Schottland 2013

Studierende der Buch- und Medienproduktion berichten von ihrer Bildungsreise nach Schottland

Im September 2013 war es endlich soweit: Auf nach Schottland! Im Rahmen des Moduls Fachfremdsprache Englisch begaben sich ein Dutzend Studierende der Matrikel BMB12 auf eine Reise nach Schottland, um die dortigen Bildungspartnerschaften aufleben zu lassen, das Land, die Kultur und vor allem schottische Verlage kennenzulernen.

Am Anreisetag fanden sich die einzelnen Reisegruppen der Studierenden im Eurohostel Glasgow am Clyde-Ufer ein. Hier trafen sie auch ihre Dozentin des Moduls Fachfremdsprache Englisch, Tamara Makarowa, die die kulturelle und ortskundige Leitung innehatte.

Als erstes galt es Glasgow zu erkunden. Die alte Arbeiterstadt lockt mit moderner Kunst und zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten. Mit Hilfe von Kartenausschnitten und Wegbeschreibungen ergründeten die Studierenden in kleinen Gruppen die Stadtteile Glasgows. Auf diese Erkundungstouren fanden sie sich unter anderem in erholsamen Grünanlagen wie dem botanischen Garten und der alten Gräberstadt »Necropolis« wieder.

Der nächste Anlaufpunkt auf der Reise war Edinburgh, das als Stadt größer und bekannter ist als das um Ruhm, Ehre und Macht konkurrierende Glasgow. Edinburgh wurde als Stadt der Literatur, berühmt für die bekannte Festivals »Fringe« und Edinburgh-Festival sowie seine imposante Architektur, in den Reisetagen häufig besucht. Hier fanden die Studierenden Sehens- und Wissenswertes abseits der »Royal Mile«, der großen Touristenmeile, deren Souvenirangebot ihresgleichen sucht. So führte zum Beispiel eine Route über den beschaulichen »Grassmarket« und an der »St. George's Harriot School« vorbei, die mit »Hogwarts«, der Zauberschule in der Romanreihe »Harry Potter«, große Ähnlichkeiten aufweist. Vor dem kaltem Nieselregen bot das »National Museum of Scotland« Schutz und Weiterbildungsmöglichkeit beim Bestaunen der kulturellen Schätze aus aller Welt.

Ein Höhepunkt der Reise war die Bustour in die Highlands zum vielbesungenen, poetisch beschriebenen »Loch Lomond« und zum altehrwürdigen »Stirling Castle«, von dessen Brüstung man das »Wallace Monument«, bekannt aus dem Film »Braveheart«, erblicken konnte. Leider trübte diesen Ausflug die äußerst typische schottische Wetterlage »Murr, Moch and Dagg«.

Doch natürlich ging es bei der Reise nicht nur um touristischen Erkundungen. Nach dem Eintreffen von Studiendekan Professor Reiche waren die folgenden Tage dem eigentlichen Ziel gewidmet, die schottische Buchbranche näher kennen zu lernen. So bekamen die Studierenden Ein- und Überblick in das Schaffen von »Booksource«. Der in Glasgow ansässige Buchgroßhändler stellt das Zwischenlager nach der Verlagsproduktion und vor dem Weiterverkauf der Bücher in den Buchhandlungen. Dabei spezialisiert und fokussiert sich das Unternehmen auf Werke einheimischer Autoren und regionaler Kleinverlage. Ähnlich agiert »Publishing Scotland« – ein Verband mit Sitz in Edinburgh – jedoch auf dem ideellen und finanziellen Wege. Autoren, Buchhändler und andere Brancheninteressierte sollen über ein starkes Netzwerk in Kontakt gebracht, bei Aktionen finanziell unterstützt und durch Workshops weitergebildet werden. Ziel ist es, die bestehenden Strukturen zu stärken und den Weg für neue Ideen zu ebnen.

Potentielle Mitglieder des Verbandes werden an der »Napier University« in Edinburgh ausgebildet, wo die Studierenden aus Leipzig trotz des herrschenden Umzugsstresses von den Dozenten willkommen geheißen wurden. Hier erfuhren sie, wie der Masterstudiengang Publishing aufgebaut ist. In diesem Studiengang treffen Absolventen verschiedenster Fachrichtungen aus unterschiedlichen Ländern aufeinander und erlernen innerhalb eines sehr anspruchsvollen und intensiven Jahres, wie branchengerecht und hochwertig publiziert wird. Einige fertiggestellte und veröffentlichte Werke der dort Studierenden wurden gezeigt, vorgestellt und durften befühlt und bestaunt werden.

Neben all den neuen Eindrücken und vielen Informationen kam die individuelle Freizeitgestaltung nicht zu kurz: Von Pub-Quiz-, Live-Musik- und Karaoke-Abenden über Restaurantbesuche, Fish ´n’ Chips-Erprobungen und Buchladen-Shoppingtouren boten die Nachmittage und Abende zahlreiche Möglichkeiten, sich zu amüsieren und schottisches Alltagsleben kennenzulernen. Als abschließender kultureller Beitrag, bevor sich alle Beteiligten wieder auf die Heim- oder Weiterreise machten, gab es eine Führung durch das literarische Edinburgh, an die Geburts- und Inspirationsstätten literarischer Gestalten wie Sherlock Holmes, Long John Silver oder Mma Ramotswe – Inhaberin der berühmten Nr.1 Ladies` Detective Agency in Botswana.

Nach einer Woche Schottland waren alle Beteiligten müde und glücklich zugleich. So vieles Interessantes hätte die meisten noch gelockt und gereizt. Allein die allgemeine Erschöpfung zügelte den Erkundungsdrang und die nahende Abreise sorgte für viele Gründe, wiederzukommen. Einige verlängerten spontan den Aufenthalt, andere schworen sich, zurückzukehren, denn der Charme Schottlands hatte alle verzaubert.

Alle Teilnehmer danken der Fakultät Medien, dem Studiengang Buch- und Medienproduktion, dem Sprachenzentrum und dem Förderverein der HTWK Leipzig für die finanzielle Unterstützung, ohne die diese Exkursion nicht möglich gewesen wäre!