Das Fotolabor

Im Keller des Gutenbergbaus, angrenzend zum Medienzentrum, befindet sich ein weiteres Herzstück der Fakultät Medien: das Labor Digitalfotografie.Hier lässt sich alles, was für professionelle Fotografie benötigt wird und auch noch ein paar Besonderheiten mehr entdecken.

Die Ausbildung in fotografischen Techniken hat eine lange Tradition in der Vorstufenausbildung. Wurde anfangs noch an analoger Fototechnik und in einem klassischen nasschemnischen Entwicklungslabor ausgebildet, wurde das Fotostudio mit der zunehmenden Bedeutung der digitalen Fototechnik mit solcher ausgestattet, um die Lehre praxisnah an moderner Technik ausrichten zu können. Parallel dazu wurden professionelle Fotoarbeiten an der Hochschule durch Frau Veronika Pullwitt, einer professionellen Fotografin mit eigenem Fotostudio, ausgeführt. Nach deren Eintritt in den Ruhestand konnte die Fakultät Medien das Deckenschienensystem und andere Teile der Ausrüstung übernehmen, um das eigene Studio zu erweitern und für professionelle Fotoarbeiten auszurüsten.Mit dem Umzug vom Rabensteinplatz in die neuen Labore im Gutenbergbau konnte durch die Beschaffung weiterer Fototechnik die Leistungsfähigkeit des Fotolabors noch einmal erweitert werden.

Von Kleinbild- über Mittel- und Großformat bis hin zu 3D-Kameras ist Technik für nahezu jeden Anwendungsfall vorhanden. Von Produkt- über Porträt bis zur Gruppenfotografie kann im Studio kann nahezu jede Anwendungssituation realisiert, aber auch an Equipment für die Außen- und Panoramafotografie mangelt es nicht.

Das Studio selbst ist in fünf Bereiche gegliedert. Im flächenmäßig größten Teil befindet sich die Produkt- und Porträtfotografie. Ein professionelles Blitzsystem sowie LCD-Flächenleuchten sorgen für ausreichend Licht. Produkte können auf einem halbtransparenten Vorlagentisch platziert und ausgeleuchtet werden. Einzelpersonen und kleinere Gruppen werden vor farbigen Hintergründen fortografiert, so werden spätere Freistellungsarbeiten erleichtert.

Im zweiten Bereich befinden sich mehrere Flachware-Stände. Grafiken und ähnliches, flach liegende Vorlagen mit Größen bis zu DIN A0 können dort flach aufgelegt, senkrecht von oben beleuchtet und maßstabsgetreu fotografiert werden. Diese Flachware-Fotografie-Stände kamen in letzter Zeit vor allem bei Studenten des Bibliotheksesens zum Einsatz, die die Bestände der Grafiksammlung des Studiengangs fotografisch erfassten, katalogisierten, und in eine Datenbank übernahmen. Eine weitere wichtige Technik, zum Beispiel für die Ausbildung der Studierenden des Studienganges Museologie, ist die Fotografie mit Licht im nicht-sichtbaren Bereich. Durch eine Kamera mit ausgebautem UV-Filter können Remissionen im nicht-sichtbaren Bereich fotografisch erfasst und später forensisch ausgewertet werden. So können beispielsweise Hintermalungen an Gemälden oder neuzeitliche Klebstoffe an alten musealen Objekten sichtbar gemacht werden.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, 3D-Aufnahmen im Fotostudio aufzunehmen. Im dafür vorgesehenen vorletzten Bereich werden Gegenstände auf einen Stand mit entweder manueller und automatischer Drehscheibe platziert und dort aus verschiedenen Winkeln fotografiert. Die daraus entstehenden dreidimensionalen Daten finden eine vielfältige Verwendung. Von der Ausstellungspräsentation, in der man museale Objekte virtuell von allen Seiten betrachten kann bis zu digitalen Spielen können diese Informationen weiterverarbeitet werden.

Die letzte Station ermöglicht Aufnahmen von Vorlagen im Großformat, wie Landkarten und Zeitungen. Hier erfolgt die Befestigung jedoch horizontal mittels Magneten oder einer Unterdrucksaugwand. Diese ermöglicht ein faltenfreies Ablichten und ist vor allem für Karten sehr gut geeignet. Dieser Bereich ist mit fahrbaren Stativen und einem Beleuchtungssystem ausgestattet. So werden sowohl eine maßstabsgetreue, rechtwinklige Aufnahme wie eine gleichmäßig flächige Ausleuchtung gesichert, die einen späteren Aufwand bei der Nachbearbeitung stark reduzieren.

Das Fotostudio ist mit einigen Kameras für verschiedene Anwendungszwecke ausgerüstet. Durch den modularen Aufbau sind die einzelnen Komponenten, je nach Einsatzanforderung, miteinander kombinierbar. Das Fotostudio wird vor allem für Forschung und Lehre sowie Fotoarbeiten der Hochschule genutzt. Jedoch steht es prinzipiell jedem Studenten zur Verfügung, der sich im Rahmen der Lehre in der fotografischen Praxis ausprobieren möchte. Das wichtigste Lehrziel für die Buch- und Medienproduktion in diesem Bereich ist die technisch korrekte Aufnahme von Bildvorlagen. Das gilt auch für die Studiengänge Medien-, Druck- und Verpackungstechnik. Für diese Studiengänge finden im Rahmen der Ausbildung Praktika in Pflicht- und in Wahlpflichtmodulen im Digitalfotolabor statt. Aber auch Studenten der Studiengänge Museologie und Bibliotheks- und Informationswissenschaften nutzen das Labor für Studienzwecke. Für viele Projektarbeiten, wie zum Beispiel für die Imprimaturen, werden die Bildinhalte im Studio erstellt.

Ein weiteres Beispiel für die etwas andere Projektarbeit im Fotostudio ist das Infovideo „Was macht eigentlich ein Hersteller?“. Es wurde mit der Ausrüstung des Studios realisiert und teilweise auch dort aufgenommen. Wer einen genaueren Blick auf das Studio werfen oder noch etwas mehr darüber erfahren möchte, kann sich an Professor Michael Reiche wenden. Egal, ob Vorstufenarbeiten, hochschulinterne Projekte oder einfach zum Ausprobieren, hier ist jeder willkommen, der sich fototechnisch oder kreativ ausleben möchte. Wer bereits einen Blick in das Digitalfotostudio werfen möchte, kann dies im virtuellen Campusrundgang tun: http://www.htwk-leipzig.de/de/hochschule/ueber-die-htwk-leipzig/virtuelle-campustour/gutenberg-bau/digitalfotografie-labor/

Das Fotostudio haben Sie mit diesem Teil unserer „Über den Campus“-Reihe entdecken können. Unsere Fakultät hat natürlich noch mehr zu bieten, deshalb dürfen Sie weiterhin gespannt sein auf Artikel über den Druck- und Weiterverarbeitungssaal und einiges mehr.