Erste Absolventin im Masterstudiengang Medienmanagement

 

Infos aus erster Hand: Zwei Studierende der Buch- und Medienproduktion berichten von ihrem Gespräch mit Birgit Jäkel

Am 29. Oktober 2013 schloss Birgit Jäkel als erste Studentin erfolgreich den neuen Masterstudiengang Medienmanagement der HTWK Leipzig ab. Da stellen sich natürlich viele interessante Fragen: Was bietet der neue Studiengang? Welche Lehrinhalte und Kenntnisse werden vermittelt? Welche Aussichten eröffnen sich nach dem Abschluss auf dem Arbeitsmarkt? Und wie lässt sich das Masterstudium mit Beruf und Kindern unter einen Hut bringen? Birgit Jäkel stand uns, zwei Studierenden aus dem Bachelorstudiengang Buch- und Medienproduktion, in einem offenen Gespräch bereitwillig Rede und Antwort.

Bereits von 1996 bis 2000, im Anschluss an ihre kaufmännische Ausbildung, absolvierte Birgit Jäkel ihr Diplomstudium im Bereich Verlagsherstellung an der HTWK Leipzig. Durch ihren Lebensgefährten hatte es sie nach Leipzig verschlagen und das Studium war ihre erste Wahl, nachdem sie im Leipziger Arbeitsamt eine Broschüre der HTWK Leipzig entdeckt hatte. Bereits zuvor war Buchbinderei ihr Hobby gewesen und so passte alles zusammen.

Nach dem Diplomstudium zu promovieren war für Birgit Jäkel keine Option und so begann sie sich direkt nach ihrem Abschluss bei Unternehmen zu bewerben. Im Januar 2001 trat sie dann eine Stelle im Ernst Klett Verlag an – zuerst als DTP-Assistentin, später avancierte sie zur Herstellerin. Die Arbeit im Verlag begeistert sie genauso wie ihr Studium.

Auch wenn Birgit Jäkel ihren Beruf als spannend und anspruchsvoll empfand, wollte sie sich schließlich perspektivisch verändern und etwas Neues dazulernen. Vor allem XML und medienneutrales Publizieren interessierten sie. So fiel die Entscheidung für den neu entstandenen Masterstudiengang Medienmanagement als »Weiterbildungsmaßnahme«, der genau diese Studieninhalte bot. Der Ernst Klett Verlag unterstützte sie bei ihrem Vorhaben, so dass Birgit Jäkel ihre Tätigkeit auf 20 Wochenstunden reduzieren konnte, um parallel zum Beruf zu studieren. Positiv fürs Studium waren außerdem die flexiblen Arbeitszeiten im Verlag. Dennoch machten vor allem das Pendeln zwischen Arbeitsplatz und Campus und das Schreiben von Hausarbeiten in den Abendstunden und am Wochenende die Kombination Studium und Beruf häufig zu einem anstrengenden Vorhaben. Die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie stellte für Birgit Jäkel trotzdem kein Problem dar, da ihre vier Kinder zur Zeit ihres Masterstudiums bereits erwachsen waren.

Schwierig war es dagegen anfangs für sie, sich wieder die nötige Lernroutine anzueignen. Auf ihre Erfahrungen aus dem Diplomstudium konnte sie im Master kaum zurückgreifen, da sich gerade im technischen und digitalen Bereich über die Jahre viel verändert hatte, so dass sie sich komplett neu ein denken musste. Deshalb hält sie es auch für sinnvoll, nach dem Bachelorabschluss gleich weiter zu studieren, wenn man einen Master machen möchte, damit man besser auf das bereits Gelernte aufbauen kann. In guter Erinnerung bleiben wird ihr diesbezüglich vor allem die Unterstützung ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen, die ihr zur Seite standen, wenn es an Themen ging, die ihr selbst nicht so vertraut waren. So hat sie auch im Masterstudium viele gute Freunde gewonnen.

Außerdem erzählte uns Birgit Jäkel, dass sich der Masterstudiengang Medienmanagement sehr auf den Bereich der Medientechnik konzentriere. Häufig bezogen sich die Studieninhalte auf das Fernsehen und den Rundfunk, wogegen die Buch- und Medienproduktion oft in den Hintergrund trat.

Als wir sie nach ihren Lieblingsmodulen fragten, erzählte sie uns, dass vor allem medienneutrales Publizieren und XML für sie interessant und für ihre Berufspraxis relevant waren. In einer Projektarbeit entwickelte sie zum Beispiel zusammen mit einer Kommilitonin den bereits bestehenden Entwurf eines XML-Workflow für die Studiengangszeitschrift »Streifband«, welche zweimal jährlich von den Studierenden der Buch- und Medienproduktion herausgegeben wird, weiter. Insgesamt gefiel es ihr, dass die Studierenden in den Projekten die Möglichkeit haben, sich auf vielfältige Art und Weise auszuprobieren, auch wenn dies schwer mit den standardisierten Abläufen eines XML-Workflows vereinbar war. Auch ihre Masterarbeit befasste sich mit einem Teilaspekt eines XML-Workflows. Außerdem gefielen ihr die Vorlesungen in Personalmanagement besonders gut. Vieles aus diesem Modul kannte sie schon aus der Praxis im Verlag und genau deswegen gab es einige Aha-Erlebnisse, als sie nun Einblicke in die Theorie hinter den Prozessen erhielt. Hinzu kommt, dass die Vorlesungen in diesem Modul sehr interaktiv waren, was ihr besonders Spaß gemacht hat.

Auch wenn das Masterstudium eine tolle Erfahrung war, kann Birgit Jäkel sich auch nach dem Master nicht vorstellen, zu promovieren. Es gibt zwar durchaus Themen, die sie interessieren würden, zum Beispiel im Bereich Werkstoffe, doch eine Promotion ist mit einem zu großen Zeitaufwand verbunden. Zum Abschluss interessierte uns vor allem noch die Frage, wie sich ein Masterabschluss auf die Chancen am Arbeitsmarkt auswirkt. Für Birgit Jäkel hat der Master voraussichtlich keine beruflichen Auswirkungen, da sie weiter als Herstellerin im Ernst Klett Verlag arbeiten wird. Ihrer Einschätzung nach ist das Masterstudium vor allem sinnvoll, um sich technische Spezialkenntnisse anzueignen. Eine solche Spezialisierung auf Fachgebiete bringe deutlich bessere Berufschancen mit sich, wenn man in einem ganz bestimmten Bereich arbeiten möchte. Andererseits vermutet sie, dass Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen in der Buch- und Medienbranche mehr gefragt sein werden, da ein Bachelor-Abschluss für die meisten freien Stellen ausreichend ist.

Insgesamt hat Birgit Jäkel in ihrem Masterstudium viel gelernt, was für ihre weitere Arbeit im Verlag nützlich ist. Vor allem um sich im Bereich des medienneutralen Publizierens fortzubilden, bot ihr der Studiengang Medienmanagement gute Möglichkeiten, die sich andernorts nur schwer finden lassen. Das Studium hat ihre Erwartungen also erfüllt und war nicht nur eine herausfordernde, sondern auch eine lohnende Erfahrung.