Praktikum in Indie - Namasté Poona!

»Ich mache ein sechsmonatiges Praktikum in Indien!«

Der Gedanke fühlte sich bis kurz vor der Abreise noch ganz fremd an. Mein Studium der Verlagswirtschaft musste beendet, Impfungen eingeholt, das Arbeitsvisum beantragt, meine Versicherungen geregelt, der Umzug organisiert und vieles andere für ein halbes Jahr im Ausland vorbereitet werden. Es blieb kaum Platz zum Luftholen. Und nun sitze ich hier, umrahmt von exotischen Düften, bunten Farben und überaus freundlichen Menschen – der Stress hat sich gelohnt! Ich stecke mitten im indischen (Arbeits-)Leben und bin jeden Tag aufs Neue fasziniert.

 

Giga Space Center in Pune. Hier hat Crest eine Etage.

Mein Praktikum absolviere ich bei Crest Premedia Solutions (P) Ltd. in Pune, einer Tochterfirma des Springer Science+Business Media Verlages. Mein Einsatzgebiet umfasst die verschiedensten Abteilungen in der Druckvorstufe: Bildbearbeitung und Reproduktion, Pagination, Pre-Editing, Proofreading sowie Qualitätssicherung. Ich durchlaufe die einzelnen Abteilungen für je einen Monat und lerne dabei nicht nur den Workflow in einem indischen Premedia-Unternehmen, sondern auch alle wichtigen Grafikprogramme kennen wie InDesign, Photoshop, Illustrator, GoLive und Dreamweaver.

 

Crest ist dabei nicht nur interner Dienstleister von Springer Science Business Media sondern könnte in Zukunft auch einige andere deutsche Verlage zu seinen Kunden zählen. Die sich aus dem Outsourcing ergebende mangelnde Kompetenz in der deutschen Sprache gleicht das Unternehmen durch die Einstellung von indischen Germanisten einerseits und durch deutsche Praktikanten andererseits aus, die alle sechs Monate in einem zweistufigen Auswahlverfahren in Berlin neu ausgewählt und nach Pune gesandt werden.

 

Andere Länder – andere Sitten

Daneben bleiben aber die Kommunikationsstörungen aufgrund des unterschiedlichen kulturellen Hintergrunds oft bestehen. Dies gilt sowohl vor Ort für uns Praktikanten, als auch im Kontakt mit dem Auftraggeber in Deutschland. Manchmal sind die Missverständnisse amüsant, manchmal aber auch eine Geduldsprobe. Darauf sollte sich jeder, der einmal in Indien arbeiten möchte, einstellen. Aber Indien wäre nicht Indien, wenn es nicht diese oder jene Eigenart hätte, die uns Deutsche erst einmal stutzen lässt. Ich zumindest bin davon überzeugt, mit einem großen Packen Lebenserfahrung im Sommer nach Deutschland zurückzukehren.