen durch das Patentrechtes schützen lassen kann und daher so geschützten Materialien nur von zertifizerten Unternehmen verwendet werden dürfen. Jeder Nachahmungsversuch, der unter das Patentrecht fällt, kann somit strafrechtlich verfolgt und im weiteren Verlauf diesem Einhalt geboten werden.

Hinzukommend bieten die Veredelungstechniken den Verlagen die Möglichkeit einzelne Exemplare sowohl im Erscheinungsbild, als auch in ihrer Haptik extravagant umzusetzen und den Widererkennungswert zu steigern. Ergänzend dazu lässt sich die Zugehörigkeit einzelner Exemplare zu diversen Buchreihen optisch unterstützen und damit ein Sammlungscharakter erzielen. Außerdem greifen neben Verlagen auch Firmen aus unterschiedlichsten Branchen auf die Veredelungstechniken zurück, um das Firmenimage über die Produkte oder angeworbenen Dienstleistungen positiv zu beeinflussen, oder dieses am Markt repräsentativ vertreten zu können.

Die Problematik bei der Wahl der Veredelungstechnik besteht darin, aus einer Vielzahl von Möglichkeiten zu erkennen, welche davon dem Anwendungszweck der einzelnen Produkte entsprechen und gegebenenfalls die Produkteigenschaften verbessern können. Erwartungsgemäß sind Produktoptimierungen immer mit Mehrkosten verbunden, deshalb sollte bei dieser Entscheidung immer auch ein Blick auf die Produktkosten fallen.

Um am Markt weiterhin konkurrenzfähig zu sein, nutzen mittlerweile sehr viele Druckereien den Service der Druckmaschinenhersteller und konfigurieren sich individuelle Maschinen. Diese individuelle Konfiguration reicht von speziellen Trocknungsaggregaten über kurvengesteuerte Schlittenaggregate bis hin zu Veredelungsaggregaten und kompakten, sowie miteinander gekoppelten Maschinen, die eine Inline-Fertigung ermöglichen. Bei der Inline-Fertigung findet der überwiegende Teil an Fertigungsprozessen eines Produktes innerhalb einer Maschine statt. Damit können Zwischenlagerungskosten oder Platzkosten für mehrere unterschiedliche Maschinen eingespart werden.

Zudem kommt es immer häufiger vor, dass von den Druckereien Hybridmaschinen bestellt werden. Eine Hybrid-Druckmaschine zeichnet sich dadurch aus, dass diese in zwei unterschiedlichen Druckverfahren produzieren kann.

Ein Druckprodukt, welches in zwei unterschiedlichen Druckverfahren produziert wird, besitzt am Ende des Fertigungsprozesses eine sehr interessante Haptik und ein sehr ansprechendes, visuelles Erscheinungsbild. Des Öfteren greifen Etikettenhersteller auf die Kombination zweier Druckverfahren zurück.

Mittels Siebdruckverfahren können beispielsweise höhere Farbschichtdicken übertragen werden und somit einzelne Markennamen, wie zum Beispiel Desperados, besonders hervorgehoben werden. In Verbindung mit dem Tiefdruck- oder Flachdruckverfahren, welche mit der bloßen Hand kaum spürbare Schichtdicken übertragen, kommt es zu einem sehr faszinierenden Relief auf der Oberfläche des Druckproduktes, welches auch als Veredelung verstanden werden kann.

Da die Entwicklung der Maschinentechnik und die Innovationsfreude der Buchhersteller auch in Zukunft nicht ruhen werden, können wir uns schon bald über neue, innovative und auch dienliche Bücher und Printerzeugnisse freuen.

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news-1865 Sat, 21 May 2016 00:00:00 +0200 Alternative Papierrohstoffe https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1865/ Tagtäglich begegnen wir Papier: Als Schreibpapier im Büro oder in der Schule, als Werbung in unserem Briefkasten oder als Hygienepapier. Holzfasern dienen bekanntlich als Grundstoff für Papier. Der stetig ansteigende Papierbedarf führt daher auch zu einer hohen Nachfrage nach Holzfasern. Unumgänglich ist dabei das Recycling von Papier. Dennoch lohnt es sich, an neuen Ideen zur Fasergewinnung auf pflanzlicher Basis zu forschen und zu experimentieren.

Wälder schonen, schadet nicht, im Gegenteil. Sie bieten nicht nur für zahlreiche Spezies einen Lebensraum, Laubbäume produzieren mittels Fotosynthese auch den für uns wichtigen Sauerstoff. Warum man Papier dennoch aus Holz herstellt, liegt auf der Hand. Zum einen wurden seitdem 18. Jahrhundert Erfahrungen mit dem Rohstoff gesammelt und Techniken weiterentwickelt. Zum anderen ist Holz ein nachwachsender Rohstoff. Jedoch brauchen Bäume eine lange Zeit, um nachzuwachsen. Eine Eiche beispielsweise benötigt mindestens 180 Jahre, um auf volle Größe auszuwachsen. Dennoch steigt die Nachfrage nach Holz. Dabei gibt es Tonnen an pflanzlichen Abfällen, die nicht ausreichend genutzt oder recycelt werden. Doch kreative Köpfe aus der ganzen Welt entwickeln Strategien, um neue alternative Papierrohstoffe für die Industrie zu erschließen. So eignen sich zum Beispiel Schalen von Früchten als Holzfaserersatz.

Allem voran hört man oft von Bananenpapieren. Vor allem als Dekopapiere bei uns bekannt, ist der Einsatz dieses Rohstoffes für industriearme Länder eine gute Möglichkeit, eigenes und billiges Papier zu erzeugen. Hiroshi Morishima, ein japanischer Professor für Architektur, ließ 2002 mit Unterstützung der japanischen Regierung und der UNESCO auf Haiti Anlagen bauen, in denen die Schalen erst zermahlen und dann aufgeschwemmt werden. Anschließend werden sie in einen Rahmen gepresst, um zu trocken. Dabei handelt es sich um eine traditionelle japanische Variante der Papierproduktion. Diese Produktion kann ohne Strom und Chemikalien erfolgen. Außerdem wird ausschließlich ohne Maschinen per Hand gearbeitet. Daher ist diese Methode sowohl umweltschonend, als auch sehr arbeitsaufwendig. Viele Länder nahmen sich dieser günstigen Methode der Papierproduktion an. Papier ist in den Ländern der dritten Welt oft Mangelware, doch mit der eigenen Produktion von günstigem Papier aus Bananenschalen, wird dem abgeholfen und gleichzeitig ein Exportgut geschaffen. So verdienen diese Länder zusätzlich Geld, schaffen Arbeitsplätze und sind nicht mehr stark auf teurer importiertes Papier angewiesen. Das selbst hergestellte Papier bietet diesen Ländern außerdem die Möglichkeit, Bücher herzustellen, oder Schreibmaterialien für den Unterricht an Schulen bereitzustellen. Dadurch kann es gelingen, das dort oftmals vorherrschende Problem des Analphabetismus zu bekämpfen. So wurde kurz nach Realisierung der ersten zwei Papiermanufakturen auf Haiti ein Kinderbuch produziert.

Jedoch lässt sich das Papier aus Bananenschalen nicht mit dem Papier vergleichen, das in den Industrieländern produziert und verwendet wird. Das günstigere Bananenpapier ist sehr faserig und nicht reinweiß und entspricht damit nicht den Erwartungen und Qualitätsansprüchen der Kunden in den Industrieländern.

Eine kleine Renaissance findet beim Hanfpapier statt. Die Papierproduktion mit Hanf war vom ersten Jahrhundert v. Chr. bis zum 2. Weltkrieg gängig. Danach wurde die Produktion mit Holz erschwinglicher und der Marktanteil von Papier aus Hanf sank stark. Die Fasern von Hanf sind deutlich länger als Fasern aus Holz, daher bietet Hanf eine höhere Zug- und Nassfestigkeit, die man nicht mit herkömmlichen Papieren aus Holz erreichen kann. Der Ligningehalt in Hanfpflanzen ist auch geringer, sodass weniger Bleichmittel eingesetzt werden muss, um ein reinweißes Papier zu produzieren. Zudem wächst Hanf bedeutend schneller als Holz und muss nicht mit Pestiziden behandelt werden, weil er von allein Unkraut durch dichten und hohen Wuchs bekämpft. Warum ist Hanfpapier also so teuer?

Durch billige Holzpreise hat man in den Industrienationen fast komplett darauf verzichtet, Technologien für die Hanfernte und Weiterarbeitung zu entwickeln. Um die begehrten langen Fasern zu gewinnen, verlangt es besondere Mähmaschinen, da Hanf sehr zäh ist. Durch diese Zähigkeit ergeben sich hohe Ernteverluste von ca. 40 %, was einen geringeren Gewinn zur Folge hat. Das bedeutet einen sehr hohen Aufwand beim Anbau, da eine gute Ernte Handarbeit auf dem Feld voraussetzt. Diese ist jedoch teuer und zeitaufwendig. Lediglich Frankreich baut Hanf noch im großen Stil an, um Zigarettenpapier herzustellen. Jedoch wird durch das wachsendes Umweltbewusstsein immer mehr auf den Nutzhanfanbau zur Papierproduktion zurückgegriffen.

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news-1864 Fri, 25 Mar 2016 20:09:00 +0100 Was Niedergeschriebenes verbindet https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1864/ Heutzutage nimmt man vieles als selbstverständlich hin und hinterfragt kaum noch. Ob es um grundlegende Bedürfnisse geht, wie z.B.: »Wo kommt mein Essen eigentlich her?« oder alltägliche Dinge wie: »Wie funktioniert mein Computer, mit dem ich gerade diese Zeilen schreibe?« Immer weniger denkt man wie ein Kind, welches allen Dingen auf den Grund gehen möchte, die ihm oder ihr begegnen. Doch manchmal ist es spannend, sich wieder auf diese Denkweise zurückzubesinnen. Auch wenn es etwas so Alltägliches betrifft, wie:

»Was hält eigentlich die Seiten meines Buches zusammen?«

Es begann alles mit vier zusammenhängenden Seiten, beschriebener und gefalteter Pergamentbögen. Diese wurden durch Fäden im Rücken miteinander verbunden.

Im Verlauf der Zeit haben sich verschiedene Arten von Bindungen entwickelt. Am bekanntesten ist wohl die Klebebindung, bei welcher der Buchblock aufgeraut und mit Leim verklebt wird. Sei es der neue Krimi der Lieblingsautorin im praktischen Taschenbuchformat oder der alte Roman von Mutti als hochwertiges Hardcover. Viele Bücher in unserem Bücherregal sind so gebunden.

Für einige hochwertigere Bücher jedoch wird auf die oben genannte, altbewährte Bindungsart zurückgegriffen. Sie werden mittels Fadenheftung gebunden, dies ist die haltbarste aber auch eine aufwendige Bindungsart. Hierbei werden einzelne Seiten mittig gefalzt, im Falz vernäht und mit den weiteren Lagen des Gesamtwerkes am Rücken verknotet und somit zu einem kompletten Buchblock zusammengefügt.

Natürlich können nicht nur Bücher gebunden werden, es gibt auch viel Niedergeschriebenes, welches nur wenige Seiten umfasst. Hierfür gibt es zum Beispiel Rückstichheftung, Drahtkammbindung (Wire-O-Bindung), Spiralbindung oder Buchschraubenbindung.

»Es gibt noch viele andere Bindungsarten, doch was macht eine Bindung ausgefallen?«

Es gibt viele Möglichkeiten, die schon erwähnten Bindungen zu verändern und so zu etwas Neuen zu machen. Man kann Materialen verändern, statt Draht Plastik verwenden oder die Bindung durch einen Umschlag, halb oder ganz verdecken.

Bei Broschuren ist es möglich, zum Beispiel eine Knotenfadenheftung zu verwenden. Hierbei wird der Faden von Hand oder mit einer Maschine durch den Falz geführt. Durch die handwerkliche Fertigung und Fäden in verschiedenen Farben oder Materialen ist der Kreativität keine Grenze gesetzt

Eine weitere Option ist die Steppstichheftung, wobei Broschuren im Bund mit Faden durchgenäht werden. Der Faden bleibt sichtbar oder kann mit einem Umschlag kaschiert werden. Was jedoch recht schade wäre, weil dieser Faden ein echter Blickfang ist und so eine einfache Imagepublikation zu etwas Besonderen machen kann.

Eine weitere recht ungewöhnliche Bindung ist die Machart der chinesischen Broschur. Diese sehr dekorative Bindungsart entstand in China und diente dazu, einen Blattstapel sauber und schön zu verbinden. Bei dieser Art der Bindung werden die Inhalt- und Umschlagblätter mit einem kleinen Bohrer einen Zentimeter vom Bund entfernt gelocht. Danach wird ein Faden von Hand durch den vorgelochten Blattstapel geheftet. Eine wunderschöne Bindung, nicht nur für hochwertigere Druckerzeugnisse, sondern auch etwas für den Heimgebrauch.

An sich gibt es in der Welt der handgemachten Bücher, was die Art der Bindung angeht, keine Grenzen. Von durch das Papier durchgesteckten Strohalmen, bis zur mit den Seiten vernähten Baumrinde, alles ist möglich.

Auch die sonst durch den Buchdeckel verdeckte Fadenheftung kann zum absoluten Blickfang werden. Die einzelnen Lagen können durch fantasievoll genähte Muster, Buchstaben oder sogar Comicfiguren miteinander verbunden. Und der Buchrücken ist keine Grenze, es wird über ihn hinaus, auf den Umschlag weiter genäht. So entstehen wunderschöne Muster und einzigartige Cover. Hier kann man wieder Kind sein und seine Fantasien ausleben. Und vielleicht lernt man so, diesen kleinen alltäglichen Dingen, wieder mehr Beachtung und Wertschätzung zu schenken. 

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news-2016 Sat, 20 Feb 2016 21:40:00 +0100 (Vor)Leseförderung mit digitalen Medien https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2016/ Möglichkeiten der Umsetzung am Beispiel der „Lesestart“-Apps

Vorlesen im Kindesalter fördert nachweislich die Lust am Lesenlernen. Doch nicht nur Kinder müssen zum Lesen motiviert werden, auch Eltern brauchen ab und zu eine Ermunterung zum Vorlesen. Einen möglichen Ansporn bietet das Vorlesen mit Kinderbuch-Apps für Tablets oder Smartphones. Im Rahmen der „Lesestart“-Initiative und in Zusammenarbeit mit den Verlagen Carlsen, Ravensburger und Oettinger wurden drei kostenlose Apps veröffentlicht, die zeigen, wie das funktionieren kann.

 

Das „Lesestart“-Programm

„Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ ist eine Initiative zur Sprach- und Leseförderung, die 2011 ins Leben gerufen wurde. Sie wird von der Stiftung Lesen durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Vorläufer des aktuellen Programms waren „Lesestart – Mit Büchern wachsen“ (ab 2006 im Freistaat Sachsen) und „Lesestart – Die Lese-Initiative für Deutschland“ (2008-2010 deutschlandweit). Die gegenwärtige Initiative basiert auf einem 3-Etappen-Prinzip. Innerhalb jeder Etappe bekommen ein-, drei- und sechsjährige Kinder jeweils ein Lesestart-Set im Rahmen von bestimmten Ereignissen, wie der U6-Vorsorge beim Arzt, einem Bibliotheksbesuch mit dem Kindergarten und der Schuleinführung. Darin enthalten ist ein Buchgeschenk für Kinder und Infomaterial zum Thema Vorlesen für Eltern.

 

Die „Lesestart“-Apps

Um Eltern eine Hilfestellung zum Vorlesen zu geben, wurden drei kostenlose Kinderbuch-Apps in Zusammenarbeit mit renommierten Verlagen veröffentlicht. Im Jahr 2012 gab der Carlsen Verlag innerhalb der Pixi-Reihe den Titel „Meine ersten Bücher“ für Smartphones und Tablets der Betriebssysteme Apple und Android heraus. 2013 folgte Ravensburger mit „Alle meine Bücher“ für Smartphones und 2014 veröffentlichte Oettinger die dritte App „Mein neuer Freund das Känguru“ speziell für Tablets und Kindle. Die Kinderbuch-Apps enthalten vielfältige Funktionen, die von einfachen Wischeffekten bis hin zu Aufnahmefunktionen und auslösbaren Animationen reichen. Damit wird jede Geschichte zu einem multimedialen Erlebnis.

Alle drei Apps enthalten jeweils eine Geschichte zu Themen wie Freundschaft, Familie und natürlich dem Lesen. Ähnlich wie bei gedruckten Kinderbüchern können die Seiten mittels der Hand durch Wischbewegungen durchgeblättert werden. Aber auch das Berühren von Pfeilen ist möglich. Jede der Geschichten ist entsprechend ihres Inhalts illustriert, animiert und enthält zusätzliche Hintergrundgeräusche. Weiterhin kann zu den Geschichten eine Vorlesestimme eingespielt werden. Alle zusätzlichen Features können aber jederzeit auch deaktiviert werden, sodass sich Eltern ihre eigene Geschichte ausdenken können.

Ist die Geschichte zu Ende gelesen, werden Kinder und Eltern mit Memory- und Puzzle-Spielen belohnt. Die Apps „Meine ersten Bücher“ und „Mein neuer Freund das Känguru“ enthalten außerdem eine Aufnahmefunktion, mit der Eltern ihre eigenen Geschichten aufnehmen können. Ein besonderer Bonus von Oettingers App sind die rot hervorgehobenen Wörter beim Abspielen der App. Sie zeigen das aktuell vorgelesene Wort, sodass Leseanfänger parallel mitlesen können. Um einen besseren Überblick über alle Funktionen zu behalten, besitzt jedes Kinderbuch ein Menü, das bei Bedarf aufgerufen werden kann. Die in der App enthaltenen Funktionen werden mit Hilfe eines eindeutigen Icons im Menü abgebildet. Das macht die Apps notfalls auch für Kinder allein bedienbar. Die vorgegebenen Texte sind einfach und für Kinder verständlich verfasst. Inhaltlich zeigen sie, wie Kinder die Freude am Lesen entdecken, und regen so auch die jungen Benutzer der App zum häufigeren Lesen an.

Aber auch als Erwachsener kann man Freude daran entwickeln, die vielen verschiedenen Effekte zusammen mit seinen Kindern zu entdecken. Die Kinderbuch-Apps sind auch für reisefreudige Familien sehr praktisch. Durch die Speicherkapazität der Endgeräte können bequem zahlreiche Apps „mitgenommen“ werden. Damit bleibt die Auswahl an Geschichten auch außerhalb der eigenen vier Wände groß.

Werbefreiheit und die Abwesenheit von In-App-Käufen machen die Apps noch kinderfreundlicher. Es gibt keine Gefahr, dass Kinder durch zum Beispiel plötzlich erscheinende Werbebanner ungeeignete Seiten im Internet aufrufen oder versehentlich kostenpflichtige Erweiterungen der App kaufen.

Die interaktiven „Lesestart“-Apps sind allesamt sehr umfangreich gestaltet, besonders wenn man bedenkt, dass die Apps kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Sie sind sowohl für App-Neulinge zu empfehlen, die erst ein paar Einblicke gewinnen wollen, als auch für Eltern, die bereits Erfahrung im Vorlesen mit digitalen Medien haben. Die gelungene Umsetzung der Apps macht sowohl Vorleseförderung von Eltern als auch Leseförderung ihrer Kinder möglich. Die Vielzahl an Funktionen und die spannenden Animationen laden immer wieder zum gemeinsamen Lesen ein.

 

Weitere Informationen zum „Lesestart“-Programm finden Sie auf: www.lesestart.de

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news-2015 Sat, 20 Feb 2016 21:38:00 +0100 "Stirbt die Zeitung im Wandel der Verlagsbranche aus? Wenn ja, warum? Was gibt es für Lösungsansätze oder Alternativen?" https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2015/ Zehn Anmerkungen zur Zukunft der Zeitung (die nicht „ausstirbt“, aber immer seltener im Papiergewand daherkommen wird).

  1. Zur Branche: Selbstmitleid und Panik sind falsche Berater. Sie verbauen Perspektiven, verhindern Dynamik, die neue Techniken und Möglichkeiten bieten. Blogs, Social Media: Sie sind längst Alltag. Diese Vielfalt, die höhere Zahl an Angeboten, die Echtzeitkommunikation sollen der Untergang des Abendlandes sein? Unsinn. Gerade lokaler und regionaler Journalismus hat mit Kreativität gute Chancen, nicht mit Sparmaßnahmen als Selbstzweck.
  2. Nur der gut ausgebildete Journalist spielt dabei eine seriöse Rolle. Deshalb bilden wir (Aachener Zeitung, Aachener Nachrichten) nur multimedial aus (Recherche, Video, Moderation, Sprache, Sorgfalt, Analyse…). Dazu haben wir Partner wie WDR, RTL, Rundfunksender, Presserechtler, Agenturen.
  3. Qualität heißt: zuverlässige Quellen, Nachhaltigkeit, Gründlichkeit. Eine zeitlose und hoffentlich nie aussterbende Basis für jedes journalistische Geschäftsmodell. Über welchen Kanal, ist doch völlig egal. Dazu passt das schöne Zitat des Kollegen Harald Martenstein: „Rettet den Inhalt, nicht die Hülle!“
  4. Endlich begreifen und praktizieren, gerade im lokalen Journalismus: niemals Kumpanei, Schulterklopfen oder distanzloses Mittendrin. Gute Journalisten sind selbstbewusst, rückgratstabil, konfliktbereit.
  5. Mut zum Anderssein, zum Überraschenden. Nicht jeden mit allem bedienen, Mut zum Weglassen.
  6. Lokale Kompetenz beweisen: berichtend, fragend, im Dialog, im Forum, interaktiv. Rausgehen. Zuhören, erklären, gemeinsam mit Bürgern Themen setzen. Damit haben wir Erfolg.
  7. Nicht einseitig sein, keine Honoratiorenzeitung. Keine Bevormundung, keine hoheitliche Verkündigung in harmlosen Sowohl-als-auch-Kommentaren. Ende des Sender-Empfänger-Modells akzeptieren und Neues entwickeln. Social-Media und andere Kanäle als Chance begreifen, nicht als Bedrohung.
  8. Online das aktuellste Nachrichtenportal sein. Sich von der Illusion gedruckter Exklusivität verabschieden. Die gibt es in Online-Zeiten nicht mehr. Den Unterschied zwischen Print- und Online-Sprache kennen. Online endlich professionell sein.
  9. Märkte ändern sich, daran mitwirken: Experimente wagen. Erfolg haben. Auch mal scheitern.  Nicht verzagen. Dabei über die diversen Zielgruppen, ihre Erwartungen und die dafür nötigen neuen Produkte nachdenken. Es gibt da mehr als nur Nischen, die zu besetzen sind, zum Beispiel eine lokal-regionale digitale Tageszeitung für eine Technologie- und Wissensregion wie Aachen gemeinsam mit Akteuren aus diesem Bereich. Wir haben übrigens seit einem Jahr eine regionale, digitale und tagesaktuelle Abendzeitung, die ab 19 Uhr zum Download freigegeben wird.
  10. Mehrwert (abgenutzter Begriff, pardon): Service, fundierte lokale Information, ernsthaft fragen, was wirklich relevant ist. Sagen, was ist. Kritisieren, was kritisiert werden muss. Zuhören, wo Menschen etwas zu sagen haben, Skandalisierung vermeiden, aber keine falschen Rücksichten nehmen. Emotion. Vor allem: nicht jammern. Und schon gar nicht: aussterben!

Fazit: Weil das Lokale für uns Kerngeschäft ist, bündeln wir hier unsere Kompetenz, nicht in der Auslandsberichterstattung. Die lokale Berichterstattung bauen wir stetig aus. Das wird so bleiben. Gedruckt und besonders digital. Es stimmt: Die gedruckten Auflagen sinken. Auch das stimmt: Die Reichweite ist stabil oder steigt – dank der digitalen Angebote, die bei uns weitestgehend kostenpflichtig sind und entgegen mancher Prognosen gut angenommen werden.

Autor: Bernd Mathieu (Aachen)

zum Autor: geb.1954, Chefredakteur der Aachener Zeitung seit 1995, zusätzlich der Aachener Nachrichten im von ihm entwickelten Modell „Eine Redaktion – zwei Zeitungen“ seit 2003. Vorsitzender der Jury des  Theodor-Wolff-Preises; seit 2003 Lehrbeauftragter, seit 2008 Honorarprofessor an der FH Aachen im Studiengang Media and Communication for Digital Business;  Konzeption und Realisierung eines neuen  Multi-Media-Volontariats des Zeitungsverlages Aachen in Kooperation mit  WDR-Fernsehen, Phönix, RTL, Hartaberfair, Radiosendern, Hochschulen.  Redaktion mehrfach ausgezeichnet für vorbildlich Leser-Blatt-Bindung, u.a. mit dem Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.

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news-2014 Sat, 13 Feb 2016 00:00:00 +0100 eManga - Manga in elektronischer Form https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2014/ Das digitale Buch heißt eBook, das elektronische Pendant zur Zeitung ist das ePaper, und nun ist seit knapp anderthalb Jahren auch für den Manga ein „digitaler Doppelgänger“ in Deutschland erhältlich, der eManga. Eine Technik, die noch in den Kinderschuhen steckt, für die sich aber eine genauere Betrachtung lohnt. Hat doch der Manga in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung in Deutschland durchschritten und gilt als eines der sich am besten entwickelten Printprodukte.

Im Vorfeld geht ein besonderer Dank an Kai-Steffen Schwarz (Carlsen Manga), Marco Walz (Egmont Manga) und Yannick Grotholt (Tokyopop), welche als Experten aus drei der größten Manga-Verlage in Deutschland für ein Interview zur Verfügung standen, um über den derzeitigen Stand der eMangas in Deutschland zu informieren.

 

Was ist ein Manga?

Die Leserichtung eines Mangas Ein Manga ist ein japanischer Comic, der, im Vergleich zu seinen amerikanischen oder europäischen Gegenstücken, einige Besonderheiten aufweist. Wichtigstes Merkmal ist der Zeichenstil: Zumeist werden mit Mangas große, detaillierte Augen, verrückte Frisuren und Haarfarben, gut aussehende Figuren sowie häufig stark ausgeprägte Charaktere verbunden. Die Zeichenstile können aber auch stark variieren – von sehr detailreich und mädchenhaft bis kantig und düster ist alles dabei. Zum anderen ist die Farbigkeit speziell, denn der Manga wird lediglich in schwarz/weiß gedruckt. Ein Manga kann jedoch auch einige einzelne Farbseiten enthalten (zumeist am Anfang oder am Ende), dies liegt aber in der Entscheidung des Zeichners, des sogenannten Mangaka. Aufgrund seiner japanischen Herkunft wird ein Manga, auch wenn er in Deutschland verkauft wird, in japanischer Leserichtung gelesen, von rechts nach links. Das bedeutet, er wird „hinten“ aufgeschlagen, da es sich in Japan dort um die erste Seite handelt. Ebenso verhält es sich mit der Reihenfolge der Bilder und Sprechblasen, man liest von rechts oben nach links unten. Da der Umfang eines Mangas bei circa 180 bis 200 Seiten liegt, er klebegebunden ist und zudem noch eine ansprechende Cover- und Rückengestaltung besitzt, ähnelt er sehr einem Taschenbuch.

 

Die Entwicklung des Manga in Deutschland

Waren Mangas vor einigen Jahrzehnten in Deutschland aufgrund vieler Vorurteile, die Gewalt und Sexismus betrafen, verpönt, stieg das Interesse an den japanischen Comics seit der Jahrtausendwende stark an. Zum einen galten Mangas zu dieser Zeit als ein exotisches Medium, zum anderen konnten Reihen wie „Dragonball“ und „Sailor Moon“ durch einen guten Plot, Humor, einem hervorstechenden Zeichenstil und teils bizarre Charaktere eine ganze Generation fesseln. Mit den Jahren wurden Mangas bei der deutschen, vorwiegend jungen, Leserschaft immer beliebter. Demnach ist es nicht überraschend, dass sich deutsche Verlage diesem aufstrebenden Segment intensiver widmeten. So wurde insbesondere das Marketing verbessert und neue Themengebiete erschlossen. Die Themen sind dabei so vielfältig wie die Genres in der Filmindustrie. Von actionreichen Geschichten wie „Attack On Titan“ über das romantische Genre mit „Wolf Girl& Black Prince“ bis hin zum Kriminalfälle lösenden Conan Edogawa aus „Detektiv Conan“ können deutsche Leserinnen und Leser aus einer Vielzahl an Inhalten auswählen.

Heutzutage lässt sich die Altersklasse des typischen Mangalesers jedoch nicht mehr definieren, da es einerseits viele treue Menschen gibt, die mit den Mangas „mitwachsen“, sprich auch noch mit 20 oder 30 Jahren Mangas lesen, andererseits hat sich der Manga in die junge, moderne Popkultur etabliert. Die Entwicklung von Fanseiten auf Youtube, Facebook und Co. im Internet, in denen sich Fans untereinander über die neusten Trends austauschen und fachsimpeln können, lässt die Freude an Manga dauerhaft aufleben. Außerdem bieten zahlreiche Conventions auf für Amateur- und Hobbyzeichner die Chance, auf großes Publikum außerhalb des Internets zu treffen. So benötigt ein Manga kaum mehr Unterstützung des Animes, der dazu passenden animierten Zeichentrickserie, sondern kann aus eigener Kraft eine große Beliebtheit und hohe Absatzzahlen erreichen. Mittlerweile verkaufen sich Bestseller in Deutschland im fünfstelligen Bereich pro Band oder Ausgabe.

 

eManga in Deutschland

Mit zunehmender Digitalisierung kommen seit Jahren immer mehr technische Innovationen auf den Markt, auch auf den Buchmarkt. Nach dem eBook und dem ePaper ist auch seit circa anderthalb Jahren der eManga in Deutschland erhältlich. Dabei handelt es sich um die digitalisierte Version eines Mangas, die auf technischen Geräten konsumiert werden kann.

Trotz großer Beliebtheit des Print-Mangas konnte der eManga in Deutschland bisher noch keinen großen Erfolg bei der Leserschaft verzeichnen. Derzeit liegt der eManga mit unter 1000 Stück Absatz pro Band weit hinter seinem gedruckten Gegenstück. Dennoch steigt die Anzahl der veröffentlichten eMangas. Es wird demnach Hoffnung in den elektronischen Comic gesetzt. Diese dürfte nicht unbegründet sein, wächst doch die jüngere Generation mit einem anderen Bewusstsein für Technik und Multimedia auf als die ältere. Der bislang nur mäßige Erfolg der eMangas ist jedoch nicht nur ein in Deutschland vorherrschendes Phänomen, sondern lässt sich auch auf andere Länder ableiten. Obwohl Japan, die USA und Frankreich, die Vorreiter im Bereich eManga sind, weisen auch deren Märkte eine schlechtere Verkaufsquote auf als bei gedruckten Comics. Im Vergleich zu normalen, textbasierten eBooks verkauft sich der eManga ebenfalls deutlich schlechter. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen liegt es an technischen Gründen, zum anderen an der Einstellung der Leser gegenüber eMangas. So lässt sich reiner Text sehr gut auf konventionellen eReadern darstellen, für Bilder oder die einzelnen Farbseiten am Anfang oder am Ende eines Mangas, die auch in der elektronischen Version enthalten sind, seien sie jedoch nicht konzipiert. Als Lesegeräte eignen sich demnach eher das Tablet und der PC. Das Smartphone kann aufgrund einer kleineren Displaygröße nur bedingt genutzt werden. Aktuell sind eMangas in mehreren Formaten erhältlich, zum Beispiel im Mobipocket-, EPUB- und PDF-Format. Für jede dieser drei Versionen muss ein Verlag jedoch jeweils eine eigene ISBN vergeben. Dennoch kommen immer neuere Versionen für Formate auf den Markt, die es zu erforschen gilt. Finden lassen sich die eMangas auf verschiedenen Plattformen wie Thalia.de, Amazon.de, Kobo.de, dem iBook Store oder dem Google Play Store. Bisher gibt es nur wenige Internetseiten oder Onlinebuchhandlungen, die eMangas verkaufen. Diese Anzahl müsste sich erhöhen, um eine größere Menge von potenziellen Käufern zu erreichen. Eine weitere Hürde stellt die Lizenzierung des Contents dar. Zu Beginn steht die japanische Originalausgabe, die für den deutschen Markt lizenziert werden muss. Dabei werden die Printausgabe und die digitale Ausgabe getrennt betrachtet. Der japanische Verlag oder der Mangaka kann sich demnach vorbehalten, einen eManga nicht für den deutschen Markt freizugeben. Aus diesem Grund können auch nicht alle Print-Mangas, die in Deutschland erhältlich sind, als eManga umgesetzt werden. Theoretisch bestünde jedoch der Ansatz, neue Titel zeitgleich als Print- und Digitalausgabe zu veröffentlichen. Nachdem die Lizenzierung erfolgt ist, werden die Druckdaten bearbeitet – sie gehen in die Übersetzung, zum Lektorat und in die Grafikabteilung. Nach Erstellung der neuen Daten werden diese in ein gewünschtes eBook-Format konvertiert und die Metadaten eingepflegt. Diese Version des eMangas geht dann, wenn die vertraglich vereinbart wurde, noch einmal an den Lizenzgeber zurück, damit dieser den eManga auf technische Mängel etc. überprüfen kann. Gibt der Lizenzgeber seine Zustimmung zur Veröffentlichung, kann das Produkt auf den Webseiten zum Verkauf hochgeladen werden. Ersichtlich ist jedoch, dass dieser Produktionsworkflow einen Arbeitsaufwand darstellt, der bis zum jetzigen Zeitpunkt in keiner Weise in Relation zu den niedrigen Absatzzahlen steht.

Ein weiterer Grund, warum sich eMangas in Deutschland schlechter verkaufen als die Printversionen, ist die Haltung der Leser bzw. der Kunden zu eMangas. Bei den Lesern und Leserinnen von Mangas handelt es sich hauptsächlich um Buchliebhaber und Sammler. Käufern ginge es sowohl um ein optisches als auch haptisches Erlebnis. Das Gefühl sich einen Manga zu kaufen, ihn zu lesen und anschließend in das Bücherregal zu den anderen zu stellen und ihn sich anzuschauen, kann ein eManga nur teilweise übertragen. Demnach ist es nicht verwunderlich, dass der eManga nur eine geringe Akzeptanz bei Sammlern findet. Ein anderes zu behebendes Problem für die Verlage stellen die sogenannten „Scanlations“ dar. Dabei handelt es sich um Internetplattformen, auf denen eingescannte Mangaseiten illegal veröffentlicht und verbreitet werden. Nutzer dieser Seiten können somit den Inhalt eines Mangas kostenlos konsumieren. Durch DRM (Digital Rights Management) gelingt es den Verlagen zumindest, die eManga vor der eBook-Piraterie zu schützen. Dabei unterteilt sich das DRM in hartes und weiches DRM. Bei dem harten DRM handelt es sich um eine Verschlüsselung, beim weichen um den Einsatz von Wasserzeichen, welche bei der illegalen Verbreitung auffallen und Raubkopien unmöglich machen. In diesem Fall stellen also eher die Print-Mangas das Problem dar. Jeder Nutzer dieser Seiten sollte sich bewusst sein, dass er der Branche, dem Mangaka und den Fans schadet.

Zukünftig, in dieser Hinsicht sind sich die befragten Experten aus den Verlagen einig, wird der eManga in Deutschland einen Aufschwung erleben. Unter anderem wird sich das Angebot von Titeln erhöhen und technische Probleme sollen behoben werden. Da die jüngere Generation einen anderen Bezug zur Technik und zu digitalen Medien hat, ist eine positive Entwicklung der eMangas nicht unwahrscheinlich. Außerdem bietet der eManga verschiedene Vorzüge.

 

Vor-und Nachteile von eMangas

Die Vor-und Nachteile eines eMangas gleichen denen eines eBooks. Zum einen sind sie deutlich billiger (zwischen einem und zwei Euro Preisdifferenz) als die Printversionen. Außerdem bieten sie, gerade als PDF, eine sehr gute Bildqualität. Hinzu kommt, dass sich der Leseprozess leicht beschleunigt, auch das Umblättern erfolgt nur durch eine kurze schnelle Scrollbewegung. Ein weiterer, nicht auszuschließender Faktor ist auch die Privatsphäre. Während jeder bei einem Manga Einsicht darüber hat, was für ein Titel gelesen wird, bietet das technische Lesegerät einen privaten Lesegenuss, da es kein Cover zeigt.

Platzsparender sind eMangas nur bedingt. Natürlich müssen sie nicht im Bücherregal stehen, jedoch haben sie mit circa 50 MB eine deutliche höhere Dateigröße als rein textbasierende eBooks. Demnach ist auch der Speicherplatz begrenzt. Ein großer Nachteil ist das bisher stark begrenzte Titelangebot. Dies sollte sich aber in den nächsten Monaten und Jahren ändern, da die Lizenzverhandlungen beständig laufen. Die bisherigen Hauptprobleme der eMangas stellen die Leserichtung und vereinzelte Moiré-Effekte dar. Da die Software noch nicht auf die japanische Leserichtung (von hinten nach vorn) eingestellt ist, öffnet sich die Datei und die erste Seite, die man sieht, ist das Ende der Story. Hinzu kommt, dass man durch das Vergrößern auf den Text, die Seite oder das Bild nicht mehr im Gesamten im Blick hat. Durch die Moiré-Effekte, die gerade in schattigen Flächen auftreten, bekommt das Bild bei Bewegung durch Zoomen oder Scrollen eine Art Eigenbewegung, die im ersten Moment lustig erscheinen mag, bei längerem Lesen jedoch stört.

Da es sich bei diesen Problemen größtenteils um technische Unzulänglichkeiten handelt und sich die Technik bekanntlich immer weiterentwickelt, ist es wohl sehr wahrscheinlich, dass sich diese bald beheben lassen und dem Leser ein qualitativ hochwertiges Lesevergnügen mit einem eManga geboten wird.

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verlagsherstellung > produktion
news-2005 Wed, 30 Dec 2015 21:13:00 +0100 Ein Blick zurück auf das Buchjahr 2015 https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2005/ Das Jahr in Zahlen

Das Jahr 2015 war für den Buchmarkt und die Branche ein turbulentes Jahr. Nicht zuletzt, weil sich die Prognosen, die am Anfang des Jahres formuliert wurden, bewahrheiteten. Nachdem 2014 der Umsatz im Buchhandel um 2,1 Prozent zurückging, sagten die Prognosen für 2015 einen weiteren Rückgang der Umsatzwerte an. Laut einer Statistik von statista.com über die Umsatzentwicklung auf dem Buchmarkt 2015, die im 1. Halbjahr herausgegeben wurde, bestätigt sich diese Vermutung. Im Bereich der Belletristik sanken die Umsatzwerte in Deutschland um 1,8 % im Vergleich zu den Vorjahreszahlen. Auch andere Sparten wie Kinder- und Jugendbuch und Ratgeber haben ein Minus zu verzeichnen. Innerhalb der Kategorie der Reiseliteratur gab es eine Steigerung der Zahlen von 1,1 % und im Sachbuchreich ebenfalls einen Anstieg von 0,7 %. Aber im Allgemeinen ist ein Rückgang des Umsatzes deutlich ersichtlich. Noch unklar ist der Grund für diesen Trend. Denn auch wenn einer der Gründe die gesteigerte Beliebtheit der E-Books und des Onlinehandels sein könnte, erklärt dies nicht den Verlust, den die Verlage verzeichnet haben.

Im Vergleich zu dem Rückgang der Umsatzzahlen in der Schweiz und in Österreich, steht Deutschland jedoch deutlich besser da. Die Schweiz zum Beispiel verzeichnet bei den Sachbüchern und Ratgebern einen Verlust von 7,7 %. Österreich ordnet sich im Sachbuchbereich mit -3,4 % und im Ratgeberbereich mit -4,1 % zwischen den beiden Nachbarländern ein.

Im Juli wurden die Auswirkungen der Gewinnverluste auch in der Presse deutlich. Denn die im Jahr 2014 in Insolvenz gegangene Verlagsgruppe „Weltbild“ hinterließ im letzten Jahr erneut Spuren in den Medien. Nachdem die Augsburger „Weltbild“-Zentrale 67 Buchhandlungen an die „Leseart GmbH“ des Unternehmers Rüdiger Wenk verkaufte, ging dieser im Juli 2015 Bankrott.

Unabhängig von Umsatzzahlen zeigen die Besucherzahlen der Buchmessen in Leipzig und Frankfurt wie groß dennoch das Interesse an Büchern und der Branche ist. Seit 2007 kann die Leipziger Buchmesse steigende Besucherzahlen feststellen. 2015 (insgesamt circa 186.000 Besucher) konnten sich 11.000 mehr Leute für die Buchmesse begeistern als 2014. In Frankfurt verhält es sich ähnlich – wobei dies natürlich in anderen Größenordnungen stattfindet. 2015 besuchten die Frankfurter Buchmesse rund 275.000 Interessierte. Im Vorjahr waren es circa 269.600 Besucher. Somit ist auch hier ein Anstieg der Besucherzahlen festzustellen und lässt ein steigendes Interesse an der Branche vermuten. Daher werden Aufschwünge der Verlagsbranche vermutlich auf März, Oktober und Weihnachten fallen.

Aus einer Umfrage des „Börsenblattes“ ging hervor, dass kurz vor dem Jahresende zur Weihnachtszeit in den deutschen Buchhandlungen ein Anstieg der Verkäufe verzeichnet werden konnte. Im Zeitraum vom 24. November bis 24. Dezember wurden dafür stichprobenartig 50 Buchhandlungen im ganzen Land befragt. Die Umfrageergebnisse zeigten ein Umsatzplus von 1,6 % zum Vorjahr. Vor allem kauften Leser das Buch von Jojo Moyes „Ein ganz neues Leben“ und „Gregs Tagebuch 10 – So ein Mist“ von Jeff Kinney.

 

Das schönste Buch des Jahres 2015

Die „Stiftung Buchkunst“ hatte in diesem Jahr ­­wieder die Qual der Wahl und prämierte aus 756 eingesandten Titeln 25 Gewinner. Dabei wurden jeweils 5 Bücher in den Kategorien Allgemeine Literatur, Fachbücher/Wissenschaftliche Bücher/Sachbücher/Schulbücher, Ratgeber, Kunstbücher/ Fotobücher/Ausstellungskataloge, Kinderbücher/Jugendbücher prämiert. Aus allen Gewinnern wurde am 03. September 2015 ein einzelner Titel mit dem „Preis der Stiftung Buchkunst“ ausgezeichnet, der mit 10.000 Euro dotiert ist. Die Wahl fiel dabei auf das vom Verlag „Die Anderen Bibliothek“ herausgegebene Buch „69 Hotelzimmer“.

Der von Michael Glawoggers verfasste Roman handelt von einem neugierigen Mann, der durch seine Reisen und den damit verbundenen Aufenthalten in Hotels immer neue Menschen kennenlernt. Gestaltet wurde der Roman von Andreas Töpfer und Katrin Jacobsen. Ein besonderes Merkmal fällt dem Leser erst im Dunkeln auf. Denn die Schrift auf dem Buchrücken leuchtet in der Dunkelheit und vermittelt im Zusammenspiel mit dem orangefarbenen Bezugsmaterial den Schein eines älteren Hotelschildes. Im gesamten Buch wird der Leser immer wieder in die Atmosphäre eines Hotelzimmers versetzt, inhaltlich sowie gestalterisch. Doch lenkte die Branche ihren Blick im letzten Jahr nicht nur auf die schönsten Bücher des Jahres, sondern auch auf die aktuellen Geschehnisse in der Welt.

 

"Bücher sagen Willkommen"

Auf die am Anfang des neuen Jahres immer noch präsente Flüchtlingskrise hat im letzten Jahr auch die Verlagsbranche mit sozialen Projekten reagiert. Neben lebensnotwendigen Bedürfnissen wie Verpflegung und Unterkünften ist ein wichtiger Bestandteil der Integration die Bildung und Kultur. So sammelte die Branche im letzten Jahr unter der Aktion „Bücher sagen Willkommen“ rund 20.000 Euro. Durch die gemeinsame Initiative des „Börsenverein des Deutschen Buchhandels“, der „Frankfurter Buchmesse“ und der „LITCAM“ soll Flüchtlingen der Zugang zu Lern- und Lesematerial vereinfacht und ihnen die deutsche Sprache schneller vermittelt werden. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei, dass durch die finanzielle Unterstützung aus der Branche, Lern- und Leseecken in den Flüchtlingsunterkünften eingerichtet und mit Lern- und Lesematerialen ausgestattet werden. Doch nicht nur in finanzieller Hinsicht beteiligten sich die Verlage, sondern auch durch das zur Verfügung stellen von kostenlosen Wörterbüchern und Lexika. Da das Thema auch in diesem Jahr an Bedeutung beibehält, wird sich die Verlagsbranche weiterhin mit sozialen Projekten für Flüchtlinge auseinandersetzen und Prognosen zu Folge in manchen Richtungen auch ihr Programm im Rahmen der fremdsprachigen Bücher erweitern.

So kann man zusammenfassend sagen, dass das Jahr 2015 aus der Sicht der Branche – trotz einiger Tiefschläge – ein Jahr mit vielen schönen Ereignissen und einigen neuen Entwicklungen war. Ein Jahr, in dem sich einige Türen schlossen und sich neue Wege eröffneten. Und aus der Sicht des Käufers und Lesers gab es wieder viele neue schöne Bücher, die auf den Markt kamen, die inhaltlich und gestalterisch das Auge erfreuten. Denn man darf nie vergessen, trotz der technischen Entwicklung und der Verbesserung der E-Books, kann man das Gefühl, ein Buch in der Hand zu haben, nicht ersetzen.

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verlagsherstellung > produktion
news-2006 Fri, 15 Aug 2014 21:14:00 +0200 Töne auf Papier gebannt https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/2006/ Die Geschichte des Musiknotendrucks

Für Musikinteressierte bietet das „Museum für Druckkunst Leipzig“ einen ganz besonderen Schatz: Im ersten Obergeschoss in der Schriftgießerei befindet sich eine Sammlung zu Techniken des Musiknotendrucks. Hier wird anschaulich gezeigt, wie sich der Musiknotendruck im Laufe der Geschichte entwickelte und von der Entstehung verschiedener Druck- und Satztechniken beeinflusst wurde. Ganz nebenbei erfährt man außerdem vieles über die sächsische Musikstadt und die großen, bedeutenden Musikverlage Leipzigs.

In der Ausstellung wird schnell klar, dass der Musiknotensatz eine große Herausforderung an die Druckindustrie stellte – das Druckergebnis der ersten Satzsysteme für Noten konnte qualitativ nicht mit den traditionellen Handabschriften oder Holzschnittdrucken von Musikalien konkurrieren. Mit den an den Schriftsatz angelehnten Methoden war es nicht möglich, durchgängige Notenlinien inklusive der Noten und anderer Elemente wie z.B. Notenschlüssel zu erzeugen, da eine Bleiletter immer nur eine Note oder ein anderes Element mit Notenlinien enthielt. Dadurch war der Übergang von einer Bleiletter zur anderen durch eine Lücke in der Linie sichtbar, was die Lesbarkeit beeinträchtigte.

Deshalb ging man dazu über, nur die festen Elemente einer Seite zu drucken und das Notenbild handschriftlich zu ergänzen oder mit mehreren Druckdurchgängen zu arbeiten. Später wurde der Musiknotendruck verfeinert, indem man die Typen, also die Druckelemente, welche im Bleisatz die einzelnen Schriftzeichen tragen, in kleinere Segmente zerlegte. Doch auch dies war noch nicht die optimale Lösung. Aufgrund ihrer besseren Wirtschaftlichkeit wurden diese Techniken zwar verwendet, doch sie waren im Vergleich mit Handabschriften immer noch weniger flexibel. Ein qualitativ hochwertiges Druckbild konnte dagegen mit Kupferstichen im Tiefdruck erzeugt werden. Problematisch war bei diesem Verfahren jedoch, dass die relativ weichen Druckformen schnell verschlissen. Erst die Einführung der Lithografie begann den Notendruck in guter Qualität wirtschaftlicher zu machen. Veranschaulicht wird diese Geschichte des Musiknotensatzes durch vielfältige Ausstellungsstücke zu allen Entwicklungsschritten des Notendrucks. Ergänzt wird dies mit einem kurzen Film über das selten gewordene Handwerk des Notenstechers. Außerdem können sich die Museumsbesucher ein im Bleisatz gesetztes Lied in einer kleinen Tiegeldruckpresse von 1878, als Erinnerung zum Mitnehmen, selbst drucken.

Weitere Informationen zum Musiknotensatz von der Handabschrift bis zum Computersatz und über die Bedeutung der Stadt Leipzig für die Musikgeschichte unter (http://www.druckkunst-museum.de/musiknotendruck.html).

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verlagsherstellung > produktion
news-1984 Thu, 14 Mar 2013 20:47:00 +0100 Projekt: Ein Titel - viele Gesichter https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1984/ Prämierung der besten Entwürfe des Gestaltungsprojektes „Ende Gelände“ auf der Leipziger Buchmesse 2013.

Am 14.03.2013 war es nun endlich soweit: Die lang erwartete Bekanntgabe der Gewinner des Buchprojektes »Ende Gelände«, das von Studierenden der HTWK Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Piper Verlag durchgeführt wurde, stand kurz bevor. Bei diesem Projekt ging es darum, im Rahmen des Moduls Verlagsherstellung I einen Entwurf inklusive Musterbuch für den Piper-Titel »Ende Gelände« - von der Konzeption, über den Satz und das Layout bis hin zur Druckkostenkalkulation - zu erstellen. Die Studierenden des Studienganges Buch- und Medienproduktion (BM-B 11) waren mit viel Begeisterung und Elan bei der Sache, auch weil eine solche praxisnahe Aufgabe durch den hohen Realitätsbezug stark motiviert. Betreut und angeleitet wurden sie hierbei von Prof. Christian Ide, Dipl.-Ing. Martin Kraetke und B.Eng. Astrid Stieler.

So entstanden im Laufe des Wintersemesters 17 individuell gestaltete Musterbücher von hoher Qualität waren. Die Jury aus drei Mitarbeitern des Verlags (Markus Dockhorn, Herstellungsleiter, Angela Gsell, Lektorin und Stephan Fritzsch, Hersteller und Absolvent unseres Studiengangs) und den Professoren und Mitarbeitern des Studiengangs waren von der Vielfalt der Entwürfe und der Professionalität der Umsetzung schwer beeindruckt. Markus Dockhorn zitierte nach Karl Valentin „Schwer ist leicht was.“ und lobte zu Beginn der Preisverleihung noch einmal das Engagement und die vielen guten Ansätze und Ideen der Studenten.

Ausgezeichnet wurden zwei hervorragende zweite Plätze. Antje-Kristin Mayr und Man-Thi Tran, die mit ihrem ausgewogenen und konzeptionell überzeugenden Entwurf auffielen, sowie Anne-Karoline Abraham und Isabell Eschenberg, die mit einer sehr ausgereiften Umsetzung im Detail die Jury zu überzeugen wussten. Beide Teams durften sich über eine Prämierung in Höhe von jeweils 150€ freuen. Weiter wurden drei Sonderpreise für besonders interessante oder innovative Ansätze vergeben: Die Teams Elise Susanne Menzel / Ariane Beulig, Kay Hedrich / Juliane Brauneis und Anne Rudolph / Miriam Amin erhielten jeweils eine Prämierung im Wert von 75€. Während der anschließenden Sektrunde konnten sich alle Studierenden – nicht nur die 10 »Gewinner« - noch einmal intensiv untereinander und mit den Beteiligten vom Piper Verlag über das Projekt austauschen.

»Ende Gelände – Missglückte letzte Worte und andere Trauerfälle« wird im Herbst 2013 im Programm des Piper Verlages erscheinen; bei der Gestaltung des Buches sollen besonders gelungene Elemente aus den Entwürfen der Studierenden übernommen werden. Wir sind alle schon gespannt auf das endgültige Layout! »Wir werden sicherlich diese erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Studiengang Buch- und Medienproduktion im nächsten Jahr fortsetzen« – so das positive und gleichzeitig anerkennende Fazit von Markus Dockhorn im Anschluß an die erfolgreiche Prämierung. 

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news-1983 Thu, 07 Mar 2013 20:46:00 +0100 Projekt: Geocache - Unterwegs im Grafischen Viertel, ausgewählte Stationen https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1983/ Bücher, Leipzig, Abenteuer

Leipzig ist weithin als bedeutende Stadt des deutschen Buchwesens bekannt. Im Grafischen Viertel waren in der Vergangenheit zahlreiche Verlage, Druckereien und grafische Betriebe angesiedelt. Nach der Zerstörung vieler Gebäude im zweiten Weltkrieg ging die herausragende Stellung dieser Gegend jedoch teilweise verloren.

Viele Orte im Grafischen Viertel geben jedoch noch eine sehr gute Vorstellung davon, wie es damals gewesen sein muss. Prächtige Bauten, die vom alten Glanz zeugen, stehen neben heruntergewirtschafteten Gebäude-Ruinen, die dennoch einen ganz eigenen urbanen Charme ausstrahlen. Einigen der alten Gebäude wie der Brandstätter'schen Druckerei wird aktuell zu neuem Leben verholfen. Ein Rundgang durch das geschichtsträchtige Viertel ist immer ein Erlebnis. Und eine Stadtführung in Form eines Geocache macht den Weg zu einem besonderen Abenteuer! Allein oder als Gruppe begeben Sie sich zum Haus des Buches und können von dort aus den von Studenten des Studiengangs Buch- und Medienproduktion entworfenen Geocache »Unterwegs im Grafischen Viertel – Ausgewählte Stationen« erleben. Geocaching ist eine Art elektronische Schnitzeljagd, bei der Sie anhand von geografischen Koordinaten und mit Hilfe eines GPS-Empfängers Ihren Weg finden. Und zum Schluss erwartet Sie noch eine kleine Überraschung…

Der Geocache ist im Rahmen einer Projektarbeit des Studiengangs Buch- und Medienproduktion der HTWK Leipzig entstanden. Ein vierköpfiges Projektteam hatte die Idee, eine kurzweilige und attraktive Stadtführung durch das Grafische Viertel anzubieten und stieß dabei auf das Geocaching-Prinzip. Die Mischung aus Informationen und Rätseln überzeugte als ein innovatives Konzept für Jung und Alt. Mit Hilfe einer von einer Sachkundigen geleiteten klassischen Stadtführung legte das Team die einzelnen Stationen fest. Anschließend wurden nach weiterer Recherche Texte für den Geocache verfasst. Schlussendlich bestimmten die Studierenden die Koordinaten der Route mit einem professionellen GPS-Gerät und versteckten den »Final« – ein Behältnis in dem sich der »Schatz« der Schnitzeljagd befindet. Zusätzlich zum Geocache fertigte das Team ein eBook an, welches am Ende des Rundgangs von den Teilnehmern abgerufen werden kann. Es hält weitere interessante Informationen über die Geschichte der Stationen und historisches Bildmaterial für die Schatzsucher bereit.

 

Alle notwendigen Informationen zu diesem einmaligen Buchstadt-Erlebnis finden Sie auf www.opencaching.de/viewcache.php 

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news-1982 Thu, 07 Feb 2013 20:43:00 +0100 Manhwa meets Mobile https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1982/ Wo die Geschichten ihren Anfang nehmen

Immer mehr Menschen sind rund um die Uhr online. Immer mehr von ihnen konsumieren tagtäglich Texte, ob zur Unterhaltung oder zum Wissenserwerb. Immer mehr Bücher finden dementsprechend den Weg ins Netz, auf das Tablet, den E-Book Reader, das Smartphone und am Ende in die Köpfe dieser Menschen. Nichtsdestoweniger gibt es einige Printprodukte, die bei diesem digitalen Wandel ungeahnte Herausforderungen zu bewältigen haben.

Die Rede ist von Comics. Wie sollen die Seiten aufgebaut werden, sodass die Schriften in den Sprechblasen noch lesbar sind? Wann verlieren die Bilder an Wirkung? Inwieweit kann man dem Leser das hinein- und herauszoomen zumuten? Wie muss ein benutzerfreundliches Interface für diese Funktion gestaltet sein? Welche Formen von technischen Aufwertungen stehen zur Verfügung?  Was gibt es zu beachten bei den unterschiedlichen Ausgabegeräten?

NAVER, mit 1,5 Millionen Nutzern pro Tag die erfolgreichste Webcomic-Plattform aus Korea, hat auf vieler dieser Fragen eine Antwort gefunden. Am Donnerstag, dem 10. Oktober 2013 auf der Frankfurter Buchmesse hat sich das Unternehmen vorgestellt. Die Firma konzentriert sich insbesondere auf das Online-Publizieren von koreanischen Comics, auch Manwha genannt.

In Korea bezeichnet man Manwha als eine Kunstform. Und der Aufwand, mit dem die Arbeiten der Autoren und Zeichner für den digitalen Auftritt auf kleinem Bildschirm optimiert werden, unterstreicht diese Aussage. Kim Jungu, der Senior Manager von NAVER zeigte an Hand eines Beispiels, dass die Comicseiten vertikal angeordnet sind. Das bedeutet, dass man beim Lesen nicht blättert, sondern scrollt. Das mag zunächst ungewohnt sein, aber auch andere Unternehmen verwenden diese Form der Darstellung für ihre Webseiten auf Mobilgeräten. Einige besonders häufig unterwegs genutzte Webseiten sind z.B. die der Deutschen Bahn, Facebook mobile und viele weitere. Der Grund dafür ist klar, der Lesefluss wird weniger gestört beim flüssigen Durch-Scrollen und auf diese Weise werden die Dimensionen des kleineren Bildschirmes optimal ausgenutzt. Die auf NAVER besonders beliebten Publikationen werden von der Comic Agentur Jaedam Media Co. animiert und vertont, wodurch die Comics einen Mehrwert erhalten und häufig weitere Leser dadurch dazugewinnen können. 

Die steigende Beliebtheit des Portals außerhalb der Landesgrenzen hat zudem zum Launchen einer englischen Variante geführt. Wie sich der europäische Comic-Markt in der digitalen Hinsicht entwickeln wird, ist noch unklar. Aber es kann auch hier in den nächsten Jahren mit tiefgreifenden Veränderungen und neuen Chancen gerechnet werden 

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news-1973 Thu, 07 Jun 2012 20:28:00 +0200 Projekt: Wissenschaft mal anders - Präsentation der Konzepte im Wahlmodul Buchgestaltung https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1973/ Zum Abschluss des Sommersemesters 2012 gab es für Studenten des vierten Fachsemesters Buch- und Medienproduktion im Wahlmodul »Buchgestaltung« noch einen ganz besonderen Termin im Prüfungskalender – die Präsentation des Semesterprojektes, welches Prof. Christian Ide in Kooperation mit dem Fachbereich Museologie der HTWK Leipzig, der Stiftung_A und dem BibSpider Verlag aus Berlin initiierte. Das Projekt, an dem die Studenten den Großteil des Semesters arbeiteten, beinhaltete die Erstellung von Konzepten für eine Reihengestaltung von mit dem Arnold-Voigt-Preis ausgezeichneten Publikationen der Stiftung_A und des BibSpider Verlags.

Mit viel Motivation und den unterschiedlichsten Herangehensweisen an die Thematik entstanden in wochenlanger Arbeit zahlreiche Konzepte, Prototypen und sogar fertig gedruckte Musterbücher, die nun präsentiert wurden. Die Jury, bestehend aus Vertretern der Stiftung_A, dem BibSpider Verlag, sowie Prof. Ide und Prof. Walz vom Fachbereich Museologie hatte nun die Qual der Wahl, um aus den zahlreichen Entwürfen einen Gewinner zu bestimmen. Letztendlich war es der Entwurf von Katharina Seifert, der die Jury am meisten überzeugen konnte. Die glückliche Gewinnerin durfte sich nicht nur über ein Preisgeld in Höhe von 250 Euro freuen, sondern auch über ihren ersten Gestaltungsauftrag aus der Branche.

Auch die kommenden Semester dürfen sich auf spannende Kooperationsprojekte mit Partnern aus der Industrie freuen, wie Prof. Christian Ide versicherte. Möchte man dem Konsens der beteiligten Studenten Glauben schenken, so sind diese ohnehin eine willkommene Abwechslung zur Theorie und eine gute Gelegenheit, dass erworbene Wissen in handfeste Produkte zu verwandeln.

 

Projektbeteiligte
Studierende der »Buch- und Medienproduktion« BM-B 10
Prof. Christian Ide
Prof. Markus Walz vom Fachbereich Museologie

 

Praxispartner
Stiftung_A Bib
Spider Verlag Berlin

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news-1972 Mon, 14 May 2012 20:27:00 +0200 Projekt: Empört euch! - Prämierung des Musterbuchs https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1972/ »Endlich konnten wir die Lehrinhalte unseres Studiums auf ein konkretes, in der Praxis verwurzeltes Projekt anwenden. Man bekommt ein Gefühl für die herstellerische Prozesskette und weiß nun, was es heißt, ein Buch zu produzieren.« – so und ähnlich waren die Reaktionen auf das Projekt, nachdem das Musterbuch endgültig zur Bewertung abgegeben war. Am 16. März fand nun auf der Leipziger Buchmesse die Prämierung der besten drei Arbeiten statt.

Das Musterbuchprojekt lief im Rahmen des Moduls »Verlagsherstellung I« als Semesteraufgabe und wurde jeweils in Teams zu zwei Studenten ausgeführt. Gegenstand der Arbeit war es den Text von »Empört Euch!«, der deutschen Ausgabe des internationalen Bestsellers von Stephane Hessel, in ein neues Gewand zu bringen. Dabei waren den Studierenden und zukünftigen Herstellern hinsichtlich der Umsetzung keinerlei Grenzen gesetzt. Ebenso vielfältig fielen auch die Resultate der Arbeit aus, die von der bibliophilen Edelausgabe bis hin zur ökonomischen Broschur im Stile der »Hamburger Lesehefte« reichten. Andere haben den Rahmen der konventionellen Printproduktion komplett gesprengt und sich mit der Umsetzung eines E-Books oder eines Hörbuchs Sonderpositionen verschafft.

Im Vorfeld fand bereits die Präsentation der Musterbücher in Anwesenheit von Michaela Philipzen, in ihrer Funktion als Herstellungsleiterin beim Ullstein Verlag, Prof. Christian Ide und Martin Kraetke, die beide das Projekt betreuten, statt. Hier galt es für die Studierenden neben ihrem Produkt auch das Konzept und die planerischen Fähigkeiten hinsichtlich des Projektablaufs zu verteidigen. Bereits zum Ende der Präsentationen zeichnete sich ab, dass die Prämierung der durchweg individuell und aufwendig produzierten Musterbücher nicht einfach sein würde.

Eine Woche später, pünktlich zur Buchmesse, am Stand »Studium rund ums Buch« war es dann soweit. Unter der Moderation von Martin Kraetke, Prof. Christian Ide, Michaela Philipzen, sowie Sabine Wimmer, ihrerseits Art Direktorin bei Ullstein, wurden die besten Werke ausgezeichnet. In der ersten Runde wurden zehn nominierte Arbeiten in den Vordergrund gerückt. Allein an dieser hohen Zahl ließ sich das Potential der Musterbücher erahnen. Allesamt hatten sich in Umsetzung und Mehrwert hervorgetan und fanden deshalb eine lobende Erwähnung.

Wie schwer es der Jury fiel die Gewinner zu küren, zeigte sich dann bei der Prämierung. Statt eines dritten Platzes wurde der zweite Platz mit zwei gleichwertigen Arbeiten besetzt, welche in Konzeption nicht unterschiedlicher hätten sein können. Zum einen wurde das Musterbuch von Philipp Thoms und Matthäus Domiter prämiert, dass hinsichtlich wirtschaftlicher Aspekte in seiner schlichten, zeitgenössischen Ausführung sogar die Originalausgabe von Ullstein unterbieten konnte. Zum anderen schaffte es auch die Interpretation von Sarah Franke und Corinna Gathmann auf die zweite Stufe des Siegertreppchens. Ihr Entwurf konnte mit einer allumfassenden Ausstattung auftrumpfen, die sogar exotische Veredelungstechniken wie den partiellen Farbschnitt aufwies. Die Zweitplatzierten wurden mit einem Büchergutschein von Ullstein im Wert von 100 € Euro belohnt.

Als Sieger und somit auch als Gewinner eines 250€ Gutscheins für Ullstein-Bücher gingen Stephanie Barth und Sina-Franziska Müller aus dem Wettbewerb hervor. Ihre Arbeit entsprach ebenfalls einer hochwertigeren Version und konnte mit einem professionellen Artwork auf dem Cover, entworfen vom befreundeten Stefan Kowalczyk, aufwarten, das zudem über eine umliegende Banderole erweitert und diese als Lesezeichen eingesetzt werden kann. Selbstredend wurden auch typographische und gestalterische Elemente des Buchinnenteils hohen Maßstäben gerecht.

Alles in allem erhielt das Projekt von allen Seiten her Zuspruch. So waren die Vertreter des Ullstein Verlags, sowie auch die Betreuer über die mannigfaltigen Umsetzungen erfreut und die Studenten waren dankbar für die nunmehr vertieften Kenntnisse und die Erfahrung, die sie während des Projektes sammeln konnten.

 

Projektbeteiligte
Studierende der »Buch- und Medienproduktion« BM-B 10
Prof. Christian Ide
Dipl.- Ing. Martin Kraetke

Praxispartner
Michaela Philipzen, Herstellungsleiterin bei Ullstein Buchverlage
Sabine Wimmer, Art Direktorin bei Ullstein Buchverlage

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news-1971 Mon, 07 May 2012 20:22:00 +0200 Projekt: Happy Birthday I(w)an! https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1971/ Am 2. April 2002 wäre Jan Tschichold, einer der wichtigsten Typografen und Buchgestalter des 20. Jahrhunderts, 100 Jahre alt geworden. Dieser runde Geburtstag sollte in seiner Geburtsstadt Leipzig nicht ohne Aktivitäten verstreichen.

 

Bewerbungen als Buchgestalter

Die Studenten des Studiengangs Verlagsherstellung, Matrikel 98, bewarben sich im Zuge einer Projektarbeit als »heutiger« Tschichold bei renommierten Verlagen in ganz Deutschland als Buchgestalter. Die Reaktionen waren gespalten: von irritierten Anrufen – »…lebt der denn noch?« – bis hin zu begeisterten Rückfragen, ob man ein Buch von Herrn Tschichold gestaltet bekommen könne.

 

CD-Rom, Webseite und verschiedene Drucksachen

Als nächster Schritt wurde eine Ausstellung zur Leipziger Buchmesse 2002 geplant. Studenten der VH 99 entwickelten dazu eine Multimedia-CD-ROM, verschiedene Plakate, eine kleine Postkartenserie und Werbeflyer. Zur Abrundung wurde unter www.tschichold.net eine umfangreiche und informative Website konzipiert, gestaltet und programmiert.

 

Außerhalb – Breda und Braunschweig

An der Kunsthochschule St. Joost in Breda (Niederlande) entstand unter Leitung von Prof. David Quay ein Video, das die typografischen Thesen von Tschichold per Computertechnik animierte. Die Studierenden der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig gestalteten unter Leitung von Prof. Ulrike Stoltz Postkarten, Plakate und ein Hörbuch.

 

Diplomarbeit

Als Diplomarbeit hatte Thorsten Kirchhoff die reizvolle Aufgabe, den Ausstellungskatalog »Happy Birthday I(w)an! Jan Tschichold wird 100.« zu gestalten, zu schreiben und technisch umzusetzen. Neben Informationen über Jan Tschichold finden sich dort alle Arbeiten der Studenten aus drei Hochschulen und ergänzende Textbeiträge prominenter Gestalter über den Typografen. Der Katalog erschien parallel zur Hochschulausgabe im Verlag H. Schmidt in Mainz und war schon nach nur 3 Monaten vergriffen.

 

Leipziger Buchmesse

Aus Holzpaletten, roten Teppichen und bunten iMacs entstand eine Ausstellungsatmosphäre ganz im Sinne von Tschichold: einfach im Aufbau und sparsam in den Mitteln. Neben den Ausstellungsdrucksachen wurde der Film aus Breda gezeigt – Webseite und CD-ROM konnten auf den Rechnern ausprobiert werden. Zusätzlich gab es einen Verkaufsstand, wo Katalog, Hörspiel, CD-ROM und Postkarten erworben werden konnten.

 

Presse

Für die Studierenden dreier Hochschulen, im holländischen Breda, in Braunschweig und Leipzig war Tschichold ein Semester lang Studienprojekt, Reibungsfläche und Inspirationsquelle. Entstanden ist eine multimediale Hommage der Schüler zum Geburtstag des Meisters. […] Unter Tschicholds Namen bemühte man sich in einer Akquiseaktion postum bei Verlagen um Aufträge, wobei die entworfenen Briefbogen vom Ideenreichtum der neuen Generation zeugen. Ein konservativ gestaltetes Türschild informiert über die Sprechstunden des »praeceptor typographiae«. Asiatische Druck- und Kalligraphiestudien spielen ebenso wie das Plakat »konfuzjanismus« aus einer Serie mit witzigen Sprachspielereien auf Tschicholds Affinität zur fernöstlichen Kunst an. Das vertraute Titelblatt von »Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie« blickt dem Kenner auf den zweiten Blick als Titel eines anderen Werkes entgegen – man hat sich von der Optik unmerklich täuschen lassen. Postkarten und Plakate, ein Hörbuch, ein Video und nicht zuletzt der Begleitkatalog samt CD-ROM zeigen die lebhafte Auseinandersetzung der jungen Gestalter mit Tschicholds Schaffen.

 

(Frankfurter Rundschau 12.04.2002)

 

Projektbeteiligte

Thorsten Kirchhoff, Studenten der HTWK Leipzig, HBK Braunschweig und Kunsthochschule St. Joost

Projektbetreuung

Prof. Christian Ide

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news-1970 Sat, 14 Apr 2012 20:21:00 +0200 Zukunftsweisende eBook-Projekte stellen sich vor https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1970/ Mit dem Förderpreis »Evolving Books – Digitaler Mehrwert für Bücher« hatte die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen in diesem Frühjahr zum Wettbewerb aufgerufen. Ziel war es, neue, spannende und witzige Ideen für die Weiterentwicklung des digitalen Buches zu finden. Dotiert war der Preis für die Hauptgewinner mit 25.000 €. Die Sieger sollten damit die Möglichkeit haben, frei von ökonomischen Problemen ihre Ideen umzusetzen. Insgesamt bewarben sich 19 Projekte mit zusätzlich 20 Partnern. Die Teilnehmer setzten sich zusammen aus dem Bereich der Verlagswirtschaft, der Software- und Computerspielbranche und der Audio- und Filmproduktion.

Wie sehen nun diese zukunftsweisenden digitalen Bücher aus? Was macht sie so anders im Vergleich zum normalen Buch? Im Folgenden stellen sich die drei Hauptgewinner vorund gewähren uns einen Einblick in die zukünftigenEntwicklungen der eBooks.

 

Berlin Verlag in Zusammenarbeit mit brainpets – digitalisierte Kinderbücher

Bei diesem Projekt handelt es sich um die mediale Überarbeitung von Kinderbüchern. Sie sollen durch interaktive Elemente erweitert werden. Kinder sollen Bücher nicht nur anschauen, sondern auch durchschauen. Geschaffen wird dies durch die Animation einzelner Charaktere im Buch, die in Kombination mit Spielabschnitten stehen. Audiobeiträge, eine Mitlesefunktion, Interaktion durch Berühren und Sachhinweise schaffen einen neuen Mehrwert und machen das Kinderbuch neu erlebbar. Den Entwicklern ist es dabei jedoch wichtig, dass das Buch ein Buch bleibt und sich nicht in ein (Computer-)Spiel verwandelt.

 

Cornelsen Verlag – »Das Chemiebuch neu entdecken«

Ausgangspunkt für diese Idee war es, das klassische Schulbuch mit einem eBook so zu erweitern, dass die Wissensvermittlung auf verschiedenen Ebenen abläuft und somit ein höherer Erkenntnisgewinn erreicht wird. Am Beispiel des erklärungsbedürftigen Fachs Chemie präsentierte der Verlag sein »Buch der Zukunft«: Mithilfe von Augmented-Reality (Visualisierung von Informationen) soll Wissen erfahrbar und begreifbar gemacht, komplexe Lerninhalte wie abstrakte Formeln und Elemente lebendig vermittelt werden. So werden beispielsweise mit 3D-Modellen die Elemente des Periodensystems anschaulich dargestellt. Auch gefährliche Experimente werden mit Hilfe von Videos oder Animationen nachvollziehbar. Cornelsen schafft es, die traditionelle Lernumgebung mit digitalen Medien zu verknüpfen. Bereits im Frühjahr 2011 soll der Prototyp fertig sein.

 

Vergangenheitsverlag – Multimedialer Stadtführer Berlin (Fallbeispiel Schlossplatz)

Die Idee war die Entwicklung eines digitalen Stadtführers zur Geschichte und Gegenwart Berlins. Durch eine multimediale Topografie der Stadt kann der Benutzer Berlin individuell für sich entdecken. Das heißt, dass es mit Hilfe von Videos, Bildern und Texten aus der Vergangenheit und Gegenwart möglich ist, Sehenswürdigkeiten neu zu erleben, sie in verschiedenen Zeitebenen zu sehen und unmittelbare Vergleiche ziehen zu können. Die Einbindung sozialer Netzwerke wie facebook oder twitter stellen bei diesem Projekt eine ganz neue Ebene für das eBook dar; man kann sich direkt über Gesehenes austauschen. Weitere Features des multimedialen Stadtführers beinhalten die Möglichkeit, eigene Stadttouren zusammenzustellen (historische Tour, kinderfreundliche Route, etc.), einen Schnitzeljagdmodus, Suchformulare und vieles mehr.

 

Sonderpreis – Pictoplasma Project

Ein Sonderpreis ging an das Projekt der Berliner Firma Pictoplasma Project. Mit der Digitalisierung, der 2. Auflage ihrer erstmalig 2006 erschienenen Enzyklopädie über grafisch reduzierte Figuren (so genannte Icons), haben sie ein Nischenprodukt geschaffen. Hierbei können die Icons, je nach dem, was sie darstellen (z.B. einen Eskimo), dem Künstler, der sie kreiert hat, zugeordnet oder ausdrucksähnliche Figuren digital nachgeschlagen und individuell sortiert werden. Die Stiftung möchte mit dieser Auszeichnung dem Anspruch gerecht werden, neue Leserkreise und Märkte auch für solche Produkte zu gewinnen. Interessant ist der unterschiedliche Umgang der Verlage mit den Mitteln, die ein eBook bereitstellt, respektiv auf das Genre angewandt. Ob sich das eBook jedoch beispielsweise im Kinderzimmer wirklich durchsetzt, bleibt abzuwarten.  

 

Weiterführende Links:

http://www.berlin.de/projektzukunft/wettbewerbe/evolving-books/

http://publishing.pictoplasma.com/

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news-1969 Sat, 07 Apr 2012 20:18:00 +0200 Der Wolfenbüttler Buchspiegel https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1969/ Für die Digitalisierung von historischen Büchern mit kritischem Erhaltungszustand

Historische Bücher existieren oftmals nur noch in geringen Stückzahlen oder in einem sensiblen Erhaltungszustand, der eine Aufbewahrung unter strengen konservatorischen Bedingungen erfordert. Beide Aspekte schränken die Zugänglichkeit zu den Büchern ein. Die Verfügbarmachung von Digitalisaten dieser Bücher bietet einem größeren Leserkreis die Chance, mit akzeptablem Aufwand die Inhalte rezipieren zu können. Zusätzlich ermöglichen die modernen Mittel der Kommunikation heutzutage Mehrwertfunktionen, wie eine Volltextsuche und die Hypertextverlinkung zu anderen Werken, eine bessere Erschließbarkeit der Werke.

Beide Aspekte, die technischen Anforderungen an die Digitalisierung sensibler Bücher und die Realisierung von Mehrwertfunktionalitäten, werden künftig verstärkt Gegenstand von Lehre und Forschung an der Fakultät Medien der HTWK Leipzig sein. Für die schonende Digitalisierung der Bücher wurde ein Wolfenbütteler Buchspiegel beschafft. Dieser bildet die zentrale technische Komponente im Digitalisierungsworkflow.

 

Der Wolfenbütteler Buchspiegel

Die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel hat in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Fototechnik Kaiser, in Hinblick auf eine großangelegte Digitalisierungsaktion innerhalb der Bibliothek, den Wolfenbütteler Buchspiegel entwickelt. Der Buchspiegel ermöglicht es, alte Drucke ohne größere mechanische Beanspruchungen unter einem Öffnungswinkel von 45° zu digitalisieren. Die Einrichtung gewährleistet dadurch eine buchschonende und qualitativ hochwertige Digitalisierung.

 

Der Digitalisierungsprozess

Für die Sicherung einer guten Aufnahme ist eine Fixierung der Buchseiten essentiell wichtig. Dies wird durch das Einlegen des Buches in eine Buchwippe mit einem Öffnungswinkel von 45° Grad realisiert. Der Buchspiegel, bei dem ein Spiegel und eine Glasplatte keilförmig angeordnet sind, wird bis in den Bund des Buches gefahren. Danach wird das Buch gegen den Keil gespannt. Damit wird eine exakte optische Ebene realisiert. Im Spiegel wird die aufzunehmende Buchseite abgebildet. Das fotografische System, eine Mittelformatkamera mit einem Scanback mit hoher Auflösung, ist hochgenau auf die optische Ebene auf der Spiegelseite ausgerichtet. Damit wird eine hoch aufgelöste Aufnahme mit geringstmöglicher optischer Verzerrung realisiert.

 

Workflow zur Erzeugung von Mehrwertfunktionen bei digitalisierten Bücher

Über eine reine Faksimilierung hinaus, erwarten Nutzer heutzutage von digitalen Büchern weitergehende Mehrwertfunktionen. Grundsätzlich ist eine Volltextsuche zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus gibt es Möglichkeiten, z.B. Verlinkungen innerhalb des Buches (Inhaltsverzeichnis zur jeweiligen Seite) oder nach außen (z.B. zu spezifischen Weblinks) sowie Lesezeichen und Notizen. Zusätzlich wäre es möglich, die Bücher mit einem verlinkbaren Register und einer Suchfunktion auszustatten, doch am interessantesten, vor allem für die wissenschaftliche Arbeit ist hier sicherlich die Möglichkeit, seitenbezogene Transkriptionen anderer Schriftsysteme und Übersetzungen zu implementieren, die der Nutzer nach Bedarf auswählen kann. Erläuternde und textbegleitende Kommentare und (wissenschaftliche) Erkenntnisse können problemlos eingefügt werden. Mit Zoomfunktionen würde dem Leser auch die Betrachtung kleinster Gestaltungsdetails nicht vorenthalten, bzw. das Lesen kleiner Schriftgerade erleichtert werden. Auf diese Weise lassen sich viele anregende Facetten historischer Bücher entdecken. 

Grundlage für die Mehrwertfunktionen ist eine optische Zeichenerkennung der digitalisierten Seiten. Dafür werden OCR-Programme verwendet. Allerdings enthalten ältere gedruckte Bücher oftmals gebrochene Schriften oder einen Mix aus verschiedenen Schriftarten, die eine automatisierte Zeichenerkennung stark erschweren. An dieser Stelle des Workflows werden die aktuellen Untersuchungen der Fakultät ansetzen. Ein weiteres Forschungsziel ist die Erarbeitung von praxisverwendbaren Arbeitszeitkennwerten für die einzelnen Arbeitsgänge des Digitalisierungsworkflows nach arbeitswissenschaftlichen Methoden.

 

Entwicklung von Benutzeroberflächen

Buchdigitalisierung ist ein interdisziplinärer Prozess, der Zuarbeiten aus verschiedenen Wissensgebieten verlangt. So wird zum Beispiel für die Fragestellung nach einer adäquaten Benutzerschnittstelle auf die Erfahrung aus anderen Studentenprojekten zurückgegriffen. Im Modul Interfacedesign hat eine studentische Projektgruppe, in Hinblick auf die Digitalisierung verschiedenster Bücher an der Fakultät, unterschiedliche Benutzeroberflächen für die Betrachtung der digitalen Faximiles entwickelt. Das Hauptaugenmerk lag dabei, neben der Bereicherung der Bücher durch die oben angesprochenen digitalen Mehrwerte, vor allem auf Aspekten der Nutzerfreundlichkeit. So konnte das theoretisch vermittelte Wissen aus den Vorlesungen über Aufbau, funktionelle Gesichtspunkte, Design und allgemeiner Konzeption einer Benutzeroberfläche für digitale Bücher direkt an einem Beispiel mit Aussicht auf eine technische Umsetzung des Entwurfs umgesetzt werden.

 

Autor: Prof. Dr.-Ing. Michael Reiche

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news-1968 Wed, 14 Mar 2012 20:17:00 +0100 Gründung des Institute for Printing, Processing and Packaging Leipzig https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1968/ An der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) wurde im Sommer dieses Jahres neben der »Langen Nacht der Wissenschaften« auch die Gründung eines neuen Instituts gefeiert. Nach dem »Institut für Betonbau« und dem »Institut für Wasserbau und Siedlungswasserwirtschaft« zählt nun auch das »Institute for Printing, Processing and Packaging Leipzig« (iP³ Leipzig) zu den Forschungsstätten der HTWK Leipzig. Das iP³ Leipzig integriert die Kompetenzen von insgesamt sieben Fachgebieten: Werkstoffe, Druckvorstufe, Druckformenherstellung, Druckprozesse, Bedruckstoffverarbeitung, Verpackungstechnologie und Messtechnik. Das Institut stellt damit einen zuverlässigen Ansprechpartner für die Problemstellungen und Forschungsbedarfe der Branche dar und möchte gemeinsam mit Forschungspartnern Antworten auf ihre gesamtheitlichen Problemstellungen geben. Ziel ist ebenso, Absolventen nach dem Studium attraktive Forschungsbedingungen zu bieten und perspektivisch mehr Promotionen zu ermöglichen.

Die aktuellen Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem auf der Integration zusätzlicher Funktionen in Verpackungen (»smart packaging«), der Untersuchung von chemischen und physikalischen Wechselwirkungen zwischen den Bestandteilen der Verpackung und Substraten wie Druckfarbe und Packstoff, der Entwicklung besonderer Veredelungsmaßnahmen zum Schutz vor Produktpiraterie (»brand protection«) und dem Drucken und Prägen zur Erzielung haptischer Effekte für die Aufwertung von Verpackungen.

Das Institut stellt damit einen zuverlässigen Ansprechpartner für die Problemstellungen und Forschungsbedarf der Branche dar und möchte gemeinsam mit Forschungspartnern Antworten auf ihre gesamtheitlichen Problemstellungen geben.

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news-1974 Fri, 09 Sep 2011 20:30:00 +0200 Projekt: Happy Design: das neue Streifband 19 https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1974/ Kürzlich erschien die 19. Streifband-Ausgabe des Studiengangs »Buch- und Medienproduktion« der HTWK Leipzig. Das Fachmagazin, welches zweimaljährlich herausgegeben wird, enthält neben interessanten branchenrelevanten Beiträgen rund um das Thema Printmedien auch aktuelle Veredelungs-trends und Informationen zur Herstellung von Spezialdruckfarben. Den inhaltlichen Schwerpunkt des aktuellen Heftes bildet jedoch das wichtige Thema Design – vor allem bezogen auf die Buchgestaltung.

In diesem Zusammenhang werden unter anderem die von der »Stiftung Buchkunst« ausgezeichneten schönsten deutschen Bücher des Jahres 2010 anschaulich vorgestellt. Des Weiteren vermittelt Produkt-designer Christoph Caspers wichtige Tools im Umgang mit Corporate Design für einen gelungenen Auftritt am Markt und vieles mehr – reinschauen lohnt sich also! Wer die Zeitschrift zu sich nach Hause geliefert haben möchte, kann Streifband jederzeit kostenfrei abonnieren. Die nächste Ausgabe erscheint wie immer pünktlich zur Frankfurter Buchmesse im Herbst, welche im Übrigen auch die Jubiläumsaus-gabe sein wird.

 

Abo-Anfragen per Mail mit Name und Adresse an: streifband@gmx.de

Online-Ansicht: Streifband 19

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news-1955 Fri, 11 Mar 2011 19:54:00 +0100 Projekt: Verlagshersteller entwickeln Verpackungen https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1955/ Februar 2005 wurde von der »Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen« (Ein Zusammenschluss von 23 Museumseinrichtungen aus den neuen Bundesländern) ein interessantes und neuartiges Projekt an den Fach- bereich herangetragen. Parallel zu der ab Oktober in der Bundeskunsthalle gezeigten Ausstellung (»National- schätze aus Deutschland. Von Luther zum Bauhaus«) sollten für Merchandising- und Verkaufsartikel aus dem Museumsshop Verpackungen entwickelt werden.

Prof. Ide und Prof. Herzau-Gerhardt begaben sich auf »Studentenakquisition«. Da war es wieder: Das große Fragezeichen. Noch ein Projekt? Im letzten Semester? Neben Diplomarbeit und Arbeitsvertrag? Und dann auch noch Verpackungen gestalten?

 

Die Aufgabe hat uns begeistert

Aus drei Verlagsherstellern (Christina Brückner, Andrea Foth und Ivo Zibulla) und zwei Verpackungstechnikern (Nicole Buchwald und Rajko Kirmse) wurde eine Projekt- gruppe zusammengestellt, die mit Unterstützung genannter Professoren innerhalb von 4 Monaten ein umfassendes Verpackungskonzept sowie erste Entwürfe und Dummys entwickelten.

 

Brainstormings und Workshops an der Tagesordnung

Für uns Verlagshersteller war es besonders interessant, einmal aus Sicht der Verpacker ein Projekt anzugehen. Denn hier stand der Käufer im Mittelpunkt, und um ihn und seine Anforderungen herum haben wir uns in Work- shops und diversen weiteren Treffen die Hirne zermartert. Sehr beliebt: Fragebögen! Also zogen wir los: in Museums- shops, um die Betreiber nach dem Kaufverhalten und den »Rennern« im Shop zu fragen, aber auch die Besucher, um deren Interessen an Verpackungen und die Bereitschaft zur Investition abzuklären. Parallel dazu haben wir die Shop-Betreiber per Mail und Telefon befragt.

 

Strenge Vorgaben – leichte Umsetzung?

Da die KNK als Dachorganisation fungierte, sollten alle Museen im gleichen bereits bestehenden Corporate Design auftreten. Fünf neue Bundesländer, fünf Farben-allerdings waren die Finanzen für Verpackungen immer gering zu halten. Von den Museen ließen wir uns außerdem die Maße für die gängigsten Produkte schicken. Also gingen wir ans Werk und entwickelten Packpapier, Papierbeutel, Aufkleber, Banderolen, Plastikbeutel mit Papiertragevorrichtung, Dreiecksverpackungen für z. B. Tassen und viel andere Sachen. Schnell haben wir ein Raster festlegen können, dass sich am Grundformat 5 x 5 cm orientierte. Doch damit allein waren keine Punkte zu holen...

 

Verpackungen müssen einen Zweitnutzen haben

Als Highlight machten wir aus einer runden, transparenten, 3-arbigen Verpackung einen integrierten Teelicht- bzw. Kerzen- halter. Auch zusätzliche Teelichthalter in den KNK-Farben wurden angeboten. Mit der Abschlusspräsentation im Dresdner Schloss Ende Juni konnten wir die anwesenden Museumsdirektoren und Bettina Probst (Projektleitung KNK, die uns gebrieft und unter- stützt hat) sowie die Merchandising-Entwickler vom Bauhaus Dessau begeistern. Und auch ihnen konnten wir beibringen: Eine »Tüte« ist immer spitz, alles Viereckige sind »Beutel«...

Weitere Informationen zur Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen www.konferenz-kultur.de

Informationen zur Ausstellung »Nationalschätze aus Deutschland. Von Luther zum Bauhaus« www.kah-bonn.de

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news-1953 Fri, 04 Mar 2011 19:50:00 +0100 Projekt: Buchprojekt »Stefan Spieß« https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1953/ Das Projekt

Im Studiengang Buch- und Medienproduktion der HTWK Leipzig ist das Modul Verlagsherstellung I ein wesentlicher Bestandteil des dritten Semesters. Das Modul vermittelt grundlegende Kenntnisse über Produktionsschritte bei der Produktentwicklung und Gestaltung von Büchern. Um den Praxisbezug zu gewährleisten, wird ein konkretes Buchprojekt umgesetzt, bei dem die Studenten ihr bisher erworbenes Wissen direkt anwenden können.

 

Unterstützung durch den Hoffmann und Campe Verlag

Im Wintersemester 2010/2011 wurde das Modul durch den Hamburger Verlag Hoffmann und Campe unterstützt. Dieser stellte den Studenten der Matrikel BM-B 09 seinen als Hardcover veröffentlichten Ratgeber »Der Gedanke lenkt den Körper: Körpersprache - Erfolgsstrategien eines Regisseurs« von Stefan Spies zur Verfügung. Die Aufgabe bestand darin, die Hardcoverausgabe in ein Taschenbuch umzuwandeln. Der Titel wurde bewusst ausgewählt. Der Theater- und Opernregisseur Stefan Spies lehrt in seinem Buch in beruflichen und persönlichen Herausforderungen authentisch und überzeugend zu wirken. Er nutzt seine Regie- und Schauspielerfahrung und wendet diese auf das alltägliche Leben an.

 

Die Umsetzung

Das Buchkonzept wurde von den Studenten im Rahmen der gestalterischen, organisatorischen und finanziellen Vorgaben entwickelt und umgesetzt. Die Durchführung erfolgte in 2er-Teams. In abwechselnden Vorlesungen und Seminaren durch Herrn Prof. Christian Ide und Frau Julia Walch wurde das Buchprojekt nach und nach entwickelt.

Anfangs wurden erst einmal Markt und Zielgruppe analysiert. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Vorbereitung des Manuskriptes und der Umsetzung im Satz durch Einsatz moderner Satz- und Layoutprogramme. Hoffmann und Campe stellte das originale Bildmaterial sowie einen Manuskriptauszug mit Inhaltsverzeichnis zur Verfügung. Ausgehend von der ausführlichen Manuskriptanalyse erfolgte eine Konzeptbeschreibung, in der die angewandte Mikro- und Makrotypografie detailliert beschrieben wurde. Um einen Layoutentwurf entwickeln zu können, wurden mit Bleistift-Scribbles mögliche Gestaltungsvarianten ausprobiert. All diese notwenigen Schritte haben die Studenten in einer Dokumentation festgehalten. Über mehrere Wochen arbeiteten die Teams an ihren Musterbuchentwürfen. In wöchentlichen Seminaren wurden diese ausführlich besprochen und verbessert.

Anschließend folgten die herstellerischen Prozesse, die in einer Herstellungsmappe dokumentiert wurden. Dazu gehörten die Umfangsberechnung, die Erstellung eines Seitenbelegplans, eine Satzanweisung, ein Reproauftrag, die Papierauswahl sowie die Druck- und Bindeanfrage.

 

Die fertigen Entwürfe

Am Ende des Semesters präsentierten die Studenten ihre Entwürfe. Bewertet wurden diese von Herrn Stephan Born, Herstellungsleiter von Hoffmann und Campe, Herrn Prof. Christian Ide und Frau Julia Walch. Die ausführliche Vorstellung des Konzeptes war genauso wichtig, wie der Gesamteindruck des Entwurfs, die Art der Präsentation sowie die angefertigte Dokumentations- und Herstellunsgmappe. Überraschend war, wie unterschiedlich das Buchprojekt von den Teams umgesetzt wurde. Einige Studenten fertigten sogar Musterbücher ihrer Entwürfe an.

 

Die besten Entwürfe wurden prämiert

Herstellungsleiter Stephan Born war sichtlich überrascht von der Vielfältigkeit der Entwürfe. Darum hatte er sich entschieden, die vier besten Entwürfe und Präsentationen mit einem Büchergutschein für jedes Team zu prämieren. Das Team Franziska Hoppe und Daniel Winkler überzeugte durch ein professionell angefertigtes Musterbuch (siehe Bild 1 und Bild 2). Johannes Parche und Kevin Göthling setzen auf Übersichtlichkeit und Wirtschaftlichkeit. Somit wurde der Entwurf 3-farbig, die Hardcoverausgabe hingegen 2-farbig ge- staltet. Weiterhin fand das wiederkehrende typografische Element »inverse Zahl auf grünem Fond« große Anerkennung (siehe Bild 3). Christine Frehe und Robert Barth konzentrierten sich auf das Wesentliche (siehe Bild 4). Eine gut strukturierte Überschriftenhierarchie und aussagekräftige Auszeichnungen überzeugten sowohl die Betreuer als auch den Auftraggeber. Das Team Raimund Voigt und Carolin Vogel zeichnete sich durch Übersichtlichkeit aus. Sie verwendeten eigene Symbole zur Strukturierung sowie Rahmen für Zusammenfassungen und Sondertexte. Weiterhin fügten sie am rechten Rand der rechten Seiten eine Navigation mit Unterkapiteln und Seitenzahlen ein, da das schnelle Auffinden bei einem Sachbuch besonders wichtig ist. Die Schriftmischung verlieh dem Buch einen ausgewogenden und modernen Charakter (siehe Bild 5).

 

Praxispartner
Hoffmann und Campe Verlag Stefan Born (Herstellungsleiter)

Verlagsherstellung I
Studierende der Matrikel BMB 09

Betreuer
Prof. Christian Ide 

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news-1952 Sat, 26 Feb 2011 19:48:00 +0100 Projekt: eLearning XML https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1952/ Neue Lehr -und Lernformen an der HTWK

Seit kurzem ist ein erstes e-learning-Modul am Fachbereich Polygrafische Technik online. Eine interaktive Lernumgebung vermittelt allen Interessierten erste Kenntnisse über die Dokumentenbeschreibungssprache XML (Extensible Markup Language). Das Projekt entstand im Rahmen des Faches Projektmanagement.

 

Studenten als Entwickler

Realisiert wurde die Lernplattform in Zusammenarbeit der Studiengänge Medientechnik und Verlagsherstellung. Als Hauptbetreuer stand den Studenten Prof. Dr.-Ing. Jörg Bleymehl zur Seite. Die Komplexität der Aufgabe war hoch. Zunächst musste das Team erst einmal fachlich in die XML-Problematik einsteigen, um den Inhalt genauer definieren zu können. Danach wurde die Struktur für das e-learning-Modul erarbeitet, sowie geeignete Beispiele und Aufgaben für die jeweiligen Lehrinhalte zusammengestellt. Alle Texte mussten geschrieben und das gesamte Modul selbst programmiert werden.

 

Ziel des Projektes

Mit der e-learning Website soll den Studenten zusätzlich zur Lehrveranstaltung eine weiterführende Möglichkeit zur Vertiefung der Kenntnisse über XML gegeben werden. Bleibt zu hoffen, dass die Hochschüler diesen »Zusatzservice« effektiv nutzen! Die Lernumgebung richtet sich vor allem an alle Studierenden des eigenen Fachbereiches, aber auch alle Studenten anderer Fachbereiche und Hochschulen können und sollen diese Anwendung nutzen.

 

Special Features

Die Plattform besticht durch einen interaktiven Lernvorgang, welcher in seinem vollen Umfang erst nach der Registrierung genutzt werden kann. Am Ende eines jeden Kapitels warten Übungsfragen. Werden die Fragen richtig beantwortet, erhält der Nutzer Punkte auf seinem »Lernkonto«. Nach Beendigung der Lektion erhält er/sie ein »Diplom«, auf dem der erzielte Lernerfolg bestätigt wird. Der Schwierigkeitsgrad bei den Fragen nimmt kontinuierlich zu. Schummeln gibt es nicht. Betrugsversuche per Zurück-Button werden verhindert. Eine weitere nützliche Funktion ist die farbliche Hervorhebung neuer Begriffe. Fährt man mit der Maus über die markierten Begriffe, erscheint in einem Extra-Fenster eine Erklärung dazu. Entstehen Fragen zu anderen Begriffen, kann sich der Nutzer im Glossar bewegen, wo alle Begriffe der Lektion Eins aufgeführt sind.

 

Die Entwicklung macht nicht halt

Bisher gibt es nur die Lektion Eins. In weiteren Projektarbeiten des Faches Projektmanagement soll diese allerdings ausgebaut und weitere Lektionen hinzugefügt werden. Denn mit der Einführungslektion wird man kein XML-Profi. Und das soll schließlich das Ziel dieses Projektes sein.

 

Lust bekommen? eLearning XML

 

Projektleitung
Prof. Dr. -Ing. Jörg Bleymehl

Inhalt
Constanze Ober, Ivo Zibulla

Design
Katja Fritzsche, André Langer

Programmierung
Lysann Marx, Marcel Krauß 

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verlagsherstellung > produktion
news-1954 Sun, 20 Feb 2011 19:52:00 +0100 Projekt: »Stichwort« von Clemens Meyer https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1954/ Der Leipziger Bibliophilen-Abend

Zweimal jährlich veröffentlicht der Leipziger Bibliophilen-Abend e.V. ein Heft seiner Reihe »Stichwort«. Diese Erstdrucke mit Originalgrafiken sind mit 100 Exemplaren limitiert und heiß begehrt. Im Jahr 2009 bekamen die Studierenden des Studienganges Verlagsherstellung mit dem Text »Treffpunkt« von Clemens Meyer die Möglichkeit, die aktuelle Ausgabe zu entwerfen. 

 

Die Kooperation

Eine Kooperation der besonderen Art, an deren Ende sich Professor Christian Ide und Herbert Kästner, Vorsitzender des Vereins, von der Matrikel VH 07 verschiedene Entwürfe präsentieren ließen. Doch bevor der Wettbewerb einen Sieger finden konnte steckten die Studenten viel Energie, Wissen und Kreativität in ihr Projekt.  

 

Layout und Typografie

Die Gestaltung, durch die Anordnung und Vorgabe der Illustrationen inklusive Titelbild bereits teilweise vorgegeben, hatte vor allem einen typografischen Schwerpunkt. Satzspiegel und Schriftwahl, Layout und Farbgebung mussten in den kleinen Gruppen abgestimmt, das Papier und Umschlagmaterial gewählt, die Herstellung kalkuliert und eine Präsentation erstellt werden. Denn neben der technischen Umsetzbarkeit war auch der Kostenrahmen zu beachten. 

 

Blutrot, Nachtschwarz und Blütenweiß

Ein Semester lang konnten die Studenten anwenden, was Lehrveranstaltungen wie Typografie, Bedruckstoffverarbeitung und Werkstoffe sie gelehrt hatten. Der eigentliche Text war am Anfang noch unbekannt, weshalb andere Werke des Autors herhalten mussten, damit die Studierenden sich einen ersten Eindruck von seinem Stils machen konnten. Schnell war klar, dass Clemens Meyer nicht nur eine schonungslos realistische Sprache benutzt, sondern wohl auch ein Thema aus dem Rotlichtmilieu wählen würde. Dies schlug sich später in fast allen Entwürfen in einer ähnlichen Farbgebung nieder, die auch von der Illustratorin Stefanie Schilling aufgegriffen wurde: Blutrot, Nachtschwarz und Blütenweiß. 

 

Die Gewinnerinnen

Als endlich die gedruckten Exemplare vorlagen, stand der Stolz auf die eigene Leistung und das Endergebnis des Projekts allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben. Jede Gruppe produzierte drei handgefertigte Exemplare, um sie später präsentieren zu können. Die Gewinnerinnen Anette Jeschke, Lisa Poggel und Migle Bareikyte (eine Erasmus-Studentin aus Vilnius, Litauen) lieferten einen Entwurf, der mit klarem Layout und einer spröden, aber sehr kräftigen »Schreibmaschinenschrift« den rauhen Charakter des Textes unterstreicht.

 

Präsentation im Leipziger »Haus des Buches«

Auch für die Studierenden, deren Entwürfe letztendlich nicht in 100er Auflage umgesetzt werden konnte, stellte das Projekt eine anspruchsvolle und motivierende Herausforderung dar. Alle Entwürfe wurden am 15. Dezember 2009 bei einer gut besuchten Lesung von Clemens Meyer im Leipziger »Haus des Buches« vorgestellt. So hatten die über 100 Besucher die Gelegenheit, 16 sehr unterschiedlich gestaltete Interpretationen des Textes direkt miteinander zu vergleichen.   

 

Praxispartner
Leipziger Bibliophilen-Abend e.V. (LBA)

Text
Clemens Meyer

Illustration
Stefanie Schilling

Layout und Typografie
Studierende der Matrikel BM-07

Betreuung
Prof. Christian Ide Dipl.-Ing. Winnie Zagrodnik, Dipl.-Ing. André Göhlich 

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verlagsherstellung > produktion
news-1951 Sun, 20 Feb 2011 19:45:00 +0100 Projekt: Erste Hilfe Qualität https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1951/ Die Wirtschaft strauchelt!

Das merkt auch die Buchbranche. Viele Verlage versuchen die Kosten zu minimieren – allerdings zu Lasten der Buchqualität. Studentinnen und Studenten des Studiengangs Buch- und Medienproduktion (bisher Verlagsherstellung) an der HTWK Leipzig haben es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Trend möglichst abzuwenden und das Thema Produktqualität untersucht. Entstanden ist der Katalog "Erste Hilfe Qualität - Bücher auf dem Prüfstand" des Studiengangs Buch- und Medienproduktion (bisher Verlagsherstellung) der HTWK Leipzig mit 96 Seiten - eine Broschüre mit transparentem Schutzumschlag, durchgehend 5-farbig gedruckt.

 

Bücher – wir alle haben sie zu Hause

Aber haben wir uns schon mal gefragt, was wir da in den Händen halten? Gemeint ist hier einmal nicht der Inhalt des Buches, sondern die körperliche (dreidimensionale) Form, die Ausstattung und die Gestaltung. In vielen Verlagen geht momentan der Trend eindeutig dahin, die Produkt Qualität von Büchern zu reduzieren, um die Kosten zu minimieren. Auf der Leipziger Buchmesse 2004 hat sich der Studiengang Verlagsherstellung mit einem einzigartigen Projekt an die »Rettung« der Buchqualität gewagt. »Dieses Buch wird sich leider nicht nach 5 Sekunden selbst zerstören«.

 

Workshop

17 Studentinnen und Studenten des 5. und 7. Semesters besuchten einen Workshop unter der Leitung von Uta Schneider, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst. Hauptaufgabe im Workshop war die Entwicklung von Kriterien, um die Produktqualität von Büchern – wissenschaftlich exakt und nachvollziehbar – beschreibbar und überprüfbar zu machen. Im zweiten Schritt hat jeder Student zwei Bücher aus dem privaten Bücherregal ausgewählt und nach den im Workshop erarbeiteten Kriterien beurteilt.

 

Bücher auf dem Prüfstand

Mit Nils Kahlefendt, Fachjournalist mit den Themenschwerpunkten Buchgestaltung und Typografie, wurden dann in einem zweiten Workshop »Qualitäts-Rezensionen« erarbeitet. Ziel der dabei entstandenen Texte: die bei der Bewertung der Bücher ausgefüllten Fragebögen in eine literarische Form zu bringen, um das Thema Produktqualität auch dem »Laien« näher zu bringen und das Bewusstsein für die Bedeutung gut gestalteter, gut produzierter und lesbarer Bücher zu vergrößern.

 

Einheit von Inhalt und Form

Im Modul »Messeprojekt« konzipierten Studenten des dritten Semesters eine Ausstellung für die Leipziger Buchmesse, die nicht nur die bewerteten Bücher und Rezensionen auszustellen sondern auch die dahinter stehenden Studentinnen und Studenten aus dem Workshop »Produktbewertung« in der Öffentlichkeit präsentieren sollte. Zu einer erfolgreichen Ausstellung gehört natürlich nicht nur die Planung des Messestandes selbst sondern auch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring, die Erstellung von Werbematerialien und die Planung einer Eröffnungsveranstaltung. Durch die Vielfalt an Aufgaben hatte jeder Student die Möglichkeit, sich ein spezielles Aufgabengebiet herauszusuchen und viele eigenen Ideen in Gestaltung und Umsetzung des Projektes einfließen zu lassen.

 

»Das Buch ist ein sinnlich Ding«

Der Titel der Ausstellung ist eine Hommage an den im Jahr 2003 verstorbenen Buchgestalter, Typografen und Lehrer Hans Peter Willberg und sein erfolgreiches Lehrbuch »Erste Hilfe Qualität«.»Erst aus dem dauerhaften Bemühen um Qualität kann herausragendes entstehen« - getreu diesem Motto wurde auch die Ausstellung selbst gestaltet. Ein weißer Bücherturm im Zentrum des Messestandes zeigte die einzelnen Bücher und Rezensionen, während die Studentinnen und Studenten mit ihren Zitaten zu den Büchern auf weißen, freihängenden Fahnen den Stand optisch begrenzten und einen Ort der Ruhe, der Besinnlichkeit und der Konzentration schufen.

 

...und sonst?

Verschiedene, gut besuchte Fachvorträge (Renate Stefan, Berlin-Verlag; Bertram Schmidt-Friderichs, Verlag H. Schmidt; Olaf Klindt, Clausen & Bosse/CPI-Books) zogen zahlreiche Besucher an. Und die begeisterte Resonanz auf die Ausstellung und die Rezensionen hat uns nicht nur dazu animiert, die Ausstellung ein zweites Mal für die Frankfurter Buchmesse vorzubereiten, sondern auch einen Katalog mit allen Texten zu veröffentlichen.

 

Projektleitung
Prof. Christian Ide, Dipl.-Ing. Winnie Zagrodnik

Pressearbeit
Kathrin Berger, Juliane Brettschneider, Jeanette Frieberg, Amelie Solbrig

Redaktion
Nadine Loos, Christiane Engelt, Katharina Kimmerle, Rebecca Wahner

Veranstaltungen
Sandra Bennua, Jana Pokorny

Standplanung und -aufbau
Thomas Butzmann, Carola Hopp, Katrin Wulst

Organisation
Lina Schwab 

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verlagsherstellung > produktion
news-1950 Sun, 20 Feb 2011 19:44:00 +0100 Projekt: Erste Hilfe Marketing https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1950/ Wirbst Du noch oder verkaufst Du schon?

»Gute« Bücher machen reicht heute für den Erfolg am Markt nicht mehr aus – man muss die Bücher auch verkaufen. Erfolgreiches Marketing und konsequente Markenführung werden deshalb auch in Verlagen immer wichtiger.

 

Verlags- und Branchenmarketing

Der Studiengang Verlagsherstellung hat auf der Leipziger Buchmesse 2005 zur intensiven Auseinandersetzung über gutes und schlechtes Verlagsmarketing aufgefordert. Wir möchten damit an das erfolgreiche Projekt »Erste Hilfe Qualität – Bücher auf dem Prüfstand« vom vergangenen Jahr anknüpfen und nun die Vermarktung in den Fokus rücken.

 

Workshops

Gemeinsam mit ihren Professoren Christian Ide und Thomas Heß haben die Studierenden in mehreren Workshops Marketingregeln und Verbesserungsvorschläge für verschiedene Buch- und Verlagstypen erarbeitet. Die Ergebnisse hat der Studiengang Verlagsherstellung am eigenen Messestand auf der Leipziger Buchmesse der Öffentlichkeit vorgestellt und in einem ausführlichen Katalog dokumentiert.

 

Ausstellung

Im Mittelpunkt, der von den Studentinnen und Studenten konzipierten Ausstellung stand z.B. die Frage nach der optimalen Produktform; es ging um Zusatznutzen, Produktvarianten, Nebenmärkte und Preispsychologie. Nicht zuletzt wurde auch die Frage nach dem konsequenten und schlüssigen Gesamtauftritt eines modernen Proxy-Connection: keep-alive Cache-Control: max-age=0 rlags gestellt – das alles natürlich unter dem Blickwinkel, inwieweit dies eine Aufgabe der Herstellerinnen und Hersteller von morgen ist.

 

Fachvorträge und Katalog

Prominente Unterstützung für eine spannende und anregende Auseinandersetzung gab es direkt auf der Leipziger Buchmesse: Mit einem attraktiven Vortragsprogramm wurde die Schnittstelle zur aktuellen Verlagspraxis von Marketingexperten und Branchenkennern näher beleuchtet.

Der Katalog dokumentiert auf achtzig gut gefüllten und informativen Seiten die Ergebnisse der studentischen Arbeitsgruppen. 

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verlagsherstellung > produktion
news-1948 Fri, 28 Jan 2011 19:41:00 +0100 Projekt: Buch- und Medienproduktion https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1948/ STUDIENPROJEKTE: EPUB

Seit Anfang dieses Jahres ist es amtlich. Der Studiengang Buch- und Medienproduktion der HTWK Leipzig hat den Schritt in das Web 2.0 gewagt und betreibt seit Januar 2011 seine eigene Fanpage auf Facebook. Mehr als zehn Millionen Menschen in Deutschland sind aktive Facebook-Nutzer und auch wir wollen uns die Chance auf grenzenlose Kommunikation nicht nehmen lassen.

 

GEFÄLLT MIR! - Der Studiengang jetzt auch auf Facebook

Seit Anfang dieses Jahres ist es amtlich. Der Studiengang Buch- und Medienproduktion der HTWK Leipzig hat den Schritt in das Web 2.0 gewagt und betreibt seit Januar 2011 seine eigene Fanpage auf Facebook. Mehr als zehn Millionen Menschen in Deutschland sind aktive Facebook-Nutzer und auch wir wollen uns die Chance auf grenzenlose Kommunikation nicht nehmen lassen.

 

Der Impuls zu diesem Schritt

Die Idee entstand im Messeteam des Studiengangs Buch- und Medienproduktion, als überlegt wurde, wie die Aktivitäten rund um die Messe effizienter beworben und attraktiver gestaltet werden können. Es sollten neue Wege gefunden werden, die projektbezogenen Zielgruppen anzusprechen. In Zukunft wird die Facebook-Präsenz projektübergreifend betreut, sodass alle Kompetenzen und Stärken der Teams mit einfließen können. Kooperationspartner innerhalb des Studiengangs sind das PR-Projekt, das Messeprojekt und das Team von verlagsherstellung.de. Um die Aktualität und Dauerhaftigkeit der Facebook-Seite garantieren zu können, ist es einerseits wichtig das Leben auf dem Campus abzubilden, indem studiengangbezogene Veranstaltungen, Bilder und Neuigkeiten präsentiert und persönliche Einblicke in den Studienalltag gewährt werden. Zum anderen wird auf Nachrichten der Branche, die den Verlagshersteller interessieren könnten, verlinkt. Der dadurch geschaffene Mehrwert bietet natürlich auch den Alumni Inhalte.

 

Ziel ist die Etablierung einer aktiven Community

Das große Ziel hierbei ist die Vernetzung von Branche, Absolventen und Studenten. Diese Vernetzung wird durch Community Building auf längere Sicht fokussiert und regt zur Kommunikation und zum Austausch an. Die Absolventen verbleiben zum großen Teil im Netzwerk und stehen mit dem Studiengang weiterhin auf persönlicher Ebene in Verbindung. Die Community steht im Vordergrund, doch soll die Facebook-Fanpage selbstverständlich auch offen für kritische Beiträge sein. Die Seite wird ausschließlich von Studenten betreut, was den Bezug zum Campus und aktuellen Themen garantiert. Input kann auch aus den Fachschaftsräten kommen.

 

Der aktuelle Stand

Social Media wird in den Verlagen immer wichtiger. Die Branche hat den Schritt in das Web 2.0 schon getan und so lassen auch wir als zukünftige Branchenmitglieder nicht mehr länger auf uns warten. Nach fast zwei Monaten hat die Facebook-Fanpage des Studiengangs nahezu 100 Fans erreicht. Wenn auch Sie »Gefällt mir« zu »Buch- und Medienproduktion HTWK Leipzig« sagen, schauen Sie vorbei. Ein Besuch lohnt sich immer.

 

http://de-de.facebook.com/buchundmedienproduktion 

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verlagsherstellung > produktion
news-1947 Fri, 21 Jan 2011 19:40:00 +0100 Projekt: Project rethinking the book https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1947/ Die Konzeption von iPad-Applikationen

Klassische Buchinhalte in neue Ausgabekanäle zu zwängen, auch darauf müssen sich zukünftige Verlagshersteller im digitalen Zeitalter vorbereiten. Genau dies geschah im Rahmen der Lehrveranstaltung »Layout und Entwurf II« bei Herrn Prof. Christian Ide im 7. Semester des Diplomstudiengangs »Verlagsherstellung« (VH 07). Am Beginn des Semesters im Oktober 2010 stand die Aufgabenstellung, gemeinsam gestalterische Konzepte für eine eBook-Anwendung für das Ausgabemedium iPad zu entwickeln.

 

Die Konzeptentwicklung

Zunächst tastete sich der Kurs durch das Studium diverser Blogs, Foren und der Analyse anderer Applikationen an das Medium »Tablet-PC« heran. Ein Vortrag von Herrn Dr. Trommen (appsfactory Leipzig) gab den Studierenden einen Einblick in die Agenturarbeit und das Entstehen realer App-Produkte. Der Recherche und Analyse von Printausgaben und im gleichen Segment ansässigen Apps folgte die Konzeptentwicklung: welche Inhalte werden benötigt, welche Strukturelemente soll sie enthalten, welche Navigation ist sinnvoll? Diese strukturelle Konzeptentwicklung stellte die Basis für die Entwicklung des »Look-and-Feel« der eigenen Applikation dar. Wie könnte eine gestalterische Umsetzung all der Ideen aussehen, welches Farbklima soll das User Interface auszeichnen, welche Illustrationen sind passend und wie kann der Text typographisch hochwertig dargestellt werden – nur einige Fragen, die im Raum standen.

 

Die Umsetzung

Am Ende stand dann die Umsetzung all dieser Ideen in Form von Mock-up-Screens im Programm der Wahl (Photoshop, Indesign, Illustrator, ...). Die technische sowie wirtschaftliche Machbarkeit der Entwürfe stand bei unserem Projekt nicht im Vordergrund bzw. sollte ausdrücklich nicht beachtet werden. Es handelte sich um eine Einzelarbeit, sodass am Ende 21 ganz unterschiedlichste Entwürfe entstanden. Dabei reicht die Themenvielfalt von unterschiedlichsten Koch-Apps – Piratenkochbuch, cupcakes-Rezepte oder die App zur Planung des perfekten Weihnachtsmenüs – über Kinderbuch-Applikationen, Reise- und Wanderführer für die norwegischen Lofoten bis zur »Mami-App«.

 

 

 

Gestaltung und Entwürfe

Eat typical (Tanja Kühnert) verbindet beispielsweise Reiseführer und Kochbuch, indem es neben Infos zu Land und Leuten sowie landestypische Gericht in den Kategorien Herzhaft und Süß anbietet. Petra Jummel entwickelte ein interaktives Konzept für den beliebten Klassiker Was ist was – Indianer vom Tessloff-Verlag. Die App »How-to-do« von Theresa Neubauer bietet ein Konzept zum Herunterladen von Bauanleitungen und Tutorials, wie z.B. eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Buchbinden mit Farbwähler, Materialberechner, vielen Bildern und Videos. Mit dem Herbarium Digitalis (Anna Schmalfuß) lassen sich heimische Wildblumen bestimmen, während das Layout mit Illustrationen aus dem frühen 20. Jahrhundert aufwartet. Der Anatomie-Atlas (Anne Hirschelmann) für Ärzte oder Medizinstudenten bietet übersichtlich Infos zu Muskeln und Nerven, lässt zudem Organe in 3D erfahren.

 

Die Vielfalt des App-Design

Eine große Auswahl an unterschiedlichen Stoffen und somit Herangehensweisen sorgte nicht nur dafür, dass jedes Projekt spannend und neu ist, sondern alle Studierenden konnten von der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Themenstellungen und Problemen der Kommilitonen profitieren.

 

»Layout und Entwurf II«

Studierende der Matrikel VH07

Betreuung

Prof. Christian Ide 

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verlagsherstellung > produktion
news-1946 Fri, 07 Jan 2011 19:39:00 +0100 Projekt: Imprimatur https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1946/ »Imprimatur« ist ein Fachbegriff der Druck- und Verlagsbranche, bedeutet so viel wie »Druckfreigabe« – und dient hier, ähnlich wie ein Gesellenstück in der Handwerkerausbildung, zugleich als Nachweis der eigenen Fähigkeiten und als Zeichen für den Abschluss des Studiums.

 

Was ist die »Imprimatur«?

Die »Imprimatur« – häufig ein Druckerzeugnis, teilweise aber auch mit einer außergewöhnlichen Verpackung oder auch interaktiven Elementen wie z. B. einer CD-ROM kombiniert – stellt jedes Jahr in ansprechender und unkonventioneller Form die einzelnen Diplomanden und ihre Fähigkeiten vor. Ob Hochschulprojekte, praktische Erfahrungen, Themen der Diplomarbeit oder Spezialisierungen – hier gibt es die wichtigsten Informationen der Absolventen auf einen Blick. Bei der Umsetzung der Imprimatur gehen kreative Ideen und professionelle Bearbeitung Hand in Hand. So kommt die Abschlussarbeit einmal als aufwändige Metallbox, ein anderes Mal als Kartenspiel heraus.

 

Kooperation der Studiengänge

Das Fachwissen der Studiengänge Medientechnik, Buch- und Medienproduktion (bisher Verlagsherstellung) und Druck- und Verpackungstechnik wird im Rahmen der »Imprimatur« von den Studenten praktisch angewandt und in ansprechender Form dokumentiert. Dabei findet sich eine Gruppe von Studenten aus den vier Studiengängen zusammen, welche das Projekt von der Ideenfindung und Konzeption über die Gestaltung und das Sponsoring bis hin zur Produktion vollkommen selbstständig plant und durchführt.

 

Tradition

Bereits seit 15 Jahren stellt sich jeder Abschlussjahrgang mit einer individuell gestalteten Broschüre und seit 2002 auch mit einem Internetauftritt potentiellen Arbeitgebern in der Medienbranche vor. Es entstehen anspruchsvolle Produkte, die professionell gestaltet und erstellt werden und damit die Qualität der Studenten und ihrer Ausbildung am Fachbereich Medien der HTWK Leipzig zur Geltung kommen lassen sollen. 

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verlagsherstellung > produktion
news-1945 Fri, 31 Dec 2010 19:38:00 +0100 Projekt: [Typo]stkarten – Ein studentisches Projekt im Fach »Typografie und Gestaltung« https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1945/ Jeder kennt das Problem: Man schreibt einen Brief, entwirft eine Visitenkarte oder möchte einen Text sinnvoll gestalten. Schnell gelangt man an einen Punkt, an dem sich eine typografische Frage stellt, auf die man spontan keine Antwort hat. Wie werden zum Beispiel Telefonnummern richtig gegliedert, Satzzeichen richtig gesetzt oder Zahlengruppen ausgerichtet? Abhilfe können hier die [Typo]stkarten leisten, die von Studierenden des Studienganges Verlagsherstellung entworfen wurden.

 

Die Idee vom richtigen Satz

Die Entwürfe der [Typo]stkarten entstanden als Studienarbeit der Matrikel VH01 für das Fach »Typografie und Gestaltung« im Wintersemester 2002/2003. Die Idee hinter der Aufgabenstellung bestand darin, die Regeln für den Schriftsatz spielerisch und kreativ kennen- und anwenden zu lernen und die DIN 16 508 als Grundlage für guten und richtigen Satz zu verbreiten. Als Übung im Typografie-Unterricht angelegt war die Wahl der Gestaltungsmittel stark eingeschränkt: so durften für die Entwürfe der Postkarten nur eine Schrift – die Officina als Hausschrift der HTWK – und neben Schwarz nur eine Auszeichnungsfarbe verwendet werden.

 

Von der DIN-Regel zur Postkarte

40 Studierende im 3. Fachsemester machten sich im Typografie-Unterricht an die Arbeit. Jede/r Studentin/Student suchte sich zwei Regeln aus und setzte diese typografisch um. Bei der Umsetzung sollte der DIN-Text der Regel an korrekten Beispielen erklärt werden. Die Entwürfe wurden dann im Seminar vorgestellt und diskutiert. Herausgekommen sind dabei 80 sehr unterschiedlich gestaltete Postkarten, die die Regeln ansprechend und teilweise auf sehr witzige Weise erklären. Die [Typo]stkarten wurden am Ende mit Mitteln der Hochschule in einer Auflage von 500 Exemplaren produziert.  

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verlagsherstellung > produktion
news-1949 Wed, 22 Dec 2010 19:43:00 +0100 Projekt: Weihnachtskarten für die HTWK https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1949/ Weihnachten ist das Fest der Liebe, an dem man Freunde und Verwandte besucht oder zu sich einlädt. Aber man denkt auch an die Menschen, die nicht in der Nähe wohnen und die man nicht treffen kann. Was gibt es da besseres, als ihnen eine Weihnachtskarte zu schicken.

 

Für das Berufsleben üben

Die Weihnachtskarten sollten für die Hochschule allgemein oder den Fachbereich Medien erstellt werden. Somit gab es für die Karten auch Gestaltungsrichtlinien. Das Aussehen sollte sich im Rahmen des Corporate Designs der Hochschule bewegen. So lernten die Studenten sich an bestimmte Vorgaben zu halten, denen sie im späteren Berufsleben auch gegenüber stehen. Zur Verfügung standen u.a. zwei Basisfarben und sieben Akzentfarben, mit denen sie arbeiten konnten. Neben der Officina Sans ITC – die Hausschrift der HTWK – konnte auch eine weitere Schrift gewählt werden.

 

Vielfalt trotz »Einschränkung«

Trotz dieser Einschränkungen bewiesen die Studenten Einfallsreichtum. Sie ließen ihrer Fantasie freien Lauf: Es entstand eine Vielfalt an Karten. Es wurden klassisch-traditionelle, aber auch moderne Karten entworfen. Auf einigen Karten waren klassische Weihnachtsmotive wie Tannenbäume und Winterlandschaften abgebildet. Andere Karten zeigten abstrakte Weihnachtsmotive, sodass die Weihnachtskarte als solche nicht auf den ersten Blick erkennbar war. Wieder andere Karten stachen durch außergewöhnliche Ausstanzungen oder Formate hervor.

 

Die besten Sechs

Da die Karten für die Hochschule entworfen wurden, wählten die Studenten die besten 6 Karten aus ihrer Matrikel aus, die danach dem Dekan als Vorschläge für die diesjährige HTWK-Weihnachtskarte vorgestellt wurden. 

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news-1943 Fri, 17 Dec 2010 19:17:00 +0100 Green Publishing https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1943/ Der größte Branchentreff im deutschsprachigen Raum, die Frankfurter Buchmesse, wurde in diesem Jahr als Plattform für die Auftaktveranstaltung des interdisziplinären Projekts »Nachhaltiges Publizieren – Neue Standards für die Verlagsbranche« genutzt. Die als Podiumsdiskussion angelegte Veranstaltung fand am 12.10.2011 im Forum Verlagsherstellung statt, wodurch die Zielgruppe schon allein durch die Auswahl des Veranstaltungsortes deutlich wurde. Das durch das Umweltbundesamt geförderte Projekt richtet sich mit seinen Tätigkeitsschwerpunkten an die herstellenden Unternehmen der Branche. Die Zeichen der Zeit wurden in der Branche erkannt. Somit findet seit Jahren eine spürbare Sensibilisierung für den ökologischen Fußabdruck eines Produkts bzw. des gesamten Unternehmens statt. Im Rahmen dieser Schwerpunktverschiebung ergeben sich unzählige Fragen für die Hersteller, Drucker und Dienstleister. Das Projekt des oekom-Verlags »Nachhaltiges Publizieren – Neue Standards für die Verlagsbranche« hat sich zur Aufgabe gemacht diesen Fragen in Zusammenarbeit mit weiteren Stellen der Wissenschaft und Wirtschaft Antworten geben zu können.

Die Moderation der sehr gut besuchten Auftaktveranstaltung des Projekts wurde von Anke Oxenfarth vom oekom-Verlag übernommen. Die Expertengruppe bestand aus Susanne Funk als Vertreterin der Frankfurter Buchmesse, dem Geschäftsführer des oekom-Verlags Jacob Radloff, Professor Christian Ide der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Dr. Ulf Jaeckel als Vertreter des Bundesumweltministeriums und Gabriele Schermuly-Wunderlich vom Bundesverband Druck und Medien. Die diskutierten Themenkomplexe verband die Kernintention einer Sensibilisierung für die Folgen des Klimawandels und der Ressourcenknappheit mit den sich daraus anschließenden Handlungsoptionen für die Branche. Die von Anke Oxenfarth eingeleitete Podiumsdiskussion wurde durch sie mit den Eckpunkten der Zielstellung und des Anlasses des Projekts eröffnet. Die Ziele lassen sich demnach in drei Hauptpunkte gliedern: Beschleunigung des noch zu zögerlichen Umdenkens, Sensibilisierung für die umweltpolitische Verantwortung aller Akteure und die flächendeckende Bereitstellung des erarbeiteten Wissens.

Susanne Funke gab im Anschluss bereits einen Ausblick, dass diese Auftaktveranstaltung den Startschuss bildet und das bereits 2012 mit ersten Handlungsempfehlungen für die Branche zu rechnen ist. Der im Projekt federführende oekom-Verlag wurde in der Expertengruppe durch den Geschäftsführer Jacob Radloff vertreten, der den Verlag mit seinen Kennzahlen und dem Schwerpunkt aller Tätigkeiten im Unternehmen, Nachhaltigkeit und Ökologie, vorstellte. Das bereits im Jahre 2008 eine klimaneutrale Bilanz vorweisende Verlagshaus hat sich von Beginn an die Aufgabe gestellt nicht nur die ökologischen Ansprüche zu predigen, sondern diese auch selbst umzusetzen. Das nun initiierte Projekt hat sich als Zielmarke die Frankfurter Buchmesse im kommenden Jahr gesetzt, auf welcher Handlungsempfehlungen für Verlage und angeschlossene Unternehmen vorgestellt werden sollen. Die von Prof. Christian Ide angesprochene Möglichkeit der Einflussnahme auf den Grad der Umweltbelastung sieht er vorwiegend in der Vermeidung als in der Verminderung. Die Einflussmöglichkeiten sieht er zum einen direkt und zum anderen indirekt. Die Produktgestaltung ist hierbei ein direktes Mittel zur Verbesserung der Ökobilanz von Erzeugnissen. Selbstverständlich darf dabei nicht der Kundenanspruch aus den Augen verloren werden. Beispielsweise ist eine Verringerung des Buchumfangs nur bis zu einem gewissen Grad durchführbar, führt aber schon zu einem geringeren Materialeinsatz. Eine indirekte Einflussnahme verbirgt sich in der Optimierung der Prozessgestaltung, also zu Beispiel in der Minimierung von Transportwegen.

Die Rolle des Staates als regulierendes Organ des Wirtschaftssystems wurde von Dr. Ulf Jaeckel beschrieben. Neben der Gefahrenabwehr in Form des Verbots von umwelt- und gesundheitsschädlichen Stoffen ist vor allem das Setzen von verbindlichen Standards eine Aufgabe der Bundesministerien. Die Kennzeichnung von konformen Produkten soll hierbei den Konsumenten Sicherheit geben und den Markt beeinflussen. Der Blaue Engel wurde an dieser Stelle als eines der ersten Umweltlogos der Branche genannt, welches somit bis heute zur Setzung von Standards und Verbraucherinformation beiträgt. Dr. Jaeckel äußerte ebenfalls seine Erwartungen an das Projekt, welche er insbesondere in der Erarbeitung von weiteren Standards und der Sensibilisierung von Lesern sieht. Die Branche solle eine Vorreiterrolle einnehmen. Gabriele Schermuly-Wunderlich vom Bundesverband Druck und Medien stellte im Rahmen der Auftaktveranstaltung den Emissionsrechner des Verbandes vor. Dieser ermöglicht es herstellenden Unternehmen für verschiedene Offset-Verfahren ihre Prozesse zu bewerten und entsprechend der errechneten CO2-Bilanz ihre Arbeitsschritte zu verbessern. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Möglichkeit der Zertifizierung von Unternehmen, welche die festgelegten Standards erfüllen.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Appell an die Unternehmen der Branche, welcher schon den Charakter einer Handlungsempfehlung aufgewiesen hatte. Einerseits sollten die hergestellten Produkte zertifiziert werden, andererseits muss auch auf die Auswahl der angeschlossenen Dienstleister Wert gelegt werden. Insbesondere die Beauftragung von regionalen Druckereien wurde an dieser Stelle in den Vordergrund gestellt. Das ökologische Bewusstsein der Mitarbeiter muss geschärft und gefördert werden, damit das gesamte Unternehmen seinen ökologischen Fußabdruck verbessern kann.

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news-1944 Fri, 03 Dec 2010 19:17:00 +0100 Multi Platform Publishing- Strategien und Lösungen für Verlage https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1944/ Wie können Inhalte effizient digital publiziert werden? – Nach dem Beispiel der Firma netBiscuit™

Die Firma netBiscuit™ bezeichnet sich selbst als eine Software-Plattform, die die Entwicklung und Auslieferung mobiler Websites für nahezu alle digitalen Endgeräte weltweit ermöglicht. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 hat die Firma neben ihrem Hauptsitz in Kaiserslautern auch Tochtergesellschaften in den USA, Singapur und in London aufgebaut.

 

Datenanpassung für alle Endgeräte

Für Verlage gibt es viele Möglichkeiten, Inhalte an den Kunden zu bringen. Die ursprünglichste Form ist die Printausgabe, danach kommt bereits die Onlineausgabe. Nun gibt es aber auch Kunden, die die aktuellsten Informationen auf ihr Handy bekommen wollen. Da diese Endgeräte aber nicht alle den gleichen Standard haben, kommen die vom Verlag gesendeten Dateien bei dem einen Kunden vollständig mit Grafik, Videoclip und Link an und bei dem anderen nur in Textform, da sein Handy die Daten nicht erkennt. Hier kommt netBiscuit™ ins Spiel. Die Firma übernimmt die Datenanpassungen für nahezu alle verfügbaren Geräte und übernimmt die Arbeit an der Technik für die Verbreitung der Inhalte. Die Informationen können auch einfach in der XML konformen Markupsprache erstellt werden. Um die Ausgabe- oder Grafikformate für den Kunden und deren Endgeräte kümmert sich dann die Firma. Denn die der netBiscuit™-Plattform zugrunde liegenden Device-Datenbank enthält alle benötigten Informationen zu über 6.000 Endgeräten weltweit. Damit ist sichergestellt, dass ein und dieselbe mobile Website sowohl auf dem neuesten iPhone als auch auf dem ältesten Nokia optimiert dargestellt wird.

 

Konzentration aufs Wesentliche

Alles in allem ist das Angebot für Verlage, die auf Digitalisierung setzen und viele Kunden mit verschiedenen Endgeräten haben, ein absoluter Gewinn. Ich kann mir als Verlag sicher sein, dass meine Informationen sicher und individuell kompatibel beim Kunden ankommen. Als Schaltstelle zwischen meinen Inhalten und den Informations(über)trägern meiner Kunden übernimmt netBiscuit™ die technischen Aspekte, wodurch sich der Verlag wieder auf den Inhalt konzentrieren kann. 

 

Mehr Informationen unter:

www.netbiscuits.com

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news-1942 Fri, 26 Nov 2010 19:14:00 +0100 Social Media Marketing https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1942/ Entstehung

Als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, wurde versucht, die altbewährten Mechanismen und Methoden von Massen- und Zielgruppenmarketing auf das neue Medium anzuwenden. Was anfangs funktionierte, ist heute im »Zeitalter« von User-Generated-Content, dem »Wisdom of the Crowd«-Prinzip sowie Facebook, Twitter und Co. aber nicht mehr ausreichend.

In den letzten nun mehr schon 20 Jahren entwickelte sich das Internet als bloßes Werkzeug für den Austausch von Daten hin zu einem Medium mit einem unvorstellbaren Vorrat an Möglichkeiten, in das die Menschen heute oft auch einen Großteil ihrer freien Zeit investieren.

Das wichtigste Merkmal des heutigen Internets (Web 2.0 nach O´Reilly) ist, dass die Benutzer aktiv am Geschehen teilnehmen (User-Generated-Content). In Meinungsforen und Chats, aber auch in Communitys, Sozialen Netzwerken und Microblogging-Diensten ­– um nur einige Erscheinungen des Web 2.0 zu nennen – tauschen die User aktiv Sichtweisen, Erfahrungen sowie Informationen über Politik, Sport, Kunst aber auch Produkte und Dienstleistungen aus.

 

Die Chance des Unternehmens

Hier steckt die Chance für den Verlag, aktiv mit seiner aktuellen, aber auch potenziellen, Käuferschaft in persönlichen Kontakt zu treten. Marketing in den Sozialen Medien sollte als Dialog unter Gleichen, als Service für und Dienstleistung am Kunden betrachtet werden, da sich der Konsument hier auf Augenhöhe mit dem Produzenten befindet. 

 

Gesichtspunkte, die es beim Social Media Marketing zu beachten gilt

Social Media Marketing birgt, als Teil des Online-Marketings, nicht nur Chancen, sondern auch einige Eisberge, die es möglichst zu umschiffen gilt. Deshalb folgen nun einige kleine Regeln.

Das Wichtigste bei der Kommunikation mit seinen Kunden über Social Media ist die Fähigkeit, loszulassen. Man muss als Unternehmen gewillt sein, die Kontrolle über die Botschaft abzugeben. Soll heißen, dass, wenn sich ein Verlag ein kostenloses Profil z.B. bei Facebook anlegt, er damit rechnen muss, auch Kommentare auf seiner Seite zu finden, da die Kommunikation nun nicht mehr nur in eine Richtung läuft. Die Nachrichten der Kunden bzw. anderen Diskussionsteilnehmer sollten aber ernst genommen werden, da sie Einblicke gewähren, wie ein bestimmtes Produkt oder spezifische Werbemaßnahmen beim Zielpublikum ankommen.

Sammeln und verwerten Sie die Informationen von ihren »Freunden«. Nehmen sie die Kritiken, aber auch die Kompetenzen ihrer Freunde und Follower (Twitter) an und setzen sie diese um. Die Kunden können aber auch aktiv in den Wertschöpfungsprozess mit einbezogen werden, in dem Sie z.B. einen Cover-Test für eine Neuerscheinung starten und Ihre Kunden entscheiden lassen, welches Einband-/Umschlagmotiv im Buchladen stehen soll. Aber bedenken Sie dabei: Eine inkonsequente Umsetzung dieser Marketingmaßnahme könnte von den Kunden negativ bewertet und persönlich genommen werden.

Wie aus vielen anderen Marketingstrategien bekannt muss auch beim Social Media Marketing das Ziel, das Sie erreichen wollen, klar definiert und vor allem im ganzen Haus bekannt sein. Hier sind Recherche und sorgfältige Planung notwendig, um herauszufinden, auf welche Weise die Nutzer angesprochen werden sollten und in welchen Social Media man seine spezifische Zielgruppe findet.

 

Ein weiterer wichtiger Grundsatz: Transparenz

Social Media Marketing steht und fällt mit der Offenheit, mit der ein Unternehmen seinen Kunden in Sozialen Medien gegenübertritt. Das Publikum sollte über die Hauptziele und Kernwerte des Hauses aufgeklärt werden. Wie wäre es z.B. mit einem Corporate Blog (Unternehmensblog), in dem sie einen Blick hinter die Kulissen gewähren, vielleicht durch Bilder vom Aufbau des Messestandes auf der nächsten Buchmesse? Dadurch findet eine bessere Identifikation des Kunden mit dem Verlag statt. Außerdem verleihen Sie Ihrem Unternehmen zusätzlich ein Gesicht und die Anonymität zwischen Konsument und Produzent wird aus den Angeln gehoben. Vermutlich wäre das für viele Leser auch ein Anreiz, um direkt am Buchmessestand vorbei zuschauen.

 

Seien sie schnell!

Die Daten im Internet kennzeichnen sich durch eine hohe Schnelllebigkeit. Das heißt, wenn Sie eine Nachricht oder einen Kommentar auf Ihrem Profil erhalten, sollten Sie in einer möglichst kurzen Zeitspanne antworten.

 

Last but not Least: Bleiben Sie originell und interessant

Veröffentlichen Sie z.B. bei YouTube einen Trailer zu einer Neuerscheinung. So ist Ihnen die Mund-zu-Mund-Propaganda gewiss (auch in Social Media verbreitet sich gute Werbung schließlich durch Empfehlung).

Wichtig zu beachten ist aber, dass auch gutes Social Media Marketing einen hohen Aufwand erfordert. Da direkte Werbung in den Sozialen Medien eher auf Ablehnung stößt, sollte hier besonders ausgeklügelt und raffiniert vorgegangen werden. Eine Eins-zu-Eins-Abbildung der Inhalte aus einer Hochglanzbroschüre sorgt vermutlich für Desinteresse und wäre demzufolge falsch investiertes Geld. Stellen Sie Ihren Auftritt in den Social Media durch andere Themen, welche die Unterhaltung auflockern, sicher.

Social Media Marketing ist eine geeignete und effektive Methode, um alte Kunden zu binden und neue Interessenten für sich zu gewinnen. Auf jeden Fall lohnt es sich für Verlage, in den Sozialen Medien aktiv zu werden und mit den Lesern in Interaktion zu treten.

Die Regeln sind eine Abwandlung, eines im Haus des Buches (Leipzig) gehörten Vortrages von Markus Klose vom Hoffmann und Campe-Verlag am 06.12.2010 mit dem Titel »Auf Augenhöhe mit dem Leser – wie soziale Netzwerke das Verhältnis zwischen Verlagen und Lesern verändern«.

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news-1941 Fri, 05 Nov 2010 19:13:00 +0100 EPIDU Verlag- Wo der Leser bestimmt und eBooks greifbar werden https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1941/ Der EPIDU Verlag präsentiert sich mit zwei innovativen Geschäftsmodellen, die das allgemeine Konzept des Verlages und den Vertrieb bzw. das Marketing von eBooks zum Inhalt haben.

 

Verlagskonzept

Der EPIDU Verlag versteht sich als einer der ersten Web 2.0-Verlage. Sowohl der Autor als auch die Leserschaft werden in diesem Sinn als aktive Partner in den Publikationsprozess einbezogen. Zunächst bietet der EPIDU Verlag den Autoren dabei die Möglichkeit auf der Verlagshomepage ein Profil zu erstellen und Manuskripte einzureichen. Den Ausgangspunkt des Prozesses bilden somit der Autor und sein Buch. Abgesehen von einer Prüfung auf Angemessenheit hält sich das Team des Verlages aus den Inhalten heraus. Nach der Freigabe des Manuskriptes stehen dem Autor etliche kostenlose Möglichkeiten zur Verfügung, sich und sein Werk (mindestens 20 Seiten Auszug aus dem Manuskript) zu präsentieren. Er betreibt somit sein eigenes Marketing und versucht, die Leserschaft für sich zu gewinnen.

 

Der Leser bestimmt

Die Leser können über verschiedene Kanäle des Social Media, die zur Auswahl stehenden Manuskripte bewerten. Indem sie ihre Stimme abgeben bzw. »scouten«, markieren die Leser diejenigen Werke, die ihnen am besten gefallen. Die registrierten Scouts (Leser/User) sammeln über die Qualität ihrer Bewertungen dabei selbst Punkte und haben somit einen Einfluss darauf, mit welchem Gewicht ihre Stimme in den Auswahlprozess einfließt. Der Verlag versucht, über diesen »fairen Algorithmus« zu gewährleisten, dass nicht nur die Masse der Bewertungen, sondern auch die Güte der einzelnen Leserstimmen im Entscheidungsprozess eine Rolle spielen. Um möglichst viele Mitglieder zur Bewertung zu motivieren, ist das erfolgreiche Scouten mit der Aussicht auf eine namentliche Nennung als Entdecker eines Werkes und lukrativen Preisen für die drei besten Scouts einer Bewertungsphase verbunden. Die Bewertungen der Leser fließen in ein Ranking ein, das am Ende der zwei monatigen Bewertungsphase die Grundlage der Entscheidung bildet, welche Werke durch EPIDU verlegt werden. Dabei gilt, dass mindestens ein Autor der Top 5-Werke einen Autorenvertrag angeboten bekommt. Der Verlag setzt in seinem Konzept somit den Geschmack und die Meinung der Leserschaft um, versucht frühzeitig Trends zu erkennen und bietet letztlich auch den Autoren, die durch die gängige Vorselektion in »klassischen Verlagen« bisher keine Chance erhielten, eine Möglichkeit publiziert zu werden.

 

Neue Vertriebskanäle über »eBookCards«

Der Verkauf und die Nutzung von eBooks sind in der heutigen Zeit noch an viele Bedingungen gebunden. Der geneigte Leser muss ein eBook online erwerben, benötigt in vielen Fällen eine spezielle Hardware und bleibt als Kunde durch die Registrierung in den Shops zumeist nicht anonym. Zudem fehlt die Möglichkeit vor dem Kauf in ein interessantes Werk hineinzulesen. An diesen »Nachteilen« anknüpfend bietet der EPIDU Verlag über die so genannten eBookCards eine mögliche Alternative, um den Erwerb von eBooks lukrativer und vor allem flexibler zu gestalten. Die aufwendig gestalteten Karten bilden das Cover und den Klappentext des jeweiligen Werks ab und können im Handel begutachtet bzw. erworben werden. Der Vertrieb von eBooks ist somit auch offline möglich. Zur Nutzung, der über die eBookCards erworbenen eBooks benötigt der Leser lediglich einen Internetzugang und kann auf der Verlagshomepage über die 12-stellige Buch-ID den entsprechenden Download freischalten.

 

Das Verlagskonzept ermöglicht es dem kleinen Verlag, das mit dem Publikationsprozess verbundene finanzielle Risiko zu verringern. Verlegt werden nur Bücher, die bereits eine gewisse Leserschaft »garantieren«, wodurch Fehlinvestitionen vermieden werden.

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news-1929 Fri, 09 Jul 2010 17:38:00 +0200 E-Books und E-Reader auf der Leipziger Buchmesse 2010 https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1929/ Der Markt wächst stetig

Wir schreiben das Jahr eins nach Einführung des ersten elektronischen Lesegeräts in Deutschland. Pünktlich zur Leipziger Buchmesse 2009 wurde der Sony Reader PRS-505 einen Tag vor Beginn in den Handel gebracht. Seitdem hat sich viel getan auf dem deutschen eReader-Markt. Eine Vielzahl von Lesegeräte ist mittlerweile verfügbar und die Anzahl der für diese Geräte geeigneten Buchtitel steigt stetig. Aus diesem Grund lohnt sich ein Blick auf die Leipziger Buchmesse 2010 und den Stand der Dinge.

 

Ein Bereich nur für digitale Medien

Mit einer Programmzusammenstellung speziell für Digitale Medien ging die Buchmesse dieses Jahr auf die Entwicklung am Buchmarkt ein. Dabei geht es um Marktpotenziale, Geschäftsmodelle und Veränderungen im Buchhandel. Themen wie Urheberrecht, Preisbindung und Lizenzen spielten eine große Rolle. Man hatte das Gefühl, der Markt bewegt sich und der Hype stelle sich nicht als geplatzte Blase heraus. Die Hersteller sind optimistisch, denn der Büchermarkt wächst und mit ihm das eBook-Geschäft.

 

Ausstelleranzahl elektronischer Lesegeräten bleibt niedrig

Bei der Suche nach Herstellern von elektronischen Lesegeräten wird man auf der Leipziger Buchmesse jedoch enttäuscht. Außer Sony und Txtr hat es niemand nach Leipzig geschafft. Keinen Amazon Kindle bekommt man zu Gesicht und nirgendwo gibt es die Möglichkeit, sich mit einem anderen Modell vertraut zu machen oder sie gar auszuprobieren.

 

Wissen über die Vorteile von eReadern gering

Ein ähnliches Bild zeichnet sich ab bei den Zahlen, die von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) präsentiert wurden. Hier wird ein Anstieg der Bekanntheit von eBooks und eReadern festgestellt: jeder Zweite hat schon einmal etwas von eBooks gehört, aber nur 7 % kennen sich gut bis sehr gut mit dem Thema aus. Gleichermaßen ist der auf eBooks spezialisierte Buchhandel nahezu unbekannt. Zurückzuführen sei diese, im Vergleich zu anderen Ländern, langsame Entwicklung auf die fehlende Kommunikation der beteiligten Firmen und Verlage bezüglich der Vorteile, die ein eReader und eBook mit sich bringt. Außerdem seien die Geräte zu teuer und die Vielfalt der Anbieter solcher Geräte zu niedrig, so die Studie.

 

Geschäftsmodelle zum erfolgreichen Verkauf von eBooks sind schon am Markt

Wie man mit eBooks Geld verdienen kann macht dagegen Springer vor. Mit 41 % tragen dort die elektronischen Bücher weltweit schon zu einem großen Teil des Umsatzes bei. Da es sich bei Springer um einen Fachbuchverlag handelt lässt sich sein Geschäftsmodell natürlich nicht ohne weiteres auf Belletristik oder Sachbücher übernehmen. Trotzdem bieten sich Ansätze, die durchaus für andere Verlage modifiziert werden könnten.

 

Die Unsicherheit der Verlage darf sie nicht daran hindern innovative Ideen zu entwickeln

Wie der Markt im nächsten Jahr aussehen wird hängt stark davon ab, wie die Vorteile der neuen Art, Bücher zu konsumieren, kommuniziert werden. Außerdem darf die Nutzerfreiheit nicht, wie einige Hersteller dies gerade mit proprietären Formaten tun, weiter eingeschränkt werden. Die Titelauswahl besonders bei Bestsellern muss erhöht und speziell bei eReadern der Preis gesenkt werden. Trotz der Unsicherheit der Verlage, nicht denselben Fehler wie die Musikbranche zu begehen, müssen Wege gefunden werden, dem Leser das eBook und alle seine Vorteile schmackhaft zu machen. Denn neben der Gefahr, Fehler zu begehen, sollte das Potenzial, das in diesem Markt liegt, nicht unterschätzt werden.

 

Der Leser sollte mehr an die Benutzung elektronischer Lesegeräte gewöhnt werden

In einem halben Jahr wird es wieder spannend, wenn es heißt, die Frankfurter Buchmesse zu besuchen. Es wird sich zeigen, wie die Verlage mit der Situation umgehen und sich Geräteanbieter präsentieren. Auf der Leipziger Buchmesse wurde das Thema noch zu wenig polarisiert und die zukünftigen Leser hatten kaum die Möglichkeit, in diesen neuen Lesekomfort einzutauchen. Noch ist nichts verloren und die Richtung ist die Richtige. Nur das Tempo sollte allmählich erhöht werden.

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news-1923 Fri, 02 Jul 2010 17:38:00 +0200 Hört her! https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1923/ Die Faszination

»Hörbar«, »Lauscherlounge«, »Zaubermond« – Worte die Klangbilder im Kopf erzeugen. Die Faszination des Hörens liegt in der Imagination eigener Welten, kitzelt die eigene Fantasie hervor, eröffnet in intimen Kopfwelten ganze Universen bloßer Vorstellungskraft. Das Hörbuch hat nichts an Kraft verloren. Die Medien verändern sich, erweitern die Rezeptionsmöglichkeiten, laden alle Darstellungshungrigen dazu ein, selber aktiv Hörbücher über Podcasts zu veröffentlichen, sich spielerisch auszudrücken und auszutauschen. Aus den »Kassettenkindern« von damals sind leidenschaftlich, hörende Erwachsene geworden. Die Hörspielszene ist lebendig und nicht nur mehr in der Kinderecke anzusiedeln.

 

Rubrik Hörbuch

Auf der diesjährigen Buchmesse 2010 feierte das Hörbuch zum 11. Mal als eigenständiges Literarisches Medium seine etablierte Präsenz. Aktuell hören 12 Mio. Menschen dieses Landes regelmäßig Lesungen, Features und Hörspiele. Es gibt ca. 25.000 lieferbare Hörbuchtitel.Und jedes Jahr werden 2000 neue Titel von 600 Hörverlagen herausgebracht. Bunt und geschäftig ging es an de Ständen der Hörverlage zu. Fachzeitschriften und brandneue Hörproben zogen unzählige Besucher an.

 

Ausgezeichnet

Der deutsche Hörbuchpreis ging dieses Jahr in der Kategorie:Beste Interpretin an die Schauspielerin Maria Schrader in»Geschichten einer Ehe« von Andrew Sean Greer (RandomHouse Audio). Für das Besondere Hörbuch/Krimi wurdenMatthias Brand (Vorleser) und der Autor Åke Edwardson für»Der Himmel auf Erden« (Random House Audio) prämiert.»Ein überwältigendes Hörerlebnis« sagen eingefleischte Hörbuchfans und auch die Jury lobt die Krimi Lesung von Matthias Brand als »Ganz große Sprechkunst«! Das WDR Hörspiel »Wie man unsterblich wird« von Sally Nicholls (Igel Records) wurde als bestes Kinderhörspiel ausgezeichnet.

 

Austauschen

Es ist viel Leidenschaft im Spiel, wenn es um das Hörbuch geht, sowohl bei den Hörspielmachern als auch bei den Hörern selbst. Über Communitys wird der Austausch in der Szene gepflegt (hoerspieltalk.de hat 2000 user pro talk). Mittlerweile gibt es etablierte Hörspielplattformen wie pop.de oder audible.de, die den online Markt beleben und heute 80% des HörbuchVerkaufes ausmachen. Der Trend geht langsam von der CD zum download. Zukunftsträchtige Vertriebswege sind ganz klar im Onlinehandel zu sehen. Im Jahr 2020 werden die Hörbuchverkäufe aus 50% CD und 50% Downloads bestehen.

 

DAISY-Format

So wie einst das Hörbuch für Blinde gedacht war und sich dennoch uneingeschränkt unter den Menschen verbreitete,so scheint auch der von den Blindenbüchereien schon in den 1990er Jahren entwickelte DAISY-Standard durchaus Vorzüge für jedermann zu haben. DAISY ist ein MP3-Format, das auf speziellen, sprachgesteuerten Abspielgeräten sehbehinderten Menschen eine komfortable Nutzung von Hörbücher erlaubt. Dieses Format ermöglicht eine Speicherkapazität von bis zu 40 Stunden Text, sowie die Sprechgeschwindigkeit ohne Verlust der Tonqualität zu regulieren. Texte und Bilder können verknüpft werden, Lesezeichen können gesetzt werden, der Benutzer kann Notizen zum gelesenen Text aufsprechen. Mittlerweile wird dieses Format mit seinen Vorzügen vom Argon-Verlag für jedermann gehandelt. Interessant scheint auch die Nutzbarkeit für Sprachkurse, die vom Verlagskontor Breuer&Wardin in Kooperation mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB) in Leipzig bereits seit 2007 vertrieben werden.

 

Zeitstrahl

  • In der Geschichte des Hörbuches gestöbert, führt uns der Zeitstrahl zurück in das Jahr 1883 zu den ersten Tonaufnahmen.
  • 1923   erste Radio-Lesung: das »Seegespenst« von H. Heine
  • 1930     erstmals O-Töne (Originaltöne) zu hören.
  • 1954     Geburt des Begriffes: Hörbuches bei deR Lesung des »Faust« (Deutsche Grammophon)
  • 1963     erste Compact Kassette auf dem Markt
  • 1978     »Edition Steinbach Sprechende Bücher« gründete sich als ältester Hörbuchverlag
  • 1983     die erste CD wurde veröffentlicht
  • 1996     verschiedene Buchverlage starteten ihre eigenen Hörbuch-Label
  • 1999     der Erfolgstitel »Harry Potter« läutete den Hörbuch Boom in Deutschland ein
  • 2006     die ersten Verlage veröffentlichen DAISY-Hörbücher2007 audible.de - 1 Mio. Downloads
  • 2010     das Hörbuch ist zum 11. Mal als ein eigenständiges Literarisches Medium auf der Leipziger Buchmesse vertreten

Möge das Hörbuch noch lange sehr viele Menschen begeistern!

 

Lust auf mehr?
www.hoerspielprojekt.de
www.pop.de
www.audible.de

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news-1928 Fri, 16 Apr 2010 18:34:00 +0200 DRM auf dem Prüfstand https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1928/ Moderner Schutz des Urheberrechts

Mit der Erfindung des Buchdrucks, durch Gutenberg, wurde auch der Anspruch am eigenen geistigen Eigentum erweitert. Daraus entstand im Laufe der Zeit das sog. Urheberrecht. Es verhindert eine unberechtigte Nutzung und Bearbeitung von digitalen und physischen Gütern. Im digitalen Zeitalter wird es jedoch immer schwieriger die Verwertungsrechte der Urheber zu schützen.

Technischer Fortschritt, Breitbandinternetzugängen und höhere Verarbeitungsgeschwindigkeiten von Computern macht es sehr leicht, digitale Güter beliebig oft zu vervielfältigen und zu verbreiten.

Um eine sichere zugangs- und nutzungskontrollierte Distribution, Abrechnung und Verwaltung zu sichern, haben Medienkonzerne verschiedene digitale Rechtesysteme entwickelt. Sie sollen eine unberechtigte Nutzung nahezu unmöglich machen.

 

Welche DRM Technologien gibt es?

DRM-Systeme stellen sicher, dass Inhalte, die den Nutzer erreichen, nicht von Dritten missbraucht werden können. Denn wer möchte schon gern einem Piraten seine Inhalte verbreiten lassen? "Integrität" und "Authentizität" sind die wichtigsten Kriterien, um digitale Inhalte, Metadaten, Rechteinhaber und Nutzer zu schützen. Dazu werden digitale Signaturen und Wasserzeichen eingesetzt.

Eine Rechteverwaltung funktioniert durch die Verwendung, von existenten und im Zeitalter der digitalen Wirklichkeit, unumgänglichen Metadaten. Sie ermöglichen die langfristige Identifizierung und Beschreibung über digitale Inhalte, die Rechteinhaber, die Nutzungsbedingungen oder den Nutzern.

 

Verschlüsselungstechniken

Die Form der Verschlüsselung ist das älteste und bekannteste Verfahren um Inhalte zu schützen. Man unterscheidet hier zwischen der symmetrischen, der asymmetrischen Verschlüsselung und dem Hybriden Verschlüsselungsverfahren, welches beide Verfahren ergänzt. Das symmetrische Verfahren verwendet einen einzigen Schlüssel, der zwischen Sender und Empfänger vorab getauscht werden muss, um den Inhalt zu ver- oder zu entschlüsseln, während das asymmetrische Verfahren dazu zwei verschiedene Schlüssel verwendet. Beide Schlüssel bilden ein Schlüsselpaar und werden auf Grund Ihrer Anwendung auch Geheimschlüssel genannt. Das Hybride Verfahren nutzt die Vorzüge beider Formen und schaltet somit Schwachstellen aus.

 

Digitales Wasserzeichen oder Fingerabdruck

Integrierte Systeme, wie es bspw. Router sind, bieten einen weiteren Schutz. Durch Prüfung der Nutzungsrechte mittels digitalem Wasserzeichen oder Fingerabdruck, findet eine Identifizierung statt, die den User zur Nutzung berechtigt oder einen Zugriff verweigert. Das digitale Wasserzeichen ist ein Signal in Text-, Bild oder Audioinhalten das unsichtbar oder bewusst sichtbar verwendet wird. Es dient dem Nachweis über den Eigentümer oder Herausgeber. Diese Technologie kann allerdings in Ihrer Funktion gebrochen werden. Die Zugangsberechtigung, eignet sich besonders für kleine Netzwerke oder vielfache Nutzung durch andere Personen (z.B. Webseiten). Hier wird der Zugriff auf Umfang und Datenarten des jeweiligen Nutzers festgelegt. Der Nachteil ist denkbar. Berechtigungen im Schreiben und Lesen müssen für den jeweiligen Nutzer gegeben sein, um Dokumente lesen zu dürfen und gegebenen falls zu bearbeiten.

 

Authentifizierungsmöglichkeiten

Auch ist ein Schutz durch Authentifizierung möglich. Dies kann durch Hardware (Schlüssel, Karte), Passwörter, biometrische Merkmale (Gesichtserkennung oder Fingerabdruck), durch den Ort (bestimmter Rechner) oder der Software möglich gemacht werden. Eingesetzte Karten (Hardware) sichern beispielweise für ein spezifisches Gerät, die jeweilige Nutzungsberechtigung des Kunden zu. Bei der Software handelt es sich um spezielle Player (Microsoft Media Player oder RealPlayer) die bisher für diverse mobile Geräte eingesetzt werden.

 

Pay-Per-Use

Eine andere, aber sehr interessante Methode stellt "Pay-Per-Use" dar. Hier besteht die Möglichkeit Inhalte einzeln abrechnen zu können. Eine Art Flatrate, lässt den Nutzer eine monatliche Pauschale zahlen.

DRM-Systeme bieten zudem die Möglichkeit Vertragsabwicklungen, Bestellungen, Rechnungs-dokumente oder generell den Datenaustausch geschäftlicher Informationen über existierende Standards wie EDI oder XML zu unterstützen.

 

DRM - Was gibt es daran auszusetzen?

DRM-Systeme stehen heute im Spannungsverhältnis zum Datenschutz und zum Urheberrecht. Schließlich werden dem Urheber mit den Schrankenbestimmungen des Urheberrechtsgesetzes auch Grenzen gesetzt. Es ist dem Nutzer bspw. erlaubt Kopien zu Archivierungszwecken zu erstellen. Er hat darüber hinaus die Möglichkeit, dass erworbene Produkt weiterzuverkaufen. Die wohl bedeutendste Schranke, setzt jedoch dem Urheberrecht selbst eine Frist: 70 Jahre nach dem Tode des Urhebers wird ein Werk für gemeinfrei erklärt. Bislang erlaubt jedoch kein einziges DRM-System eine solche Freigabe. Der Kunde wird auf diese Weise schnell zum Kriminellen und kann sich kaum dagegen wehren. Wenn jedoch zukünftig nur die Rechteinhaber die Nutzungsrechte definieren dürfen, stellt dies eine Privatisierung des Urheberrechts dar.

 

Wer entscheidet über Weitergabe der Daten?

Des Weiteren wird der Schutz der Privatsphäre missachtet. Dieses ist im Grundgesetz verankert. Demnach hat der Nutzer selbst zwar keine Herrschaft über seine Daten, darf allerdings darüber entscheiden welche seiner persönlichen Daten preisgegeben werden sollen. Dem entgegen stehen die digitalen Rechtesystemen. Hier entscheidet nämlich der Urheber und nicht der Nutzer selbst, welche Informationen weitergegeben werden.

Persönliche Daten und Online-Aktivitäten der Nutzer werden gesammelt und gespeichert. Wenn Schlüssel und eindeutige Geräte-IDs zentral verwaltet werden, lassen sich auf diese Weise Benutzerprofile erstellen. Der Kunde hat oftmals keine andere Wahl und muss sofern er das Produkt erwerben will, seine Einwilligung dazu geben.

 

Was passiert bei Datenverlust?

Daneben gibt es weitere Kritikpunkte an DRM-Systeme. So hat man bei Datenverlust keinen Anspruch auf Reklamation. Nicht zuletzt wird die Ausleihe in Bibliotheken erschwert bzw. unmöglich gemacht. Ungeklärt bleibt auch oft die Frage was passiert, wenn der Hersteller in Konkurs geht und seine Freischaltserver dann fehlen. Folgt kein Rechteinhaber, so kann bereits bezahlter Content nicht mehr genutzt werden.

 

Da DRM-Systeme von den Medienkonzernen selbst entwickelt werden, steht nicht selten die Intention dahinter eine Monopolstellung aufzubauen, um die Konkurrenz so gut es geht vom Markt zu drängen. Dafür werden oft Produkte angeboten die geräteabhängig sind. Da dem Endabnehmer so keine Wahlmöglichkeit mehr bleibt, ist er ungewollt an ein bestimmtes System gebunden.

 

Was heißt das nun für die Zukunft?

DRM-Systeme bieten zahlreiche neue Geschäftsmodelle. Anzahl, Nutzungsdauer, Kopieren, Verleihen und Weiterverkaufen von digitalen Gütern kann nun unterbunden und deren Ermöglichung einzeln verkauft werden.

Aus rechtlicher Sicht ist das Urheberrecht von großem Interesse. Es stellt sich die Frage inwiefern digitale Rechtesysteme das Urheberrecht unterstützen oder es womöglich ersetzen werden.

Ein DRM-Konzept, das auf die lückenlose Registrierung des Nutzerverhaltens abzielt, stößt dagegen an rechtliche Grenzen. Soweit nicht für Abrechnungszwecke benötigt müssen erhobene Verkehrs- oder Nutzungsdaten unmittelbar nach dem Ende gelöscht oder anonymisiert werden. Datenverarbeitungssysteme sollen außerdem so wenige Daten wie möglich erheben und nutzen.

DRM-Systeme müssen außerdem nutzerfreundlicher werden. Nur dann werden sie sich in Zukunft auch bewähren können. Solange das nicht gegeben ist, wird es immer wieder Versuche geben DRM zu umgehen.

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news-1927 Fri, 09 Apr 2010 17:49:00 +0200 E-Book ohne sieben Spiegel https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1927/ Ein kleiner Blick in die aktuelle Entwicklung des eBooks mit einer Prognose. Was sagen Nutzer und Entwickler? Was dürfen wir erwarten, was bietet es uns?

 

Ja wo lesen sie denn?

Schon seit einiger Zeit ist das eBook für den Hersteller kein neues Thema mehr. Die Technologie ist vorhanden und wird weiter entwickelt; seit Jahren tobt die Diskussion über Umsetzungen, Möglichkeiten und Probleme.

In Großbritannien ist die Wirkungsweise des ePapers bereits erprobt, wenn auch in einem etwas größeren Format: Werbeträger sind es hier, die den Vorteil des stromsparenden Verfahrens nutzen. Pigmentierte Kügelchen, mit einer zähflüssigen Masse gefüllt, werden durch elektrische Reize ausgerichtet, wodurch entweder die schwarzen Pigmente zur Bildoberfläche bewegt oder zum Hintergrund zurück gezogen werden. Auch ähnliche Technologien werden bereits genutzt. Warum also hat sich das eBook bisher nicht durchgesetzt?

 

Experten antworten

Eine Theorie dazu hat Miriam Hofheinz. Die Produktmanagerin für Downloads bei Libri sieht nicht nur die Vorteile des neuen eReaders, sondern weiß auch, warum vielleicht jetzt endlich der Durchbruch gelingen könnte. Denn so technikvernarrt unsere Gesellschaft seit einiger Zeit auch erscheint, es bedurfte der letzten zehn Jahre, damit der Mensch sich mit dem Gedanken des eBooks anfreunden konnte. Jetzt sei er bereit, das traditionelle Buch Stück für Stück durch das elektronische zu ersetzen.

Auch Design, Preis und Handhabbarkeit haben sich weiterentwickelt. So kommt der Sony-Reader beispielsweise leichter und eleganter daher als frühere Modelle.

Um das bereits vorhandene Potenzial an Büchern überhaupt nutzen zu können, sind medienneutrale Datenhaltung und XML von großer Bedeutung. Gerade in wissenschaftlichen Verlagen oder im Fachbuchbereich wird diese Methode bereits seit einiger Zeit angewandt. Viele andere Verlage müssen sich jedoch erst darauf einstellen.

Glaubt man Andreas-Martin Selignow von der HTWK Leipzig, so werden kommende Studenten der Verlagsherstellung auf dieses Thema bestens vorbereitet. Er selbst nutzt das eBook intensiv, sowohl privat als auch beruflich. Gerade in diesem Bereich aber sei es wichtig, dass der Reader auch komplizierter strukturierte Texte erfassen und wiedergeben kann, beispielsweise Fußnoten. Vergleicht man hierzu den Sony-Reader mit dem Amazon Kindle schneidet Sony deutlich besser ab. Viele Formate werden hier sofort angenommen, der Kindle jedoch wartet mit einer proprietären Dateihaltung auf.

Letztendlich scheint das eBook jetzt eine Entwicklungsstufe erreicht zu haben, die es marktfähig macht. Günstiger, leichter, schöner, unkomplizierter. Um es weiterhin vom tatsächlichen Buch bzw. Bücherregal abzuheben braucht es ein Inhaltsverzeichnis, muss es durchsuchbar sein und die Textstruktur intelligent anpassen, so Miriam Hofheinz.

Die Ideen zur Umsetzung von Inhalten in eBooks gehen noch viel weiter; »Sounds entsprechend der Story« ist nur eine von vielen. Was der Leser letztendlich annimmt, liegt jedoch bei ihm. Wir dürfen gespannt bleiben.

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news-1926 Fri, 02 Apr 2010 17:48:00 +0200 Elektronischer Lesestoff und was man daraus machen kann https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1926/ Eine neue Generation eBooks entsteht

Neben dem viel diskutierten Thema der elektronischen Lesegeräte ist nun auch beim eBook an sich eine Weiterentwicklung zu beobachten. Der immer wieder von Konsumenten nachgefragte Mehrwert elektronischer Texte im Vergleich zu seinem gedruckten Pendant konnte bisher nur anhand der Vorteile der Lesegeräte, wie beispielsweise hohe Speicherkapazitäten oder integriertem Buchladen, erklärt werden. Einen direkten Vorteil von Lesekomfort oder erweitertem Inhaltsspektrum z.B. über Links o.ä. konnten elektronische Inhalte noch nicht oder nur sehr spärlich aufweisen.

 

Präsentation erster Ideen

Spätestens zur Frankfurter Buchmesse 2010 bekam das Thema eBook nun aber neuen Schwung. Hatte man in Leipzig im Frühjahr noch das Gefühl, die Branche würde das Thema lieber nicht laut aussprechen, so konnte man in Frankfurt die ersten Ideen einzelner Verlage in Bezug auf weiterentwickelte, nicht rein textbasierte eBooks in Augenschein nehmen. Forschung trotz geringen Ertrags. Der Absatz von eBooks ist noch mager. Im Jahr 2010 wird laut PricewaterhouseCoopers gerade einmal 0,4 Prozent des Umsatzes mit eBooks verdient. Und trotzdem oder gerade deswegen wird weiter am elektronischen Buch gefeilt. Mit »Digitalbuch Plus« demonstriert Rowohlt nun eine neue Art Texte zu konsumieren. Unter dem Titel »enriched E-Books«, also dem erweiterten eBook, ist es möglich zum textlichen Inhalt auch »bewegte Bilder, Tondokumente, Animationen und Interviews … sowie eine Interaktionsmöglichkeit zwischen der Leserschaft und dem Autor [zu] ermöglichen«.

 

Ernstzunehmendes Format oder Spielwiese?

So ist es zum Beispiel möglich in Johannes Wickerts Buch über Albert Einstein zum »Thema Relativitätstheorie, zur Stellung und Bedrohung der Juden, zur Entwicklung der Atombombe sowie zur Weltpolitik« Tonaufnahmen vom Physiker selbst abzuspielen. Bei Sascha Lobos Buch »Strohfeuer« kann der Leser sogar via Buchfrage-Widget in Kontakt mit dem Autor treten. Das Feld des Experimentierens ist groß und lässt viele neue Interaktionsmöglichkeiten zwischen Leser und Autor oder Verlag zu. 

 

Eine Frage der Hardware

Rowohlt steht bei der Entwicklung des »Buches der Zukunft« jedoch nicht alleine da. Auch Bastei Lübbe hat mit dem »enhanced«, also erweiterten, eBook ein ähnliches Produkt auf den Markt geworfen. In Ken Follets »Sturz der Titanen« ist es möglich »Zusatzinformationen zu den darin vorkommenden historischen Persönlichkeiten, Orten und Ereignissen« zu bekommen. Stammbäume und Karten veranschaulichen darüber hinaus die Geschichte und Ken Follett berichtet in Videointerviews über seinen persönlichen Bezug zum Roman«. Eines jedoch haben alle neuen eBooks gemeinsam: sie sind nicht für dedizierte Lesegeräte gemacht, sondern für das iPad. 

 

Die Zukunft des Lesens: wie immer offen

Es bleibt also abzuwarten, wie und worauf sich die zukünftigen eBook-Formate lesen lassen. Der Startschuss ist gefallen und Rowohlt hat mit seinem sehr unterschiedlichen Angebot an Funktionen für sein neues Format einen interessanten ersten Anfang gewagt.  

 

Quellen:

www.rowohlt.de/digitalbuchplus-de 

www.luebbe.de/Buecher/Historisches/Details/Id/978-3-8387-0328-2

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verlagsherstellung > produktion
news-1924 Fri, 19 Mar 2010 17:44:00 +0100 Praktische Aspekte der E-Book Produktion https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1924/ Nach der Buchmesse in Frankfurt 2008 beschäftigt sich die Branche noch intensiver mit den Risiken und Möglichkeiten des neuen Mediums eBook. Diese werden sowohl von Programm- und Vertriebsseite als auch von Seiten der Produktion abgewogen. Dieser Artikel beschäftigt sich in erster Linie mit den praktischen Aspekten der eBook-Produktion und reißt die theoretischen Aspekte nur an.

 

Welche eBook-Formate sollen produziert werden?

Grundsätzlich gibt es verschiedene Ansätze, sich dem Thema eBook zu nähern. Als technischer Dienstleister werden wir oft gefragt: Müssen wir MOBIPOCKET, EPUB oder PDF bereitstellen?

Wer diese Frage beantworten will, sollte alles Technische erstmal ausblenden und sich fragen: welchen Kunden will ich erreichen, wo wird dieser meine Bücher lesen und welche Lesegeräte wird er benutzen?

Nicht umsonst stelle ich diese Fragen in der Zukunftsform. Denn wer diese Fragen mit dem jetzigen Wissen um seine Zielgruppen beantwortet, greift sehr wahrscheinlich zu kurz.

Bei der Annahme, dass mein Kunde die Inhalte in der Regel am Schreibtisch liest und dort einen PC mit großem Farbdisplay stehen hat, kann ich diesem Kunden sehr wahrscheinlich ein PDF anbieten. Das Erstellen entsprechender PDFs aus den Druckdaten ist in der Regel relativ unaufregend und wird von vielen Verlagen auch selbstverständlich praktiziert.

Schwieriger wird die Frage zu beantworten sein, wenn festgestellt wird, dass für Kunden und Inhalte in Zukunft mobile Lesegeräte interessant sein werden. Dann ist es sicher sinnvoll, reflowable eBook-Formate zur Verfügung zu stellen. »Reflowable« nennt man diese Formate, weil sie keinen festen Zeilenumbruch besitzen. Dieser passt sich dem Display (oder der Fenstergröße am PC) und der gewählten Schriftgröße an. Es gibt also keine Seiten und demzufolge auch keine Seitengestaltung mehr. Ein eBook ist hier also nicht mehr die digitale Kopie eines gedruckten Buches, sondern ein neues Medium mit buchtypischen Eigenschaften. Spannend ist die Frage, wie weit es sich vom Buch entfernt und die Vorteile seines Mediums wirklich nutzen wird.

 

Reflowable eBooks

Es gibt im Moment zwei konkurrierende Formate für reflowable eBooks: MOBIPOCKET und EPUB.

 

MOBIPOCKET

MOBIPOCKET ist ein proprietäres Format der Firma MOBIPOCKET S.A. aus Frankreich, einer Amazon-Tochter. Das Format kann relativ einfach aus verschiedenen Inputdaten (PDF, doc, HTML etc.) mit Hilfe des Programms MOBIPOCKET Creator erstellt werden. Die Qualität des eBooks ist hier aber stark von den Input-Daten abhängig. Mit verschiedenen PDF-Daten, sowie auch stärker strukturierten Word-Daten habe ich hier eher schlechte Erfahrungen gemacht. Am besten sind die Ergebnisse, wenn der Input HTML ist. Da XHTML auch die meistverwandte DTD für die Inhalte bei der Erstellung von EPUB ist, ist eine parallele Erstellung beider Formate ein naheliegender Gedanke. Ein echter Nachteil beim MOBIPOCKET-Format ist, dass die Möglichkeiten in die Darstellung der Inhalte einzugreifen relativ begrenzt sind. Der Creator ist eine Blackbox. Ein echter Vorteil ist, dass der MOBIPOCKET Reader auf vielen verschiedenen Plattformen läuft. Für den Produzenten kann dies natürlich auch ein Nachteil sein, da es nicht sicher ist, wie der Inhalt auf unterschiedlichen Endgeräten dargestellt wird, weshalb dies auf verschiedenen Geräten getestet werden sollte.

 

IDPF EPUB

Das Format EPUB ist ein offener Standard, der im International Digital Publication Forum (IDPF) entwickelt wird. Hier sind verschiedene Verlage, aber auch technische Dienstleister, sowie Softwareanbieter vertreten. Ein bedeutendes Mitglied, das stark an und mit diesem Standard arbeitet, ist Adobe.

Die EPUB-Datei, die Sie als eBook auf Ihrem PC oder Lesegerät laden, ist nichts anderes als ein ZIP-File. Dieser enthält die Buchinhalte in XML. Hier gibt es zwei zugelassene DTDs: XHTML und DT-Book. Im Moment werden die meisten EPUBs mit XHTML erstellt. Zum XHTML gesellt sich eine andere Technologie, die Sie aus der Web-Welt kennen: CSS. Hiermit erlaubt dieser Standard Ihre Inhalte zu gestalten. Oft wird von Verlagen verlangt, dass sich die Gestaltung an dem Print-Buch orientieren soll. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Verlage, die über eine einheitliche Verlagsgestaltung für Ihre eBibliothek nachdenken.

Weiterhin befinden sich neben den XHTML- (oder DT-Book-) und der CSS-Datei die Abbildungen als JPEG, GIF, PNG oder SVG in dem EPUB-Container, sowie Steuerfiles wie der OPF-File oder der NCX-File.

Adobe unterstützt die Erstellung von EPUBs mit seiner Layout- und Satzsoftware InDesign. Bei einem gut ausgezeichneten InDesign-Dokument sind die Ergebnisse gut. Allerdings oft auch nicht ganz fehlerfrei. Häufig muss hier noch einmal in die Daten eingegriffen werden.

Gerade bei älterem, nicht zwingend konsistent ausgezeichnetem Datenbestand ist es oft sinnvoll, statt den direkten EPUB-Export zu wählen, nach XHTML zu exportieren oder den IDML-Export in CS4 zu nutzen und die Daten dann weiterzuverarbeiten.

Bei der Erstellung von EPUB aus QuarkXpress gehen wir in der Regel den Weg, dass wir die Quark-Daten zunächst in InDesign öffnen, diese hier überprüfen und dann wie oben beschrieben weiter arbeiten. Im Moment müssen viele EPUBs aus PDF-Daten erstellt werden. Die Schwierigkeit ist hier, dass aus physischen Formatierungen logische Strukturen für XHTML gemacht werden müssen. Ein Weg ist hier natürlich die HTML-Export-Funktion. Die Interpretation der Inhalte ist hier leider nicht immer fehlerfrei. Der HTML-Code muss aber auch gesäubert werden, damit es nach der XHTML-DTD valide ist.

In der Produktion von le-tex wird in der Regel PDF2-Text eingesetzt, wobei auch hier Textinformationen ausgewertet und interpretiert werden. Da wir hier das Ergebnis aus der Konvertierung leichter beeinflussen können, als aus dem Acrobat-Export, ist hier eine automatische Weiterverarbeitung leichter gegeben.

Aus Word-Daten gehen wir den Weg über das Format docx aus der Word-Version 2007. Die Word-Daten sollten standardisiert ausgezeichnet sein. In der Praxis ist das natürlich oft nicht gegeben. Hier arbeiten wir aktuell an Heuristiken, die auch weniger gut ausgezeichnete Word-Daten entsprechend interpretieren.

Zusätzlich zu den Standards, welche unter www.idpf.org einzusehen sind, gibt es verschiedene Einschränkungen bei der Erstellung von EPUBs, die in der Regel von der Lesesoftware oder den Endgeräten abhängig sind.

Die im Moment wohl am weitesten verbreitete Software ist die Digital Edition von Adobe. Diese wird u.a. auch von den Sony-Lesegeräten eingesetzt. Adobe hat Hinweise zum Erstellen von EPUB-Daten für seine Lesesoftware in einem Best Practice Dokument zusammengefasst. Ein sehr nützliches Tool ist auch der EPUB-Checker, der frei von Google zur Verfügung gestellt wird. Dieser validiert den EPUB-File auf die Einhaltung der Regeln des IDPF.

Hinsichtlich der Gestaltung gibt es natürlich Einschränkungen. Sie beziehen sich zum einen auf die Lesegeräte. Diese können Inhalte oft nicht farbig darstellen oder haben nur sehr kleine Displays oder ähnliche Einschränkungen, die bei der Produktion berücksichtigt werden müssen. Die Gestaltung wird wie schon beschrieben durch CSS erreicht. Dies wird von unterschiedlicher Readersoftware leider unterschiedlich interpretiert.

Bei der Produktion für das Web sollte man Browsertests machen, bei der Produktion für das EPUB sind Software- und Readertests unerlässlich. Grundsätzlich muss man wie bei der Gestaltung eines PDFs oder gedruckten Buches über die Gestaltung einzelner Elemente des Buches im EPUB unter Berücksichtigung der Lesegeräte nachdenken. Hintergrundabbildungen sind oft nicht hilfreich und erschweren nur die Lesbarkeit. Elemente in den Marginalspalten sollten auf Ihre Notwendigkeit geprüft werden und wenn notwendig umflossen dargestellt werden. Bei umfangreichen Tabellen ist es oft sinnvoll darüber nachzudenken, wie diese geteilt werden können. Verzeichnisse sind oft nur sinnvoll, wenn diese im Dokument verlinkt sind. Diese Liste ließe sich noch viel weiter fortführen. Ein guter eBook-Auftrag sollte nicht weniger umfangreich und gut ausgearbeitet sein, als ein Satzauftrag. Nur dann kann man sicher gehen, dass die Qualität der Produktion auch den Erwartungen der Auftraggeber entspricht.

 

Workflow-Einbindung der eBook-Produktion

Im Moment werden viele eBooks nachträglich aus Satz- oder PDF-Daten erstellt. Bei einer Neuproduktion sollte aber von Anfang an das eBook selbstverständlich mit dem Print-PDF mitgedacht werden. Das heißt, die Daten sollten logisch gut ausgezeichnet sein. Anker für die Abbildungen sollten in den Daten vorhanden sein, Index-Einträge in den Textdaten kodiert usw. Die physische Darstellung der Elemente sollte von Anfang an für alle Ausgabemedien definiert sein.

Dann ist der Weg zu strukturierten Daten in einem XML-Format und damit auch in XHTML nur noch recht kurz. Bei der Erstellung entsprechender Workflows sollte die Produktion unterschiedlicher Ausgabemedien kaum teurer sein als der Satz für das Printprodukt. Und bei einer strukturierten Datenhaltung haben Sie Ihre Inhalte auch schon für zukünftige Formatrevolutionen gesichert.

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verlagsherstellung > produktion
news-1922 Fri, 05 Mar 2010 17:36:00 +0100 Sind die Menschen bereit für eBooks? - Eine Umfrage zur Akzeptanz und Nutzung von eBooks Einleitung https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1922/ Kaum einer weiß, dass das Thema eBooks und eReader bereits seit über 20 Jahren aktuell und hochbrisant ist. Denn seit dieser Zeit wird an der Digitalisierung von Buchinhalten und der Entwicklung von speziellen Lesegeräten gefeilt. Warum das kaum einer weiß? Weil diese zumeist technisch nicht ausgereiften Versuche kaum einen Einfluss auf den Buchmarkt und unser Leseverhalten hatten. Doch in den letzten drei Jahren wurde durch die Einführung des elektronischen Lesegeräts »Kindle« von Amazon und der von Google eingeführten Volltextsuche »Search Inside the Book« die Diskussion um das Thema Digitialisierung erst so richtig entfacht. Und spätestens seit der Einführung der dritten Generation von eReadern auf dem Markt muss sich nicht nur mehr die Buchindustrie, sondern auch zunehmend der Endnutzer intensiver mit dem Thema digitalisierter Bücher und neuartiger Lesegeräte auseinandersetzen.

Um herauszufinden, ob die Menschen überhaupt schon bereit sind für diesen neuen Trend am Buchmarkt, haben wir eine Online-Umfrage zum Thema »Akzeptanz und Nutzung von eBooks« durchgeführt. Damit sollte beispielsweise herausgefunden werden, wieviele Menschen bereits von eBooks gehört haben, für welche Genres sie sich elektronische Bücher vorstellen könnten oder welchen Preis die Menschen bereit wären, für ein Lesegerät zu zahlen.Auf den folgenden Seiten soll anhand der ausgewerteten Umfrageergebnisse die Frage geklärt werden: »Sind die Menschen bereit für eBooks?«.

 

Teilnehmercharakterisik

Das Alter der 303 Umfrageteilnehmer reicht von 15 bis 74 Jahren. Der Altersdurchschnitt liegt bei 30 Jahren. 61 % weibliche Teilnehmer und 39 % männliche Teilnehmer wurden gezählt. Da die Umfrage hauptsächlich Studenten, Dozenten und Mitarbeiter der HTWK erreicht hat, entsprechen die Ergebnisse nicht einem Querschnitt durch Alter, Geschlecht und Berufung der deutschen Bevölkerung. Zu einem über 56 %igen Anteil haben Studenten die Umfrage ausgefüllt, 32 % Berufstätige und jeweils unter 5 % Schüler, Auszubildende, Praktikanten, Rentner und Arbeitssuchende. Einen engen beruflichen Kontakt zur Medienbranche hatten dabei 39 %. Ob ein Umfrageteilnehmer beruflich mit der Medienbranche verbunden ist, hat sich letztendlich aber als eher unerheblich für die Beantwortung der Fragen herausgestellt.

 

Haben Sie schon einmal von eBooks gehört?

Wie schon die erste Frage zeigt, ist das eBook längst kein unbekannter Begriff mehr: 93 % der Befragten haben bereits von elektronischen Büchern gehört. Besonders in der mittleren Altersgruppe (20 - 40jährige) scheint der Begriff geläufig zu sein. Bei der Altersgruppe der über 60 Jährigen kennen nur zwei von fünf Personen eBooks und auch bei den bis 20jährigen ist für 25 % der Begriff neu. 

 

Haben Sie bereits ein eBook gekauft? Wenn ja, auf welchem Medium haben Sie es gelesen?

Während also immerhin 93 % der Befragten mit dem Begriff des eBooks etwas anfangen kann, haben nur acht % auch schon einmal ein eBook gekauft. Dazu zählen sich Studenten, Berufstätige, Schüler und Auszubildende. Gelesen wurden diese eBooks hauptsächlich auf dem Computer, aber auch auf eReadern. Seltener wurde ein Handy zum Lesen benutzt.

 

Könnten Sie sich vorstellen, ein eBook zu lesen?

Unabhängig davon, ob sie schon mal von eBooks gehört haben, können sich fast 60 % der Befragten vorstellen, ein eBook zu lesen. 19 % jedoch nicht und 22 % sind sich nicht sicher. Die Arbeitssuchenden können sich zu 75 % nicht vorstellen, ein eBook zu lesen.  Aufgeschlossener sind dagegen Rentner, Schüler und Studenten. Skeptischer sind wiederum Auszubildende und Berufstätige (je ca. 50 %). 

 

Wenn Sie ein eBook lesen würden, welche Genres kämen dafür für Sie in Frage?

Auf die Frage hin, für welche Genres man sich ein eBook vorstellen könnte, sticht das Fachbuch/ die Wissenschaftsliteratur mit 20 % hervor, was der momentanen eBook-Produktion entspricht. Hier besteht bisher die größte Nachfrage auf dem Markt.An zweiter Stelle stehen Lexika mit 15 %, dicht gefolgt von Belletristik, Reiseführern, Ratgebern/ Kochbüchern, Schulbüchern/ Sachbüchern und Lernhilfen (10 - 14 %). Lediglich Lyrik und Kinder- und Jugendbücher können sich die Befragten wenig in Form von eBooks vorstellen. Besonders bei Kinderbüchern sind die Gründe naheliegend; Kinderbücher leben von ihrer besonderen Ausstattung und Materialauswahl, die ein interaktives Erlebnis für Kinder garantieren.Positiv zu bemerken ist außerdem, dass sich nur 1 % der Befragten das eBook für keines dieser Genres vorstellen kann.

 

Was sind für Sie die Kernvorteile von eBooks?

Auf die Frage, welche Kernvorteile die Teilnehmer von eBooks sehen, gab es 492 Antworten, da eine Mehrfachankreuzung möglich war. Mit jeweils 28 % wurden sowohl die zeitlich flexible Verfügbarkeit von eBooks, was eine Unabhängigkeit von Buchläden und Bibliotheks-Öffnungszeiten bedeutet, als auch die Möglichkeit der Kopierbarkeit von Texten und Textpassagen angekreuzt. Die mit 44 % am häufigsten ausgewählte Antwortmöglichkeit ist die Suchmöglichkeit in Inhalten, was ein schnelles Auffinden bestimmter Textpassagen zum Vorteil hat.

 

Was sind für Sie die Kernnachteile von eBooks?

Als die Kernnachteile von eBooks haben 40 % die schlechtere Lesbarkeit von Texten am Bildschirm ausgewählt, 33 % eine geringere Mobilität, was so viel heißt, dass man an einen Computer oder ein Lesegerät gebunden ist, und 27 % das begrenzte Titelangebot. Dabei wurden insgesamt 480 Antworten angegeben.

 

Überwiegen für Sie persönlich die Stärken oder Schwächen des eBooks?

Bei der Frage, ob persönlich die Stärken oder eher die Schwächen des eBooks überwiegen, konnte der Teilnehmer sein Kreuz in einer Skala von Null bis Neun setzen, wobei Null die Stärken und Neun die Schwächen darstellen. Der Durchschnittswert von allen 303 Befragten liegt fast in der Mitte bei 5.05, jedoch mit leichter Tendenz zu den Schwächen. Somit lässt sich zunächst schlussfolgern, dass die 303 Befragten keine eindeutige Aussage vermittelt haben, ob sie ein eBook prinzipiell ablehnen würden oder sich vorstellen könnten, selber eines zu lesen. Wenn man jedoch die Zahlen im Einzelnen betrachtet, fällt auf, dass der Mittelbereich, also die Fünf, an sich eher seltener angekreuzt wurde (insgesamt 25 Mal / 8 %). Die Zahlen Zwei, Sechs und Sieben wurden bevorzugt angegeben. Es lässt sich somit sagen, dass es allgemein zu einer Spaltung der Meinungen bei den Teilnehmern gekommen ist. Bei der einen Gruppe überwiegen die Stärken und bei der anderen die Schwächen. Die Null wurde nur mit 2 % gewählt, die Neun immerhin mit 8 %.

 

Könnten Sie sich vorstellen ein Lesegerät (eReader) zu benutzen?

Bevor die Fragen zum Thema Lesegeräte beantwortet werden sollten, wurde den Umfrageteilnehmern zunächst ein erklärender Text und einige Bilder angezeigt, die das Thema eReader näher erläutern sollten. Damit sich auch diejenigen Teilnehmer, die nicht über das notwendige Hintergrundwissen über Lesegeräte verfügten, einen ersten groben Überblick über die Vor- und Nachteile solcher Geräte machen konnten.Nach dem Lesen dieses Textes sollte die Frage beantwortet werden, ob man ein Lesegerät (eReader) benutzen würde. Die Frage wurde dabei absichtlich so formuliert, dass »benutzen« nicht gleich »kaufen« bedeutete. Mit dieser Frage sollte zunächst nur herausgefunden werden, wer prinzipiell bereit wäre, einen eReader zu nutzen – ohne ihn auch gleich kaufen zu müssen. 

Mit insgesamt 58% stand die Mehrheit der Teilnehmer der Nutzung von Lesegeräten eher positiv gegenüber. Dementgegen brachten nur 31% der Teilnehmer den eReadern eine eher ablehnende Haltung entgegen. Auffällig ist auch, dass die männlichen Befragten dabei viel offener mit dem Thema umgingen als die weiblichen Befragten – bei Frauen ist die Skepsis gegenüber Lesegeräten wesentlich höher gewesen als bei Männern.

 

Falls sie zögern, ein Lesegerät zu benutzen – warum?

Als Gründe für eine eher zweifelnde Haltung gegenüber Lesegeräten waren mit jeweils 40% die meistgenannten der hohe Preis und das schlechtere Lesegefühl im Vergleich zum gedruckten Buch. Mit 19% war ein nicht zu vernachlässigender Grund die mangelnde Robustheit von Lesegeräten und die damit verbundene Angst, das Gerät könne schnell kaputt gehen. Kaum relevant war den zweifelnden Teilnehmern hingegen eine eventuell zu komplizierte Bedienung.

 

Würden Sie den Kauf eines Lesegerätes (eReader) in Betracht ziehen?

Bei der Frage, ob man sich vorstellen könne, ein Lesegerät nicht nur zu benutzen, sondern auch zu kaufen, stieg die Anzahl der Zweifler schon deutlich an. Waren bei der »Nutzungs-Frage« noch 58% der Teilnehmer positiv gestimmt, sind es bei dieser Frage nunmehr nur noch 38%. Dementgegen brachten schon 51% der Teilnehmer dem Kauf eines eReaders eine ablehnende Haltung entgegen.

Es lässt sich also sagen, dass es potenziell recht viele Menschen gibt, die solch ein Gerät nutzen würden, wenn man es nicht gleichzeitig auch kaufen müsste. Der Preisaspekt und andere eventuell auftretenden Nachteile lässt also viele noch davor zurückschrecken, ein Lesegerät auch wirklich zu kaufen. Dementsprechend ließe sich vielleicht darüber nachdenken, ob sich für eReader auch eine Art kostengünstiger »Verleih« anbieten würde.

 

Welchen Preis wären Sie bereit für einen solchen eReader zu bezahlen?

Diese Tendenz der eher ablehnenden Haltung der Teilnehmer gegenüber dem Kauf eines Lesegerätes lässt sich auch in der Frage nach dem Preis erkennen, den ein solches Lesegerät haben müsste, damit man es kaufen würde. Denn immerhin 28% lehnen es komplett ab, einen eReader zu kaufen, egal wie teuer er wäre. Die Mehrheit von 64% jedoch würde einen Preis von 0 bis 100 Euro durchaus für akzeptabel halten und immerhin 10% wären bereit, für ein Lesegerät 100 bis 200 Euro auszugeben. Auffällig ist auch, dass nur 2% der Teilnehmer den momentan am Markt für ein Lesegerät üblichen Preis von 200 bis 300 Euro zahlen würden. Diese Tatsache unterstützt die Vermutung, dass sich die eReader erst in ein oder zwei Jahren komplett etablieren werden, wenn die Technologie ausgereifter und vor allem der Preis um einiges günstiger geworden ist.

Welchen Preis wären Sie prinzipell bereit für ein eBook zu zahlen? Und welchen Preis wären Sie bereit für ein eBook zu zahlen, wenn es vor der Erscheinung des Buches erhältlich wäre?

Eine recht klares Ergebnis liefert auch die Beantwortung der Fragen, wie teuer ein eBook im Vergleich zu einem gedruckten Buch prinzipiell sein sollte und wie teuer ein eBook sein dürfte, wenn es vor dem gedruckten Buch erhältlich wäre. Während bei der ersten Frage die meisten Umfrageteilnehmer der Meinung waren, dass ein eBook etwas günstiger (20%), um einiges günstiger (38%) oder sogar wesentlich günstiger (23%) als ein gedrucktes Werk sein sollte, waren sie bei dem Preis für ein eBook, welches eher erhältlich wäre als seine Printausgabe, schon wesentlich ausgabebereiter. Für solche eBooks würde die Mehrheit einen etwas günstigeren Preis (24%) oder sogar den gleichen Preis (34%) wie für sein gedrucktes Gegenstück akzeptieren.

 

Wieviele Bücher lesen Sie etwa in einem Jahr? Wieviele gedruckte Bücher kaufen Sie in einem Jahr?

Mit den folgenden zwei Fragen wollten wir mehr über das Leseverhalten unserer Teilnehmer und deren Kaufverhalten von Büchern herausfinden. Laut einer Studie von Kirchner und Robrecht kann in vier verschiedene Lesetypen unterschieden werden. Die Nichtleser lesen keine Bücher. Die Wenigleser konsumieren bis zu neun Bücher in einem Jahr. Es schließt sich die Gruppe der Durchschnittsleser an, die 10 - 18 Bücher lesen. Wer mehr als 18 Bücher pro Jahr liest, wird in die Gruppe der Vielleser eingeordnet.Jede Gruppe kann nochmals vertikal in verschiedene Kaufgewohnheiten des Lesers unterteilt werden. Man unterteilt in Nichtkäufer, in Wenigkäufer, welche ein bis sieben Bücher im Jahr erwerben, in Durchschnittskäufer, welche 8 - 14 Bücher kaufen, und in Vielkäufer, die mehr als 15 Bücher jährlich kaufen.

Von den 303 Personen, welche an unserer Umfrage teilgenommen haben, beschreiben sich fünf Personen – also ungefähr 2 % – als Nichtleser. Vier von ihnen kaufen keine Bücher, sind also buchresistent. Eine Person kauft ein bis sieben Bücher und ist somit ein buchkaufender Nichtleser. Die sehr geringe Anzahl der Nichtleser ist damit zu begründen, dass die Umfrage hauptsächlich jungen Menschen zugänglich war, die durch Schule, Ausbildung oder Studium zum Lesen angehalten sind.

47% der Befragten – also 142 Personen – geben an, ein bis neun Bücher zu lesen, sie sind somit Wenigleser. Davon kaufen zehn Personen keine, 114 Personen ein bis sieben, 17 Personen 8 - 14 und eine Person mehr als 15 Bücher. Insgesamt sieht man bei dieser Gruppe wenig Potential für den Kauf eines neuartigen Lesegerätes (eReader).81 Personen, also 27 % gaben an, 10 - 18 Bücher zu konsumieren. Bei ihnen handelt es sich somit um Durchschnittsleser. Davon lassen sich 36 als Wenigkäufer und 42 als Durchschnittskäufer einstufen. Man geht davon aus, dass bei dieser Personengruppe ein hohes Potential für den Kauf eines eReaders besteht. Das liegt daran, dass sie entweder sehr viele Bücher aus Bibliotheken leihen oder Bücher als eines von anderen Medien nutzen. Aus diesem Grund ist es ihnen nicht wichtig, ihre Bücher physisch im Regal stehen zu haben.

Zwei der Durchschnittsleser geben an, mehr als 15 Bücher zu kaufen. Diesen Menschen ist oft die physische Präsenz ihrer Bücher im Regal wichtig, etwa um sie Besuchern zu zeigen oder, weil sie sie als Teil ihrer Einrichtung sehen. Diese Menschen kommen somit weniger für den eReader-Kauf in Frage.

75 unserer Teilnehmer lesen so viele Bücher, dass die als Vielleser bezeichnet werden können. Keine Person dieser Gruppe gab an, keine Bücher zu kaufen. Alle anderen Buchkauftypen der Gruppe haben großes Potential für den eReader-Kauf.

Überträgt man somit die Erkenntnisse der Kirchner und Robrecht-Studie, so gäbe es bei unserer Umfrage von 303 Befragten 154 Personen, die dem Kauf eines Readers nicht abgeneigt scheinen. Das entspricht etwa der Hälfte.

Bei Frage elf hatten 58 % angegeben, der Benutzung eines Readers positiv gegenüber zu stehen – immerhin 38 % können sich auch vorstellen, einen Reader zu kaufen oder eventuell einen zu kaufen.

Es ist weiterhin zu beachten, dass Personen, die nicht über ihr Lese- oder Buchkaufverhalten an eReader herangeführt werden, über ihre Technikbegeisterung das Bedürfnis verspüren, einen eReader kaufen zu wollen.

Im Vergleich zu unserer Umfrage fallen bei Kirchner und Robrecht insgesamt 53 % unter das Marktpotentials des eReaders, was die Gültigkeit der Umfrage beweist.

 

Lesen Sie lieber am Bildschirm oder in einem gedruckten Buch?

Frage 17 soll nun zeigen, inwieweit die Empfindung des angenehmen Lesens noch an das traditionelle Medium Buch gekoppelt ist. 81 % der Befragten lesen am liebsten im gedruckten. 16 % mögen sowohl das Lesen im Buch und am Bildschirm. Verschwindende zwei % lesen am liebsten am Bildschirm.Von den Teilnehmern, die den Bildschirm zum Lesen bevorzugen, gaben ein Drittel an, keine Bücher zu lesen. Die restlichen zwei Drittel fallen in die Kategorie der Wenigleser.

Das Ergebnis zeigt, dass besonders für das Lesen großer Textmengen noch immer das Buch als Medium bevorzugt wird, obwohl immer mehr Menschen Computer und Mobiltelefon täglich nutzen. Die aktive Beleuchtung von Computer- und Handybildschirm lässt das Auge schnell ermüden, woran auch häufiger Gebrauch der Medien nichts ändert. Aus diesem Grund ist die Weiterentwicklung der eInk-Technologie zukunftsweisend.

 

Können Sie sich vorstellen, durch den Besitz eines eReaders mehr Bücher zu lesen?

Frage 18 hinterfragt, inwieweit sich die Teilnehmer vorstellen können, durch den Besitz eines eReaders mehr zu lesen. Insgesamt waren nur 27 % der Befragten der Meinung, dass sie mit einem eReader mehr lesen würden und haben deshalb »Ja« oder »Eventuell« angekreuzt. Acht % brachten ihre neutrale Haltung durch ein »Weiß nicht« zum Ausdruck. Ganze zwei Drittel der Teilnehmer glauben nicht durch den Gebrauch eines eReaders mehr zu lesen, sie kreuzten »Nein« oder »Eher nicht« an.

Auffällig war, dass Männer insgesamt positiver gestimmt waren als Frauen. Dies kann an der Technikaffinität und -begeisterung liegen, die besonders bei Männern ausgeprägt ist. Sie glauben eher, dass der Gebrauch eines Lesegeräts sie zum häufigeren Konsum bewegen könnte.

Das Durchschnittsalter der Menschen, welche eine bestimmte Antwort gaben, schwankte nur gering und lag immer im Bereich von 27 Jahren. Allerdings könnte besonders für ältere Menschen der eReader ein Grund sein mehr zu lesen. Denn die Funktion der Schriftgrößenanpassung erschließt Senioren die Möglichkeit, einen gewünschten Titel in einer Schriftgröße zu lesen, die ihrem Bedarf angepasst ist. Bei gedruckten Büchern ist die Auswahl an Titeln in seniorengeeigneten Schriftgrößen leider begrenzt. Dies zeigt, dass von Seiten der Gerätehersteller in Zukunft mehr getan werden muss, um die ältere Generation für den eReader zu begeistern.

 

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die meisten Befragten bereits von dem Thema eBook gehört haben auch wenn sie nicht unmittelbar mit der Medienbranche in Kontakt stehen. Dabei wäre etwas mehr als die Hälfte bereit, ein eBook zu lesen,22% würden einen eReader benutzen und sogar 10% einen kaufen. Der Großteil zögert jedoch sowohl bei der Benutzung als auch beim Kauf, da sie der Meinung sind, dass ein Buch ein anderes vor allem besseres Lesegefühl vermittelt und dass das Lesegerät derzeit auch noch zu teuer ist. Bis auf wenige Ausnahmen konsumieren alle der Teilnehmer Bücher und geben auch Geld dafür aus.

Jedoch kann sich die Mehrheit nicht vorstellen, durch den Besitz eines Lesegerätes mehr Bücher zu lesen, was daran liegt, dass die meisten Teilnehmer viel lieber in einem gedruckten Buch lesen als am Bildschirm.Das bevorzugte Leseverhalten hängt natürlich auch stark vom Genre ab. Durch die erweiterten Funktionalitäten wie die Suchfunktion oder die Kopierbarkeit von Textpassagen bei einem eBook, könnten die meisten sich vorstellen, eher Fachbücher/ Wissenschaftsliteratur, ein Lexikon oder Reiseliteratur auf elektronischem Wege zu lesen.

Nach dem Ergebnis der Umfrage zu urteilen ist die jetzige Generation noch nicht bereit, sich mit dem Gedanken, ein Buch an einem Bildschirm zu lesen, anzufreunden. Es wird wohl noch einige Zeit vergehen müssen, in der sich die Technik weiterentwickelt, in der mehr Titel auch in deutscher Sprache zur Verfügung stehen werden und in der die eBooks in einem einheitlichen Format vorhanden sind, bis elektronische Bücher von allen Menschen akzeptiert werden. Dabei spielt ein akzeptabler Preis eine nicht unerhebliche Rolle.

Außerdem sieht vor allem der freiwillige Leser es als überflüssig, ein extra Gerät zu verwenden, um einen einfachen Roman zu lesen, wobei auch noch zusätzlich Energie benötigt wird. Die Individualität sowie das haptische Erlebnis, was das Buch ausmacht, gehen dabei vollständig verloren. Das eBook wird sich eher in anderen Bereichen etablieren, vor allem in Berufszweigen, wo umfangreiche Fachbücher und Wissenschaftsliteratur Voraussetzung sind.

Letztendlich kann man sagen, dass das eBook viel mehr als eine Ergänzung zu dem gedruckten Buch gesehen wird und parallel zu ihm bestehen wird. Das traditionelle Buch hat sich im Laufe der Zeit zu einem wichtigen Kulturgut in unserer Gesellschaft entwickelt und ist darin auch nicht mehr wegzudenken.

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verlagsherstellung > produktion
news-1921 Sat, 20 Feb 2010 17:34:00 +0100 eInk und ePaper: Eine kurze Einführung https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1921/ Wie alles begann …

Der ursprüngliche Gedanke an ein elektronisches Papier steht in Gemeinsamkeit mit den Entwicklungen in der Displayforschung. Bereits in den siebziger Jahren dachte man daran, die Vorteile, die das herkömmliche Papier mit sich brachte, mit elektronischen Informationen zu verbinden. Die typischen Charakteristika des Papiers wie z.B. der hohe Kontrast, die gute Lesbarkeit, die Unabhängigkeit des Lesewinkels und der nicht vorhandene Energieverbrauch in Verbindung mit mobilem Informationsaustausch stellten den optimalen Weg der Informationsaufnahme dar.Diese Idee wurde 1998 von Nicholas K. Sheridon mit Gründung der Firma Gyricon Media als Ableger der Firma Xerox Palo Alto Research Center (Cerox PARC) wieder aufgenommen und intensiviert. Zeitgleich forschte eInk (Ableger des Massachusetts Institute of Technoloy - MIT) an einer sehr ähnlich aufgebauten Technologie.

 

Die Technologien im Überblick

ePaperDas in eReader verwendete ePaper wird auch als EPD (Electronic Paper Display) bezeichnet. Es imitiert die Beschaffenheit echten Papiers, dessen Leichtigkeit, Kontrast und (zumindest bei Prototypen) dessen Flexibilität.ePaper wird technisch realisiert durch das Prinzip der Elektrophorese in einem bistabilen Display. Bistabil bedeutet, dass nur zwei mögliche stabile Zustände eingenommen werden können (der Wechsel von einem in den anderen Zustand wird von einem äußeren Impuls erzeugt). Ein (Schrift-) Bild wird so lange angezeigt, bis es durch eine äußere Anregung wieder verändert wird. Energie wird also nur für den Wechsel zwischen den beiden Zuständen benötigt. Hier liegt der besondere Vorteil in der sehr langen Akkulaufzeit bei eReader.

 

Elektrophorese

Das Prinzip der Elektrophorese ist derzeit die einzige Möglichkeit, bistabiles ePaper herzustellen. Dabei werden kleinste Kügelchen oder Partikel (ca. 1 μm) durch das Anlegen einer Spannung zwischen zwei elektrisch leitfähigen Glasplatten bzw. Folien bewegt. Oben liegt die Frontplane (der für den Betrachter sichtbare Bereich), unten die reflektierende Backplane mit der Steuerelektronik. Das Display ist insgesamt weniger als 300 μm dick und wirkt mittels Reflektivtechnik – genau wie bei echtem Papier kann der Betrachter nur etwas erkennen, wenn Licht auf die Oberfläche fällt.Dies ermöglicht einen weiteren Betrachtungswinkel, als ihn z.B. Computermonitore bieten.

 

Wirkprinzip der Elektrophorese

Zwischen den beiden Elektroden-Platten befinden sich mit Flüssigkeit gefüllte durchsichtige Kügelchen, in denen positiv und negativ geladene Pigmente schwimmen. Diese sind schwarz und weiß gefärbt. Wenn eine elektrische Ladung an die Elektroden angelegt wird, bewegen sich die Pigmente gemäß der Ladung nach oben oder unten, so dass auf dem Display ein (Schrift-) Bild entsteht. Realisiert wird dies durch eine Matrix in den Steuerelementen, die jeden einzelnen Bildpunkt anspricht. Das Zusammenwirken von elektrischer Spannung und geladenen Pigmenten, deren Anordnung immer wieder verändert werden kann, wird auch als eInk bezeichnet. Eine Variante von eInk wird ohne farbige Pigmente realisiert. Die Kugeln selbst sind schwarz und weiß eingefärbt, durch Anlegen von elektrischen Ladungen drehen sie sich zwischen den Elektroden, so dass entweder die schwarze oder die weiße Seite oben liegt und das entsprechende Bild zeigt.

 

Electrochrome & Electrowetting

Neben der Elektrophorese wurden noch zwei weitere Verfahren entwickelt, um elektronisches Papier zu realisieren. Beim Elektrochrome-Verfahren (ePyrus der Firma Siemens), wird durch eine Redox-Reaktion eine farbige Polymerschicht verändert, was zu einer Farbveränderung führt. Hier sind jedoch einzelne Bildpunkte derzeit noch nicht direkt ansprechbar.Das Electrowetting-Verfahren arbeitet mit Ölen, deren Oberflächenspannung durch elektrische Ladung verändert wird. In Displays mit dieser Technik befinden sich Wasser und Öl in einer kleinen Kapsel – wird ein elektrisches Feld angelegt, wird das Öl komprimiert und kann eine darunter liegende Farbschicht freigeben. Dies erfordert allerdings eine permanente Energieversorgung – das Display ist somit nicht bistabil.

 

Blick in die Zunkunft

Die eBook-Technologie der Zukunft ist heute wahrscheinlich gar nicht mehr allzu weit entfernt, da alle Firmen, die sich nur in irgendeiner Weise mit eBooks, Readern und elektronischer Tinte beschäftigen, wie Bridgestone (ja, es ist wirklich der Reifenhersteller gemeint), Spring Design und Plastic Logic Limited, um nur einige zu nennen, intensiv forschen und immer neue Produkte auf den Markt bringen. Die meisten eReader werden wohl den Netbooks oder eher den Tablet-PCs in Optik und Bedienung sehr ähneln. So haben die meisten Innovationen meist ein LC-Display und zusätzlich ein Display mit eInk, wie zum Beispiel der »Alex« von Spring Design. Diese Funktionen machen es möglich, im Web zu browsen, entsprechende Applikationen wie z.B. Gmail und soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter zu nutzen. Auch die Bedienung wird eher an einen Tablet-PC erinnern, da es in den meisten Fällen eine in einem Touchpad integrierte Tastatur geben wird.

 

eInk ist noch lange nicht das Nonplusultra

Aber bei aller Ähnlichkeit zum Tablet ist auch die Entwicklung des »flexiblen« ePapers nicht außer Acht zu lassen. So brachte die Firma Bridgestone im April 2010 ein Display heraus, welches in Optik und Funktionen zum ersten Mal einem LC-Display nahe kommt. Es ist flach, leicht, langlebigund flexibel. Die Darstellung von Farbe erfolgt über ein neues Photophoretisches Verfahren, welches nicht mit eInk, sondern mit der Verwendung von speziellem Pulver erfolgt. Bei diesem Verfahren werden verschiedene Farbfilter hintereinander geschaltet und durch eine Ripstruktur wird sichergestellt, dass die Bildpunkte auch beim Biegen des ePapers ihren Standort beibehalten,um Bildstabilität zu gewährleisten.

Das heißt, dass eInk noch lange nicht das Nonplusultra ist. Was bisher größtenteils nur in schwarz/weiß vertreten war, geht also demnächst auch in Farbe. Derzeit existieren Geräte, welche bis zu 4096 Farben darstellen können, Tendenz steigend. Und auch der Absatz von eBooks wird wahrscheinlich weiterhin gesteigert. Laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmen Forrester Research werden allein in den USA im Jahr 2010 über sechs Millionen verkaufte Lesegeräte erwartet.

Zwar steckt die neue Technik noch mehr oder weniger in den Kinderschuhen, aber wenn man bedenkt, wie schnell sich die bisherigen Geräte, wie Kindle und Sony in den letzten Jahren entwickelt und weiterentwickelt haben, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch diese ausgereift, weiterentwickelt und endgültig auf dem Markt etabliert sind.

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verlagsherstellung > produktion
news-1925 Fri, 01 Jan 2010 17:46:00 +0100 Amazon Kindle 2 International - Ein Erfahrungsbericht https://verlagsherstellung.de/no_cache/de/branche/produktion/newsdetail151/artikel/1925/ Handhabbarkeit

Der Kindle 2 besitzt mit seinen ungefähr 13,5 x 20 cm eine ansprechende Größe und lehnt sich damit an ein gewohntes Taschenbuchformat an, das für größere Hände sicherlich auch bequem in der Hand zu halten, für mich persönlich aber etwas zu breit ist. Leider wurde nur eine Diagonale von 6 Zoll für den Bildschirm ausgenutzt, die zwar ausreichend für die Darstellung eines normalen Lesetextes ist aber sicherlich optimiert werden kann. Der Trend, die Lesegeräte immer dünner und leichter zu machen resultiert leider in einem etwas abschreckenden Ergebnis, wenn man es gewohnt ist, dicke Romane und Sachbücher in Händen zu halten – so suchen die Finger automatisch nach irgendeinem besseren Halt als die glatte Rückseite des Kindle und man braucht eine Weile, bis man eine bequeme Position für die Hände gefunden hat. Auch lässt natürlich die gewohnte Haptik von Einband und Papier missen und wurde mit der etwas angerauten Oberfläche des Gerätes nur unzureichend versucht, auszugleichen – auch für jemanden, der das Knistern und den Geruch frisch bedruckten Papiers liebt, ein Anspruch, dem keine Technik der Welt genügen kann.

Dank des niedrigen Stromverbrauchs der eInk-Technologie kann ein Buch getrost über einen langen Zeitraum gelesen werden, ohne, dass der Akku zwischendurch aufgeladen werden müsste.

 

Leseerlebnis

Durch den passiven Bildschirm ohne Hintergrundbeleuchtung und einem guten Kontrast lassen sich Texte wie in einem Buch bei unterschiedlichsten Lichtquellen lesen. Direktes Ober-licht jedoch blendet etwas, und auch die weiße Farbe des Gerätes war für mich im Kontrast zu der gräulichen Oberfläche des Bildschirms ein Störfaktor. Die Schrift wirkt wie aus englischen Büchern bekannt etwas ausgefranst und im Satz durch den automatischen Umbruch nicht besonders ausgefeilt, kann dafür aber in Größe und Wortanzahl pro Zeile den Bedürfnissen des Lesers angepasst werden.

Da die im Kindle verwendete eInk-Technologie nur Graustufen darstellen kann fehlt die Farbigkeit, die vor allem in didaktischen Büchern die Blickführung und Texterfassung erleichtert, und natürlich wird dadurch auch die Perzeption von Bildern eingeschränkt. Zeitungen werden ohne die üblichen Gliederungsebenen und oft ganz ohne Bildmaterial angezeigt und Tabellen und Grafiken lassen sich nur unzureichend darstellen, wodurch die Arbeit mit Sach- und Fachliteratur behindert wird. Irritierend für mich die Schwarzfärbung des gesamten Bildschirms beim Umblättern, was zwar technologisch notwendig, aber für das Auge trotzdem unangenehm ist.

Die Integration des Oxford Wörterbuches ist eine grandiose Idee vor allem für Nicht-Muttersprachler, die englische Texte lesen und vielleicht hin und wieder über ein Wort stolpern, dessen Bedeutung sie nicht kennen, ebenso aber auch, um Fachbegriffe und unbekannte Abkürzungen nachzuschlagen.

 

Bedienung

Was sich mir nicht erschlossen hat ist die seltsame Art und Weise, mit der im Kindle Seitenangaben realisiert werden – statt einer Pagina sieht man einen Fortschrittsbalken, auf dem man auch im Buch hin- und herspringen kann, und dazu eine vierstellige Zahl, die bestenfalls als kryptisch zu bezeichnen ist. Seiten muss man also auf gut Glück suchen, so lange springen und blättern – dank der Wartezeit bis zum Aufbauen einer neuen Seite sehr zeitaufwendig –, bis man sie gefunden hat oder den komplizierten Weg über das Inhaltsverzeichnis, soweit vorhanden, oder die unter anderen Umständen sehr praktische Suchfunktion wählen, der aber auch nicht in jedem Fall zum gewünschten Ziel führt. Das macht es schwierig, Quellen im Literaturverzeichnis nachzuschlagen (die leider nicht verlinkt werden) oder einfach nur etwas in einer bestimmten Textstelle noch einmal nachzulesen.

Ansonsten ist die Bedienung zumindest für technikaffine Menschen gut intuitiv erfassbar. Die Knöpfe zum Umblättern sind an beiden Seiten des Gerätes angebracht, wodurch man den Kindle sowohl mit der linken als auch der rechten Hand bedienen kann, zumal sie auch lang genug gezogen sind, um sie noch zu erreichen, wenn man das Gerät unten hält. Dort befinden sich auch die – leider nur englische – Tastatur sowie der so genannte 5-Wege-Joystick. Da der Kindle 2 keinen Touchscreen besitzt muss umständlich jeder Zeile und jedes Wort über dieses Steuerkreuz angesprungen werden und auch bei der Tastatur dauert es einige Zeit, bis man Wörter zusammengesetzt hat, wobei vor allem die fehlenden Umlaute negativ auffallen. Kompliziert und langwierig ist auch die Navigation durch das Menü – anfangs sucht man noch recht lange nach einzelnen Unterpunkten, und vor allem das Inhaltsverzeichnis braucht zu viele Klicks, bis man es erreicht hat. Das Einfügen von Lesezeichen und die Funktion, mit der sich das Gerät die zuletzt gelesene Seite merkt, erleichtern die Navigation innerhalb eines Textes jedoch wieder ein wenig.

 

Zusatzfunktionen

Neben den essentiellen Möglichkeiten des Lesezeichen, Notizen und Markierungen Hinzufügens hat der Kindle unter anderem die Fähigkeit, kabellos ins Internet zu gehen und einfach aufgebaute Internetseiten anzuzeigen. Das tut er zwar nicht besonders gut, aber der Versuch sollte dennoch honoriert werden.

Die Übertragung von gekauften eBooks findet trotzdem hauptsächlich über das Amazon-interne »Whispernet« oder über USB-Anschluss vom Computer auf das Gerät statt. Gespeichert werden können bis zu 1.500 Dokumente (egal, ob eBooks oder eigene Dateien). Außerdem können Musik und Hörbücher in Form von MP3s und Audible-Formaten abgespielt werden.

Experimentell ist noch die Möglichkeit, sich einen Text vorlesen zu lassen. Im Englischen funktioniert das ganz gut mit einstellbarer Sprachgeschwindigkeit und männlicher oder weiblicher Stimme, Texte anderer Sprachen lösen jedoch allerhöchstens Erheiterung aus, da die Wörter kaum noch verständlich ausgesprochen werden.

Eine Synchronisations-Funktion erlaubt es dem Kunden, seine eBooks über Apps auch auf dem iPhone oder iPod zu lesen oder andersherum die von diesen Geräten gekauften eBooks auf den Kindle zu laden. Dabei werden aber nicht nur Inhalte, sondern auch Lesezeichen, Markierungen und Notizen übertragen, was das Lesen auf mehreren Geräten erleichtert.

Es gibt drei vorgefertigte Ordner: »Books«, »Subscriptions« für Zeitungsabos und »Personal Documents«, wo z.B. PDFs automatisch eingeladen werden. Ansonsten ist es nicht möglich, eigene Ordner anzulegen, oder zumindest werden diese im Kindle nicht umgesetzt. Bücher kann man nach Relevanz, Titel oder Autor sortiert anzeigen und in der Datenbank suchen lassen. Die Suchfunktion gilt natürlich auch innerhalb eines Buches und kann zudem auf Wikipedia oder das Internet erweitert werden.

Wird das Gerät nicht komplett abgeschaltet sondern in den Ruhezustand gesetzt, woraufhin der Bildschirm einfriert und keinen weiteren Strom verbraucht, wird ein Bildschirmschoner – meist Bilder amerikanischer Autoren – angezeigt, der sich mit jedem Standby ändert. Mit etwas Aufwand lassen sich auch eigene Bilder speichern und anzeigen.

Für fast alle eBooks werden Leseproben der ersten Kapitel eines Buches angeboten und können kostenlos auf den Kindle geladen werden.

 

Formate

Die proprietäre Dateihaltung des Kindle beschränkt den Leser auf die Amazon-Formate. AZW, Mobipocket und .PRC sowie PDFs und Textdateien. HTML und .DOC soll laut Hersteller ebenfalls lesbar sein, konnte in meinem Versuch jedoch nicht bestätigt werden. Die gängigen Bildformate JPEG, BMP, GIF und PNG sind mit der Beschränkung auf Graustufen darstellbar und wie oben schon erwähnt können MP3s und. AA-Dateien wiedergegeben werden.

 

Fazit

Lesegeräte wie der Kindle besitzen ein großes Potential, Berufslesern das Herumtragen dicker Wälzer zu ersparen, Viellesern auf Reisen die Auswahl der Lektüre zu erleichtern und die Recherche in Büchern sowie dem Internet miteinander zu verbinden. Bis sie ausgereift sind, um all diese Funktionen auch zuverlässig und zufrieden stellend anbieten zu können, wird aber wohl noch einige Zeit vergehen. Mich persönlich konnte der Kindle noch nicht überzeugen.

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