Ausstellung Leben mit Pop!

Im Museum der bildenden Künste Leipzig fand vom 30.9.2012 bis 13.1.2013 die Sonderausstellung „Leben mit Pop! – Grafik der 60er Jahre von Warhol bis Richter“ statt. Dabei präsentierte die Ausstellung die unterschiedlichen Entwicklungen in der Grafik der 1960er und 70er Jahre. Der Schwerpunkt wurde auf amerikanische und englische Pop Art und die Resonanz darauf in der BRD gelegt. 

Der Besucher bekam einige der Bekanntesten Pop Art-„Klassiker“ aus dem Bestand des Wilhelm-Hack-Museums in Ludwigshafen zu sehen wie Andy Warhols Siebdruck „Marilyn Monroe“ (1967), Robert Indianas „Love“ (1967) oder Roy Lichtensteins „CRAK“ (1964). 

Die Grafiken der 60er Jahre spiegeln den künstlerischen und gesellschaftlichen Umbruch dieser Zeit wieder. Denn gerade in der Grafik treten die Abwendung vom traditionellen Bildverständnis und die durch die Pop Art eingeführten Neuerungen etwa in der Verwendung von Elementen der Trivialkultur, der Serialität oder der Hinwendung zur Comic- und Werbegrafik deutlich zu Tage. Pop Art-Grafik machte aus der Kunst ein Massenphänomen, Alltagskultur wurde zur Kunst und Kunst zu einer lebensnahen Erfahrung. Um dieser Thematik gerecht zu werden, wurden massenindustrielle Reproverfahren wie der fotomechanische Siebdruck (z.B. Andy Warhol „Self-Portrait“ 1966) oder die Offsetlithogarphie (James Rosenquist, „Detail F-111“, 1965) verwendet. 

In Europa wurde besonders in Druckgrafiken die Resonanz auf das Phänomen Pop-Art deutlich. Einprägsam waren die Siebdrucke von Wolf Vostell „Rudi und Gretschen Dutschke“ (1969) oder Thomas Bayrles „Hänsel und Gretel“ (1970). 

Neben den Grafiken konnte der Besucher durch Videoclips mit Interviews und Künstlerdokumentationen einen näheren Einblick in die Zeit der 60er Jahre, die von einem Wandel für Kunst und Gesellschaft geprägt waren, herhalten. Mit dem Fachwissen eines Verlagherstellers war es besonders interessant, die verschiedenen Grafiken, die mit unterschiedlichen Druckverfahren (Siebdruck, Offset, Lithografie) auf ungewöhnlichen Materialien (Folie, Metall) entstanden, näher zu betrachten. Auch sehenswert waren bedruckte Alltagsprodukte wie Warhols Papiertragetaschen und Plattencover (z.B. The Velvet Underground mit Warhols Banane). Eine gelungene Ausstellung, die die Verbindung zwischen Drucktechnik und Kunst anschaulich darstellt.